Weltrezession Prognose: Steht die Weltwirtschaft am Abgrund?
Eine Weltrezession Prognose des Ökonomen Klaus Wellershoff schlägt Alarm: Aufgrund geopolitischer Spannungen und anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten sieht er große Risiken für die globale Konjunktur. An den Börsen erwartet der Investmentspezialist weitere Kursverluste, da Aktien weiterhin hoch bewertet seien.

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Die wichtigsten Fakten
- Klaus Wellershoff sieht aufgrund des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise große konjunkturelle Risiken.
- Er erwartet weitere Kursverluste an den Börsen.
- Aktien seien weiterhin hoch bewertet.
- Die Inflation bleibe ein Problem, insbesondere in Europa.
| Bereich | Details |
|---|---|
| Inflation (Eurozone) | 8,1 % (Juli 2022) |
| Leitzins (EZB) | 0,5 % (Juli 2022, erste Erhöhung seit 2011) |
| Ölpreis (Brent) | ca. 100 US-Dollar pro Barrel (Stand: Juli 2022) |
Warum droht eine Weltrezession?
Laut Klaus Wellershoff, dessen Einschätzungen auf einer Meldung der Neue Zürcher Zeitung basieren, sind die Hauptgründe für die drohende Weltrezession vielfältig. Der Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Energiekrise belasten die Weltwirtschaft erheblich. Hohe Energiepreise treiben die Inflation an und schmälern die Kaufkraft der Verbraucher. Zudem führen die Sanktionen gegen Russland zu Störungen der Lieferketten und beeinträchtigen die Produktion in vielen Branchen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor der Herausforderung, die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Die erste Zinserhöhung seit 2011 im Juli 2022 um 0,5 Prozentpunkte war ein erster Schritt, aber weitere Erhöhungen könnten die Wirtschaft weiter belasten. Die hohe Staatsverschuldung vieler Länder schränkt zudem den fiskalischen Spielraum ein, um die Konjunktur zu stützen. (Lesen Sie auch: EZB Zinsentscheid Prognose: Leitzins bleibt stabil)
Wie hoch ist das Risiko einer globalen Rezession wirklich?
Die Einschätzung des Risikos einer globalen Rezession ist unter Ökonomen umstritten. Während einige Experten die Gefahr einer Rezession als hoch einschätzen, sehen andere die Weltwirtschaft als widerstandsfähiger an. Befürworter einer weniger pessimistischen Sichtweise verweisen auf die robusten Arbeitsmärkte in vielen Ländern und die weiterhin hohe Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Zudem könnten staatliche Konjunkturprogramme und Investitionen in grüne Technologien die Wirtschaft stützen.
Ein historischer Vergleich zeigt, dass Rezessionen oft von unerwarteten Ereignissen ausgelöst werden. Die Ölkrise der 1970er Jahre, der Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und die Finanzkrise 2008/2009 waren Beispiele für solche Schocks. Ob der Ukraine-Krieg und die Energiekrise einen ähnlichen Effekt haben werden, bleibt abzuwarten.
Die hohe Inflation in den USA (9,1 % im Juni 2022) und Europa (8,1 % im Juli 2022) zwingt die Zentralbanken zum Handeln. Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen bereits mehrfach erhöht und weitere Erhöhungen angekündigt. Auch die EZB hat im Juli 2022 erstmals seit 2011 die Zinsen angehoben. (Lesen Sie auch: EZB Zinsentscheid Prognose: Was Sparer und Kreditnehmer)
Was bedeutet das für Verbraucher und Arbeitnehmer?
Eine Weltrezession hätte erhebliche Auswirkungen auf Verbraucher und Arbeitnehmer. Steigende Preise für Energie, Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs würden die Kaufkraft der Haushalte schmälern. Unternehmen könnten gezwungen sein, Stellen abzubauen, um Kosten zu senken. Dies würde zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen und die soziale Ungleichheit verschärfen.
Für Anleger bedeutet eine Rezession in der Regel Kursverluste an den Börsen. Aktienkurse könnten fallen, da Unternehmen mit sinkenden Gewinnen rechnen müssen. Auch Immobilienpreise könnten unter Druck geraten. Es ist ratsam, das Portfolio zu diversifizieren und auf konservative Anlagen zu setzen, um das Risiko zu minimieren. Informationen zur Geldanlage bieten beispielsweise finanzen.net.
Wie kann man sich auf eine mögliche Rezession vorbereiten?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um sich auf eine mögliche Rezession vorzubereiten. Dazu gehört, die eigenen Finanzen zu überprüfen und unnötige Ausgaben zu reduzieren. Es ist ratsam, einen Notgroschen anzusparen, um unvorhergesehene Ausgaben decken zu können. Auch die Überprüfung der Versicherungen und Verträge kann helfen, Kosten zu sparen. (Lesen Sie auch: 8 Berufsunfähigkeit Versicherung Tipps)
Arbeitnehmer sollten sich auf mögliche Jobverluste vorbereiten, indem sie ihre Fähigkeiten und Qualifikationen verbessern. Weiterbildungen und Umschulungen können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Es ist auch ratsam, sich nach alternativen Einkommensquellen umzusehen, beispielsweise durch freiberufliche Tätigkeiten oder ein Nebengewerbe. Tipps dazu gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.

Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer Weltrezession?
Eine Weltrezession beschreibt eine Phase, in der die globale Wirtschaft schrumpft oder nur sehr langsam wächst. Dies äußert sich durch sinkende Produktion, steigende Arbeitslosigkeit und fallende Unternehmensgewinne über einen längeren Zeitraum, meist definiert als mindestens zwei Quartale in Folge.
Welche Faktoren können eine Weltrezession auslösen?
Verschiedene Faktoren können eine Weltrezession auslösen, darunter geopolitische Krisen, hohe Inflation, steigende Zinsen, Finanzkrisen und Pandemien. Diese Ereignisse können zu einem Rückgang der Nachfrage, Störungen der Lieferketten und einem Verlust des Vertrauens in die Wirtschaft führen. (Lesen Sie auch: BTS Netflix: -Comeback in Seoul: überträgt Konzert…)
Wie beeinflusst eine Rezession die Aktienmärkte?
In einer Rezession sinken in der Regel die Aktienkurse, da Unternehmen mit geringeren Gewinnen rechnen müssen. Anleger werden risikoscheuer und verkaufen Aktien, was zu weiteren Kursverlusten führen kann. Allerdings können sich die Aktienmärkte auch schneller erholen als die Realwirtschaft.
Welche Rolle spielen Zentralbanken bei der Bekämpfung einer Rezession?
Zentralbanken können versuchen, eine Rezession zu bekämpfen, indem sie die Zinsen senken und die Geldmenge erhöhen. Dadurch sollen die Kreditkosten gesenkt und die Investitionen angekurbelt werden. Allerdings können diese Maßnahmen auch zu einer höheren Inflation führen, wenn sie zu spät oder zu aggressiv eingesetzt werden.
Gibt es Branchen, die in einer Rezession besonders betroffen sind?
Ja, einige Branchen sind in einer Rezession besonders betroffen, darunter die Automobilindustrie, der Einzelhandel und die Bauwirtschaft. Diese Branchen sind stark von der Konsumausgaben der privaten Haushalte abhängig, die in einer Rezession in der Regel sinken. Andere Branchen, wie beispielsweise die Gesundheitsversorgung, sind weniger anfällig.











