Besuch bei Berlins erster Rolli-WG

Wohnprojekt in der Möllendorffstraße hat noch zwei freie Zimmer

von Annika Möller

Das Haus in der Möllendorffstraße 58 ist von außen ein ganz gewöhnlicher Neubau. Aber drin versteckt sich etwas Besonderes: Berlins erste Rolli-WG.
Dort, im sechsten Stock, wohnen seit dem ersten Dezember 2015 Paul (23), Luna (21), Max (22), Maxim (23) und Maria (25). Zusammen sind sie Lichtenbergs erste Wohngemeinschaft für junge Erwachsene mit Behinderungen.
Paul war 2015 Initiator der WG: „Mit 21 wollte ich endlich bei meinen Eltern ausziehen und mit Gleichartigen zusammenwohnen.“ Aber barrierefreier Wohnraum ist selbst in der Hauptstadt immer noch teure Mangelware. Und so müssen Menschen mit Behinderungen oft ins Heim ausweichen. „Bei vielen alltäglichen Sachen brauche ich Hilfe, weil ich durch eine körperliche Behinderung im Rollstuhl sitze“, sagt Paul. Diese Unterstützung bekommt er in der WG zurzeit durch Krankenpfleger, die sich um alle Bewohner kümmern.
Die WG bietet den fünf jungen Erwachsenen mit Assistenzbedarf nicht nur ein Zuhause, sondern auch das, wonach sie schon lange gesucht haben: mehr Selbstständigkeit. „Ich fühle mich hier in meiner WG sehr wohl und kann beispielsweise schlafen gehen, wann ich will.“ Denn als Paul noch Zuhause gelebt hat, musste er immer ins Bett, wenn seine Eltern müde waren. „Und auch meine Eltern können jetzt so leben, wie sie es sich vorstellen“, freut sich Paul.
Jeder Bewohner hat sein eigenes Reich. Die Zimmer sind zwischen 20 und 30 Quadratmetern groß. Eines davon bewohnt Luna (21). Sie arbeitet in einer Behindertenwerkstatt, die für einen Berliner Lebensmittel-Lieferdienst Gewürze verpackt. Ein Fahrdienst bringt sie täglich zur Arbeit. Nicht immer reicht das Einkommen bei Menschen mit Behinderung, um die Miete zu bezahlen. Dann springt das Sozialamt ein.
Karin Graff ist Pflegedienstleiterin von „Gesundheitspflege Helle-Mitte GmbH“. Sie organisiert alles rund um die WG. Zurzeit beantragt sie für die Bewohner persönliche Assistenten: „Mit deren Hilfe können sie alle noch mehr selbstbestimmt unternehmen. Das ist zurzeit noch unmöglich.“ Trotzdem macht die WG alle zwei Wochen einen größeren Ausflug. Gemeinsames Kochen steht immer auf der Tagesordnung.
Zwei Plätze am Abendbrottisch sind aber bisher noch frei, genauso wie zwei Zimmer. Paul, Luna, Max, Maxim und Maria wissen genau, wie der oder die neuen Mitbewohner sein sollten: „Gesellig und unternehmenslustig.“

Mitbewohner gesucht:

Wer sich für eine Wohnung in der Rolli-WG interessiert, meldet sich bei Nicole Meinzenbach. Tel.: 99 28 96 70

2016-09-28T14:43:26+00:00

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