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Marianengraben: Tiefste Stelle der Erde – Fakten 2026

by Rathaus Nachrichten
Januar 9, 2026
in Gesellschaft
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Marianengraben: Tiefste Stelle der Erde – Fakten 2025
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📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 09.01.2026

Marianengraben: Mit einer Tiefe von etwa 11.000 Metern ist der Marianengraben im westlichen Pazifik die tiefste Stelle der Weltmeere. Das Challengertief erreicht gesicherte 10.983 Meter – tiefer als der Mount Everest hoch ist. Der Druck beträgt dort über 1.000 bar, dennoch existiert Leben in dieser extremen Umgebung. 2025 entdeckten Forscher Tausende Würmer und Muscheln in fast 10.000 Metern Tiefe.

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Marianengraben – der tiefste Punkt unseres Planeten fasziniert Wissenschaftler und Abenteurer gleichermaßen. In einer Welt, in der wir mehr über die Mondoberfläche wissen als über die Tiefsee, birgt dieser Tiefseegraben im Pazifischen Ozean noch immer unzählige Geheimnisse. Hier herrschen Bedingungen, die extremer kaum sein könnten: absolute Dunkelheit, Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und ein Druck, der jeden Menschen sofort zerquetschen würde.

Was ist der Marianengraben?

Der Marianengraben (auch Marianenrinne genannt) ist eine Tiefseerinne im westlichen Pazifischen Ozean. Er verläuft östlich der Marianen-Inselkette und erstreckt sich über etwa 2.400 bis 2.550 Kilometer Länge.

Eigenschaft Details
Maximale Tiefe ca. 11.000 m (Challengertief: 10.983 ± 6 m gesichert)
Länge ca. 2.400 – 2.550 km
Breite bis zu 69 km
Lage Westlicher Pazifik, östlich der Marianen
Wasserdruck ca. 1.070 bar (107 MPa) am tiefsten Punkt
Temperatur 1 – 4 °C
Namensherkunft Königin Maria Anna von Österreich

Zum Vergleich: Der Mount Everest ist 8.849 Meter hoch. Der Marianengraben ist also mehr als 2.000 Meter tiefer, als der höchste Berg der Erde hoch ist. Würde man den Everest in den Graben stellen, wäre sein Gipfel noch immer von fast zwei Kilometern Wasser bedeckt.

Was ist der Marianengraben?

Wie ist der Marianengraben entstanden?

Der Marianengraben verdankt seine extreme Tiefe einem geologischen Prozess namens Subduktion. An dieser Stelle trifft die Pazifische Platte auf die Philippinische Platte.

So entsteht der Tiefseegraben:

  • Die Pazifische Platte ist über 150 Millionen Jahre alt
  • Durch ihr Alter ist sie schwer und dicht geworden
  • Sie schiebt sich unter die jüngere Philippinische Platte
  • Dabei taucht sie in den Erdmantel ab
  • Die Biegung der Platte erzeugt den tiefen Graben

Dieser Prozess dauert seit Millionen von Jahren an und setzt sich bis heute fort. Die Platten bewegen sich mit wenigen Zentimetern pro Jahr – unmerklich für Menschen, aber geologisch bedeutsam.

Das Challengertief: Der tiefste Punkt der Erde

Das Challengertief ist die tiefste bekannte Stelle im Marianengraben und damit der tiefste Punkt der gesamten Erde. Es wurde nach der britischen Forschungsexpedition HMS Challenger benannt, die den Graben 1875 erstmals vermessen hat.

Jahr Messung Methode
1875 8.164 m Bleilotung (HMS Challenger)
1899 9.660 m Drahtlotung
1957 11.034 m (umstritten) Echolotung (sowjetisch)
2014 10.983 ± 6 m Moderne Messung (gesichert)
2019 10.928 m Tauchgang (Victor Vescovo)

Expeditionen in den Marianengraben

Bis heute haben nur wenige Menschen den tiefsten Punkt der Erde erreicht – weniger als den Mond betreten haben. Die wichtigsten Expeditionen:

1960 – Trieste (erster bemannter Tauchgang)

Der Schweizer Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh erreichten am 23. Januar 1960 mit dem Tauchboot Trieste eine Tiefe von 10.916 Metern. Sie verbrachten etwa 20 Minuten am Meeresboden und entdeckten dabei Garnelen und einen Plattfisch – der Beweis, dass selbst in dieser extremen Tiefe Leben existiert.

