Wie viel verdienen Mitglieder eines Drogenkartells? In Mexiko locken Drogenkartelle mit dem Versprechen von Einkommen und sozialem Aufstieg. Das Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) von El Mencho entlohnt seine Mitglieder systematisch, wobei die Gehälter je nach Funktion variieren. Späher erhalten etwa 170 Euro pro Woche, während bewaffnete Kämpfer bis zu 220 Euro wöchentlich verdienen können. Drogenkartell Viel steht dabei im Mittelpunkt.

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- Wie funktioniert die Gehaltsstruktur in einem mexikanischen Drogenkartell?
- Die soziale und wirtschaftliche Realität in Mexiko
- Die „Narconómina“ des CJNG: Einblicke in die Gehaltsliste
- Korruption als fester Bestandteil des Systems
- Die Rolle des CJNG im mexikanischen Drogenkrieg
- Die Herausforderungen bei der Bekämpfung der Drogenkartelle
- Wie geht es weiter im Kampf gegen die Drogenkartelle?
- Häufig gestellte Fragen
Das ist passiert
- Das Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) zahlt feste Gehälter an seine Mitglieder.
- Späher erhalten etwa 170 Euro pro Woche.
- Bewaffnete Kämpfer verdienen bis zu 220 Euro wöchentlich.
- Kommandanten erhalten 330 Euro pro Woche.
Wie funktioniert die Gehaltsstruktur in einem mexikanischen Drogenkartell?
Die Gehaltsstruktur in einem mexikanischen Drogenkartell, wie dem CJNG, ist überraschend bürokratisch. Es gibt feste wöchentliche Zahlungen für verschiedene Positionen. Späher, die Polizei- und Militärbewegungen beobachten, erhalten ein Grundgehalt, während Kämpfer und Kommandanten höhere Summen bekommen. Ein Teil des Geldes ist auch für Bestechungszahlungen vorgesehen, um die kriminellen Aktivitäten abzusichern.
Die soziale und wirtschaftliche Realität in Mexiko
Die Entscheidung, für ein Drogenkartell zu arbeiten, ist oft eine Folge der schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in Mexiko. In vielen Regionen des Landes herrschen Armut, hohe Arbeitslosigkeit und ein Mangel an Zukunftsperspektiven. Legale Arbeitsplätze sind oft schlecht bezahlt, unsicher oder schlichtweg nicht vorhanden. Vor diesem Hintergrund erscheinen kriminelle Organisationen wie das CJNG für viele junge Menschen als attraktive Alternative. Sie bieten ein regelmäßiges Einkommen, ein Gefühl der Zugehörigkeit und sogar die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs. Der Reiz ist besonders stark, wenn bereits Freunde oder Verwandte in das Netzwerk involviert sind und der Einstieg einfach erscheint.
Die Armut und Perspektivlosigkeit in vielen Teilen Mexikos treibt Menschen dazu, sich Drogenkartellen anzuschließen. Die Kartelle bieten Einkommen und ein Gefühl der Zugehörigkeit.
Die „Narconómina“ des CJNG: Einblicke in die Gehaltsliste
Jüngste Enthüllungen über eine sogenannte „Narconómina“, eine interne Gehaltsliste des CJNG, geben Einblicke in die systematische Entlohnung der Kartellmitglieder durch El Mencho. Die Dokumente listen wöchentliche Zahlungen für verschiedene Funktionen auf. So sollen Späher, auch „Halcones“ genannt, die Bewegungen von Polizei oder Militär beobachten, rund 3000 Pesos pro Woche erhalten, was etwa 170 Euro entspricht. Bewaffnete Kämpfer, die an gewaltsamen Aktionen teilnehmen und möglicherweise Menschen töten müssen, verdienten umgerechnet 220 Euro pro Woche. Kommandanten mit Führungsverantwortung erhielten 330 Euro. (Lesen Sie auch: Militäreinsatz gegen Kartell: Mexikos Präsidentin nach Tod…)
Selbst für Kartellmitglieder, die die gefährlichsten Aufgaben übernehmen, ergeben sich „Monatsgehälter“ von deutlich unter 2000 Euro. Im Vergleich zum mexikanischen Durchschnittslohn, der zwischen 700 und 900 Euro monatlich liegt, sind diese jedoch relativ hoch. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Einkommen mit einem extrem hohen Risiko verbunden sind. Das Leben eines Kartellmitglieds ist von Gewalt, ständiger Bedrohung und der Gefahr des Todes geprägt.
