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Die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen gilt nach einer Welle der Gewalt als eine der gefährlichsten Schulen Deutschlands. Mit 118 Strafanzeigen, über 100 Feuerwehreinsätzen, Messerangriffen und täglichen Bedrohungen hat die Situation ein unerträgliches Ausmaß erreicht. Inzwischen patrouillieren Polizeibeamte täglich auf dem Schulgelände, um die Sicherheit von Schülern und Lehrkräften zu gewährleisten und eine „Null-Toleranz-Strategie“ durchzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Permanente Polizeipräsenz: Nach eskalierender Gewalt patrouillieren seit Anfang 2026 täglich Polizeibeamte an der Karolina-Burger-Realschule.
- Alarmierende Statistik: Zwischen 2022 und 2024 gab es 121 Polizeieinsätze, die zu 118 Strafanzeigen führten, die Hälfte davon wegen Körperverletzung.
- Brandbrief des Kollegiums: In einem zehnseitigen Brandbrief an die Schulaufsicht schilderten die Lehrkräfte verzweifelt die unhaltbaren Zustände von Angst und Gewalt.
- Schwerwiegende Vorfälle: Zu den Vorfällen zählen ein Messerangriff einer Schülerin auf eine Lehrerin, Morddrohungen wie „Ich schieße euch alle ab“ und wiederholte Reizgas-Attacken.
- Politische Debatte: Der Fall hat eine landesweite Debatte über Schulgewalt in Rheinland-Pfalz und die Ausstattung von Brennpunktschulen ausgelöst.
- Feuerwehreinsätze: Über 100 Einsätze der Feuerwehr, meist durch mutwillig ausgelöste Fehlalarme, belasten die Schule zusätzlich.
- Maßnahmenpaket: Bildungs- und Innenministerium haben ein Sicherheitskonzept mit Polizeipräsenz und einer Vertrauensstelle für Lehrkräfte vorgestellt.
Eskalation der Gewalt: „Ein Klima der Angst“
Die Lage an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim ist am 11.02.2026 von einer beispiellosen Gewaltspirale geprägt. Lehrkräfte und Schüler berichten von einem permanenten „Klima der Angst“. In einem dramatischen Hilferuf, einem von der gesamten Belegschaft unterzeichneten Brandbrief, wurden die unhaltbaren Zustände öffentlich gemacht. Darin ist die Rede von täglichen Beleidigungen, körperlichen Angriffen, massivem Vandalismus und einer Atmosphäre, die einen geordneten Unterricht unmöglich macht. Wie die Bundespolizei Weimar in anderen Kontexten zeigt, ist ein konsequentes Durchgreifen bei Straftaten essenziell.
Was sind die konkreten Vorfälle an der Schule?
Die Liste der dokumentierten Vorfälle ist erschütternd und lang. Ein dramatischer Höhepunkt war der Angriff einer 16-jährigen Schülerin, die eine Lehrerin im Lehrerzimmer mit einem Messer bedrohte. Nur durch Glück wurde niemand verletzt. Doch das war nur die Spitze des Eisbergs. Weitere Vorfälle umfassen:
- Morddrohungen: Ein Schüler soll im Unterricht gedroht haben: „Ich schieße euch alle ab“.
- Körperliche Angriffe: Lehrkräfte wurden mit Büchern beworfen, Schüler geraten in brutale Schlägereien, teils unter Einsatz eines Nothammers.
- Reizgas-Attacken: Wiederholt wurde Reizgas in der Schule versprüht, was zu zahlreichen Verletzten und Großeinsätzen von Rettungskräften führte.
- Vandalismus und Sachbeschädigung: Eingeschlagene Wände, beschmierte Tische und in Klassenräume geworfene Böller gehören zum traurigen Alltag.
Die Situation erinnert an die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen, wie sie auch im Fall des Senioren-Betrugs in Gotha gefordert werden, um potenzielle Opfer zu schützen.
Polizei und Politik reagieren: Null-Toleranz-Strategie
Nachdem die Hilferufe lange ignoriert schienen, haben die Behörden reagiert. Das rheinland-pfälzische Innen- und Bildungsministerium hat ein Maßnahmenpaket geschnürt. Die sichtbarste Maßnahme ist die tägliche, anlasslose Patrouille von Polizeibeamten auf dem Schulgelände. „Es gibt null Toleranz für Gewalt, Mobbing und Rassismus“, erklärte Bildungsminister Sven Teuber (SPD) nach einem Krisengespräch vor Ort. Die Opposition im Landtag wirft der Regierung hingegen vor, jahrelang nicht auf die Warnsignale reagiert zu haben.
