Die Bieterschlacht Hollywood um Warner Bros. Discovery spitzt sich zu: Paramount Global bietet nun an, eine Ausstiegsklausel von 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, die Warner an Netflix zahlen müsste, sollte der bestehende Übernahmevertrag mit dem Streaming-Giganten platzen. Dies ist ein aggressiver Schritt, um den Warner-Verwaltungsrat zum Umdenken zu bewegen und eine mögliche Fusion mit Paramount neu zu bewerten.

Die wichtigsten Fakten
- Paramount bietet die Übernahme einer 2,8 Milliarden Dollar schweren Ausstiegsklausel für Warner.
- Zusätzliche Zahlungen von 650 Millionen Dollar pro Quartal an Warner-Aktionäre, bis Deal steht.
- Paramount garantiert Umschichtung von Warner-Schulden und übernimmt Kosten von 1,5 Milliarden Dollar.
- Netflix bietet knapp 83 Milliarden Dollar für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner.
| Unternehmen | Details |
|---|---|
| Warner Bros. Discovery | Umsatz: 41,3 Milliarden US-Dollar (2023), Verlust: 2,1 Milliarden US-Dollar (2023), Mitarbeiter: ca. 40.000, Branche: Medien/Unterhaltung, Veränderung zum Vorjahr: Umsatz stabil, Verlust reduziert |
Paramount erhöht den Druck in der Bieterschlacht Hollywood
Die aktuelle Situation im Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery (WBD) ist komplex. Netflix hatte ein Angebot von rund 83 Milliarden US-Dollar für das Studio- und Streaming-Geschäft von WBD vorgelegt. Dieses Angebot beinhaltete jedoch nicht die TV-Sender wie CNN, die in ein separates Unternehmen ausgegliedert werden sollten. Paramount Global hingegen bietet 108,4 Milliarden US-Dollar für den gesamten Konzern, einschließlich der Fernsehsender. Wie Stern berichtet, demonstriert Paramount Entschlossenheit, den Deal mit allen Mitteln doch noch zu ermöglichen.
Die Übernahme von Warner Bros. Discovery wäre einer der größten Deals in der Geschichte Hollywoods. Sie würde das Kräfteverhältnis in der Medienlandschaft grundlegend verändern und potenziell zu einer Konsolidierungswelle führen.
Warum ist Paramount bereit, so weit zu gehen?
Paramounts Bereitschaft, die 2,8 Milliarden US-Dollar schwere Ausstiegsklausel zu übernehmen, ist ein strategischer Schachzug. Das Unternehmen will Warner Bros. Discovery unter Druck setzen und den Verwaltungsrat an den Verhandlungstisch zwingen. Gerry Cardinale, Gründer der Investmentfirma Redbird Capital Partners, die an Paramounts Gebot beteiligt ist, erklärte gegenüber CNBC, dass es darum gehe, Warner-Einwände gegen das Paramount-Gebot auszuräumen. Ein weiterer Anreiz sind zusätzliche Zahlungen an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery von 25 US-Cent pro Aktie für jedes Quartal nach Ende dieses Jahres, in dem der Deal nicht abgeschlossen ist. Dies entspricht einer Summe von 650 Millionen US-Dollar pro Quartal.
Paramount argumentiert, dass sein Angebot für die Aktionäre von Warner Bros. Discovery attraktiver sei, da es den gesamten Konzern umfasst und somit Synergieeffekte besser genutzt werden könnten. Zudem demonstriert Paramount Zuversicht, schnell eine Zustimmung der Behörden für eine Warner-Übernahme zu erhalten. Dies ist ein wichtiger Faktor, da langwierige regulatorische Prüfungen den Abschluss eines Deals verzögern und Unsicherheit schaffen können.