2012 – Deepsea Challenger (James Cameron)

Der Regisseur von „Titanic“ und „Avatar“ tauchte allein in seinem Spezial-U-Boot auf 10.898 Meter. Er verbrachte drei Stunden am Meeresboden und sammelte wissenschaftliche Daten sowie Filmmaterial.

2019 – DSV Limiting Factor (Victor Vescovo)

Der amerikanische Forscher stellte mit 10.928 Metern einen neuen Tiefenrekord auf. Bei seinen insgesamt 14 Tauchgängen in den Marianengraben entdeckte er vier neue Tierarten – aber auch Plastikmüll am tiefsten Punkt der Erde.

2020 – Fendouzhe (China)

Chinesische Wissenschaftler erreichten mit dem U-Boot Fendouzhe 10.909 Meter und sammelten Proben für Forschungszwecke. Kathryn Sullivan wurde dabei die erste Frau, die den Marianengraben erreichte.

2025 – Sensationsfund: Chinesische Forscher entdeckten bei 23 Tauchgängen Tausende Würmer, Muscheln und weitere Lebewesen in Tiefen von bis zu 9.533 Metern. Es handelt sich um die tiefstgelegenen Lebenskolonien, die jemals in solcher Zahl beobachtet wurden.

Expeditionen in den Marianengraben

Leben im Marianengraben: Welche Tiere gibt es?

Trotz der extremen Bedingungen – enormer Druck, Kälte, Dunkelheit – haben sich erstaunliche Lebensformen an den Marianengraben angepasst:

Bekannte Bewohner des Marianengrabens:

  • Pseudoliparis swirei (Marianenschnecke): Der tiefste bekannte Fisch der Welt, lebt in 6.198 bis 8.098 Metern Tiefe
  • Xenophyophoren: Riesige Einzeller, die den extremen Druck aushalten
  • Tiefseegarnelen und Krebse: Ernähren sich von organischen Überresten
  • Borstenwürmer: 2025 in großer Zahl in fast 10.000 m Tiefe entdeckt
  • Muscheln: Leben in Kolonien am Meeresboden
  • Biolumineszente Lebewesen: Erzeugen eigenes Licht zur Orientierung

Wissenschaftliche Grenze: Fische können unterhalb von etwa 8.200 Metern nicht mehr existieren. Der hohe Druck würde ihre Körper zerstören. Nur wirbellose Tiere wie Würmer, Muscheln und Einzeller überleben in größeren Tiefen.

Extreme Bedingungen im Marianengraben

Der Marianengraben ist einer der lebensfeindlichsten Orte der Erde:

Faktor Bedingung
Druck Über 1.000 bar – entspricht dem Gewicht von etwa 1.600 Elefanten pro Quadratzoll
Temperatur 1 – 4 °C, nahe am Gefrierpunkt
Licht Absolute Dunkelheit – kein Sonnenlicht dringt durch
Nahrung Extrem knapp – nur herabsinkende organische Reste

Umweltprobleme: Plastikmüll am tiefsten Punkt der Erde

Selbst der abgelegenste Ort der Erde ist nicht vor menschlicher Verschmutzung geschützt. Bei Tauchgängen wurden im Marianengraben gefunden:

  • Plastiktüten in über 10.000 Metern Tiefe
  • Süßigkeitenverpackungen
  • Getränkedosen
  • Mikroplastik in Tiefseelebewesen

2020 wurde im Marianengraben eine neue Flohkrebsart entdeckt, die bereits Mikroplastik in ihrem Körper hatte. Die Forscher nannten sie deshalb „Eurythenes plasticus“ – ein trauriges Zeugnis der globalen Plastikverschmutzung.

