Update vom 24.02.2026: Verkehrspräsident Hillebrand tritt zurück
Als direkte Konsequenz der anhaltenden Kritik und der Kündigungswelle hat ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand am 2. Februar 2026 seinen Rücktritt erklärt. In einer offiziellen Mitteilung bedauerte Hillebrand, dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und der Glaubwürdigkeit des Clubs geschadet hätten. Mit diesem Schritt übernehme er die persönliche Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden.
Die Zahl der Kündigungen im Zusammenhang mit dem Interview wird inzwischen auf rund 60.000 beziffert. Gleichzeitig konnte der ADAC jedoch allein im Januar 2026 über 100.000 neue Mitglieder gewinnen, was die Verluste mehr als ausgleicht. Die Aufgaben des Verkehrspräsidenten werden kommissarisch von ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze übernommen.
📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2026
Die ADAC Kündigungswelle 2026 wurde durch ein Interview des damaligen Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand ausgelöst, in dem er die CO₂-Bepreisung als „richtiges Instrument“ bezeichnete. Tausende Mitglieder interpretierten dies als Forderung nach höheren Spritpreisen und kündigten aus Protest ihre Mitgliedschaft, was schließlich zum Rücktritt Hillebrands führte.
Inhaltsverzeichnis
- Was löste die ADAC Kündigungswelle 2026 aus?
- Das Interview: Was hat ADAC-Chef Hillebrand gesagt?
- Reaktionen: So wütend sind die Mitglieder
- ADAC rudert zurück: „Wir wurden missverstanden“
- Wie viele Mitglieder sind ausgetreten?
- ADAC kündigen: So funktioniert der Austritt
- ADAC-Alternativen: Welche Automobilclubs gibt es?
- Hintergrund: Warum der Konflikt so eskaliert
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: ADAC zwischen Klimaschutz und Mitgliederinteressen
- Über den Autor
Was löste die ADAC Kündigungswelle 2026 aus?
Über Weihnachten und Neujahr 2025/2026 haben zehntausende Mitglieder ihren Austritt aus Europas größtem Automobilclub erklärt und damit die ADAC Kündigungswelle 2026 ausgelöst. Der Auslöser war ein Interview von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, worin er sich für höhere Spritpreise durch die CO₂-Bepreisung aussprach. Folglich fühlten sich viele der rund 22 Millionen Mitglieder verraten.
In sozialen Netzwerken posteten wütende Autofahrer daraufhin ihre Kündigungsschreiben, teilten Screenshots ihrer Austrittsformulare und riefen zum Boykott auf. Obwohl sich der ADAC um Schadensbegrenzung bemühte und sich missverstanden fühlte, war für viele langjährige Mitglieder das Vertrauen endgültig zerstört. Was genau hat Hillebrand gesagt und wie reagierte der Automobilclub auf die massive Kritik?
ADAC Kündigungswelle 2026 – Das Wichtigste:
• Auslöser: Interview von Verkehrspräsident Hillebrand mit der NOZ
• Aussage: CO₂-Preis sei „richtiges Instrument“ für höhere Spritpreise
• Reaktion: Zehntausende Mitglieder kündigen über Weihnachten/Neujahr
• ADAC: Rudert zurück, fühlt sich „missverstanden“
• Betroffene: Über 90 % der Mitglieder fahren Verbrenner
Das Interview: Was hat ADAC-Chef Hillebrand gesagt?
Am 23. Dezember 2025 erschien in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) ein Interview mit dem damaligen ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand. Darin äußerte er sich zur Klimapolitik im Verkehr und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus, der direkt zur ADAC Kündigungswelle 2026 führte.
Die zentralen Aussagen Hillebrands im Interview waren:
- „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“
- „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“
- „Europa muss an ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten, denn wir müssen die Erderwärmung begrenzen.“
- Die Elektromobilität präge zudem „die Zukunft, ganz klar“.
Für viele Autofahrer klang das nach einer klaren Forderung nach höheren Benzin- und Dieselpreisen. Ein Automobilclub, der das Autofahren verteuern will? Das empfanden Hunderttausende als einen Verrat an den eigenen Mitgliedern und ihren Kerninteressen.