Ein weiterer Aspekt ist die Garantie von Paramount, eine anstehende Umschichtung der Warner-Schulden zu übernehmen und damit verbundene Kosten von 1,5 Milliarden US-Dollar zu tragen. Dies würde Warner Bros. Discovery finanziell entlasten und das Unternehmen für eine Übernahme attraktiver machen. Die hohe Verschuldung von Warner Bros. Discovery ist ein kritischer Punkt, der die Entscheidung des Verwaltungsrats beeinflussen könnte. (Lesen Sie auch: Bieterschlacht in Hollywood: Trump: Werde mich aus…)
Wie funktioniert die Übernahme einer Ausstiegsklausel?
Die Übernahme einer Ausstiegsklausel ist ein komplexer rechtlicher und finanzieller Prozess. Im Wesentlichen verpflichtet sich Paramount, die 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix zu zahlen, falls Warner Bros. Discovery den bestehenden Übernahmevertrag mit Netflix aufkündigt, um stattdessen das Angebot von Paramount anzunehmen. Dies ist ein risikoreicher Schritt für Paramount, da das Unternehmen die Summe in jedem Fall zahlen müsste, auch wenn der Deal mit Warner Bros. Discovery letztendlich nicht zustande kommt.
Die Ausstiegsklausel dient dazu, Netflix für die Kosten und Mühen zu entschädigen, die dem Unternehmen durch die Verhandlungen und Vorbereitungen für die Übernahme von Warner Bros. Discovery entstanden sind. Sie soll auch verhindern, dass Warner Bros. Discovery leichtfertig aus dem Deal aussteigt, um ein besseres Angebot anzunehmen. Solche Klauseln sind in der Welt von Fusionen und Übernahmen üblich, um Parteien abzusichern.
Für Warner Bros. Discovery bedeutet die Übernahme der Ausstiegsklausel durch Paramount, dass das Unternehmen von der finanziellen Belastung befreit wird, falls es sich für das Paramount-Angebot entscheidet. Dies könnte ein entscheidender Faktor sein, da die hohe Verschuldung von Warner Bros. Discovery ein großes Problem darstellt.
Was bedeutet das für die Zukunft von CNN?
Die Zukunft von CNN ist ein wichtiger Aspekt in der Bieterschlacht Hollywood. Netflix plant, die TV-Sender von Warner Bros. Discovery in ein separates Unternehmen auszugliedern, während Paramount den gesamten Konzern übernehmen möchte. Dies wirft Fragen auf, wie CNN unter dem jeweiligen Eigentümer positioniert und geführt würde.
Unter Netflix könnte CNN möglicherweise stärker auf Streaming-Inhalte ausgerichtet werden und weniger auf traditionelles Fernsehen. Paramount hingegen könnte CNN in sein bestehendes Netzwerk von TV-Sendern integrieren und Synergieeffekte nutzen. Die unterschiedlichen Strategien der beiden Bieter könnten erhebliche Auswirkungen auf die redaktionelle Ausrichtung und die zukünftige Entwicklung von CNN haben.
Die NZZ berichtet, dass die Zukunft von CNN von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsbehörden sein könnte, da die Konzentration von Medienmacht ein wichtiger Faktor bei der Genehmigung von Fusionen und Übernahmen ist. (Lesen Sie auch: Online Händler: Amazon durch Kartellamt Eingeschränkt?)
Wie wahrscheinlich ist eine Einigung zwischen Paramount und Warner?
Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery ist derzeit schwer einzuschätzen. Es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen werden, darunter die Haltung des Warner-Verwaltungsrats, die Zustimmung der Aktionäre und die Genehmigung der Aufsichtsbehörden. Der Warner-Verwaltungsrat hatte sich zunächst für das Netflix-Gebot entschieden, doch Paramount hat sich direkt an die Aktionäre gewandt und versucht, diese von seinem Angebot zu überzeugen. Der Ausgang des Bieterwettstreits ist daher noch offen.
Ein wichtiger Faktor ist auch die Bewertung der Angebote durch die Aufsichtsbehörden. Diese werden prüfen, ob die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix oder Paramount zu einer unzulässigen Konzentration von Marktmacht führt. Sollten die Aufsichtsbehörden Bedenken äußern, könnte dies den Abschluss eines Deals verzögern oder sogar verhindern.
