Die Newcastle-Krankheit ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die Geflügel befällt. Acht bestätigte Ausbrüche in Brandenburg und Bayern haben die Veterinärbehörden in Alarmbereitschaft versetzt. Die Krankheit, die lange Zeit in Deutschland als ausgerottet galt, stellt nun eine erhebliche Bedrohung für Geflügelbestände und andere Vogelhaltungen dar. Newcastle Krankheit steht dabei im Mittelpunkt.

+
Was ist die Newcastle-Krankheit und wie gefährlich ist sie?
Die Newcastle-Krankheit, auch atypische Geflügelpest genannt, ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die fast alle Vogelarten befallen kann, insbesondere Hühner und Puten. Die Krankheit wird durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) verursacht und kann zu schweren Symptomen wie Atemnot, neurologischen Störungen und plötzlichem Tod führen. Für den Menschen ist die Newcastle-Krankheit meist ungefährlich, kann aber in seltenen Fällen eine Bindehautentzündung verursachen.
Die wichtigsten Fakten
- Acht bestätigte Ausbrüche in Brandenburg und Bayern
- Hohe Ansteckungsgefahr für Geflügel und andere Vogelhaltungen
- Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder indirekt über kontaminierte Gegenstände
- Symptome reichen von Atemnot bis zu neurologischen Störungen
- Impfpflicht in Deutschland soll Ausbreitung verhindern
Aktuelle Ausbrüche in Deutschland
Nachdem Ende Februar der erste Ausbruch der Newcastle-Krankheit seit 30 Jahren in Brandenburg gemeldet wurde, hat sich die Lage in den letzten Wochen zugespitzt. Wie Stern berichtet, wurden inzwischen insgesamt acht Fälle bestätigt: zwei in Brandenburg und sechs im bayerischen Landkreis Erding bei München. Die betroffenen Geflügelbestände wurden umgehend gekeult, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Bis Mittwochvormittag wurden rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet, teilte die Pressestelle mit.
Die Veterinärbehörden sind in höchster Alarmbereitschaft und haben strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Newcastle-Krankheit ergriffen. Dazu gehören die Einrichtung von Sperrzonen um die betroffenen Betriebe, die Anordnung von Desinfektionsmaßnahmen und die Überwachung von Geflügelbeständen in der Umgebung. Auch die Bevölkerung wird aufgefordert, wachsam zu sein und verdächtige Fälle von erkrankten oder verendeten Vögeln den Behörden zu melden. (Lesen Sie auch: Generation Z Rollenbilder: Umfrage zeigt überraschende Ergebnisse)
Ausbreitung in Europa
Die Newcastle-Krankheit ist nicht nur in Deutschland ein Problem. Auch in anderen europäischen Ländern wie Polen, Tschechien und der Slowakei wurden in den letzten Monaten Ausbrüche der Geflügelkrankheit festgestellt. Dies deutet auf eine mögliche Ausbreitung des Virus über Ländergrenzen hinweg hin, was die Bekämpfung der Seuche zusätzlich erschwert. Die Europäische Union hat ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, die Überwachung von Geflügelbeständen zu intensivieren und gegebenenfalls zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beobachtet die Situation genau und gibt regelmäßig Empfehlungen zur Risikobewertung und zum Management der Newcastle-Krankheit heraus.
Besondere Vorsicht gilt für Zoos und andere Einrichtungen, die Vögel halten. Die Newcastle-Krankheit kann auch für diese Vogelbestände eine erhebliche Gefahr darstellen.
Ursachen und Übertragung
Das Newcastle-Disease-Virus (NDV) ist hoch ansteckend und kann sich schnell innerhalb von Geflügelbeständen ausbreiten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Vögeln. Aber auch indirekte Übertragungswege spielen eine wichtige Rolle. Das Virus kann über kontaminierte Gegenstände wie Futter, Wasser, Gerätschaften, Kleidung und Schuhwerk verbreitet werden. Auch die Luft kann eine Rolle bei der Übertragung spielen, insbesondere in geschlossenen Ställen.
