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Klingbeil will Ehegattensplitting abschaffen: XXL-Reform

by Ariane Nagel
25. März 2026
in Lokales
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Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist ein zentraler Punkt der von SPD-Chef Lars Klingbeil vorangetriebenen XXL-Reformen. Nach der herben Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz am 25.03.2026 will der Vizekanzler mit diesem Schritt neue Arbeitsanreize, insbesondere für Frauen, schaffen und so das Arbeitsvolumen in Deutschland erhöhen. Dies soll die Konjunktur ankurbeln. Die Pläne sind Teil einer größeren Steuerreform, die auch Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen vorsieht, gegenfinanziert durch höhere Steuern für Spitzenverdiener.

Inhaltsverzeichnis
  1. Hintergründe der Reform: Reaktion auf Wahlergebnis und Wirtschaftsdebatte
  2. Details zur geplanten Steuerreform und zur Abschaffung des Ehegattensplittings
  3. Die Debatte um Mehrarbeit in Deutschland
  4. Politische Reaktionen und Widerstand
  5. Häufig gestellte Fragen
  6. Fazit

Im Zuge der Debatte um die Abschaffung des Ehegattensplittings hat SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil am 25.03.2026 seine Pläne für weitreichende Reformen konkretisiert. Auslöser ist unter anderem die schwere Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, bei der die Partei fast zehn Prozentpunkte verlor. Klingbeil steht unter Druck und will die SPD nun als Reformpartei neu positionieren. Am Mittwoch hält er dazu eine Grundsatzrede bei der Bertelsmann-Stiftung, gefolgt von einem Treffen mit wichtigen Parteivertretern am Freitag, um die Strategie festzulegen.

Hintergründe der Reform: Reaktion auf Wahlergebnis und Wirtschaftsdebatte

Die Wahlergebnisse vom vergangenen Sonntag in Rheinland-Pfalz waren für die SPD ein Debakel. Die Partei stürzte auf 25,9 Prozent ab, während die CDU mit 31 Prozent als klarer Sieger hervorging. Dieses Ergebnis hat den Handlungsdruck auf die Parteispitze um Lars Klingbeil deutlich erhöht. Zudem findet die Reformdebatte vor dem Hintergrund einer von CDU-Kanzler Friedrich Merz angestoßenen Diskussion über die Arbeitsmoral in Deutschland statt. Merz mahnt seit Monaten, dass die Deutschen zu wenig arbeiten würden, und fordert mehr Leistungsbereitschaft.

Klingbeils Antwort auf die „Faulenzer-Debatte“

Lars Klingbeil weist den pauschalen Vorwurf der Faulheit an die Bürger zurück. Allerdings teilt auch er das Ziel, das Arbeitsvolumen in Deutschland zu erhöhen, um einen Wirtschaftsaufschwung zu fördern. Seine Strategie setzt jedoch auf Anreize statt auf Vorwürfe. Die geplante Abschaffung des Ehegattensplittings ist hierbei ein zentraler Hebel. Das bisherige Steuermodell begünstigt vor allem Ehen, in denen ein Partner deutlich mehr verdient als der andere, was oft dazu führt, dass sich eine zusätzliche Erwerbstätigkeit für den Geringerverdienenden – meist die Frau – kaum lohnt.

Details zur geplanten Steuerreform und zur Abschaffung des Ehegattensplittings

Die Reformpläne der SPD sehen eine spürbare Entlastung für kleine und mittlere Einkommen vor. Wer beispielsweise 3.000 Euro im Monat verdient, soll laut parteiinternen Diskussionen jährlich zwischen 300 und 400 Euro mehr zur Verfügung haben. Zur Gegenfinanzierung sollen die Steuern für Topverdiener angehoben werden. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar forderte, dass „sehr reiche Leute einen Beitrag leisten“ sollen.

Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist laut Berichten, die sich auf Regierungskreise beziehen, ein Kernanliegen von Finanzminister Klingbeil innerhalb dieses Pakets. Ziel ist es, finanzielle Anreize für Zweitverdiener in Ehen zu schaffen, eine Beschäftigung aufzunehmen oder ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Dadurch soll der Fachkräftemangel bekämpft und die wirtschaftliche Unabhängigkeit, insbesondere von Frauen, gestärkt werden.

