Mit dem „Beast“-Projekt will Europa seine Rüstungsindustrie stärken und setzt dabei auf Eigenständigkeit. Das beast raketenprojekt, gefördert von der EU, zielt auf die Entwicklung einer modularen Kurzstrecken-Luftabwehrrakete, die ab 2030 einsatzbereit sein soll. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, dass keinerlei Bauteile oder Programmcode aus den USA stammen dürfen.

Was ist das Ziel des BEAST Raketenprojekts?
Das Hauptziel des BEAST Raketenprojekts ist die Entwicklung einer modularen Kurzstrecken-Luftabwehrrakete, die flexibel an verschiedene Einsatzszenarien angepasst werden kann. Diese Rakete soll sowohl von Kampfflugzeugen als Luft-Luft-Rakete als auch vom Boden aus zur Luftverteidigung eingesetzt werden können. Eine weitere Variante soll sogar Bodenziele bekämpfen können.
Europäische Rüstungsinitiative nimmt Fahrt auf
Die europäische Rüstungsindustrie erlebt derzeit einen Aufschwung, der durch das „Beast“-Projekt weiter befeuert wird. Das Projekt, dessen Akronym für „Boosting European Advanced Missile System Technology“ steht, soll eine neue Generation von Kurzstrecken-Luftabwehrraketen hervorbringen. Die Besonderheit: Es wird Wert auf vollständige europäische Eigenständigkeit gelegt. Wie Stern berichtet, sollen weder Bauteile noch Programmcode aus den USA verwendet werden. (Lesen Sie auch: Bitkom Umfrage Cybersicherheit: Firmen Schlecht Vorbereitet?)
Die Initiative wird von der Europäischen Union mit 35 Millionen Euro gefördert und hat das Ziel, ein modulares Konzept für Kurzstrecken-Luftabwehrraketen zu entwickeln, das ab 2030 einsatzbereit ist. Die beteiligten Firmen und Forschungseinrichtungen stammen aus zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen.
Die wichtigsten Fakten
- Das BEAST Raketenprojekt zielt auf die Entwicklung einer modularen Kurzstrecken-Luftabwehrrakete.
- Die EU fördert das Projekt mit 35 Millionen Euro.
- Es wird auf vollständige europäische Eigenständigkeit gesetzt.
- Die Rakete soll ab 2030 einsatzbereit sein.
Diehl als treibende Kraft hinter dem Projekt
Die Fäden für das „Beast“ Projekt laufen bei Diehl Defence in Deutschland zusammen. Das Unternehmen ist bekannt für seine Expertise im Bereich der Kurzstrecken-Luftabwehrraketen. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Iris-T, die als eine der weltweit besten Lenkflugkörper gegen Luftziele im Nahbereich gilt. Die Iris-T ist die Standardwaffe des Eurofighter Typhoon und wird in der Ukraine erfolgreich als Boden-Luft-Variante gegen Marschflugkörper eingesetzt.
Die Iris-T ist ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschland, Schweden, Spanien, Italien, Griechenland und Norwegen. Sie kann in abgeänderter Form auch vom Boden aus gestartet werden und mit hoher Treffergenauigkeit Marschflugkörper und Drohnen abschießen. Die Erfahrungen und Kompetenzen, die Diehl mit der Iris-T gesammelt hat, fließen nun in das „Beast“ Projekt ein. (Lesen Sie auch: Klimawandel Kipppunkte: Forscher Warnen vor Eskalation)
Die Iris-T ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer europäischer Staaten und gilt als eine der besten Kurzstrecken-Luftabwehrraketen weltweit.
Modularität als Schlüssel zur Kosteneffizienz
Ein zentraler Aspekt des „Beast“ Projekts ist die Modularität. Das bedeutet, dass die einzelnen Bauteile der Rakete einfach und kostengünstig an verschiedene Aufgaben angepasst und zu einer spezialisierten Rakete zusammengefügt werden können. So soll eine Variante bei Kampfflugzeugen als Luft-Luft-Rakete dienen, die Boden-Luft-Variante wird zur Luftverteidigung vom Boden aus gestartet, und eine dritte Variante soll vom Flugzeug verschossen sogar Bodenziele bekämpfen können.
Diese Modularität ermöglicht es, die Rakete flexibel an unterschiedliche Bedrohungsszenarien anzupassen und die Produktionskosten zu senken. Die Hauptaufgabe der künftigen Rakete wird jedoch die Bekämpfung von Luftzielen sein. Durch die modulare Bauweise können verschiedene Sensoren, Suchköpfe und Gefechtsköpfe kombiniert werden, um die Rakete optimal auf das jeweilige Ziel auszurichten. Laut der Europäischen Kommission soll so eine kosteneffiziente und vielseitige Lösung für die europäische Luftverteidigung geschaffen werden. (Lesen Sie auch: Biathlet Seitensprung: Lægreids Tränen-Geständnis im TV)
Das Projektteam setzt auf innovative Technologien und Fertigungsmethoden, um die Leistungsfähigkeit der Rakete zu steigern und die Kosten zu senken. Dazu gehören unter anderem neue Materialien, verbesserte Aerodynamik und fortschrittliche Steuerungssysteme. Die Entwicklung der „Beast“-Rakete ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit und zur Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Rüstungsgütern.

Österreichische Beteiligung und regionale Bedeutung
Obwohl Österreich nicht direkt an der Entwicklung des „Beast“ Projekts beteiligt ist, hat die Initiative dennoch eine Bedeutung für die regionale Sicherheit. Österreich ist aufgrund seiner geografischen Lage ein wichtiger Transitkorridor und ein potenzielles Ziel für Angriffe aus der Luft. Eine starke europäische Luftverteidigung, zu der das „Beast“ Projekt beitragen soll, ist daher auch im österreichischen Interesse. Die Kooperation europäischer Staaten im Rüstungsbereich könnte auch für Österreich in Zukunft von Bedeutung sein, besonders im Hinblick auf die Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeit. Die Neutralität Österreichs schließt eine Beteiligung an solchen Projekten nicht grundsätzlich aus, solange sie der Landesverteidigung dienen und im Rahmen der EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik erfolgen. Das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) beobachtet die Entwicklung des „Beast“ Projekts daher genau.
Die Entwicklung der „Beast“-Rakete könnte auch positive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft haben. Durch die Zusammenarbeit europäischer Rüstungsunternehmen könnten österreichische Zulieferer und Technologieunternehmen in die Wertschöpfungskette eingebunden werden. Dies würde neue Arbeitsplätze schaffen und die Innovationskraft der österreichischen Industrie stärken. (Lesen Sie auch: Chappell Roan Ausstieg: Verbindung zu Epstein-E-Mails)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das beast raketenprojekt ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit ist. Die modulare Bauweise und die europäische Eigenständigkeit machen die Rakete zu einer zukunftsweisenden Lösung für die Luftverteidigung. Auch für Österreich könnte die Initiative in Zukunft von Bedeutung sein, sowohl im Hinblick auf die regionale Sicherheit als auch auf die wirtschaftlichen Chancen, die sich durch die Zusammenarbeit europäischer Rüstungsunternehmen ergeben.











