Alleinerziehend Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Viele Alleinerziehende verlieren sich zwischen den Anforderungen von Job, Kindererziehung und Haushalt. Doch es gibt Wege, um wieder zu sich selbst zu finden und die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden nicht zu vernachlässigen.

Familien-Tipp
- Plane feste Zeiten für dich ein, auch wenn es nur 15 Minuten am Tag sind.
- Suche dir Unterstützung im Freundeskreis oder in Selbsthilfegruppen.
- Nutze Angebote zur Kinderbetreuung, um Freiräume zu schaffen.
- Sei nachsichtig mit dir selbst und erwarte keine Perfektion.
Der Alltag als Alleinerziehende: Ein Balanceakt
Marianne, eine 38-jährige Mutter von zwei Kindern im Alter von 6 und 8 Jahren, kennt das Gefühl, sich selbst zu verlieren, nur zu gut. Seit der Trennung von ihrem Mann vor zwei Jahren jongliert sie Job, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe und den Haushalt fast im Alleingang. „Manchmal fühle ich mich wie ein Hamster im Rad“, erzählt sie. „Ich stehe morgens auf, bringe die Kinder in die Schule, gehe arbeiten, hole sie wieder ab, koche, helfe bei den Hausaufgaben, bringe sie ins Bett und dann fängt der ganze Kreislauf von vorne an.“
Die wenige freie Zeit, die ihr bleibt, verbringt Marianne damit, liegen gebliebene Aufgaben zu erledigen oder einfach nur erschöpft auf dem Sofa zu sitzen. „Ich habe kaum noch Zeit für mich selbst“, sagt sie. „Meine Freunde sehe ich nur noch selten und meine Hobbys habe ich komplett aufgegeben.“ Wie Stern berichtet, ist Marianne mit dieser Situation nicht allein.
Warum Selbstfürsorge bei Alleinerziehenden oft zu kurz kommt
Die Gründe, warum Alleinerziehende die Selbstfürsorge vernachlässigen, sind vielfältig. Oftmals steht das Wohl der Kinder an erster Stelle, und die eigenen Bedürfnisse werden hintenangestellt. Hinzu kommt der hohe Zeitdruck und die finanzielle Belastung, die viele Alleinerziehende empfinden. Auch Schuldgefühle spielen eine Rolle: Viele Eltern haben das Gefühl, ihren Kindern nicht gerecht zu werden, wenn sie sich Zeit für sich nehmen.
Ein weiterer Faktor ist der Mangel an Unterstützung. Alleinerziehende sind oft auf sich allein gestellt und haben niemanden, der ihnen im Alltag unter die Arme greift. Das führt zu Überlastung und Erschöpfung, was wiederum die Motivation zur Selbstfürsorge sinken lässt. (Lesen Sie auch: Kreisjugendfeuerwehr Rotenburg Ehrt Birgit Martens für Engagement)
Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2022 rund 2,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland. Der Großteil davon sind Mütter. Viele Alleinerziehende sind erwerbstätig, arbeiten aber häufig in Teilzeit, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten.
Welche Auswirkungen hat mangelnde Selbstfürsorge?
Wer sich dauerhaft überlastet und die eigenen Bedürfnisse ignoriert, riskiert gesundheitliche Probleme. Stress, Erschöpfung, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen sind häufige Folgen. Auch das Immunsystem kann geschwächt werden, was zu vermehrten Erkrankungen führt. Darüber hinaus leidet auch die Beziehung zu den Kindern, wenn die Eltern ständig gereizt und erschöpft sind.
Mangelnde Selbstfürsorge kann auch negative Auswirkungen auf die berufliche Situation haben. Wer ständig müde und unkonzentriert ist, kann im Job nicht seine volle Leistung bringen. Das kann zu Problemen mit dem Arbeitgeber führen und die Karrierechancen schmälern.
Wie funktioniert Alleinerziehend Selbstfürsorge im Alltag?
Selbstfürsorge muss nicht aufwendig oder teuer sein. Es geht vielmehr darum, kleine Inseln im Alltag zu schaffen, in denen man sich bewusst Zeit für sich selbst nimmt. Hier sind einige Anregungen:
- Feste Zeiten einplanen: Trage dir feste Zeiten für dich selbst in den Kalender ein, so wie du es auch mit anderen Terminen tun würdest. Das können 15 Minuten am Morgen für eine Tasse Kaffee in Ruhe sein, eine halbe Stunde am Abend für ein entspannendes Bad oder ein Spaziergang in der Natur am Wochenende.
- Unterstützung suchen: Sprich mit Freunden, Familie oder anderen Alleinerziehenden über deine Situation. Vielleicht können sie dir bei der Kinderbetreuung helfen oder dich einfach nur aufmuntern. Es gibt auch zahlreiche Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für Alleinerziehende, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Einen Überblick über Beratungsangebote bietet beispielsweise die Webseite Alleinerziehende.net.
- Nein sagen lernen: Du musst nicht jede Verpflichtung annehmen. Lerne, deine Grenzen zu erkennen und Aufgaben abzugeben oder abzulehnen, wenn du dich überfordert fühlst.
- Kleine Freuden gönnen: Tue dir regelmäßig etwas Gutes, sei es ein leckeres Essen, ein gutes Buch, ein entspannendes Bad oder ein Treffen mit Freunden.