Korruption als fester Bestandteil des Systems
Die Aufzeichnungen der „Narconómina“ deuten auch darauf hin, dass feste Summen für Bestechungszahlungen vorgesehen waren. Korruption ist ein wesentlicher Bestandteil der Funktionsweise von Drogenkartellen. Sie ermöglicht es ihnen, ihre Operationen ungestört fortzusetzen und die Strafverfolgung zu behindern. Indem sie Beamte bestechen, können die Kartelle Informationen erhalten, ihre Aktivitäten vertuschen und Straffreiheit genießen. Die Korruption durchdringt alle Ebenen der Gesellschaft, von lokalen Polizeibeamten bis hin zu hochrangigen Regierungsvertretern.
Wie Stern berichtet, entsteht durch die Enthüllungen der Gehaltsliste das Bild eines fast bürokratisch durchorganisierten Unternehmens mit klaren Zuständigkeiten und festen „Gehältern“ – nur, dass es sich eben um ein hochgradig kriminelles Netzwerk handelt. Die Organisation des CJNG ähnelt in gewisser Weise der eines legalen Unternehmens, mit klaren Hierarchien, Aufgabenverteilungen und Entlohnungssystemen. Dieser Grad an Organisation ermöglicht es dem Kartell, seine illegalen Aktivitäten effizient und systematisch durchzuführen.
Die Gehälter in Drogenkartellen sind im Vergleich zum Durchschnittslohn in Mexiko hoch, aber das Leben als Kartellmitglied ist extrem gefährlich und gewaltbereit.
Die Rolle des CJNG im mexikanischen Drogenkrieg
Das Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) ist eines der mächtigsten und gefährlichsten Drogenkartelle in Mexiko. Es wurde 2009 gegründet und hat sich seitdem rasant ausgebreitet. Das Kartell ist bekannt für seine Brutalität und seine Fähigkeit, Gebiete zu kontrollieren. Unter der Führung von Nemesio Oseguera Cervantes, alias „El Mencho“, hat das CJNG seine Macht durch Gewalt und Korruption gefestigt. Das Kartell ist in zahlreiche illegale Aktivitäten verwickelt, darunter Drogenhandel, Erpressung, Entführung und Mord. (Lesen Sie auch: El Mencho Tot: Mexikos Drogenboss ? Gewalt…)
Der Kampf gegen das CJNG und andere Drogenkartelle hat in Mexiko zu einem anhaltenden Drogenkrieg geführt. Dieser Konflikt hat bereits Zehntausende von Menschenleben gefordert und zu einer humanitären Krise geführt. Die mexikanische Regierung hat massive Anstrengungen unternommen, um die Kartelle zu bekämpfen, aber die Erfolge sind begrenzt. Die Kartelle sind oft besser ausgerüstet und organisiert als die staatlichen Sicherheitskräfte. Zudem behindert die weit verbreitete Korruption die Bemühungen der Regierung.
Die USA haben ebenfalls ein großes Interesse an der Bekämpfung der mexikanischen Drogenkartelle, da ein Großteil der in den USA konsumierten Drogen aus Mexiko stammt. Die US-Regierung arbeitet mit der mexikanischen Regierung zusammen, um die Kartelle zu zerschlagen und den Drogenhandel zu unterbinden. Diese Zusammenarbeit ist jedoch oft von Spannungen geprägt, da die USA die mexikanische Regierung immer wieder für ihre mangelnde Effektivität bei der Bekämpfung der Kartelle kritisieren.
Die Herausforderungen bei der Bekämpfung der Drogenkartelle
Die Bekämpfung der mexikanischen Drogenkartelle ist eine komplexe und schwierige Aufgabe. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Bemühungen der Regierung und der internationalen Gemeinschaft behindern. Dazu gehören die tief verwurzelte Korruption, die Armut und Perspektivlosigkeit, die viele Menschen in die Arme der Kartelle treibt, und die hohe Nachfrage nach Drogen in den USA und anderen Ländern.
