Aufgrund von Sonnenstürmen könnten Polarlichter heute Abend und in der Nacht zum Freitag auch in Deutschland sichtbar sein. Mehrere Plasmawolken rasen auf die Erde zu und treffen auf das Magnetfeld. Experten sehen die Chance, dass das Naturspektakel auch in mittleren Breiten zu sehen sein wird.

Hintergrundinformationen zu Polarlichtern
Polarlichter, auch Aurora Borealis (im Norden) oder Aurora Australis (im Süden) genannt, sind ein faszinierendes Naturschauspiel, das durch die Interaktion von geladenen Teilchen der Sonne mit der Erdatmosphäre entsteht. Sonnenstürme schleudern diese Teilchen ins All, und wenn sie auf das Magnetfeld der Erde treffen, werden sie zu den Polen gelenkt. Dort reagieren sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen in der Atmosphäre, was zum Leuchten der Polarlichter führt. Die Farben variieren je nach Art des Gases und der Höhe, in der die Reaktion stattfindet. Sauerstoff erzeugt in niedrigeren Höhen grünes und in höheren Höhen rotes Licht, während Stickstoff violette und blaue Farbtöne erzeugt.
Normalerweise sind Polarlichter nur in den Polarregionen sichtbar, aber bei starken Sonnenstürmen können sie auch in niedrigeren Breitengraden auftreten. Ein wichtiger Faktor für die Sichtbarkeit von Polarlichtern ist die Dunkelheit. Je dunkler der Himmel, desto besser sind sie zu erkennen. Daher sind klare Nächte ohne Mondlicht ideal. Auch die geografische Lage spielt eine Rolle. Je weiter nördlich man sich befindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter zu sehen. (Lesen Sie auch: Migros Preisschilder in der Kritik: Bund greift)
Aktuelle Entwicklung: Wann und wo sind Polarlichter heute zu sehen?
Die US-Wetterbehörde NOAA hat ihre Warnung für geomagnetische Stürme auf den Zeitraum vom 19. bis 21. März ausgeweitet. Grund dafür sind mehrere Plasmawolken (CMEs) und ein schneller Teilchenstrom aus einem koronalen Loch der Sonne. Während der genaue Zeitpunkt des Eintreffens der Plasmawolken noch unsicher ist, rechnet die NOAA ab dem 21. März mit hoher Wahrscheinlichkeit mit moderaten Sturmbedingungen (G2). Es besteht sogar die Möglichkeit starker G3-Bedingungen. In Kombination mit dem sogenannten Russell-McPherron-Effekt zur Tagundnachtgleiche stehen die Chancen besonders gut, in den kommenden Nächten Polarlichter auch in Deutschland zu sehen, berichtet die Frankfurter Rundschau.
Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums in Bremen, erklärte gegenüber dem NDR, dass es schwierig vorherzusagen sei, wann genau die beste Zeit ist, um Polarlichter zu sehen. Er empfiehlt, die Webcams an der Nordsee im Auge zu behalten. Wenn dort Polarlichter zu sehen sind, sollte man auf jeden Fall nach draußen schauen. Seiner Einschätzung nach sind die Chancen für Sichtungen heute Abend gut, da eine Schockwelle die Erde treffen soll. Eine zweite Schockwelle wird in der Nacht von Freitag auf Samstag erwartet. Wo man die Polarlichter voraussichtlich besonders gut sehen kann, ist laut Vogel: Je weiter nördlich, desto besser – also etwa in Schleswig-Holstein oder an der Nordseeküste. Aber bei heftigeren Polarlichtern kann man durchaus auch im Harz das Ganze sehen.
Auch über Bayern könnten Polarlichter zu bestaunen sein. Wie der BR berichtet, hat die Sonne seit dem 16. und 17. März erneut verstärkt Teilchen ins Weltall ausgestoßen. Die Sonnenteilchen werden um den 19. und 20. März in Erdnähe erwartet. Der Donnerstagabend und die Nacht zu Freitag dürften in weiten Teilen von Bayern klar bleiben, in der Nacht zu Samstag gilt das vor allem noch für die südliche Hälfte des Landes. (Lesen Sie auch: Weltglücksbericht 2026: Deutschland verbessert sich)
Wie entstehen Polarlichter?
Die Entstehung von Polarlichtern ist ein komplexer Prozess, der mehrere Schritte umfasst:
- Sonnenaktivität: Alles beginnt mit der Sonne, die ständig geladene Teilchen (hauptsächlich Elektronen und Protonen) ins All schleudert. Diese Teilchen bilden den Sonnenwind.
- Sonnenstürme: Bei stärkeren Eruptionen auf der Sonne, wie z.B. Sonneneruptionen oder koronalen Massenauswürfen (CMEs), werden noch größere Mengen an geladenen Teilchen freigesetzt.
- Erdmagnetfeld: Wenn der Sonnenwind oder die Teilchen eines Sonnensturms auf das Erdmagnetfeld treffen, werden sie abgelenkt. Ein Teil der Teilchen kann jedoch in die Magnetosphäre eindringen, insbesondere in der Nähe der Pole.
- Wechselwirkung mit der Atmosphäre: Die in die Magnetosphäre eingedrungenen Teilchen werden entlang der Magnetfeldlinien zu den Polen gelenkt. Dort kollidieren sie mit Atomen und Molekülen in der Erdatmosphäre, hauptsächlich Sauerstoff und Stickstoff.