- Bewegung in den Alltag integrieren: Bewegung ist ein wichtiger Ausgleich zum stressigen Alltag. Versuche, regelmäßig Sport zu treiben oder dich einfach nur mehr zu bewegen, zum Beispiel beim Spazierengehen oder Radfahren.
Beispiel aus dem Familienalltag: Marianne hat angefangen, jeden Morgen 15 Minuten früher aufzustehen, um in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken und ein paar Seiten in ihrem Lieblingsbuch zu lesen. Am Wochenende trifft sie sich regelmäßig mit einer Freundin zum Joggen. „Diese kleinen Auszeiten tun mir unglaublich gut“, sagt sie. „Ich fühle mich dadurch viel ausgeglichener und habe mehr Energie für meine Kinder.“ (Lesen Sie auch: Kreative Wohnungssuche: Öffnen Kinderzeichnungen Türen?)
Beziehe deine Kinder in deine Selbstfürsorge mit ein. Gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Fahrradtouren oder Vorlesen können sowohl dir als auch deinen Kindern guttun.
Altersgerechte Selbstfürsorge: Auch Kinder brauchen Auszeiten
Auch Kinder können von Selbstfürsorge profitieren. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kinder oft einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt sind, ist es wichtig, ihnen beizubringen, wie sie auf ihre eigenen Bedürfnisse achten können. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass sie lernen, sich Auszeiten zu nehmen, wenn sie sich überfordert fühlen, oder dass sie sich ihren Hobbys widmen, die ihnen Spaß machen.
Geeignet für Kinder ab 6 Jahren: Ermutige deine Kinder, ihre Gefühle auszudrücken und über ihre Probleme zu sprechen. Biete ihnen einen sicheren Raum, in dem sie sich verstanden und akzeptiert fühlen. Gemeinsame Entspannungsübungen oder Meditationen können ebenfalls helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern. Informationen und Anleitungen für kindgerechte Meditationen finden sich beispielsweise auf Kindermeditation.de.
Ein Blick in die Zukunft: Mehr Unterstützung für Alleinerziehende
Die Situation von Alleinerziehenden ist oft herausfordernd, aber es gibt Hoffnung auf Besserung. Immer mehr Initiativen und Projekte setzen sich für die Belange von Alleinerziehenden ein und fordern mehr Unterstützung von der Politik. Auch in der Gesellschaft findet ein Umdenken statt, und Alleinerziehende werden zunehmend als gleichwertige Familienform akzeptiert.

Es ist wichtig, dass Alleinerziehende sich nicht entmutigen lassen und weiterhin für ihre Rechte kämpfen. Nur so kann es gelingen, die Rahmenbedingungen für Alleinerziehende zu verbessern und ihnen ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen. (Lesen Sie auch: Maskottchen Olympia 2026: Tina und Milo im…)
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Selbstfürsorge für Alleinerziehende so wichtig?
Selbstfürsorge hilft Alleinerziehenden, ihre körperliche und seelische Gesundheit zu erhalten. Sie beugt Erschöpfung und Burnout vor und ermöglicht es, den vielfältigen Anforderungen des Alltags besser gewachsen zu sein. Zudem wirkt es sich positiv auf die Beziehung zu den Kindern aus.
Welche einfachen Maßnahmen können Alleinerziehende zur Selbstfürsorge ergreifen?
Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen großen Unterschied machen. Dazu gehören feste Zeiten für sich selbst, das Pflegen sozialer Kontakte, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Auch Entspannungsübungen oder Hobbys können helfen, Stress abzubauen.
Wo finden Alleinerziehende Unterstützung und Beratung?
Es gibt zahlreiche Anlaufstellen für Alleinerziehende, darunter Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Online-Foren. Auch das Jugendamt oder Familienzentren können weiterhelfen. Wichtig ist, sich nicht zu scheuen, Hilfe anzunehmen und sich mit anderen Alleinerziehenden auszutauschen. (Lesen Sie auch: Lösegeld Guthrie Familie: TV-Star Fleht um Mutter…)
Wie können Alleinerziehende ihre Kinder in die Selbstfürsorge einbeziehen?
Gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Vorlesen oder Spielen können sowohl Eltern als auch Kindern guttun. Auch altersgerechte Entspannungsübungen oder Meditationen können helfen, Stress abzubauen. Wichtig ist, den Kindern zu vermitteln, dass auch sie auf ihre Bedürfnisse achten dürfen.
Was tun, wenn die finanziellen Mittel für Selbstfürsorge knapp sind?
Viele Angebote zur Selbstfürsorge sind kostenlos oder kostengünstig. Dazu gehören Spaziergänge in der Natur, Entspannungsübungen, das Lesen von Büchern aus der Bibliothek oder der Besuch von Selbsthilfegruppen. Auch der Austausch mit Freunden oder anderen Alleinerziehenden kann helfen, sich unterstützt zu fühlen.
Alleinerziehend Selbstfürsorge ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Beginne mit kleinen Schritten und sei nachsichtig mit dir selbst. Jeder Moment, den du dir für dich selbst nimmst, ist ein Gewinn – für dich und deine Kinder. Ein konkreter Tipp: Suche dir eine feste Anlaufstelle, sei es eine Freundin, ein Familienmitglied oder eine Beratungsstelle, mit der du regelmäßig über deine Sorgen und Bedürfnisse sprechen kannst.











