Die ältesten Hunde lebten bereits vor etwa 15.800 Jahren in Europa und der Türkei. Dies belegen neue DNA-Analysen, die zeigen, dass die Tiere nicht nur Begleiter von Jägern und Sammlern waren, sondern wahrscheinlich auch zwischen verschiedenen Gemeinschaften ausgetauscht wurden. älteste Hunde steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- Genetische Analysen belegen die Existenz von Hunden vor 15.800 Jahren.
- Die Hunde lebten bereits vor der Einführung der Landwirtschaft in Europa und der Türkei.
- Frühe Hunde wurden offenbar zwischen menschlichen Gemeinschaften ausgetauscht.
- Die Forschung basiert auf DNA-Analysen von alten Fundstätten in Großbritannien und der Türkei.
Wie alt sind die ältesten Hunde-Funde wirklich?
Der älteste genetische Nachweis eines Hundes stammt aus der Fundstätte Pınarbaşı in der Türkei und ist etwa 15.800 Jahre alt. Zuvor galten 10.900 Jahre alte Funde aus Nordwestrussland als die ältesten eindeutigen Hunde-Nachweise. Die neuen Erkenntnisse verschieben den Beginn der Mensch-Hund-Beziehung also um fast 5.000 Jahre in die Vergangenheit. (Lesen Sie auch: 27.000 Kleider verbrannt: Sechseinhalb Jahre Haft nach…)
Frühe Verbreitung von Hunden in Europa
Archäologische Funde deuteten schon länger darauf hin, dass Hunde sich vor mehr als 15.000 Jahren von Wölfen abspalteten und in Europa sowie der Türkei verbreitet waren. Wie Stern berichtet, untermauerten die neuen genetischen Daten diese These nun. Ein rund 14.300 Jahre alter Unterkiefer aus Bonn-Oberkassel wies bereits hundeähnliche Merkmale auf. Das Tier wurde zusammen mit zwei Menschen bestattet und wies Krankheitsmerkmale auf, die ohne menschliche Pflege tödlich gewesen wären.
Die genetische Analyse von Hundeüberresten ist komplex, da es schwierig sein kann, Hunde eindeutig von Wölfen zu unterscheiden. Die neuen Studien nutzten umfassende DNA-Vergleiche, um die Identität der Tiere zu bestimmen. (Lesen Sie auch: Timmendorfer Strand Wal: Wettlauf mit der Zeit…)
Genetische Analyse als Schlüssel zum Verständnis
Die Forscher verglichen die DNA von Hunden aus der Altsteinzeit mit der von Hunderten modernen und früheren Hunden sowie Wölfen. Die Proben stammten unter anderem aus der Gough’s Cave in Großbritannien (ca. 14.300 Jahre alt) und Pınarbaşı in der Türkei (ca. 15.800 Jahre alt). Die Ergebnisse zeigten, dass es sich bei den Tieren tatsächlich um Hunde handelte. Laut William Marsh vom Natural History Museum in London stellt die genetische Identifizierung der Hunde aus der Altsteinzeit einen Wendepunkt dar.
Welche Bedeutung hat der Austausch von Hunden zwischen Gemeinschaften?
Der Austausch von Hunden zwischen verschiedenen Jäger- und Sammler-Gemeinschaften deutet auf eine tiefe und möglicherweise auch wirtschaftliche Bedeutung der Tiere hin. Hunde könnten als Jagdhelfer, Wachhunde oder auch als soziale Gefährten eine wichtige Rolle gespielt haben. Der Austausch von Tieren könnte auch dazu beigetragen haben, genetische Vielfalt zu erhalten und Inzucht zu vermeiden. (Lesen Sie auch: Wetterradar zeigt Wintereinbruch: Schneechaos in Österreich)
Die Rolle der Hunde vor der Landwirtschaft
Die Studien belegen die weite Verbreitung von Hunden bereits vor der Einführung der Landwirtschaft. Dies widerlegt die Annahme, dass die Domestizierung von Hunden eng mit der Sesshaftwerdung des Menschen verbunden ist. Offenbar waren Hunde schon in mobilen Jäger- und Sammler-Gesellschaften ein fester Bestandteil des Lebens. Die Daten des Natural History Museum tragen wesentlich zum Verständnis dieser frühen Mensch-Tier-Beziehung bei.

Die Forschung umfasste die Analyse von DNA-Proben aus 17 verschiedenen Forschungsinstituten und den Vergleich mit Genomen von Hunderten von Hunden und Wölfen. (Lesen Sie auch: Wöginger Prozess: Warum Wurde der Live-Ticker Verboten?)
Ausblick auf zukünftige Forschung
Die neuen Erkenntnisse eröffnen spannende Perspektiven für zukünftige Forschungen zur Mensch-Hund-Beziehung. Weitere genetische Analysen von alten Hundeüberresten könnten dazu beitragen, die Wanderungsbewegungen von Hunden und Menschen besser zu verstehen. Auch die Untersuchung von Hunde-Krankheiten und Ernährungsgewohnheiten in der Altsteinzeit könnte neue Einblicke in die Lebensweise unserer Vorfahren liefern. Das Verständnis der frühen Mensch-Tier-Beziehung ist auch für heutige Tierhalter relevant, wie der Deutsche Tierschutzbund betont.











