📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2025
Brutto Netto Rechner 2026: Das ändert sich bei Steuern und Abzügen
Brutto Netto Rechner 2026 – ab dem 1. Januar 2026 gelten neue Freibeträge, Beitragsbemessungsgrenzen und Steuertarife in Deutschland. Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro, während die Sozialversicherungsbeiträge für viele Beschäftigte höher ausfallen. Wer sein Nettogehalt für 2026 berechnen möchte, findet hier alle aktuellen Werte und Rechenbeispiele.
Ein Brutto-Netto-Rechner zeigt innerhalb weniger Sekunden, wie viel vom Bruttogehalt nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherung tatsächlich auf dem Konto landet. Die Berechnung berücksichtigt Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Krankenversicherung und Kinderfreibeträge. Für 2026 hat der Gesetzgeber zahlreiche Änderungen beschlossen, die sich direkt auf das monatliche Nettoeinkommen auswirken.
💡 Wichtig: Die Steuerentlastungen durch den höheren Grundfreibetrag werden bei vielen Beschäftigten durch steigende Krankenkassenbeiträge aufgezehrt. Ein Kassenwechsel kann sich 2026 besonders lohnen.
Was ist ein Brutto Netto Rechner und wie funktioniert er?
Ein Brutto Netto Rechner ermittelt aus dem Bruttogehalt das tatsächliche Nettogehalt nach allen Abzügen. Die Berechnung erfolgt nach dem amtlichen Programmablaufplan (PAP) des Bundesfinanzministeriums und berücksichtigt die aktuellen gesetzlichen Vorgaben für Lohnsteuer und Sozialversicherung.
Die wichtigsten Eingabewerte für einen Gehaltsrechner sind das monatliche oder jährliche Bruttogehalt, die Steuerklasse, das Bundesland, die Kirchensteuerpflicht sowie der Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Bei privat Krankenversicherten wird stattdessen der monatliche PKV-Beitrag angegeben. Optional können Kinderfreibeträge und das Geburtsdatum für den Altersentlastungsbetrag erfasst werden.
Der Rechner ermittelt aus diesen Angaben die Lohnsteuer nach § 32a EStG, den Solidaritätszuschlag mit Freigrenze und Milderungszone, die Kirchensteuer sowie die Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Das Ergebnis zeigt transparent alle Abzüge und das verbleibende Nettogehalt.
Steuerliche Änderungen 2026 im Brutto Netto Rechner
Der Einkommensteuertarif wurde für 2026 angepasst, um die sogenannte kalte Progression auszugleichen. Ohne diese Anpassung würden Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen – obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt.
| Steuerlicher Wert | 2025 | 2026 | Änderung |
|---|---|---|---|
| Grundfreibetrag (Alleinstehende) | 12.096 € | 12.348 € | +252 € |
| Grundfreibetrag (Verheiratete) | 24.192 € | 24.696 € | +504 € |
| Spitzensteuersatz (42%) ab | 68.481 € | 69.879 € | +1.398 € |
| Reichensteuer (45%) ab | 277.826 € | 277.826 € | ±0 € |
| Kinderfreibetrag | 6.672 € | 6.826 € | +154 € |
| Kindergeld pro Kind/Monat | 255 € | 259 € | +4 € |
Der Grundfreibetrag sichert das steuerfreie Existenzminimum. Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 Euro zahlen Alleinstehende 2026 keine Einkommensteuer. Erst für jeden Euro darüber beginnt die Steuerpflicht mit dem Eingangssteuersatz von 14 Prozent.
Solidaritätszuschlag 2026
Die Freigrenze für den Solidaritätszuschlag steigt 2026 auf 20.350 Euro (Einzelveranlagte) bzw. 40.700 Euro (Zusammenveranlagte). Liegt die Lohnsteuer unter dieser Grenze, fällt kein Soli an. In der Milderungszone darüber wird der Zuschlag schrittweise auf den vollen Satz von 5,5 Prozent angehoben.
