Polen, dieses oft unterschätzte Land im Herzen Europas, beheimatet wahre kulturelle und landschaftliche Schätze, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Von den mittelalterlichen Gassen Krakaus über die unberührte Wildnis der Masuren bis hin zu den beeindruckenden Salzbergwerken von Wieliczka – Polens Sehenswürdigkeiten verbinden auf einzigartige Weise Geschichte, Natur und architektonische Meisterwerke.
In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit auf eine Reise zu den 8 magischsten Orten Polens, die selbst erfahrene Reisende in Staunen versetzen. Jede dieser Sehenswürdigkeiten erzählt ihre eigene Geschichte und offenbart einen anderen Aspekt der polnischen Identität. Ob Sie die majestätische Marienburg bestaunen, durch die sagenumwobenen Krummhölzer wandern oder die Atmosphäre der historischen Altstadt von Warschau auf sich wirken lassen – Polen wird Sie mit seiner Vielfalt und Authentizität überraschen.
Beste Reisezeit: Mai bis September für angenehme Temperaturen und weniger Regentage
Anreise: Internationale Flughäfen in Warschau, Krakau, Danzig und Breslau mit guten Verbindungen aus Deutschland
Fortbewegung: Gut ausgebautes Bahn- und Busnetz zwischen größeren Städten; für ländliche Regionen empfiehlt sich ein Mietwagen
Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Polen – Ein Überblick
Polen begeistert Besucher mit einer beeindruckenden Vielfalt an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, die vom UNESCO-Weltkulturerbe bis hin zu atemberaubenden Naturlandschaften reichen. Die Altstadt von Krakau mit dem imposanten Wawel-Schloss und dem lebendigen Marktplatz zählt zu den meistbesuchten Attraktionen des Landes, gefolgt vom ergreifenden Gedenkort Auschwitz-Birkenau, der an die dunkle Geschichte des Zweiten Weltkriegs erinnert. In Warschau lockt die komplett wiederaufgebaute Altstadt zahlreiche Touristen an, während das Salzbergwerk Wieliczka mit seinen unterirdischen Kammern und Skulpturen jährlich über eine Million Besucher empfängt, ähnlich wie beliebte Reiseziele in anderen Ländern. Die atemberaubende Marienburg in Malbork, die größte Backsteinburg der Welt, und der malerische Nationalpark Białowieża mit seinem Urwald runden die Liste der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Polens ab, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben.
Historische Sehenswürdigkeiten Polens: Von Burgen bis Königsschlösser
Polen beherbergt eine beeindruckende Anzahl historischer Bauwerke, die Zeugnis der bewegten Vergangenheit des Landes ablegen. Die majestätische Marienburg in Malbork, einst Hauptsitz des Deutschen Ordens, gilt heute als die größte Backsteinburg der Welt und fasziniert Besucher mit ihrer imposanten Architektur. Im Herzen von Krakau thront das Wawel-Königsschloss, das jahrhundertelang als Residenz der polnischen Monarchen diente und einen einzigartigen Einblick in die glanzvolle Königszeit gewährt. Die mittelalterliche Burg Dunajec in Niedzica erhebt sich malerisch auf einem Felsen über dem Czorsztyn-Stausee und erinnert an die turbulente Geschichte der polnisch-ungarischen Grenzregion. Besonders beeindruckend ist auch das Königsschloss in Warschau, das nach seiner vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg detailgetreu rekonstruiert wurde und heute als Symbol für den Wiederaufbauwillen der polnischen Nation steht.
Die Marienburg (Malbork) ist mit über 250.000 m² Grundfläche die weltweit größte Backsteinfestung und UNESCO-Weltkulturerbe seit 1997.