Ökonom Professor Lars Feld von der Universität Freiburg sagte gegenüber Handelsblatt: „Solche Bieterschlachten sind in der Medienbranche nicht ungewöhnlich. Am Ende wird es darum gehen, wer den Aktionären den größten Mehrwert bieten kann und gleichzeitig die regulatorischen Hürden überwindet.“
Die Bieterschlacht um Warner Bros. Discovery erinnert an den Kampf um 21st Century Fox im Jahr 2018, als Disney und Comcast um die Übernahme des Medienkonzerns konkurrierten. Am Ende setzte sich Disney durch, zahlte aber einen hohen Preis für den Deal.

Paramounts Angebot, die Schulden von Warner zu übernehmen, ist ein grosszügiges Angebot. Laut Bloomberg ist dies ungewöhnlich und zeigt, wie stark Paramount Warner unbedingt übernehmen möchte.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Die Auswirkungen der Bieterschlacht Hollywood auf die Verbraucher sind vielfältig. Eine Fusion von Warner Bros. Discovery mit Netflix oder Paramount könnte zu einer Konsolidierung von Streaming-Diensten führen, was potenziell höhere Preise und weniger Auswahl bedeuten könnte. Andererseits könnten die fusionierten Unternehmen auch in der Lage sein, mehr hochwertige Inhalte zu produzieren und anzubieten. (Lesen Sie auch: Amazon Kartellamt: Strafe für Wegen Preisdruck?)
Die Zukunft von CNN ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Verbraucher. Eine Übernahme durch Netflix könnte zu einer stärkeren Ausrichtung auf Streaming-Inhalte führen, während eine Integration in das Paramount-Netzwerk möglicherweise den traditionellen Fernsehansatz beibehalten würde. Die redaktionelle Ausrichtung und die Qualität der Berichterstattung von CNN könnten sich unter dem jeweiligen Eigentümer verändern.
Wie könnten sich die Preise für Streaming-Dienste verändern?
Es ist schwer vorherzusagen, wie sich die Preise für Streaming-Dienste nach einer möglichen Fusion verändern würden. Eine Konsolidierung könnte zu höheren Preisen führen, da weniger Wettbewerb herrscht. Andererseits könnten die fusionierten Unternehmen auch in der Lage sein, Kosten zu senken und die Preise stabil zu halten oder sogar zu senken.
Welche Auswirkungen hätte eine Fusion auf die Qualität der Inhalte?
Eine Fusion könnte sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Qualität der Inhalte haben. Einerseits könnten die fusionierten Unternehmen in der Lage sein, mehr Ressourcen in die Produktion hochwertiger Inhalte zu investieren. Andererseits könnte eine Konsolidierung auch zu einer Verarmung der Vielfalt und zu einer stärkeren Ausrichtung auf Mainstream-Inhalte führen.
Die Bieterschlacht Hollywood um Warner Bros. Discovery ist ein komplexes und dynamisches Geschehen, das die Zukunft der Medienlandschaft maßgeblich beeinflussen wird. Die Entscheidung des Warner-Verwaltungsrats, die Zustimmung der Aktionäre und die Genehmigung der Aufsichtsbehörden werden entscheidend sein, um den Ausgang des Bieterwettstreits zu bestimmen.
Die Medienbranche befindet sich in einem stetigen Wandel, der durch die Digitalisierung und die zunehmende Bedeutung von Streaming-Diensten geprägt ist. Die Bieterschlacht Hollywood um Warner Bros. Discovery ist ein Symptom dieser Veränderungen und verdeutlicht die Notwendigkeit für Medienunternehmen, sich neu zu positionieren und zu konsolidieren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Medienlandschaft weiterentwickelt und welche Auswirkungen dies auf die Verbraucher haben wird.