Rund 90 Prozent aller Arbeitnehmer zahlen seit 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr. Die Anhebung der Freigrenze für 2026 sorgt dafür, dass trotz Lohnerhöhungen weiterhin keine Soli-Pflicht entsteht.
Sozialversicherungsbeiträge 2026: Die wichtigsten Rechengrößen
Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung steigen 2026 deutlich – Grundlage ist die Lohnentwicklung von 5,16 Prozent im Jahr 2024. Für Gutverdiener bedeutet das höhere Abzüge, da auf einen größeren Teil des Einkommens Beiträge fällig werden.
| Sozialversicherung | Beitragssatz 2026 | Arbeitnehmeranteil |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 14,6% + Zusatzbeitrag | 7,3% + halber Zusatzbeitrag |
| Pflegeversicherung (mit Kindern) | 3,6% | 1,7% (AG) + 1,9% (AN) |
| Pflegeversicherung (kinderlos) | 4,2% | 1,7% (AG) + 2,5% (AN) |
| Rentenversicherung | 18,6% | 9,3% |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6% | 1,3% |
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung beträgt 2026 laut Bundesgesundheitsministerium 2,9 Prozent – nach 2,5 Prozent im Vorjahr. Der tatsächliche Zusatzbeitrag hängt von der gewählten Krankenkasse ab und kann zwischen etwa 0,9 und 3,5 Prozent liegen.
Beitragsbemessungsgrenzen 2026 im Überblick
| Grenzwert | Monatlich | Jährlich |
|---|---|---|
| BBG Kranken-/Pflegeversicherung | 5.812,50 € | 69.750 € |
| BBG Renten-/Arbeitslosenversicherung | 8.450 € | 101.400 € |
| Versicherungspflichtgrenze (JAEG) | 6.450 € | 77.400 € |
| Minijob-Grenze | 603 € | 7.236 € |
| Midijob-Obergrenze | 2.000 € | 24.000 € |
Die Beitragsbemessungsgrenze markiert das maximale Einkommen, auf das Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden. Verdienst oberhalb dieser Grenze ist beitragsfrei. Die Versicherungspflichtgrenze bestimmt, ab welchem Einkommen Beschäftigte in die private Krankenversicherung wechseln dürfen.
Steuerklassen 2026: Welche ist die richtige?
Die Steuerklasse bestimmt maßgeblich die Höhe der monatlichen Lohnsteuer. In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen, die sich nach Familienstand und Erwerbssituation richten. Die Zuordnung erfolgt automatisch durch das Finanzamt, Ehepaare können jedoch zwischen verschiedenen Kombinationen wählen.
| Steuerklasse | Personenkreis | Besonderheit |
|---|---|---|
| I | Ledige, Geschiedene, Verwitwete | Standardklasse für Alleinstehende |
| II | Alleinerziehende | Entlastungsbetrag 4.260 € + 240 € je Kind |
| III | Verheiratete (höheres Einkommen) | Kombination mit Klasse V |
| IV | Verheiratete (ähnliches Einkommen) | Beide Partner gleiche Klasse |
| IV mit Faktor | Verheiratete | Vermeidet Nachzahlungen |
| V | Verheiratete (geringeres Einkommen) | Kombination mit Klasse III |
| VI | Zweitjob | Keine Freibeträge |
Die Kombination III/V eignet sich für Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen. Der Partner mit dem höheren Gehalt wählt Steuerklasse III und zahlt weniger Lohnsteuer, während der Partner in Klasse V höher besteuert wird. Am Jahresende ergibt die Steuererklärung häufig eine Nachzahlung.
Das Faktorverfahren (Klasse IV mit Faktor) verteilt die Steuerlast gleichmäßiger und vermeidet hohe Nachzahlungen. Der Faktor wird vom Finanzamt individuell berechnet und berücksichtigt das Einkommensverhältnis beider Partner.