- Anregung und Leuchten: Durch die Kollisionen werden die Atome und Moleküle in einen angeregten Zustand versetzt. Wenn sie in ihrenNormalzustand zurückkehren, geben sie Energie in Form von Licht ab. Dieses Licht ist das, was wir als Polarlichter sehen.
Die Farbe des Polarlichts hängt von der Art des Gases ab, mit dem die Teilchen kollidieren, und von der Höhe, in der die Kollision stattfindet:
- Grün: Entsteht durch die Anregung von Sauerstoffatomen in niedrigeren Höhen (bis etwa 240 km).
- Rot: Entsteht ebenfalls durch die Anregung von Sauerstoffatomen, jedoch in größeren Höhen (über 240 km).
- Blau und Violett: Werden durch die Anregung von Stickstoffmolekülen erzeugt.
Die Intensität und Häufigkeit von Polarlichtern hängt von der Sonnenaktivität ab. In Zeiten hoher Sonnenaktivität, wie z.B. während des Sonnenfleckenmaximums, treten Polarlichter häufiger und intensiver auf und können auch in niedrigeren Breitengraden beobachtet werden. (Lesen Sie auch: Aek – Crystal Palace: Tottenham scheitert trotz…)

Polarlichter heute: Was bedeutet das? / Ausblick
Die erhöhte Sonnenaktivität und die daraus resultierenden geomagnetischen Stürme bieten eine gute Gelegenheit, Polarlichter auch in Deutschland zu beobachten. Wer die Chance nutzen möchte, sollte sich in den kommenden Nächten in eine dunkle Umgebung begeben und den Himmel in Richtung Norden beobachten. Mithilfe von Webcams an der Nordseeküste lässt sich die aktuelle Situation gut einschätzen. Auch in Zukunft wird die Sonnenaktivität weiter zunehmen, sodass es auch in den kommenden Monaten immer wieder Gelegenheiten geben wird, Polarlichter zu sehen.
Die Vorhersage von Polarlichtern ist allerdings komplex und nicht immer exakt. Es ist daher ratsam, sich kurzfristig über die aktuelle Lage zu informieren und flexibel zu sein. Auch wenn die Bedingungen nicht ideal sind, lohnt sich ein Blick in den Himmel, denn Polarlichter sind ein unvergessliches Naturschauspiel.
Tabelle: Vorhersage geomagnetischer Aktivität (19.-21. März 2026)
| Datum | Uhrzeit (MEZ) | Vorhersage | Quelle |
|---|---|---|---|
| 19. März 2026 | 18:00 | Moderate geomagnetische Aktivität erwartet (G2) | NOAA |
| 20. März 2026 | 00:00 | Erhöhte Wahrscheinlichkeit für starke geomagnetische Stürme (G3) | NOAA |
| 20. März 2026 | 06:00 | Moderate geomagnetische Aktivität erwartet (G2) | NOAA |
| 21. März 2026 | 12:00 | Leichte geomagnetische Aktivität erwartet (G1) | NOAA |
Häufig gestellte Fragen zu polarlichter heute
Wo kann man heute in Deutschland Polarlichter sehen?
Experten zufolge bestehen gute Chancen, Polarlichter heute in Norddeutschland zu sehen, insbesondere in Schleswig-Holstein und an der Nordseeküste. Bei stärkeren geomagnetischen Stürmen könnten sie aber auch im Harz oder sogar in Bayern sichtbar sein. Entscheidend ist ein dunkler, wolkenfreier Himmel. (Lesen Sie auch: Beşiktaş – Kasımpaşa: gegen: Istanbuler Derby im…)
Wann ist heute Abend die beste Zeit, um nach Polarlichtern Ausschau zu halten?
Es ist schwierig, den besten Zeitpunkt exakt vorherzusagen. Andreas Vogel vom Olbers-Planetarium empfiehlt, Webcams an der Nordsee zu beobachten. Wenn dort Polarlichter sichtbar sind, sollte man unbedingt selbst nach draußen gehen. Die größten Chancen bestehen voraussichtlich in den späten Abendstunden und in der Nacht.
Was sind die Ursachen für die aktuell erhöhte Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern?
Mehrere Faktoren tragen dazu bei: Die Sonne befindet sich in einer Phase erhöhter Aktivität, wodurch es vermehrt zu Sonnenstürmen kommt. Zudem treffen mehrere Plasmawolken und ein schneller Teilchenstrom auf die Erde. Der Russell-McPherron-Effekt zur Tagundnachtgleiche verstärkt den Effekt zusätzlich.
Wie kann man Polarlichter am besten fotografieren?
Für gute Fotos benötigt man eine Kamera mit manuellen Einstellungen, ein Stativ und ein Weitwinkelobjektiv. Stellen Sie eine lange Belichtungszeit (mehrere Sekunden) und eine hohe ISO-Empfindlichkeit ein. Fotografieren Sie im RAW-Format, um die Bilder später besser bearbeiten zu können. Achten Sie auf einen ruhigen Stand der Kamera.
Gibt es eine Möglichkeit, sich vorab benachrichtigen zu lassen, wenn Polarlichter auftreten?
Es gibt verschiedene Apps und Webseiten, die Vorhersagen und Benachrichtigungen für Polarlichter anbieten. Diese basieren auf Daten der Sonnenaktivität und geomagnetischen Messungen. Allerdings sind diese Vorhersagen nicht immer präzise, daher ist es ratsam, zusätzlich die aktuellen Bedingungen vor Ort zu beobachten.
Weitere Informationen zu diesem faszinierenden Naturschauspiel finden Sie auf der Webseite des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).