Das Wawel-Königsschloss in Krakau beherbergt die polnischen Kronjuwelen und ist eines der wichtigsten nationalen Kulturdenkmäler des Landes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über 80% der historischen Bauwerke in Warschau originalgetreu wiederaufgebaut, wofür die Altstadt 1980 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
Naturwunder als Sehenswürdigkeiten: Polens beeindruckende Landschaften

Polens natürliche Schätze begeistern mit einer atemberaubenden Vielfalt, die von dichten Wäldern bis zu majestätischen Bergketten reicht. Die Masurische Seenplatte im Nordosten des Landes verzaubert mit über 2.000 kristallklaren Seen, die durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden sind und ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber darstellen. Im Südosten beeindruckt der Białowieża-Nationalpark als letzter ursprünglicher Tieflandurwald Europas mit seinem alten Baumbestand und einer reichen Tierwelt, darunter der europäische Bison – eine Naturoase, die ähnlich beeindruckend ist wie exotische Landschaften in Südostasien. Das Tatra-Gebirge an der Grenze zur Slowakei rundet mit seinen schroffen Gipfeln, alpinen Seen und malerischen Tälern das Bild von Polen als Land faszinierender Naturwunder perfekt ab.
Städtische Sehenswürdigkeiten: Die schönsten Altstädte Polens
Polens historische Altstädte verzaubern mit ihrem einzigartigen Charme und jahrhundertealter Architektur, die oft trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs liebevoll restauriert wurde. Allen voran begeistert die Altstadt von Krakau mit ihrem prächtigen Marktplatz Rynek Główny, mittelalterlichen Bürgerhäusern und der imposanten Marienkirche, ohne dabei ihre authentische Atmosphäre verloren zu haben. Nicht minder beeindruckend präsentiert sich Warschaus wiederaufgebaute Altstadt, die als UNESCO-Weltkulturerbe gilt und ein beeindruckendes Zeugnis polnischer Entschlossenheit und Handwerkskunst darstellt. Zu den weiteren Perlen zählen die gotisch geprägte Altstadt von Danzig mit ihrer hanseatischen Vergangenheit sowie das malerische Breslau, dessen Marktplatz von farbenfrohen Bürgerhäusern gesäumt wird und dessen Dominsel zum Verweilen einlädt.
- Krakaus Altstadt mit dem Rynek Główny zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Europas.
- Warschaus Altstadt wurde nach der kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert.
- Die Altstadt von Danzig beeindruckt mit hanseatischer Architektur und dem Königsweg.
- Breslau vereint auf seiner Dominsel mittelalterliche Kirchen und barocke Paläste.
Versteckte Sehenswürdigkeiten: Polens unentdeckte Schätze
Abseits der bekannten Touristenpfade verbergen sich in Polen zahlreiche versteckte Juwelen, die selbst vielen Einheimischen unbekannt sind. Das charmante Städtchen Kazimierz Dolny am Ufer der Weichsel verzaubert mit seiner Renaissance-Architektur und dem malerischen Marktplatz, ohne von Touristenmassen überlaufen zu sein. Im Nordosten bietet der Białowieża-Nationalpark nicht nur den letzten Urwald Europas, sondern auch die Chance, die mächtigen Wisente in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Das unberührte Bieszczady-Gebirge im Südosten Polens lockt Wanderer mit wildromantischen Pfaden und verlassenen Dörfern, die von der bewegten Geschichte der Region zeugen. Für Liebhaber unterirdischer Wunderwelten sind die weniger bekannten Salzstollen von Bochnia eine faszinierende Alternative zum berühmteren Wieliczka, wo Besucher sogar in einer Kammer 250 Meter unter der Erde übernachten können.
Kazimierz Dolny: Renaissance-Städtchen mit über 600 denkmalgeschützten Gebäuden, etwa 2 Stunden von Warschau entfernt.
Białowieża-Nationalpark: UNESCO-Weltnaturerbe mit dem letzten Tiefland-Urwald Europas und etwa 900 freilebenden Wisenten.
Salzbergwerk Bochnia: Ältestes Salzbergwerk Polens (seit 1248), bietet unterirdische Übernachtungsmöglichkeiten und ist weniger überlaufen als Wieliczka.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten: Polens Museen und Gedenkstätten
Polen beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Museen und Gedenkstätten, die Einblicke in die bewegte Geschichte des Landes bieten. Das Warschauer Aufstandsmuseum und das Chopin-Museum in der Hauptstadt zählen zu den kulturellen Highlights, die mit modernen Ausstellungskonzepten Besucher aus aller Welt anziehen. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bei Krakau ist ein wichtiger Erinnerungsort, der an die Schrecken des Holocaust erinnert und ähnlich wie bedeutende historische Stätten in anderen Ländern zum Nachdenken über die Geschichte anregt.
