Der Ausradiert Film, im Original „American Fiction“, ist mehr als nur eine Satire; er ist eine messerscharfe Analyse der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Vorstellungen von Rasse, Identität und Authentizität. Cord Jefferson gelingt mit seinem Regiedebüt eine intelligente und berührende Auseinandersetzung mit komplexen Themen, die zum Nachdenken anregt.

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Kultur-Kompakt
- Cord Jeffersons Regiedebüt ist eine intelligente Satire über Rasse und Identität.
- Jeffrey Wright brilliert in der Hauptrolle des frustrierten Schriftstellers Thelonious „Monk“ Ellison.
- Der Film hinterfragt die Erwartungen an „schwarze Literatur“ und die Vermarktung von Stereotypen.
- „American Fiction“ gewann den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.
| Titel | American Fiction |
|---|---|
| Originaltitel | Erasure |
| Regie | Cord Jefferson |
| Drehbuch | Cord Jefferson |
| Besetzung | Jeffrey Wright, Tracee Ellis Ross, Issa Rae, Sterling K. Brown, Erika Alexander |
| Genre | Komödie, Drama, Satire |
| Laufzeit | 117 Minuten |
| Kinostart/Streaming-Start | 22. Dezember 2023 (USA), 27. Februar 2024 (Deutschland) |
| Plattform | Prime Video |
| FSK | 12 |
| Produktion | MRC Film, 3 Arts Entertainment, Topic Studios |
| Verleih | Amazon MGM Studios |
Unser Eindruck: Eine intelligente und pointierte Satire, die zum Nachdenken anregt und hervorragend unterhält.
Was macht „American Fiction“ so sehenswert?
Cord Jeffersons Film „American Fiction“, basierend auf dem Roman „Erasure“ von Percival Everett, ist keine einfache Komödie. Er ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, in einer Gesellschaft zu leben, die von Stereotypen und Erwartungen geprägt ist. Der Film wagt es, unbequeme Wahrheiten anzusprechen und dabei gleichzeitig intelligent und unterhaltsam zu sein. Wie Filmstarts.de berichtet, ist es ein Coup für den Regisseur.
Cord Jefferson arbeitete zuvor als Autor für erfolgreiche Fernsehserien wie „Master of None“ und „Watchmen“, bevor er mit „American Fiction“ sein vielbeachtetes Regiedebüt gab.
Eine Geschichte über Identität und Authentizität
Im Zentrum der Handlung steht Thelonious „Monk“ Ellison, ein afroamerikanischer Schriftsteller und Professor, der von dem brillanten Jeffrey Wright verkörpert wird. Monk ist frustriert. Frustriert von der Literaturindustrie, die von ihm erwartet, „schwarze Geschichten“ zu schreiben, die Klischees bedienen. Frustriert von der akademischen Welt, die seine intellektuellen Ambitionen nicht anerkennt. Und frustriert von seiner Familie, die mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Als Reaktion auf seine Frustration schreibt Monk unter einem Pseudonym einen Roman voller Stereotypen und Klischees, der wider Erwarten zu einem Bestseller wird. Der Erfolg seines Buches zwingt Monk, sich mit den Absurditäten der amerikanischen Kultur und den Erwartungen an seine eigene Identität auseinanderzusetzen. (Lesen Sie auch: They Know Film: Comedy-Star Erobert das Horror-Genre)
Die Kameraarbeit fängt die subtilen Nuancen von Monks innerem Konflikt ein, während der Schnitt gekonnt zwischen den verschiedenen Handlungsebenen – Monks persönlichem Leben, seiner akademischen Karriere und seinem satirischen Roman – wechselt. Die Musik untermalt die Stimmung des Films und verstärkt die emotionalen Momente.
Satire als Spiegel der Gesellschaft
„American Fiction“ ist eine bissige Satire, die schonungslos die Mechanismen der Literaturindustrie, die Doppelmoral der akademischen Welt und die Vorurteile der amerikanischen Gesellschaft entlarvt. Der Film zeigt, wie Stereotypen und Klischees nicht nur in der Literatur, sondern auch in anderen Bereichen des Lebens reproduziert und vermarktet werden. Er hinterfragt die Erwartungen an „schwarze Literatur“ und die Tendenz, Geschichten zu bevorzugen, die bestimmte Narrative bedienen.
Der Film vermeidet es jedoch, in einfache Schuldzuweisungen zu verfallen. Stattdessen zeigt er die Komplexität der Thematik und die Widersprüche, die in jedem Einzelnen von uns stecken. Er lädt den Zuschauer ein, über seine eigenen Vorurteile und Erwartungen nachzudenken und sich der Verantwortung bewusst zu werden, die jeder von uns für die Gestaltung einer gerechteren Gesellschaft trägt.