💰 CO₂-Preis 2026:
Der CO₂-Preis steigt 2026 weiter an. Nach ADAC-Berechnungen bedeutet das:
• Benzin: +3 Cent pro Liter
• Diesel: +3 Cent pro Liter
• Heizöl: +3 Cent pro Liter
Die Preisspanne liegt 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO₂.
Reaktionen: So wütend sind die Mitglieder
Die ADAC Kündigungswelle 2026 begann noch am selben Tag der Veröffentlichung. Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel explodierte die Empörung in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Mitglieder posteten ihre Kündigungsschreiben, kommentierten wütend und riefen andere zum Austritt auf.
| Reaktion | Beispiel aus sozialen Medien |
|---|---|
| Langjähriges Mitglied | „Ich habe gestern endgültig (nach 40 Jahren!) meine Mitgliedschaft im ADAC außerordentlich gekündigt.“ |
| Enttäuschter Autofahrer | „Mitglied seit 1997 – jetzt ist Schluss. Wenn der ADAC die Interessen seiner Mitglieder nicht mehr vertreten möchte, bin ich halt raus.“ |
| Protest | „Ich brauche mein Auto. Was ich nicht brauche, ist ein Verein, der Autofahrer vor den Bus stößt. Tschüss.“ |
| Boykott-Aufruf | „Kündigung ist raus. Und ich hoffe, dass noch mehrere folgen von den ca. 22 Millionen. Beiße nie die Hand, die dich füttert.“ |
Der Hashtag #ADAC trendete auf X (ehemals Twitter), weil viele Nutzer Kündigungsvorlagen und Links zum ADAC-Kündigungsformular teilten. Die vorherrschende Stimmung war klar: Ein Automobilclub, der höhere Spritpreise fordert, hat seine Daseinsberechtigung verloren.
ADAC rudert zurück: „Wir wurden missverstanden“
Angesichts der massiven Austrittswelle bemühte sich der ADAC um Schadensbegrenzung. In Stellungnahmen gegenüber verschiedenen Medien versuchte Hillebrand, seine kontroversen Aussagen zu relativieren:
- „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise.“
- „Der ADAC ist selbstverständlich gegen eine höhere Belastung von Autofahrern.“
- Die Aussagen seien außerdem „in Schlagzeilen verkürzt“ wiedergegeben worden.
- Man habe lediglich gesagt, der CO₂-Preis könne ein „geeignetes Instrument“ sein – allerdings nur, wenn gleichzeitig Alternativen geschaffen würden.
In einem Schreiben an die Mitglieder hieß es zudem: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO₂-Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat.“ Dennoch konnte dies die Gemüter kaum beruhigen.
⚠️ Kritiker halten dagegen:
Hillebrand hatte im Interview wortwörtlich gesagt: „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument.“ Und: „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen umzusteigen.“ Für viele Mitglieder ist das eine klare Forderung nach höheren Spritpreisen – unabhängig von späteren Relativierungen.
Wie viele Mitglieder sind ausgetreten?
Die ADAC Kündigungswelle 2026 erreichte schnell ein beachtliches Ausmaß. Während der ADAC anfangs von einer „mittleren vierstelligen Zahl“ an Austritten sprach, wurde die Zahl später auf rund 60.000 Kündigungen korrigiert, die in direktem Zusammenhang mit dem Interview standen.
Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr wuchs der ADAC um rund 490.000 Mitglieder. Allein im Januar 2026 konnte der Club jedoch über 100.000 neue Mitglieder gewinnen, was dem Vorjahresniveau entspricht. Die Kündigungswelle ist also spürbar, aber für den Club mit über 22 Millionen Mitgliedern nicht existenzbedrohend.
