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Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder im öffentlichen Dienst stehen 2026 im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Rund 2,5 Millionen Beschäftigte in den 16 Bundesländern warten auf die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Die Verhandlungen betreffen Lehrkräfte, Polizeibeamte, Verwaltungsangestellte und weitere Beschäftigte im Landesdienst und sind damit von erheblicher Bedeutung für die öffentliche Infrastruktur.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 500 Euro monatlich für alle Beschäftigten der Länder.
- Die Tarifverhandlungen betreffen etwa 2,5 Millionen Beschäftigte in den 16 Bundesländern, darunter Lehrkräfte, Polizisten und Verwaltungspersonal.
- Die erste Verhandlungsrunde fand am 24. Januar 2026 in Potsdam statt, die zweite Runde ist für den 28. Februar 2026 geplant.
- Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat bisher kein konkretes Gegenangebot vorgelegt, verweist aber auf angespannte Länderhaushalte.
- Bei Scheitern der Verhandlungen drohen flächendeckende Warnstreiks im öffentlichen Dienst ab März 2026.
Warum sind die Tarifverhandlungen der Länder so wichtig?
Die Tarifverhandlungen der Länder betreffen einen der größten Arbeitgeberverbände in Deutschland. Anders als im kommunalen öffentlichen Dienst oder beim Bund werden hier die Gehälter für Beschäftigte in Schulen, Hochschulen, Polizei und Landesverwaltungen ausgehandelt. Die Ergebnisse haben direkte Auswirkungen auf die Qualität öffentlicher Dienstleistungen und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. In Zeiten von Fachkräftemangel und steigenden Lebenshaltungskosten gewinnen faire Tarifabschlüsse zunehmend an Bedeutung.
Welche Forderungen stellen die Gewerkschaften?
Die Gewerkschaften ver.di, GEW und dbb fordern gemeinsam eine Gehaltserhöhung von 10,5 Prozent für alle Beschäftigten der Länder. Dabei gilt eine Mindesterhöhung von 500 Euro monatlich, um insbesondere die unteren und mittleren Einkommensgruppen stärker zu entlasten. Die Gewerkschaften begründen ihre Forderungen mit der hohen Inflation der vergangenen Jahre, gestiegenen Lebenshaltungskosten und der zunehmenden Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst. Besonders im Bildungsbereich und in der Verwaltung sei der Personalmangel dramatisch, weshalb attraktivere Gehälter dringend erforderlich seien.
Zusätzlich fordern die Gewerkschaften eine Laufzeit von zwölf Monaten sowie Verbesserungen bei der Auszubildendenvergütung. Auszubildende sollen 200 Euro mehr pro Monat erhalten, um die Attraktivität der Ausbildung im öffentlichen Dienst zu steigern. Die Gewerkschaften betonen, dass gerade junge Menschen aufgrund niedriger Ausbildungsvergütungen oft alternative Karrierewege wählen.
Wie ist die Position der Arbeitgeber?
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder zeigt sich zurückhaltend und verweist auf die angespannte Haushaltslage vieler Bundesländer. In der ersten Verhandlungsrunde am 24. Januar 2026 in Potsdam legte die TdL noch kein konkretes Gegenangebot vor. Die Arbeitgeber argumentieren, dass die Länder bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Tarifsteigerungen gewährt hätten und die finanziellen Spielräume nun begrenzt seien. Gleichzeitig müssten die Länder Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Klimaschutz finanzieren.
Kritiker werfen den Ländern jedoch vor, die Bedeutung gut bezahlter öffentlicher Beschäftigter für die Daseinsvorsorge zu unterschätzen. Ohne attraktive Gehälter werde der Fachkräftemangel weiter verschärft, was langfristig zu Qualitätseinbußen bei öffentlichen Dienstleistungen führe.
Wann finden die nächsten Verhandlungsrunden statt?
Nach der ersten Verhandlungsrunde am 24. Januar 2026 ist die zweite Runde für den 28. Februar 2026 angesetzt. Sollte es in dieser Runde zu keiner Einigung kommen, ist eine dritte Verhandlungsrunde für Ende März 2026 geplant. Die Gewerkschaften haben bereits angekündigt, dass sie bei ausbleibendem Entgegenkommen der Arbeitgeber zu Warnstreiks aufrufen werden. Erste Streikaktionen könnten dann bereits im März 2026 den öffentlichen Dienst in mehreren Bundesländern beeinträchtigen.
Welche Auswirkungen haben Streiks im öffentlichen Dienst?