Um die Kartelle effektiv zu bekämpfen, sind umfassende Strategien erforderlich, die sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite des Drogenhandels angehen. Dazu gehören Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Bildung. Es ist auch wichtig, die Drogenabhängigkeit zu bekämpfen und die Nachfrage nach illegalen Drogen zu reduzieren.
Wie geht es weiter im Kampf gegen die Drogenkartelle?
Die Zukunft des Kampfes gegen die Drogenkartelle in Mexiko ist ungewiss. Es ist wahrscheinlich, dass die Kartelle auch weiterhin eine Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität des Landes darstellen werden. Die mexikanische Regierung steht vor der großen Herausforderung, die Kartelle zu zerschlagen und die Korruption zu bekämpfen. Die internationale Gemeinschaft muss Mexiko bei diesen Bemühungen unterstützen. (Lesen Sie auch: El Mencho Tot? Gerüchte um Tod des…)

Es ist auch wichtig, die Ursachen des Drogenhandels anzugehen, wie Armut, Perspektivlosigkeit und die hohe Nachfrage nach Drogen. Nur durch umfassende und nachhaltige Maßnahmen kann die Gewalt und das Leid, die durch die Drogenkartelle verursacht werden, reduziert werden. Die mexikanische Regierung arbeitet mit verschiedenen internationalen Organisationen zusammen, um diese Probleme anzugehen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) unterstützt Mexiko beispielsweise bei der Bekämpfung des Drogenhandels und der Korruption.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel verdienen Späher in einem mexikanischen Drogenkartell?
Späher, die für Drogenkartelle wie das CJNG arbeiten und die Bewegungen von Polizei und Militär beobachten, erhalten wöchentlich etwa 170 Euro. Dieses Einkommen ist ein Anreiz für viele in Armut lebende Menschen.
Wie hoch ist das Gehalt eines bewaffneten Kämpfers im CJNG?
Bewaffnete Kämpfer, die an gewaltsamen Aktionen teilnehmen, verdienen im Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) etwa 220 Euro pro Woche. Dieses Gehalt spiegelt die hohe Risikobereitschaft wider, die mit dieser Tätigkeit verbunden ist. (Lesen Sie auch: Buffalo Flüchtling Tot: Was Geschah Wirklich in…)
Wie viel verdienen Kommandanten in einem mexikanischen Drogenkartell?
Kommandanten mit Führungsverantwortung im Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) erhalten ein wöchentliches Gehalt von etwa 330 Euro. Dieses höhere Gehalt spiegelt ihre größere Verantwortung und ihren höheren Rang innerhalb der Organisation wider.
Wie hoch ist der durchschnittliche Monatslohn in Mexiko?
Der durchschnittliche Monatslohn in Mexiko liegt zwischen 700 und 900 Euro. Die Gehälter, die Drogenkartelle zahlen, sind im Vergleich dazu höher, was sie für viele Menschen in Armut attraktiver macht.
Welche Rolle spielt Korruption in mexikanischen Drogenkartellen?
Korruption ist ein wesentlicher Bestandteil der Funktionsweise von Drogenkartellen. Feste Summen für Bestechungszahlungen sind in den Gehaltslisten vorgesehen, um die Operationen abzusichern und Straffreiheit zu gewährleisten.
Die Enthüllungen über die „Narconómina“ des CJNG zeigen, dass die Drogenkartelle in Mexiko nicht nur gewalttätige Organisationen sind, sondern auch komplexe Unternehmen mit ausgeklügelten Strukturen und Entlohnungssystemen. Die Bekämpfung dieser Kartelle erfordert daher nicht nur militärische und polizeiliche Maßnahmen, sondern auch eine umfassende Strategie zur Bekämpfung der Armut, der Korruption und der Perspektivlosigkeit, die viele Menschen in die Arme der Kartelle treiben. Das US-Justizministerium arbeitet eng mit mexikanischen Behörden zusammen, um die Strukturen der Drogenkartelle zu zerschlagen und ihre Finanzströme zu unterbinden.