Wildvögel können ebenfalls zur Verbreitung der Newcastle-Krankheit beitragen, auch wenn sie selbst nicht immer erkranken. Sie können das Virus über weite Strecken transportieren und in Kontakt mit Geflügelbeständen bringen. Daher ist es wichtig, Geflügel vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen, beispielsweise durch die Abdeckung von Futter- und Wasserstellen. (Lesen Sie auch: Harvey Weinstein Prozess: Neuer im April Erwartet)
Symptome und Diagnose
Die Symptome der Newcastle-Krankheit können je nach Virulenz des Virusstammes, Vogelart und Alter der Tiere variieren. Typische Anzeichen sind:
- Atemnot, Husten, Niesen
- Veränderungen der Legeleistung und Eiqualität
- Neurologische Störungen wie Zittern, Krämpfe, Lähmungen
- Durchfall
- Plötzliche Todesfälle
Bei Verdacht auf Newcastle-Krankheit ist es wichtig, umgehend einen Tierarzt zu kontaktieren. Die Diagnose kann durch verschiedene Labortests gestellt werden, beispielsweise durch den Nachweis des Virus im Blut oder in Organproben. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, ist Referenzlabor für die Newcastle-Krankheit in Deutschland und bietet entsprechende Diagnostik an.
Bekämpfung und Prävention
Die Bekämpfung der Newcastle-Krankheit basiert auf verschiedenen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Geflügelbestände zu schützen.
Eine wichtige Maßnahme ist die Impfung von Geflügel. In Deutschland besteht eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit. Die Impfung schützt die Tiere zwar nicht vollständig vor einer Infektion, kann aber den Krankheitsverlauf mildern und die Virusausscheidung reduzieren. Dadurch wird die Ausbreitung der Seuche verlangsamt. (Lesen Sie auch: Horn Bad Meinberg CO2: Zwei Menschen Bewusstlos…)
Darüber hinaus sind strenge Biosicherheitsmaßnahmen unerlässlich. Dazu gehören:

- Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs auf den Betrieben
- Regelmäßige Desinfektion von Ställen und Gerätschaften
- Schutz vor Kontakt mit Wildvögeln
- Sorgfältige Reinigung und Desinfektion von Transportfahrzeugen
Im Falle eines Ausbruchs der Newcastle-Krankheit werden die betroffenen Geflügelbestände in der Regel gekeult, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Um die Keulung möglichst effektiv durchzuführen, ist ein Krisenplan notwendig, der im Ernstfall greift. Die Entschädigung der betroffenen Geflügelhalter erfolgt nach den geltenden tierseuchenrechtlichen Bestimmungen.
Achten Sie auf Hygiene und melden Sie verdächtige Symptome bei Ihren Tieren sofort dem zuständigen Veterinäramt.
Auswirkungen auf den Menschen
Eine Infektion des Menschen mit dem Newcastle-Disease-Virus ist selten. In den meisten Fällen beschränkt sich die Erkrankung auf eine Bindehautentzündung, die mit Rötung, Schwellung und Tränenfluss einhergeht. In Einzelfällen, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, können auch schwerere Verläufe mit grippeähnlichen Symptomen auftreten. Allerdings sind tödliche Fälle beim Menschen äußerst selten. (Lesen Sie auch: Lepra Chile besiegt: WHO erklärt für -Frei)
Trotz der geringen Gefahr für den Menschen ist es wichtig, bei Kontakt mit infiziertem Geflügel oder kontaminierten Gegenständen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört das Tragen von Schutzkleidung und Handschuhen sowie die sorgfältige Reinigung und Desinfektion der Hände. Auch der Kontakt mit Wildvögeln sollte vermieden werden.
Wie geht es weiter?
Die aktuellen Ausbrüche der Newcastle-Krankheit in Deutschland zeigen, dass die Gefahr durch Tierseuchen weiterhin besteht und die Veterinärbehörden gefordert sind. Es ist wichtig, die Überwachung von Geflügelbeständen zu intensivieren, die Biosicherheitsmaßnahmen zu verbessern und die Impfstrategien anzupassen, um die Ausbreitung der Newcastle-Krankheit und anderer Tierseuchen zu verhindern. Nur so kann der Geflügelbestand und die Lebensmittelsicherheit geschützt werden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung und die enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Tierärzten und Geflügelhaltern sind dabei von entscheidender Bedeutung.