Die Debatte um Mehrarbeit in Deutschland

Die Diskussion über eine Erhöhung des Arbeitsvolumens wird seit Längerem geführt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte mit Äußerungen über eine „Lifestyle-Teilzeit“ für Aufsehen gesorgt und eine Mentalitätsänderung gefordert, um den Wohlstand zu sichern. Während Wirtschaftsvertreter den Kanzler unterstützen, stößt er beim Koalitionspartner SPD auf Widerspruch, der stattdessen höhere Steuern für große Vermögen ins Spiel bringt. Klingbeils Vorstoß kann als Versuch gewertet werden, die Debatte aufzugreifen, aber mit einem sozialdemokratischen Lösungsansatz zu versehen, der auf Anreize statt auf Druck setzt.

Politische Reaktionen und Widerstand

Die Pläne zur Abschaffung des Ehegattensplittings sind politisch umstritten. Während die SPD bereits im Bundestagswahlkampf für eine Reform geworben hatte, stößt der Vorschlag in großen Teilen der Union auf strikte Ablehnung. Kritiker aus der CDU/CSU argumentieren, dass dies eine zusätzliche Belastung für die „arbeitende Mitte“ wäre. Auch der Deutsche Familienverband warnt vor einer „massiven Steuererhöhung für Familien“ und hält das Splitting für verfassungsrechtlich geboten. Die kommenden Verhandlungen innerhalb der Koalition dürften daher schwierig werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Ehegattensplitting?
Beim Ehegattensplitting wird das gemeinsame Einkommen von Ehepaaren halbiert, die darauf entfallende Einkommensteuer berechnet und anschließend verdoppelt. Dieses Verfahren begünstigt vor allem Paare mit großen Einkommensunterschieden. Das Modell steht in der Kritik, weil es traditionelle Rollenverteilungen zementiert und Frauen davon abhalten kann, erwerbstätig zu sein oder mehr zu arbeiten.

Warum will Lars Klingbeil das Ehegattensplitting am 25.03.2026 abschaffen?
Lars Klingbeil will mit der Abschaffung des Ehegattensplittings Anreize für mehr Erwerbstätigkeit schaffen, insbesondere für Frauen. Dies soll das Arbeitsvolumen in Deutschland erhöhen, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und die Konjunktur ankurbeln. Der Vorstoß ist auch eine Reaktion auf die Wahlniederlage der SPD in Rheinland-Pfalz.

Was sind die weiteren Punkte der geplanten Steuerreform?
Neben der Abschaffung des Ehegattensplittings plant die SPD eine spürbare steuerliche Entlastung für kleine und mittlere Einkommen. Zur Gegenfinanzierung sollen die Steuern für Spitzenverdiener erhöht werden. Die genauen Details der Reform werden derzeit innerhalb der Koalition verhandelt.

Wie reagiert die CDU auf die Pläne?
Große Teile der CDU/CSU lehnen die Abschaffung des Ehegattensplittings ab. Sie befürchten eine Mehrbelastung für Familien und die Mittelschicht. Auch Steuererhöhungen für Spitzenverdiener werden von der Union kritisch gesehen.

Fazit

Die von Lars Klingbeil forcierte Abschaffung des Ehegattensplittings markiert einen politischen Wendepunkt nach der SPD-Wahlschlappe. Mit dieser XXL-Reform will der Vizekanzler nicht nur die Wirtschaft ankurbeln und für mehr Steuergerechtigkeit sorgen, sondern auch seine eigene Position und die seiner Partei stärken. Der Plan, durch gezielte Anreize das Arbeitsvolumen zu erhöhen, ist eine direkte Antwort auf die von der Union geführte Arbeitsmoral-Debatte. Allerdings ist der Widerstand, insbesondere vom Koalitionspartner CDU, erheblich. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die SPD mit diesem zentralen Reformvorhaben durchsetzen kann und wie die Zukunft der Steuerpolitik für Ehepaare in Deutschland aussehen wird. Weitere Informationen zu den Plänen werden nach der Rede Klingbeils bei der Bertelsmann-Stiftung erwartet. Die aktuellen Wahlergebnisse aus Rheinland-Pfalz sind auf der Seite des Landeswahlleiters einsehbar.

AN
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Ariane Nagel

Redakteurin

Ariane Nagel berichtet für Rathausnachrichten.de über Bildungsthemen, Familienpolitik und soziale Einrichtungen in der Region. Ihr Anliegen ist ein verständlicher Journalismus für alle Bürgerinnen und Bürger.

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Tags: CDUEhegattensplittingFriedrich MerzKoalitionLars KlingbeilRheinland-PfalzSPDSteuerreformWahlenWirtschaft
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