Dennoch betonte der ADAC: „Wir hoffen, dass wir auch die Mitglieder, die aufgrund der Irritationen ausgetreten sind, wieder vom ADAC überzeugen können.“
ADAC kündigen: So funktioniert der Austritt
Wer seine ADAC-Mitgliedschaft kündigen möchte, muss einige Fristen beachten. Eine ordentliche Kündigung ist meist unkompliziert möglich, während eine Sonderkündigung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Kündigungsfrist | 3 Monate vor Ende der Beitragsperiode |
| Form | Textform (Online, E-Mail, Post) |
| Online kündigen | adac.de/mitgliedschaft/kuendigung/formular |
| service@adac.de | |
| Sonderkündigung | Bei Beitragserhöhung über 10 %, Umzug ins Ausland, schwerer Krankheit |
Wichtig: Viele Mitglieder versuchten im Zuge der ADAC Kündigungswelle 2026, eine außerordentliche Kündigung wegen „Vertrauensbruch“ durchzusetzen. Ob der ADAC diese akzeptiert, ist jedoch fraglich. Eine pauschale politische Aussage des Vorstands begründet rechtlich in der Regel kein Sonderkündigungsrecht.
ADAC-Alternativen: Welche Automobilclubs gibt es?
Wer den ADAC verlässt, sucht oft nach Alternativen. Diese Automobilclubs bieten ähnliche Leistungen und positionieren sich teilweise anders in verkehrspolitischen Fragen. Ein Vergleich kann sich daher lohnen.
| Club | Mitglieder | Besonderheit |
|---|---|---|
| AvD | ~1,4 Mio. | Ältester dt. Automobilclub (1899) |
| ACE | ~650.000 | Zweitgrößter Club |
| ACV | ~500.000 | Günstigere Tarife |
| Mobil in Deutschland | ~30.000 | Stark auf Autofahrerinteressen fokussiert |
Hintergrund: Warum der Konflikt so eskaliert
Der Konflikt zeigt den tiefen Spagat, in dem sich der ADAC befindet. Auf der einen Seite muss er sich als moderner Mobilitätsdienstleister positionieren und Themen wie Klimaschutz und Verkehrswende berücksichtigen. Andererseits vertritt er eine Basis von über 22 Millionen Mitgliedern, von denen die überwältigende Mehrheit noch immer ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt und steigende Kosten fürchtet.
Die Aussagen von Hillebrand wurden als Zeichen gewertet, dass der Club die Sorgen seiner Kernzielgruppe nicht mehr ernst nimmt. Dieser Eindruck führte letztlich zu der heftigen Reaktion und der ADAC Kündigungswelle 2026, da sich viele Mitglieder in ihrer Lebensrealität nicht mehr vertreten fühlten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was war der Auslöser für die ADAC Kündigungswelle 2026?
Auslöser war ein Interview von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, in dem er die CO₂-Bepreisung als „richtiges Instrument“ bezeichnete, was als Forderung nach höheren Spritpreisen verstanden wurde.
Wie viele Mitglieder haben gekündigt?
Im Zuge der Kontroverse kündigten rund 60.000 Mitglieder ihre ADAC-Mitgliedschaft. Gleichzeitig gewann der Club im Januar 2026 aber über 100.000 neue Mitglieder hinzu.
Hat der ADAC seine Position geändert?
Der ADAC betonte, missverstanden worden zu sein und nicht pauschal für höhere Spritpreise zu sein. Man knüpfe einen höheren CO₂-Preis an die Bedingung, dass es für Autofahrer gleichzeitig Entlastungen und bezahlbare Alternativen gibt.
Fazit: ADAC zwischen Klimaschutz und Mitgliederinteressen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die ADAC Kündigungswelle 2026 ein klares Signal der Mitglieder an ihren Club war. Die unglückliche Kommunikation zu einem hochsensiblen Thema wie den Spritpreisen hat massives Vertrauen gekostet. Der Vorfall unterstreicht den schwierigen Balanceakt des ADAC, sich zukunftsfähig aufzustellen, ohne seine traditionelle Basis zu verprellen. Die Konsequenzen, insbesondere der Rücktritt des Verkehrspräsidenten, zeigen, wie ernst der Club die Reaktion seiner Mitglieder nimmt.
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