Streiks im öffentlichen Dienst der Länder haben erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben. Betroffen sind unter anderem Schulen, Universitäten, Verwaltungen, Finanzämter und Polizeibehörden. Bei flächendeckenden Warnstreiks kann es zu Unterrichtsausfällen, längeren Bearbeitungszeiten in Behörden und Einschränkungen bei öffentlichen Dienstleistungen kommen. Die Gewerkschaften setzen diese Mittel gezielt ein, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen und die Öffentlichkeit für ihre Forderungen zu sensibilisieren.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Betroffene Beschäftigte | Ca. 2,5 Millionen Angestellte in den 16 Bundesländern |
| Gewerkschaftsforderung | 10,5% Gehaltserhöhung, mind. 500 Euro monatlich |
| Laufzeit | 12 Monate |
| Erste Verhandlungsrunde | 24. Januar 2026 in Potsdam |
| Zweite Verhandlungsrunde | 28. Februar 2026 |
| Beteiligte Gewerkschaften | ver.di, GEW, dbb |
| Arbeitgeberseite | Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) |
| Mögliche Streiks | Ab März 2026 bei Scheitern der Verhandlungen |
Wie unterscheiden sich die Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen?
Die Tarifverhandlungen der Länder sind separat von denen des Bundes und der Kommunen zu betrachten. Während der Bund mit seinen Beschäftigten eigenständige Tarifverträge aushandelt, verhandeln die Kommunen über die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Die Länder bilden mit der TdL eine eigene Tarifgemeinschaft. Dennoch orientieren sich die Verhandlungen oft aneinander, und Ergebnisse in einem Bereich können Signalwirkung für die anderen haben. Die letzte große Tarifrunde für den Bund und die Kommunen endete 2023 mit einer Einigung auf eine Gehaltserhöhung von insgesamt 11,5 Prozent über eine Laufzeit von 24 Monaten.
Häufig gestellte Fragen zu den Tarifverhandlungen der Länder
Wer ist von den Tarifverhandlungen der Länder betroffen?
Betroffen sind alle tariflich Beschäftigten in den 16 Bundesländern, darunter Lehrkräfte, Polizisten, Verwaltungsangestellte, Hochschulmitarbeiter und weitere Angestellte im Landesdienst. Beamte sind nicht direkt betroffen, erhalten aber oft ähnliche Anpassungen.
Wann ist mit einem Ergebnis der Tarifverhandlungen zu rechnen?
Ein Ergebnis wird frühestens Ende Februar oder im März 2026 erwartet. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 28. Februar 2026 statt. Bei Scheitern könnte eine dritte Runde im März folgen.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Streiks?
Die Gewerkschaften haben Streiks für den Fall angekündigt, dass die Arbeitgeber kein angemessenes Angebot vorlegen. Die Wahrscheinlichkeit von Warnstreiks ab März 2026 wird als hoch eingeschätzt, sollte keine Einigung erzielt werden.
Gilt der Tarifabschluss auch für Beamte?
Nein, Beamte haben keinen Tarifvertrag. Allerdings orientieren sich die Bundesländer bei Besoldungserhöhungen für Beamte in der Regel an den Tarifergebnissen für Angestellte.
Welche Rolle spielt die Inflation bei den Forderungen?
Die Gewerkschaften begründen ihre Forderungen unter anderem mit der hohen Inflation der vergangenen Jahre. Beschäftigte haben durch steigende Preise für Energie, Lebensmittel und Wohnen reale Einkommensverluste erlitten, die nun ausgeglichen werden sollen.
Wo finde ich aktuelle Informationen zu den Verhandlungen?
Aktuelle Informationen bieten die Webseiten der Gewerkschaften ver.di, GEW und dbb sowie die Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Auch Nachrichtenportale berichten kontinuierlich über den Verhandlungsverlauf.
Fazit: Spannende Verhandlungen mit weitreichenden Folgen
Die Tarifverhandlungen der Länder 2026 stehen vor entscheidenden Wochen. Die Forderungen der Gewerkschaften sind deutlich, die Haushaltslage der Länder angespannt. Ein fairer Kompromiss ist nötig, um einerseits die Beschäftigten angemessen zu entlohnen und andererseits die Handlungsfähigkeit der Länder zu wahren. Die kommenden Verhandlungsrunden werden zeigen, ob eine Einigung ohne Arbeitskampfmaßnahmen möglich ist oder ob Streiks den öffentlichen Dienst beeinträchtigen werden. Klar ist: Die Ergebnisse werden richtungsweisend für die Zukunft des öffentlichen Dienstes in Deutschland sein.
Autor: Redaktion Rathausnachrichten | Experten für öffentlichen Dienst und Tarifpolitik | Aktualität: 09.02.2026
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