Video-Empfehlung
Empfehlung: Betten Sie hier ein YouTube-Video von einem Nachrichtenbeitrag (z.B. von SWR oder RON TV) über die Situation an der Karolina-Burger-Realschule ein. Alt-Tag: „Nachrichtenbeitrag über Gewalt und Polizeieinsätze an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen.“
Welche Lösungsansätze werden diskutiert?
Neben der Polizeipräsenz werden weitere Maßnahmen diskutiert, um die Lage an der Brennpunktschule, die einen Migrationsanteil von über 90 Prozent haben soll, zu stabilisieren. Dazu gehören:
- Kleinere Klassen zur besseren Betreuung
- Mehr Schulsozialarbeiter und Psychologen
- Eine spezielle Gewalt-Taskforce des Landes
- Diskussionen über eine mögliche Videoüberwachung
Externe Experten, wie der Bildungsserver des Landes Rheinland-Pfalz, betonen die Wichtigkeit multiprofessioneller Teams an Schulen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert massive Investitionen und zieht Parallelen zur Berliner Rütli-Schule, die durch gezielte Förderung den Wandel schaffte.
Tabelle: Chronologie der Eskalation
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| Mai 2025 | 16-jährige Schülerin bedroht Lehrerin mit einem Messer im Lehrerzimmer. | MRN-News |
| Juni 2025 | Das gesamte Lehrerkollegium verfasst einen 10-seitigen Brandbrief an die Schulaufsicht. | News4teachers |
| Nov. 2025 | Nach einem weiteren Amokalarm besucht Bildungsminister Teuber die Schule. | SWR |
| Jan. 2026 | Mehrere Reizgas-Attacken mit Dutzenden verletzten Schülern. | RON TV |
| Feb. 2026 | Polizei patrouilliert täglich an der Schule; ein 13-Jähriger zündet einen Böller. | Polizeipräsidium Rheinpfalz |
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum ist an der Schule in Ludwigshafen täglich die Polizei?
Die Polizei ist täglich an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen präsent, um nach einer Serie von schweren Gewaltvorfällen, darunter Messerangriffe, Morddrohungen und 118 Strafanzeigen, für Sicherheit zu sorgen und eine Null-Toleranz-Strategie gegen Gewalt durchzusetzen.
Wie viele Strafanzeigen gab es an der Karolina-Burger-Realschule?
Zwischen 2022 und 2024 kam es an der Schule zu 121 Polizeieinsätzen, aus denen 118 Strafanzeigen resultierten. Etwa die Hälfte davon betraf Delikte der Körperverletzung.
Was steht im Brandbrief der Lehrer?
In dem zehnseitigen Brandbrief schildert das Kollegium ein Klima der Angst, massive Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen und Vandalismus. Sie beschreiben ihre Überforderung und fordern dringend Unterstützung, kleinere Klassen und mehr Personal.
Welche Schule in Ludwigshafen ist die gefährlichste?
Aufgrund der extrem hohen Zahl an Polizeieinsätzen, Strafanzeigen und schweren Gewaltdelikten wird die Karolina-Burger-Realschule plus in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung aktuell als die gefährlichste Schule in Ludwigshafen, wenn nicht sogar in ganz Deutschland, bezeichnet.
Was tut die Regierung gegen die Schulgewalt in Ludwigshafen?
Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat ein Sicherheitskonzept initiiert. Kernpunkte sind die dauerhafte Präsenz von Polizeikräften an der Schule, die Einrichtung einer Vertrauensstelle für Lehrkräfte und die Prüfung weiterer Maßnahmen wie mehr Sozialarbeit. Die offizielle Seite der Polizei Rheinland-Pfalz bietet weitere Informationen zu Präventionsprogrammen.
Fazit
Der Fall der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen ist ein alarmierendes Beispiel für die Eskalation von Gewalt an deutschen Schulen. Die extreme Häufung von Straftaten hat zu einer beispiellosen Maßnahme geführt: der täglichen Anwesenheit der Polizei. Der Brandbrief der Lehrerschaft und die erschreckenden Statistiken zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein tiefgreifendes Problem an dieser Brennpunktschule handelt. Während die Politik nun mit einer Null-Toleranz-Strategie reagiert, bleibt die langfristige Herausforderung, durch Investitionen in Personal, Sozialarbeit und Prävention ein sicheres Lernumfeld wiederherzustellen, in dem Schüler und Lehrer keine Angst haben müssen.
Über den Autor
Maik ist Experte für Kommunalpolitik und Sicherheit mit über 10 Jahren Erfahrung als Online-Redakteur. Er analysiert für Rathausnachrichten.de die Entwicklungen in deutschen Städten und Gemeinden und beleuchtet die Hintergründe von sozialen Brennpunkten und behördlichen Maßnahmen. Sein Fokus liegt auf einer faktenbasierten und lösungsorientierten Berichterstattung.