Der Marianengraben als Schutzgebiet

Am 18. Januar 2009 erklärte US-Präsident George W. Bush den Marianengraben zum nationalen Monument der Vereinigten Staaten. Dies unterstreicht die Bedeutung des Gebiets für Wissenschaft und Naturschutz. Die empfindlichen Ökosysteme der Tiefsee erfordern internationalen Schutz vor:

  • Tiefseebergbau
  • Umweltverschmutzung
  • Klimawandel-Auswirkungen

Weitere Aktuelle Nachrichten zu Wissenschaft und Umwelt finden Sie auf unseren Partnerseiten.

Häufig gestellte Fragen zum Marianengraben

Wie tief ist der Marianengraben?

Der Marianengraben erreicht eine maximale Tiefe von etwa 11.000 Metern. Die gesicherte Messung des Challengertiefs von 2014 ergab 10.983 ± 6 Meter. Der Tiefenrekord eines bemannten Tauchgangs liegt bei 10.928 Metern, aufgestellt von Victor Vescovo im Jahr 2019.

Wo liegt der Marianengraben?

Der Marianengraben befindet sich im westlichen Pazifischen Ozean, östlich der Marianen-Inselkette. Er liegt etwa zwischen 12° und 25° nördlicher Breite sowie 142° und 147° östlicher Länge, rund 2.000 Kilometer östlich der Philippinen.

Welche Tiere leben im Marianengraben?

Im Marianengraben leben spezialisierte Tiefseelebewesen wie die Marianenschnecke (tiefster bekannter Fisch), Xenophyophoren (Rieseneinzeller), Tiefseegarnelen, Borstenwürmer und Muscheln. 2025 wurden Tausende Lebewesen in fast 10.000 Metern Tiefe entdeckt. Unterhalb von 8.200 Metern können jedoch keine Fische mehr existieren.

Wer hat den Marianengraben als Erster erreicht?

Jacques Piccard (Schweiz) und Don Walsh (USA) erreichten am 23. Januar 1960 als erste Menschen mit dem Tauchboot Trieste eine Tiefe von 10.916 Metern im Challengertief. Bis heute haben weniger Menschen den tiefsten Punkt der Erde erreicht als den Mond betreten.

Wie hoch ist der Druck im Marianengraben?

Am tiefsten Punkt des Marianengrabens herrscht ein Wasserdruck von etwa 1.070 bar (107 Megapascal). Das entspricht dem über 1.000-fachen des normalen Luftdrucks auf Meereshöhe. Dieser enorme Druck würde einen Menschen ohne Schutz sofort zerquetschen.

Warum ist der Marianengraben so tief?

Der Marianengraben entstand durch Subduktion: Die alte, schwere Pazifische Platte schiebt sich unter die jüngere Philippinische Platte und taucht in den Erdmantel ab. Dieser Prozess dauert seit Millionen von Jahren an und erzeugt durch die Biegung der Platte den tiefen Graben.

Fazit: Der Marianengraben – Letztes Geheimnis der Erde

Der Marianengraben bleibt eines der faszinierendsten Naturwunder unseres Planeten. Mit fast 11.000 Metern Tiefe, extremen Druckverhältnissen und einer einzigartigen Tierwelt ist er ein Ort, der die Grenzen des Lebens auslotet. Während Forscher 2025 sensationelle Entdeckungen von Lebenskolonien in fast 10.000 Metern Tiefe machten, zeigt der Fund von Plastikmüll am tiefsten Punkt der Erde auch, dass selbst die abgelegensten Orte vor menschlichen Einflüssen nicht geschützt sind. Die Erforschung des Marianengrabens steht erst am Anfang – und verspricht noch viele weitere Entdeckungen.


Über den Autor

Die Redaktion von Rathausnachrichten berichtet über Wissenschaft, Natur und aktuelle Entdeckungen. Unsere Artikel werden bei neuen Erkenntnissen aktualisiert.

Tags: ChallengertiefJacques PiccardMarianengrabenMeerestiefeOzeanPazifikTiefseeTiefseegrabenVictor VescovoWissenschaft
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