Polnische Sehenswürdigkeiten im UNESCO-Welterbe

Polen beherbergt insgesamt 17 UNESCO-Welterbestätten, die das reiche kulturelle und natürliche Erbe des Landes widerspiegeln. Die Altstadt von Krakau zählt zu den ersten polnischen Stätten, die bereits 1978 in die prestigeträchtige Liste aufgenommen wurden, und beeindruckt Besucher mit ihrer mittelalterlichen Architektur und dem imposanten Wawel-Komplex. Das Salzbergwerk Wieliczka nahe Krakau, ebenfalls seit 1978 UNESCO-Welterbe, überrascht mit unterirdischen Kapellen, Seen und kunstvollen Skulpturen aus Salz, die von Bergleuten über Jahrhunderte geschaffen wurden. Zu den neueren Einträgen zählt der Białowieża-Nationalpark an der Grenze zu Belarus, der den letzten Tiefland-Urwald Europas schützt und Heimat der größten freilebenden Wisent-Population ist.
- Polen verfügt über 17 UNESCO-Welterbestätten mit kultureller und natürlicher Bedeutung.
- Die Altstadt von Krakau und das Salzbergwerk Wieliczka gehören seit 1978 zum Welterbe.
- Der Białowieża-Nationalpark schützt den letzten europäischen Tiefland-Urwald.
- Die UNESCO-Welterbestätten repräsentieren wichtige Meilensteine der polnischen Geschichte und Naturschätze.
Kulinarische Sehenswürdigkeiten: Eine Geschmacksreise durch Polen
Polen ist nicht nur für seine historischen Stätten bekannt, sondern auch für seine vielfältige und herzhafte Küche, die eine eigene kulinarische Entdeckungsreise wert ist. In Krakau sollten Besucher unbedingt die traditionellen Piroggen mit verschiedenen Füllungen probieren, während Warschau mit modernen Interpretationen klassischer Gerichte in preisgekrönten Restaurants beeindruckt. An der Ostseeküste locken fangfrische Fischspezialitäten, die perfekt mit einem Glas polnischem Bier harmonieren. Kein Besuch in Polen wäre vollständig ohne die Verkostung von Bigos (Jägereintopf), Żurek (Sauerteigsuppe) und süßem Makowiec (Mohnkuchen), die das kulinarische Erbe des Landes perfekt widerspiegeln.
Häufige Fragen zu Sehenswürdigkeiten Polen
Welche Städte in Polen sind besonders sehenswert?
Polen bietet zahlreiche historische Metropolen mit beeindruckender Architektur und kulturellem Reichtum. Krakau gilt mit seiner mittelalterlichen Altstadt und dem Wawel-Schloss als kulturelles Herzstück des Landes. Warschau beeindruckt durch den gelungenen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und moderne Attraktionen. Danzig besticht durch hanseatischen Charme mit prächtigen Bürgerhäusern und maritimem Flair. Weitere lohnenswerte Reiseziele sind Breslau mit seiner Dominsel, Posen mit dem Renaissance-Rathaus und Lublin mit der gut erhaltenen Altstadt. Besonders während der wärmeren Jahreszeit bieten diese urbanen Zentren ein lebendiges Kulturprogramm.
Was macht die Marienburg so besonders?
Die Marienburg (Malbork) ist die größte Backsteinburg der Welt und ein beeindruckendes UNESCO-Weltkulturerbe. Diese mittelalterliche Festungsanlage wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden errichtet und diente als Hauptsitz des Hochmeisters. Das architektonische Meisterwerk erstreckt sich über drei Burgen – die Hochburg, Mittelburg und Vorburg – die durch Wehranlagen, Gräben und massive Mauern verbunden sind. Die imposante Anlage beeindruckt durch gotische Gewölbe, kunstvolle Terrakotten und das aufwendig restaurierte Palastensemble. Besucher können bei Führungen die originalgetreu eingerichteten Säle, den Kapitelsaal und die Burgkapelle besichtigen. Mit über 250.000 Quadratmetern Fläche bietet dieses monumentale Baudenkmal einen faszinierenden Einblick in die mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas.
Wann ist die beste Reisezeit für Polens Nationalparks?