Der Film basiert auf dem Roman „Erasure“ von Percival Everett, der 2001 veröffentlicht wurde. Everett ist ein afroamerikanischer Schriftsteller, der für seine satirischen und experimentellen Werke bekannt ist.
Wie gelingt die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit?
Eine der größten Stärken von „American Fiction“ ist die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Der Film ist zweifellos witzig und unterhaltsam, aber er scheut sich nicht, auch ernste Themen anzusprechen und schwierige Fragen zu stellen. Der Humor dient dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um die Botschaft des Films zu verstärken und den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Die Dialoge sind pointiert und intelligent, die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig, und die Handlung ist spannend und überraschend. (Lesen Sie auch: Unfamiliar Netflix Erfolg: Deutscher Thriller auf Platz…)
Laut einem Bericht des Internet Movie Database (IMDb) hat der Film zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch. Dies unterstreicht die Qualität und Relevanz des Films.
Die Bedeutung der Besetzung
Neben Jeffrey Wright brillieren auch die anderen Schauspieler in ihren Rollen. Tracee Ellis Ross spielt Monks Schwester Lisa, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Issa Rae verkörpert Sintara Golden, eine aufstrebende Schriftstellerin, die Monk kritisch gegenübersteht. Sterling K. Brown spielt Monks Bruder Clifford, der sich mit seiner Homosexualität und seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Erika Alexander spielt Coraline, Monks neue Freundin, die ihm neue Perspektiven eröffnet. Die Chemie zwischen den Schauspielern ist spürbar und trägt dazu bei, die Glaubwürdigkeit der Charaktere und ihrer Beziehungen zu verstärken. Die Besetzung trägt maßgeblich zum Erfolg des Films bei.
Für wen lohnt sich „American Fiction“?
„American Fiction“ ist ein Film für alle, die intelligente und anspruchsvolle Unterhaltung suchen. Wer Filme wie „Get Out“, „Blindspotting“ oder „Sorry to Bother You“ mochte, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Der Film ist aber auch für diejenigen interessant, die sich für Themen wie Rasse, Identität und Authentizität interessieren und bereit sind, sich mit unbequemen Wahrheiten auseinanderzusetzen. Es ist ein Film, der zum Nachdenken anregt und noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.

Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Ausradiert Film „American Fiction“?
Der Film erzählt die Geschichte von Thelonious „Monk“ Ellison, einem afroamerikanischen Schriftsteller, der frustriert von der Literaturindustrie ist, die von ihm erwartet, Stereotypen zu bedienen. Als Reaktion darauf schreibt er einen satirischen Roman, der wider Erwarten zum Bestseller wird.
Welche Themen werden in „American Fiction“ behandelt?
Der Film behandelt eine Vielzahl von Themen, darunter Rasse, Identität, Authentizität, Stereotypen, die Literaturindustrie und die Doppelmoral der akademischen Welt. Er wirft Fragen nach den Erwartungen an „schwarze Literatur“ auf.
Wer spielt die Hauptrolle in „American Fiction“?
Die Hauptrolle des Thelonious „Monk“ Ellison wird von dem renommierten Schauspieler Jeffrey Wright gespielt. Weitere wichtige Rollen werden von Tracee Ellis Ross, Issa Rae und Sterling K. Brown übernommen.
Wo kann man „American Fiction“ sehen?
In Deutschland ist „American Fiction“ seit dem 27. Februar 2024 auf der Streaming-Plattform Prime Video verfügbar. Zuvor lief der Film in ausgewählten Kinos.
Hat „American Fiction“ Auszeichnungen gewonnen?
Ja, „American Fiction“ hat mehrere Auszeichnungen gewonnen, darunter den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch. Der Film wurde auch für weitere Oscars nominiert, was seine Qualität und Relevanz unterstreicht. (Lesen Sie auch: Scary Movie 6: Kultfilm-Macher plant weitere Fortsetzung)
Cord Jefferson hat mit „American Fiction“ einen wichtigen Film geschaffen, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Er zeigt auf intelligente Weise, wie Stereotypen und Vorurteile unsere Wahrnehmung prägen und wie wichtig es ist, diese zu hinterfragen. Der Film ist ein Plädoyer für mehr Authentizität und Vielfalt in der Literatur und in der Gesellschaft insgesamt. Informationen zum Film finden sich auch auf der offiziellen Amazon Prime Video Seite.










