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Was ist beim Zugunglück in Spanien passiert?
Am 19. Januar 2026 sind bei Adamuz nahe Córdoba zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert. Ein Iryo-Zug der Trenitalia entgleiste vermutlich mit Tempo 300 und geriet auf das Nachbargleis, wo er einen entgegenkommenden Renfe-Zug erfasste. Mindestens 24 Menschen starben, über 70 wurden verletzt. Die Unfallursache ist noch ungeklärt.
Das Wichtigste in Kürze
- 24 Tote und mehr als 70 Verletzte bei Zugunglück nahe Adamuz, Provinz Córdoba
- Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge am Sonntagabend gegen 19:40 Uhr
- Iryo-Zug (Trenitalia) entgleiste mutmaßlich mit Tempo 300 auf Nachbargleis
- Renfe-Zug wurde durch Aufprall aus den Schienen geschleudert – Waggons stürzten 4 Meter tief
- Rettungseinsatz dauerte bis nach Mitternacht – Passagiere kletterten aus Fenstern
- Unfallursache rätselhaft: Gerade Strecke, neuer Zug, frisch renovierte Gleise
- Verkehrsminister Puente: Sicherheitssystem hätte Unfall verhindern müssen
Zugunglück Spanien am 19. Januar 2026: Bei einer verheerenden Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe der andalusischen Gemeinde Adamuz sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Tragödie erschüttert das Urlaubsland und weckt Erinnerungen an das schwere Bahnunglück von Santiago de Compostela 2013. In diesem Artikel erfahren Sie alle Details zum Unfallhergang, den Opferzahlen und den rätselhaften Umständen.
Zugunglück in Spanien: Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren bei Adamuz
Gegen 19:40 Uhr am Sonntagabend ereignete sich das schwere Eisenbahnunglück in der Provinz Córdoba. Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia war auf dem Weg von Málaga nach Madrid, als er nahe Adamuz aus bislang ungeklärter Ursache entgleiste. Der Zug geriet dabei mit vermutlich 300 km/h auf das benachbarte Gleis.
Das Verhängnis wollte es, dass genau zu diesem Zeitpunkt ein entgegenkommender AVE-Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Staatsbahn Renfe auf der Strecke von Madrid nach Huelva unterwegs war. Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Waggons des Renfe-Zuges aus den Gleisen geschleudert wurden und eine vier Meter hohe Böschung hinunterstürzten.

| Details | Iryo-Zug (Trenitalia) | Renfe-Zug (AVE) |
|---|---|---|
| Strecke | Málaga → Madrid | Madrid → Huelva |
| Zugnummer | 6189 | AV 2384 |
| Passagiere | Über 300 | Rund 200 |
| Geschätzte Geschwindigkeit | Ca. 300 km/h | Hochgeschwindigkeit |
| Status nach Unfall | Letzte Waggons entgleist | Vordere Waggons Böschung hinuntergestürzt |
Wie viele Tote und Verletzte gibt es beim Zugunglück Spanien?
Regionalpräsident Juanma Moreno gab in den frühen Morgenstunden die erschütternde Bilanz bekannt: Mindestens 24 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Unter den Todesopfern befindet sich auch einer der Lokführer. Moreno schloss nicht aus, dass in den Trümmern noch weitere Leichen gefunden werden könnten.
Mehr als 70 Verletzte wurden in insgesamt sechs Krankenhäuser der Region eingeliefert. 15 Personen erlitten schwere Verletzungen und mussten noch in der Nacht notoperiert werden. Feuerwehrleiter Paco Carmona beschrieb den Einsatz als äußerst schwierig – das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, das Ausmaß der Zerstörung enorm.
Dramatische Szenen: Passagiere klettern aus Fenstern
Augenzeugenberichte zeichnen ein Bild des Chaos und der Verzweiflung. Eine Passagierin berichtete auf der Plattform X, dass ihr Zug etwa zehn Minuten nach Abfahrt in Córdoba heftig zu wackeln begann und ab Wagen 6 entgleiste. Der Strom fiel sofort aus.
