📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2026
Kurz erklärt: Der teuerste Gin der Welt
Der teuerste Gin der Welt ist der Bombay Sapphire Revelation mit einem Preis von rund 200.000 Euro pro Flasche. Von dieser Luxus-Edition existieren weltweit nur fünf Exemplare. Der hohe Preis resultiert nicht aus dem Inhalt, sondern aus der handgefertigten Kristallflasche in Diamantform, die mit Edelsteinen besetzt ist.
Gin gehört zu den vielseitigsten Spirituosen der Welt – und zu den am schnellsten wachsenden Kategorien im Premium-Segment. Während gute Gins bereits ab 20 bis 40 Euro erhältlich sind, existieren Raritäten, deren Preise in Dimensionen vorstoßen, die man sonst nur von seltenen Whiskys oder Weinen kennt. In diesem Ratgeber zeigen wir dir die teuersten Gins der Welt, erklären, warum sie so viel kosten, und verraten, welche Alternativen echten Genuss bieten.
Was ist der teuerste Gin der Welt?
Der Bombay Sapphire Revelation aus Großbritannien hält den Rekord als teuerster Gin der Welt. Mit einem Preis von 180.000 bis 200.000 Euro pro Flasche bewegt er sich in Sphären, die selbst für wohlhabende Sammler außergewöhnlich sind.
Die 2007 lancierte Kollektion umfasst lediglich fünf handgefertigte Flaschen, die an die fünf größten Flughäfen der Welt verkauft wurden. Das Besondere: Der Preis wird nicht durch den Inhalt bestimmt – denn der Gin entspricht dem regulären Bombay Sapphire – sondern durch die spektakuläre Verpackung.
💎 Die Flasche des Bombay Sapphire Revelation:
• Handgefertigter Flakon aus französischem Baccarat-Kristall
• Form eines geschliffenen Diamanten mit zehn Facetten
• Verschluss mit echten Edelsteinen (Saphire und Diamanten) besetzt
• Design von drei Luxusmarken: Baccarat, Garrard und Karim Rashid
• Jede der zehn Facetten repräsentiert eines der Botanicals des Gins

Die 10 teuersten Gins der Welt im Überblick
Neben dem Bombay Sapphire Revelation gibt es weitere Gins, die durch Limitierung, aufwendige Herstellung oder exklusive Zutaten hohe Preise erzielen. Hier die Top 10:
| Rang | Gin | Herkunft | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | Bombay Sapphire Revelation | Großbritannien | 200.000 € |
| 2 | Watenshi Gin | England (Cambridge) | 2.000–2.500 € |
| 3 | Morus LXIV | England | 1.000–1.500 € |
| 4 | Nolet’s Reserve Gin | Niederlande | 700–900 € |
| 5 | Cambridge Anty Gin | England | 200–250 € |
| 6 | Hernö Juniper Cask Gin | Schweden | 150–200 € |
| 7 | Beefeater Crown Jewel | England (London) | 130–160 € |
| 8 | Rochelt Annia’s Gin | Österreich (Tirol) | 120–150 € |
| 9 | Monkey 47 Distiller’s Cut | Deutschland (Schwarzwald) | 80–120 € |
| 10 | Gin Sul „Kleine Freiheit“ | Deutschland (Hamburg) | 70–100 € |
Warum sind manche Gins so teuer?
Die Preisunterschiede bei Gin sind enorm – von 10 Euro bis 200.000 Euro. Doch was macht einen Gin wirklich teuer? Die Faktoren lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
1. Flüssigkeitsraritäten: Preis durch Qualität und Aufwand
Bei diesen Gins bestimmt die Meisterschaft im Glas den Preis:
• Seltene Botanicals: Exotische oder schwer beschaffbare Zutaten wie Safran, Maulbeerblätter oder sogar Waldameisen (Cambridge Anty Gin)
• Aufwendige Destillation: Mehrfache Destillation, Vakuumdestillation oder die Gewinnung des „Engelsanteils“ (Watenshi)
• Limitierte Chargen: Manche Brennereien produzieren nur 6 bis 50 Flaschen pro Jahr
• Fasslagerung: Reserve Gins reifen in Holzfässern und gewinnen komplexe Aromen
2. Design-Editionen: Preis durch Verpackung
Hier steht die kunstvolle Inszenierung im Vordergrund:
• Edelmetalle und Kristall: Flaschen aus Baccarat-Kristall oder mit Goldverzierung
• Edelsteine: Diamanten, Saphire oder Swarovski-Kristalle am Verschluss
• Künstlerische Gestaltung: Zusammenarbeit mit renommierten Designern
• Sammlerwert: Extreme Limitierung macht die Flasche zum Investitionsobjekt
💡 Gut zu wissen: Der Bombay Sapphire Revelation fällt in die zweite Kategorie. Der Gin selbst ist identisch mit dem regulären Bombay Sapphire, der für etwa 20 Euro erhältlich ist. Die 199.980 Euro Aufpreis zahlt man also ausschließlich für die Flasche.

Die außergewöhnlichsten Luxus-Gins im Detail
Watenshi Gin – Der seltenste Gin der Welt
Der Watenshi der Cambridge Distillery gilt als der seltenste trinkbare Gin der Welt. Nur sechs Flaschen werden pro Charge hergestellt – und das aus gutem Grund.
