Kita Kinder Krank? Gerade erst eingewöhnt, schon wieder mit Fieber zu Hause – das ist für viele Eltern ein bekanntes Szenario. Tatsächlich machen Kleinkinder im ersten Kita-Jahr besonders viele Infektionen durch. Das ist normal und hat langfristig sogar Vorteile.

+
Familien-Tipp
- Akzeptanz: Erkennen Sie an, dass Infekte im Kita-Alltag normal sind.
- Stärkung des Immunsystems: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf für Ihr Kind.
- Austausch: Sprechen Sie mit anderen Eltern über deren Erfahrungen und Tipps.
- Unterstützung: Planen Sie flexible Arbeitszeiten oder Betreuungsalternativen für Krankheitstage ein.
Warum sind Kita Kinder so oft krank?
Kleinkinder, die neu in die Kita kommen, sind häufiger krank, weil ihr Immunsystem noch nicht mit der Vielfalt an Erregern in einer Gemeinschaftseinrichtung vertraut ist. Im ersten Kitajahr machen sie typischerweise 12 bis 15 Atemwegsinfekte, zwei Magen-Darm-Erkrankungen und ein oder zwei Hautausschlag verursachende Infektionen durch. Wie Stern berichtet, ist dies eine normale Reaktion des Körpers.
Die Fakten im Überblick
Britische Forschende haben herausgefunden, dass ein einjähriges Kind im ersten Kita-Jahr durchschnittlich 12 bis 15 Atemwegsinfekte, 2 Magen-Darm-Erkrankungen und 1 bis 2 Hautausschläge erleidet. (Lesen Sie auch: Prozessbegleitung Gewaltopfer: Mehr Hilfe bei Strafprozessen)
Welche Auswirkungen haben die häufigen Infekte auf Familien?
Die ständigen Erkrankungen der Kleinen haben erhebliche Auswirkungen auf berufstätige Eltern. In Deutschland können beide Elternteile zusammen 15 Arbeitstage pro Jahr zur Betreuung eines gesetzlich krankenversicherten Kindes freinehmen. Bei mehreren Kindern kann sich dieser Anspruch auf bis zu 70 Tage summieren. Gerade im ersten Kita-Jahr kann dies zu Engpässen führen.
Es ist wichtig, dass Arbeitgeber die Situation von Eltern kleiner Kinder anerkennen und berücksichtigen, dass diese regelmäßig zur Betreuung ihrer Kinder fehlen müssen. Ärzteblatt.de betont, dass auch Eltern selbst anfälliger dafür sind, krank zu werden.
Gibt es auch positive Effekte?
Ja, längerfristig betrachtet gibt es auch einen positiven Effekt. Kinder, die eine Kita besucht haben, sind in den ersten Schuljahren seltener krank als Kinder, die nicht in Gemeinschaftseinrichtungen betreut wurden. Der frühe Kontakt mit verschiedenen Erregern scheint einen gewissen Schutz für die ersten Schuljahre zu bieten, da das Immunsystem bereits eine gewisse Immunität gegen häufige Infektionen entwickelt hat. (Lesen Sie auch: Kunstraub DDR: Mysteriöser Anruf Löste Fall nach…)
Was können Eltern tun, um die Situation zu verbessern?
Obwohl sich die Häufigkeit von Infekten im Laufe der Kita-Zeit reduziert, können Eltern einiges tun, um das Immunsystem ihrer Kinder zu unterstützen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Auch eine gute Hygiene, wie regelmäßiges Händewaschen, kann helfen, die Ausbreitung von Krankheitserregern zu reduzieren.
Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über Möglichkeiten zur Stärkung des Immunsystems Ihres Kindes. Es gibt verschiedene pflanzliche Mittel und homöopathische Ansätze, die unterstützend wirken können.
Was sagt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen?
Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) weist darauf hin, dass Arbeitgeber Verständnis zeigen müssen. Es sei normal, dass Eltern kleiner Kinder regelmäßig von der Arbeit freinehmen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Der BVKJ setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. (Lesen Sie auch: Atommüll Transporte NRW: Umstrittene Reise nach Ahaus…)
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis sich das Immunsystem eines Kindes an die Kita-Umgebung gewöhnt hat?
In der Regel dauert es etwa ein Jahr, bis sich das Immunsystem eines Kindes an die neue Umgebung in der Kita angepasst hat. In dieser Zeit sind häufige Infekte normal. Danach pendelt sich die Häufigkeit der Erkrankungen meist ein.

Welche Rolle spielt die Gruppengröße in der Kita bei der Häufigkeit von Infekten?
Eine größere Gruppengröße kann tendenziell zu einer höheren Ansteckungsgefahr führen, da mehr Kinder auf engem Raum zusammen sind. Allerdings spielen auch andere Faktoren wie die Hygiene und die allgemeine Gesundheit der Kinder eine Rolle.
Kann man die Anzahl der Krankheitstage durch eine spätere Eingewöhnung reduzieren?
Eine spätere Eingewöhnung verschiebt das Problem lediglich. Das Kind wird zwar später mit den Erregern in Kontakt kommen, aber die Infekte werden trotzdem auftreten. Längerfristig bietet der frühe Kontakt sogar Vorteile für das Immunsystem. (Lesen Sie auch: Wetter Morgen: DWD warnt vor Unwettern und…)
Welche Hygienemaßnahmen sind in der Kita besonders wichtig?
Regelmäßiges Händewaschen, die Reinigung von Oberflächen und Spielzeug sowie das korrekte Entsorgen von Taschentüchern sind wichtige Hygienemaßnahmen in der Kita. Auch das Lüften der Räume trägt zur Reduzierung der Keimbelastung bei.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Versuchen Sie, die Zeit mit Ihrem kranken Kind positiv zu gestalten. Kuscheln, Vorlesen und ruhige Spiele stärken die Bindung und helfen Ihrem Kind, schnell wieder gesund zu werden.