Rechenbeispiel: So viel Netto bleibt 2026 vom Brutto
Ein konkretes Rechenbeispiel zeigt, wie sich die Änderungen 2026 auswirken. Grundlage ist ein alleinstehender Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kirchensteuerpflicht in Nordrhein-Westfalen mit einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro monatlich.
| Abzug | Betrag 2026 |
|---|---|
| Bruttogehalt | 4.000,00 € |
| Lohnsteuer | ca. 525,00 € |
| Solidaritätszuschlag | 0,00 € |
| Rentenversicherung (9,3%) | 372,00 € |
| Krankenversicherung (7,3% + 1,45%) | 350,00 € |
| Pflegeversicherung (kinderlos 2,5%) | 100,00 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3%) | 52,00 € |
| Nettogehalt | ca. 2.601 € |
Zum Vergleich: Mit einem Krankenkassen-Zusatzbeitrag von nur 1,5 Prozent statt 2,9 Prozent würde das Nettogehalt um etwa 28 Euro höher ausfallen. Ein Kassenwechsel kann sich bei gleichem Bruttogehalt mit mehreren Hundert Euro im Jahr bezahlt machen.
Laut Berechnungen der Stiftung Warentest kommen Arbeitnehmer 2026 trotz Steuerentlastung netto oft nur auf etwa die gleichen Beträge wie 2025 – wenn ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag stabil hält. Bei einer Beitragserhöhung kann das Netto sogar sinken.
Minijob und Midijob 2026: Neue Grenzen beachten
Die Minijob-Grenze steigt 2026 auf 603 Euro monatlich. Die dynamische Kopplung an den Mindestlohn (13,90 Euro ab Januar 2026) führt zur Berechnung: 13,90 Euro × 130 ÷ 3 = 602,33 Euro, aufgerundet auf 603 Euro. Im Midijob-Bereich (603,01 bis 2.000 Euro) gelten reduzierte Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer.
| Beschäftigungsart | Gehaltsspanne 2026 | Steuer-/Abgabensituation |
|---|---|---|
| Minijob | bis 603 € | Pauschalabgaben durch Arbeitgeber |
| Midijob | 603,01 – 2.000 € | Reduzierte AN-Beiträge |
| Reguläre Beschäftigung | ab 2.000,01 € | Volle Beiträge |
Minijobber zahlen selbst keine Steuern und Sozialabgaben, sofern sie keinem weiteren Beschäftigungsverhältnis nachgehen. Der Arbeitgeber entrichtet pauschale Abgaben von insgesamt etwa 31 Prozent. Midijobber profitieren von einer gleitenden Beitragsberechnung, die mit steigendem Einkommen allmählich auf das reguläre Niveau anwächst.
Pendlerpauschale 2026: Höhere Entfernungspauschale
Die Entfernungspauschale steigt 2026 auf einheitlich 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Entfernungskilometer. Bisher galten 30 Cent für die ersten 20 Kilometer und 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer. Die Anhebung entlastet besonders Nahpendler.
Bei einem einfachen Arbeitsweg von 20 Kilometern und 220 Arbeitstagen ergibt sich ein Werbungskostenabzug von 20 × 38 Cent × 220 = 1.672 Euro. Dieser Betrag mindert das zu versteuernde Einkommen und führt je nach Steuersatz zu einer Ersparnis zwischen etwa 250 und 600 Euro im Jahr.
Fernpendler mit geringem Einkommen, die keine Einkommensteuer zahlen, können auf Antrag eine Mobilitätsprämie erhalten. Diese Regelung wurde mit dem Steueränderungsgesetz 2026 dauerhaft entfristet.
Aktivrente 2026: Steuerfrei zur Rente dazuverdienen
Ab 2026 können Beschäftigte, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, monatlich bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Diese sogenannte Aktivrente soll einen Anreiz schaffen, auch im Rentenalter weiter erwerbstätig zu bleiben. Sozialversicherungsbeiträge fallen auf den Zuverdienst weiterhin an.
Die Aktivrente gilt unabhängig davon, ob bereits eine Altersrente bezogen wird oder der Rentenbezug aufgeschoben wurde. Die Regelung betrifft sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse – Selbstständige und Minijobber sind nicht eingeschlossen.
