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Nach einem schweren Sabotage-Akt auf das Berliner Stromnetz im September 2025 durchsuchen Ermittler seit dem frühen Morgen des 24.03.2026 mehrere Objekte in der Hauptstadt. Die Razzia richtet sich gegen mutmaßliche Linksextremisten, die für den Anschlag verantwortlich sein sollen. Ein Schwerpunkt der Einsätze ist Berlin-Kreuzberg.
Das Wichtigste in Kürze
- Razzia in Berlin: Am Morgen des 24. März 2026 startete die Berliner Polizei 15 Durchsuchungen im gesamten Stadtgebiet.
- Ziel der Aktion: Die Maßnahmen richten sich gegen Personen aus der linksextremistischen Szene, die mit einem Strom-Anschlag im September 2025 in Verbindung stehen sollen.
- Ermittlungsgruppe „Spannung“: Eine spezielle Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) hat monatelang Spuren ausgewertet und Tatverdächtige identifiziert.
- Keine Festnahmen: Laut ersten Informationen geht es primär um die Sicherung von Beweismaterial. Haftbefehle wurden nicht vollstreckt.
- Hintergrund: Im September 2025 sorgte ein Brandanschlag auf Strommasten für einen tagelangen, großflächigen Stromausfall im Südosten Berlins.
Im Zuge der Ermittlungen zum Strom-Anschlag in Berlin vom September 2025 hat die Polizei am heutigen Dienstag, dem 24.03.2026, eine großangelegte Razzia gestartet. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Beamte des Landeskriminalamtes insgesamt 15 Objekte in der Hauptstadt. Die Aktion zielt darauf ab, Beweismittel zu sichern und die Strukturen hinter dem schweren Sabotage-Akt aufzudecken.
Hintergründe der Ermittlungen zum Strom-Anschlag Berlin
Die heutigen Durchsuchungen sind das Ergebnis monatelanger Arbeit der „Ermittlungsgruppe Spannung“ des LKA. Diese wurde eigens eingerichtet, um die Täter des Anschlags vom Herbst 2025 zu fassen. Damals hatten Unbekannte durch einen Brandanschlag auf zwei Hochspannungsmasten einen massiven Stromausfall verursacht, von dem zehntausende Haushalte betroffen waren. Die Ermittler verfolgten seither hunderte Spuren, werteten Bekennerschreiben aus und konnten so offenbar einen Kreis von Tatverdächtigen aus der linksextremistischen Szene identifizieren.
Schwerpunkte der Razzia in Berlin
Beobachtern zufolge konzentrierten sich die Einsätze auf bekannte Treffpunkte der linksextremen Szene. Ein Einsatzort war eine „Anarchistische Bibliothek“ in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. Ein weiterer Schwerpunkt der Durchsuchungen lag in der Schererstraße im Ortsteil Wedding. Ziel der Polizei ist es, Beweismaterial wie Datenträger, Kommunikationsmittel und mögliche Tatwerkzeuge zu finden, die mit dem Strom-Anschlag in Berlin in Verbindung stehen könnten. Festnahmen oder Haftbefehle soll es nach aktuellen Informationen nicht geben.
Der Strom-Anschlag vom September 2025
Der Sabotageakt im September 2025 war einer der schwersten Angriffe auf die kritische Infrastruktur Berlins in den letzten Jahren. Am 9. September 2025 legte ein gezielter Brandanschlag auf Strommasten Teile des Bezirks Treptow-Köpenick für rund 60 Stunden lahm. In einem Bekennerschreiben, das auf der Plattform „Indymedia“ auftauchte, bekannte sich eine anarchistische Gruppe zu der Tat. Der Angriff wurde als Protest gegen den „militärisch-industriellen Komplex“ im nahegelegenen Technologiepark Adlershof dargestellt. Die Behörden stuften das Schreiben als authentisch ein und ermitteln seitdem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Politische Reaktionen und Einschätzungen
Politiker verurteilten den Anschlag damals scharf. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach von einer „hohen kriminellen Energie“ und einem „gefährlichen Angriff“, der Menschenleben gefährde. Experten des Bundesamtes für Verfassungsschutz warnen seit Längerem vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft in Teilen der linksextremistischen Szene, insbesondere bei Angriffen auf die kritische Infrastruktur. Die Ermittlungen in solchen Fällen gestalten sich oft schwierig, da die Täter konspirativ vorgehen. Die heutige Razzia zeigt jedoch, dass die Sicherheitsbehörden die Szene intensiv beobachten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Anlass für die Razzia am 24.03.2026 in Berlin?
Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Sabotage-Akt auf das Berliner Stromnetz im September 2025. Sie richten sich gegen Verdächtige aus der linksextremistischen Szene.
Wer führt die Ermittlungen?
Die Ermittlungen werden von der speziell eingerichteten „Ermittlungsgruppe Spannung“ des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) geführt. Nach dem Anschlag hatte zeitweise auch die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
Gab es bei der Razzia Festnahmen?
Nein, nach bisherigen Informationen wurden keine Haftbefehle vollstreckt. Die Razzia dient vorrangig der Sicherstellung von Beweismitteln.
Was war beim Strom-Anschlag in Berlin im September 2025 passiert?
Durch einen Brandanschlag auf zwei Strommasten im Südosten Berlins kam es zu einem etwa 60-stündigen Stromausfall, von dem zehntausende Haushalte und Unternehmen betroffen waren. Eine linksextremistische Gruppe bekannte sich zu der Tat.
Fazit
Die heutige Razzia nach dem Strom-Anschlag in Berlin zeigt die Entschlossenheit der Sicherheitsbehörden, Angriffe auf die kritische Infrastruktur aufzuklären und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Auch wenn es zunächst keine Festnahmen gab, ist die Sicherstellung von Beweismaterial ein wichtiger Schritt in den monatelangen Ermittlungen der „EG Spannung“. Die Durchsuchungen in Kreuzberg und Wedding machen deutlich, dass die Ermittler konkrete Spuren in die linksextremistische Szene verfolgen. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Auswertung der sichergestellten Materialien bringen wird und ob Anklagen erhoben werden können. Der Vorfall unterstreicht die Verletzlichkeit moderner urbaner Zentren und die Notwendigkeit, kritische Infrastrukturen besser zu schützen. Weitere Informationen werden von der Polizei Berlin im Laufe des Tages erwartet.





