Resiliente Aktien sind in unruhigen Zeiten gefragt, denn sie versprechen Stabilität. Doch welche Aktien sind wirklich krisenfest und woran erkennen Anleger diese?

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Die wichtigsten Fakten
- Resiliente Aktien zeichnen sich durch geringere Kursverluste in Krisen aus.
- Kriterien für Resilienz sind unter anderem eine solide Bilanz, niedrige Verschuldung und ein stabiles Geschäftsmodell.
- Beispiele für als krisenresilient geltende Unternehmen sind Microsoft, LVMH und Linde.
- Branchen mit tendenziell resilienten Aktien sind beispielsweise die Konsumgüterindustrie, die Gesundheitsbranche und die Informationstechnologie.
Was macht Aktien krisenresilient?
Als krisenresilient gelten Aktien von Unternehmen, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vergleichsweise stabil bleiben. Dies bedeutet, dass sie geringere Kursverluste verzeichnen als der Gesamtmarkt oder andere Aktien aus zyklischen Branchen. Eine Meldung von Wiwo.de nennt einige Beispiele und Kriterien.
Welche Kriterien deuten auf Resilienz hin?
Mehrere Faktoren können auf die Krisenfestigkeit eines Unternehmens hindeuten. Dazu gehören laut Expertenmeinungen: (Lesen Sie auch: Daimler Truck: Gewinn bricht um 34 Prozent…)
- Solide Bilanz: Eine gesunde Eigenkapitalquote und geringe Verschuldung sind essenziell.
- Stabiles Geschäftsmodell: Unternehmen mit Produkten oder Dienstleistungen, die auch in Krisenzeiten nachgefragt werden, sind im Vorteil.
- Breite Diversifikation: Eine Streuung über verschiedene Märkte und Produktbereiche reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Konjunkturzyklen.
- Hohe Markenstärke: Etablierte Marken haben oft eine treue Kundenbasis, die auch in Krisen erhalten bleibt.
- Innovation: Unternehmen, die kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investieren, können sich besser an veränderte Marktbedingungen anpassen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass keine Aktie vollständig immun gegen Krisen ist. Auch vermeintlich sichere Werte können unter bestimmten Umständen an Wert verlieren.
Drei Beispiele für resiliente Aktien
Laut Wiwo.de gelten folgende Unternehmen als besonders krisenresilient:
- Microsoft: Der Software- und Cloud-Konzern profitiert von seiner starken Marktposition und dem wachsenden Bedarf an digitalen Lösungen. Der Umsatz von Microsoft stieg im Geschäftsjahr 2023 um 7 % auf 211,9 Milliarden US-Dollar.
- LVMH: Der Luxusgüterkonzern ist weniger stark von Konjunkturschwankungen betroffen, da wohlhabende Kunden weiterhin bereit sind, für hochwertige Produkte zu zahlen. LVMH erzielte 2023 einen Umsatz von 86,2 Milliarden Euro, was einem organischen Wachstum von 13 % entspricht.
- Linde: Das Industriegaseunternehmen beliefert eine Vielzahl von Branchen und profitiert von langfristigen Verträgen. Der Umsatz von Linde belief sich im Jahr 2023 auf 33 Milliarden US-Dollar.
Welche Branchen sind tendenziell resilient?
Einige Branchen gelten als weniger anfällig für Konjunkturschwankungen als andere. Dazu gehören: (Lesen Sie auch: EU Wirtschaftspolitik: Kommt die große Reform Beim…)
- Konsumgüterindustrie: Güter des täglichen Bedarfs werden auch in Krisenzeiten gekauft.
- Gesundheitsbranche: Medizinische Versorgung und Medikamente sind immer notwendig.
- Informationstechnologie: Die Digitalisierung schreitet voran, und IT-Lösungen sind für viele Unternehmen unverzichtbar.
Die Volatilität des Aktienmarktes, gemessen am VIX-Index, ist ein wichtiger Indikator für die Risikobereitschaft der Anleger. Ein hoher VIX deutet auf eine erhöhte Unsicherheit hin.
Historischer Vergleich: Wie haben sich resiliente Aktien in früheren Krisen geschlagen?
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich resiliente Aktien in früheren Krisen oft besser entwickelt haben als der Gesamtmarkt. So verzeichneten beispielsweise Aktien aus dem Gesundheitssektor während der Finanzkrise 2008/2009 geringere Verluste als der Durchschnitt. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass sich diese Entwicklung in zukünftigen Krisen wiederholt.
Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger, die auf der Suche nach Stabilität sind, können resiliente Aktien eine interessante Option sein. Es ist jedoch wichtig, eine sorgfältige Analyse durchzuführen und die individuellen Risikobereitschaft zu berücksichtigen. Eine breite Streuung des Portfolios über verschiedene Anlageklassen und Branchen ist ratsam, um das Risiko zu minimieren. (Lesen Sie auch: Wirtschaftsschutz Strategie: Kabinett will Sabotage Verhindern)
Die aktuelle Marktsituation ist von Unsicherheit geprägt, was die Suche nach sicheren Häfen verstärkt. Das Handelsblatt berichtet regelmäßig über die Entwicklung an den Aktienmärkten und gibt Anlegern wichtige Hinweise. Es ist ratsam, sich vor einer Investition umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Die BaFin bietet auf ihrer Webseite Informationen zum Thema Geldanlage.

Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die Dividendenrendite bei der Beurteilung von resilienten Aktien?
Eine hohe Dividendenrendite kann ein Zeichen für finanzielle Stabilität sein, ist aber nicht das alleinige Kriterium. Wichtig ist, dass die Dividende nachhaltig ist und nicht durch Substanzverzehr gefährdet wird.
Wie wirkt sich die Inflation auf die Resilienz von Aktien aus?
Unternehmen mit Preissetzungsmacht, die also höhere Kosten an ihre Kunden weitergeben können, sind in Zeiten hoher Inflation tendenziell resilienter, da ihre Gewinnmargen weniger stark leiden. (Lesen Sie auch: Unicredit Commerzbank: Kommt es zur Verbesserten Offerte?)
Sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) grundsätzlich weniger resilient als Großkonzerne?
Nicht unbedingt. Einige KMU sind in Nischenmärkten tätig und haben eine hohe Spezialisierung, was sie widerstandsfähiger machen kann. Allerdings haben sie oft weniger finanzielle Reserven als große Konzerne.
Wie kann man die Resilienz eines Unternehmens quantitativ messen?
Es gibt keine einzelne Kennzahl, die die Resilienz umfassend abbildet. Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad, Cashflow und Gewinnstabilität können jedoch Hinweise geben.