Die Brennerei hat ein Verfahren entwickelt, um den sogenannten „Engelsanteil“ aufzufangen. Dabei handelt es sich um den Teil des Destillats, der während der Lagerung verdunstet und normalerweise verloren geht. Dieser konzentrierte, extrem aromatische Gin rechtfertigt den Preis von über 2.000 Euro.
Cambridge Anty Gin – Gin mit Waldameisen
Ja, du hast richtig gelesen: Der Anty Gin wird mit echten roten Waldameisen destilliert. Die Cambridge Distillery entwickelte diesen Gin in Zusammenarbeit mit dem Nordic Food Lab. Die Ameisensäure erzeugt faszinierende aromatische Ester, die dem Gin eine einzigartige, waldige Note verleihen. Für etwa 200 Euro pro Flasche ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Nolet’s Reserve – Der teuerste regulär erhältliche Gin
Wer einen Luxus-Gin sucht, der tatsächlich noch kaufbar ist, findet im Nolet’s Reserve seinen Favoriten. Die niederländische Brennerei Nolet (bekannt für Ketel One Vodka) bezeichnet ihn als den ersten „Sipping Gin“ der Welt – also einen Gin zum puren Genuss. Safran und Eisenkraut verleihen ihm seinen unverwechselbaren Charakter. Preis: 700 bis 900 Euro.
Deutsche Premium-Gins: Schwarzwald-Qualität zum fairen Preis
Deutschland hat sich in den letzten Jahren zu einem Hotspot für hochwertige Gins entwickelt. Besonders der Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin hat international Furore gemacht und zahlreiche Auszeichnungen gewonnen.
| Gin | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|
| Monkey 47 | 47 Botanicals aus dem Schwarzwald | 35–45 € |
| Monkey 47 Distiller’s Cut | Jährlich wechselndes Botanical, limitiert | 80–120 € |
| GINSTR Stuttgart Dry Gin | „World’s Best Gin for Gin & Tonic“ 2018 | 35–40 € |
| Gin Sul | Portugiesische Inspiration aus Hamburg | 35–40 € |
| Ferdinand’s Saar Dry Gin | Mit Riesling-Trauben destilliert | 35–45 € |
Der GINSTR aus Stuttgart wurde 2018 bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) in London als bester Gin der Welt für Gin & Tonic ausgezeichnet – gegen über 600 Konkurrenten aus 90 Ländern.
Ist teurer Gin automatisch besser?
Die kurze Antwort: Nein. Preis spiegelt vor allem Knappheit, Aufwand und Marketing wider – nicht zwangsläufig Geschmack.
Viele exzellente London Dry Gins im Preisbereich von 30 bis 50 Euro liefern in klassischen Drinks wie Gin Tonic oder Martini eine Klarheit und Balance, die manchen Raritäten ebenbürtig oder sogar überlegen ist.
🎯 Worauf du bei hochwertigem Gin achten solltest:
• Transparenz: Botanikliste, Batch-Informationen, klare Prozessbeschreibung
• Destillation: Mindestens zweifach destilliert („Distilled Gin“)
• Wacholder-Dominanz: Wacholder muss laut EU-Verordnung die Hauptnote sein
• Alkoholgehalt: Mindestens 37,5 %, Premium-Gins oft 40–47 %
• Sensorik: Präzision, Länge im Abgang, Balance der Aromen
Gin-Kategorien nach EU-Spirituosenverordnung
Die EU hat 2008 in der Spirituosenverordnung drei Gin-Kategorien definiert:
| Kategorie | Herstellung | Besonderheit |
|---|---|---|
| London Dry Gin | Destilliert, keine Zusätze nach Destillation | Strenge Reinheitsregeln, kein Zucker |
| Distilled Gin | Destilliert, Zusätze erlaubt | Mehr Spielraum bei Aromatisierung |
| Sloe Gin | Angesetzt (nicht destilliert) | Likör mit Schlehenbeeren, rote Farbe |
Zusätzlich gibt es den Reserve Gin (auch Aged Gin genannt), der nach der Destillation in Holzfässern reift und dadurch Whisky-ähnliche Aromen entwickelt. Diese Kategorie ist nicht offiziell definiert, aber bei Premium-Produzenten beliebt.
Häufige Fragen zum teuersten Gin der Welt
Fazit: Luxus im Glas muss nicht 200.000 Euro kosten
Der teuerste Gin der Welt ist ein faszinierendes Sammlerstück – aber kein Maßstab für Genuss. Der Bombay Sapphire Revelation beweist, dass im Luxus-Segment oft die Verpackung wichtiger ist als der Inhalt.
Wer wirklich außergewöhnlichen Gin erleben möchte, findet im Bereich von 100 bis 500 Euro Raritäten wie den Watenshi oder Nolet’s Reserve, die durch Handwerk und Kreativität überzeugen. Und für den perfekten Gin Tonic reicht oft ein ausgezeichneter deutscher Gin wie Monkey 47 oder GINSTR – für unter 50 Euro.
Luxus ist letztlich kontextsensibel: Ein kraftvoller London Dry mag im Martini brillieren, während eine moderne, florale Komposition pur verführt. Der beste Gin ist der, der dir schmeckt.
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