💡 Tipp: Nutze den Brutto Netto Rechner 2026, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Vergleiche unterschiedliche Steuerklassen, Krankenkassen-Zusatzbeiträge oder den Effekt einer Gehaltserhöhung auf dein Nettoeinkommen.
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Häufige Fragen zum Brutto Netto Rechner 2026
Was ändert sich 2026 beim Brutto Netto Rechner?
Der Brutto Netto Rechner 2026 berücksichtigt den höheren Grundfreibetrag von 12.348 Euro, die neuen Beitragsbemessungsgrenzen und den gestiegenen durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung von 2,9 Prozent. Die Steuertarife wurden zur Vermeidung der kalten Progression angepasst.
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Der Grundfreibetrag beträgt 2026 für Alleinstehende 12.348 Euro und für zusammenveranlagte Ehepaare 24.696 Euro. Bis zu diesem Einkommen fällt keine Einkommensteuer an. Der Freibetrag stieg gegenüber 2025 um 252 Euro.
Welche Steuerklasse ist 2026 die beste für Verheiratete?
Die optimale Steuerklassenkombination hängt vom Einkommensverhältnis ab. Bei ähnlich hohem Einkommen empfiehlt sich Steuerklasse IV/IV. Bei deutlichen Unterschieden kann III/V vorteilhaft sein, führt aber oft zu Nachzahlungen. Das Faktorverfahren (IV mit Faktor) vermeidet hohe Nachzahlungen.
Wie viel Netto bleiben von 4.000 Euro brutto 2026?
Bei 4.000 Euro Bruttogehalt in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und mit durchschnittlichem Krankenkassen-Zusatzbeitrag bleiben 2026 etwa 2.600 Euro Nettogehalt übrig. Der genaue Betrag variiert je nach Bundesland, Krankenkasse und persönlichen Freibeträgen.
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?
Die Minijob-Grenze steigt 2026 auf 603 Euro monatlich. Sie wird dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt, der ab Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde liegt. Die Berechnung erfolgt nach der Formel: Mindestlohn × 130 ÷ 3.
Wann lohnt sich ein Krankenkassenwechsel 2026?
Ein Wechsel lohnt sich, wenn die eigene Krankenkasse einen überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag erhebt. Der Durchschnitt liegt 2026 bei 2,9 Prozent. Bei einem Unterschied von 1 Prozentpunkt kann die Ersparnis je nach Einkommen mehrere Hundert Euro jährlich betragen. Ein Wechsel ist mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten möglich.
Fazit: Brutto Netto Rechner 2026 zeigt gemischte Bilanz
Der Brutto Netto Rechner 2026 offenbart eine gemischte Entwicklung für Arbeitnehmer. Während der höhere Grundfreibetrag und die Anpassung der Steuertarife grundsätzlich entlasten, werden diese Vorteile durch steigende Krankenkassenbeiträge vielfach aufgezehrt. Die durchschnittliche Entlastung für einen Single mit 50.000 Euro Jahresbrutto liegt laut Institut der deutschen Wirtschaft bei nur etwa 11 Euro im Jahr – Pendler profitieren mit bis zu 121 Euro stärker.
Ein regelmäßiger Blick auf den Brutto Netto Rechner 2026 hilft, die eigene Gehaltsabrechnung zu verstehen und Optimierungspotenzial zu erkennen. Ob Steuerklassenwechsel, Krankenkassenvergleich oder Freibetragsantrag – kleine Stellschrauben können das monatliche Nettogehalt spürbar verbessern.
Über den Autor
Maik | Finanz-Redakteur bei Rathausnachrichten.de
Unser Redakteur berichtet über aktuelle Steuer- und Finanzthemen für Arbeitnehmer. Die Informationen basieren auf offiziellen Angaben des Bundesfinanzministeriums und der Sozialversicherungsträger.
Stand: 30. Dezember 2025






