Die unliebsame Waschbären-WG am Dachboden oder die Schleimspur der Spanischen Wegschnecke im verwüsteten Salatbeet – solche Phänomene sind auch in Österreich keine Seltenheit. Verantwortlich dafür sind oft sogenannte Eingewanderte Tierarten, die hierzulande ideale Lebensbedingungen vorfinden und heimische Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen können.

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- Warum breiten sich eingewanderte Tierarten in Österreich aus?
- Goldschakal in Österreich: Harmloser Neubürger oder Bedrohung?
- Riesen-Zecken: Eine Gefahr für die Gesundheit?
- Japanischer Staudenknöterich und Co.: Pflanzen als Problem
- Was sind die Folgen eingewanderter Tierarten für Österreichs Ökosysteme?
- Maßnahmen gegen die Ausbreitung invasiver Arten
Warum breiten sich eingewanderte Tierarten in Österreich aus?
Eingewanderte Tierarten, auch Neozoen genannt, finden in Österreich oft ideale Bedingungen vor. Durch den Klimawandel verändern sich Lebensräume, und einige Arten profitieren davon. Zudem fehlen natürliche Feinde, was die unkontrollierte Ausbreitung begünstigt. Der Mensch spielt ebenfalls eine Rolle, sei es durch unbeabsichtigte Einschleppung oder gezielte Aussetzung.
Länder-Kontext
- Österreich ist aufgrund seiner zentralen Lage in Europa und seiner vielfältigen Ökosysteme besonders anfällig für die Ausbreitung invasiver Arten.
- Die Zunahme des Güterverkehrs und des Tourismus begünstigt die Einschleppung neuer Arten.
- Der Klimawandel verschärft die Problematik, da sich die Lebensräume heimischer Arten verändern und neue Nischen für Einwanderer entstehen.
- Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) ist in Österreich für den Umgang mit invasiven Arten zuständig.
Goldschakal in Österreich: Harmloser Neubürger oder Bedrohung?
Der Goldschakal, ein Tier, das Wolf und Fuchs ähnelt, sorgt derzeit für Aufsehen. Ursprünglich aus Südosteuropa und Asien stammend, breitet er sich auch in Österreich aus. Erstmals wurde er hier 1997 nachgewiesen, und es gibt bereits Nachweise von Nachwuchs. Im Gegensatz zu manch anderen Neubürgern gilt der Goldschakal jedoch nicht als invasiv im eigentlichen Sinne.
In Österreich steht der Goldschakal unter Schutz und darf nicht gejagt werden. Zudem ist unklar, ob er tatsächlich Schaden in der heimischen Tierwelt anrichtet. Goldschakale jagen kleine und mittelgroße Säugetiere. Es wird vermutet, dass sie sich in das Ökosystem eingliedern, ohne heimische Arten zu verdrängen. Die Expertenmeinungen gehen hier aber auseinander. (Lesen Sie auch: Heißluftballon Texas: Dramatische Rettung in Schwindelerregender Höhe)
Riesen-Zecken: Eine Gefahr für die Gesundheit?
Weniger harmlos erscheinen da die Riesen-Zecken. Vereinzelte Exemplare der Hyalomma-Zecke wurden auch in Österreich bereits gefunden. Im Gegensatz zur italienischen Provinz Triest, wo sie sich bereits fest angesiedelt haben, ist ihre Verbreitung hierzulande aber noch nicht flächendeckend.
Hyalomma-Zecken sind nicht nur größer als die heimischen Zeckenarten, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Sie sind potenzielle Überträger des Krim-Kongo-Fiebers und anderer Viren. Die Überwachung und Eindämmung dieser Art ist daher von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit.
Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird und grippeähnliche Symptome, aber auch schwere Blutungen verursachen kann.
Japanischer Staudenknöterich und Co.: Pflanzen als Problem
Nicht nur Tiere, auch Pflanzen können sich als invasive Arten entpuppen. Ein Beispiel dafür ist der Japanische Staudenknöterich, der sich rasant ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt. Seine Wurzeln können sogar Mauern und Gebäude beschädigen. Die Bekämpfung dieser Pflanzen ist oft mühsam und langwierig. (Lesen Sie auch: Suchbild Bär Entdeckt: Finden Sie den einen…)
Was sind die Folgen eingewanderter Tierarten für Österreichs Ökosysteme?
Die Folgen der Ausbreitung eingewanderter Tierarten auf heimische Ökosysteme können vielfältig sein. Einige Arten verdrängen heimische Tiere, weil sie mit ihnen um Nahrung oder Lebensraum konkurrieren oder sie sogar fressen. Andere können Krankheiten übertragen oder Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursachen.
Die Veränderung der Artenzusammensetzung kann ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen. Dies hat Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die Stabilität der Ökosysteme und die von ihnen erbrachten Leistungen, wie beispielsweise die Bestäubung von Pflanzen oder die Regulierung des Wasserhaushaltes.
Maßnahmen gegen die Ausbreitung invasiver Arten
Um die Ausbreitung invasiver Arten einzudämmen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören die Früherkennung und Bekämpfung neuer Arten, die Kontrolle bereits etablierter Populationen und die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema. Auch die Verhinderung der Einschleppung neuer Arten durch strengere Kontrollen im internationalen Handel und Reiseverkehr ist von großer Bedeutung.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) hat einen Aktionsplan zur Bekämpfung invasiver Arten erarbeitet. Dieser umfasst Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung, Bekämpfung und Management invasiver Arten. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Ländern ist wichtig, um grenzüberschreitende Probleme gemeinsam anzugehen. (Lesen Sie auch: Suchbild Donut: Finden Sie den Fehler in…)
Als Bürger kann man auch selbst einen Beitrag leisten, indem man beispielsweise auf den Kauf exotischer Pflanzen und Tiere verzichtet und sich über die Problematik informiert.
Wie Stern berichtet, gibt es weltweit Programme, die den Umgang mit invasiven Arten regeln, beispielsweise auf Ebene der Europäischen Union. Es ist also ein globales Problem, das globale Lösungen erfordert.
Die Ausbreitung eingewanderter Tierarten ist ein komplexes Problem, das Österreich und seine Ökosysteme vor große Herausforderungen stellt. Nur durch eine Kombination aus Prävention, Bekämpfung und Management kann es gelingen, die negativen Auswirkungen zu minimieren und die heimische Artenvielfalt zu schützen. Auch der Tierschutz spielt eine Rolle: So fordert Peta.de beispielsweise ein Umdenken im Umgang mit Tieren, um deren Auswilderung und damit die Verbreitung zu verhindern.