Die optimale Besuchszeit für polnische Naturschutzgebiete hängt vom gewünschten Erlebnis ab. Der Frühling (Mai-Juni) bietet blühende Landschaften und ideale Wanderbedingungen im Tatra-Nationalpark oder Bialowieza-Urwald. Sommermonate (Juli-August) eignen sich perfekt für den Besuch der masurischen Seenplatte mit angenehmen Temperaturen für Wassersport und Outdoor-Aktivitäten. Der frühe Herbst (September-Oktober) verzaubert mit spektakulärer Laubfärbung und mildem Klima, besonders in den Beskiden und im Nationalpark Bieszczady. Tierbeobachter schätzen diese Zeit für die erhöhte Aktivität der Tierwelt. Winterfreunde finden zwischen Dezember und März in den Karpaten ideale Bedingungen für Wintersport. Die Nebensaison (April/Mai und September/Oktober) bietet zudem den Vorteil geringerer Besucherzahlen in den beliebten Naturreservaten.
Wie kann man das Salzbergwerk Wieliczka am besten besichtigen?
Das historische Salzbergwerk Wieliczka, ein UNESCO-Welterbe nahe Krakau, lässt sich optimal mit einer geführten Tour erkunden. Reservieren Sie Tickets idealerweise vorab online, besonders in der Hauptsaison, um Warteschlangen zu vermeiden. Die Standardtour (Touristenroute) führt durch etwa 2 km unterirdische Gänge, imposante Salzskulpturen und die beeindruckende St. Kinga-Kapelle – alles aus Salz gehauen. Die Besichtigung dauert rund 2 Stunden und umfasst etwa 800 Treppenstufen abwärts. Für Geschichtsinteressierte empfiehlt sich die erweiterte Bergmannstour, die zusätzliche Stollen und authentische Arbeitsbereiche zeigt. Tragen Sie bequeme Schuhe und warme Kleidung, da im Bergwerk konstant 14-16°C herrschen. Fotografieren ist gegen eine kleine Gebühr gestattet. Nach der Tour können Besucher im unterirdischen Restaurant speisen oder den Souvenirladen besuchen, bevor es mit dem Fahrstuhl zurück an die Oberfläche geht.
Was sind die wichtigsten historischen Gedenkstätten in Polen?
Polen beherbergt bedeutende Gedenkstätten, die europäische Geschichte dokumentieren. Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau steht als erschütterndes Mahnmal für den Holocaust und ist heute eine wichtige Bildungseinrichtung und Gedenkort. In Warschau erinnern das Museum des Warschauer Aufstands und das POLIN Museum an den Widerstand gegen die Nazi-Besatzung und die jüdische Geschichte. Die Gedenkstätte Westerplatte bei Danzig markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Weniger bekannt, aber historisch bedeutsam ist das Mahnmal in Katyn, das an die Ermordung tausender polnischer Offiziere durch sowjetische Truppen erinnert. In Wolhynien finden sich Gedenkstätten für die Opfer ethnischer Säuberungen. Diese historischen Denkmäler bieten tiefe Einblicke in Polens komplexe Vergangenheit und sind wichtige Orte der Erinnerungskultur und Versöhnung.
Welche unbekannten Perlen sollte man in Polen abseits der Touristenpfade besuchen?
Abseits der bekannten Attraktionen bietet Polen zahlreiche versteckte Juwelen. Die Kleinstadt Zamość beeindruckt mit ihrer perfekt erhaltenen Renaissance-Architektur und wird oft als „Padua des Nordens“ bezeichnet. Die Holzkirchen in Südpolen, besonders im Karpatenvorland, zeigen einzigartige Volkskunst und sind teilweise UNESCO-geschützt. Die Storchenroute in Podlasie führt durch malerische Dörfer mit traditioneller Holzarchitektur und bietet authentische Einblicke in ländliches Leben. Das Bieszczady-Gebirge im Südosten verzaubert Naturliebhaber mit unberührten Landschaften und seltenen Tierarten wie Wisenten. Die Festungsanlage Silberberg (Twierdza Srebrna Góra) in Niederschlesien ist ein beeindruckendes Militärbauwerk aus dem 18. Jahrhundert. In der Region Ermland-Masuren locken versteckte Seen und historische Gutshöfer. Diese weniger frequentierten Destinationen ermöglichen authentische Kulturerlebnisse ohne Touristenmassen.