Radiojournalist Salvador Jiménez, der zufällig in einem der Züge saß, schilderte den Moment des Unglücks: Es habe sich angefühlt wie ein Erdbeben. Sofort wurde nach medizinischem Personal an Bord gerufen. Rettungskräfte nahmen Hämmer, um die Fenster einzuschlagen. In Videos ist zu sehen, wie Überlebende aus den Fenstern der beschädigten Waggons klettern.
Warum ist die Unfallursache beim Zugunglück in Spanien so rätselhaft?
Verkehrsminister Óscar Puente zeigte sich bei einer Pressekonferenz sichtlich irritiert über die Umstände des Unglücks. Die Strecke sei gerade, der betroffene Iryo-Zug relativ neu und der Streckenabschnitt erst kürzlich für 700 Millionen Euro renoviert worden.
Bahnexperten wie Ingenieur Jorge Trigueros äußerten sich ebenso erstaunt. Das spanische Sicherheitssystem ERTMS (European Rail Traffic Management System) hätte einen solchen Unfall eigentlich automatisch verhindern müssen – ganz ohne Eingreifen des Lokführers. Die Ermittlungen wurden aufgenommen, erste Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
Reaktionen auf das Zugunglück Spanien: Trauer und Solidarität
Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von einer Nacht tiefen Schmerzes für Spanien und sicherte schnelle Hilfe zu. Die spanische Königsfamilie erklärte, die Lage mit großer Besorgnis zu verfolgen, und sprach den Angehörigen ihr Beileid aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X auf Spanisch: In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken.
In der 4.000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigten sich die Menschen solidarisch. Freiwillige Helfer brachten trotz später Stunde Decken, Arzneimittel und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Supermarktbesitzerin Rafaela öffnete umgehend ihren Laden und sagte gegenüber dem Sender RTVE: Heute schläft hier niemand. Das Rote Kreuz Spanien leistete psychologische Betreuung für Betroffene und Angehörige.
Zugunglück Spanien 2013: Erinnerungen an Santiago de Compostela
Das aktuelle Unglück weckt in ganz Spanien, besonders aber in Galicien, schmerzhafte Erinnerungen an die Katastrophe vom 24. Juli 2013. Damals entgleiste ein Zug in Angrois wenige Kilometer vor Santiago de Compostela mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve. 80 Menschen kamen ums Leben – das schwerste Zugunglück in der Geschichte Spaniens.
Das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz AVE gilt eigentlich als eines der modernsten und sichersten der Welt. Mit über 3.000 Kilometern Streckennetz ist es das zweitgrößte Hochgeschwindigkeitsnetz nach China. Die Züge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 310 km/h und sind bei Touristen sehr beliebt.
Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Spanien
Der gesamte Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde nach dem Unglück sofort eingestellt. Reisende müssen bis auf Weiteres mit erheblichen Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Die Bahngesellschaft Renfe informiert auf ihrer Website über alternative Verbindungen und Erstattungsmöglichkeiten.
Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch unklar. Zunächst müssen die Ermittlungen abgeschlossen und die Unfallstelle geräumt werden. Die Bergungsarbeiten gestalten sich aufgrund der schweren Beschädigung der Waggons als aufwendig.

Häufige Fragen zum Zugunglück in Spanien
Fazit: Zugunglück Spanien erschüttert ein ganzes Land
Das schwere Zugunglück bei Adamuz mit mindestens 24 Toten und über 70 Verletzten hat Spanien in tiefe Trauer gestürzt. Die Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge auf einer der wichtigsten Bahnstrecken des Landes wirft Fragen zur Sicherheit des als vorbildlich geltenden spanischen Schienennetzes auf. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen auf Hochtouren. Wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald neue Informationen vorliegen.
Über den Autor:
Dieser Artikel wurde von der Redaktion der Rathausnachrichten auf Basis aktueller Agenturmeldungen (dpa, Reuters) und offizieller Quellen der spanischen Behörden erstellt. Stand: 19. Januar 2026, 08:00 Uhr MEZ.






