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Die bekannte ARD-Schauspielerin Annett Renneberg (48, „In aller Freundschaft“) hat erstmals öffentlich gemacht, mit 13 am Set missbraucht worden zu sein. In einem Interview enthüllt sie Details über die traumatischen Erlebnisse während der Dreharbeiten zum Film „Die Brut der schönen Seele“ im Jahr 1991, die sie 35 Jahre lang begleitet haben.
- Schwere Vorwürfe: Annett Renneberg gibt an, sie sei bei ihrem ersten Filmdreh als 13-Jährige missbraucht worden.
- Konkrete Szenen: Sie beschreibt eine erzwungene Masturbationsszene und eine mehrfach wiederholte Entjungferungsszene als „Albtraum“.
- Kritik am System: Die Schauspielerin spricht von einer damaligen „Männerwelt“ in der Filmbranche, die Kindern nicht genug Schutz bot.
- Langes Schweigen: Renneberg hat aus Angst und Verdrängung 35 Jahre über die Vorkommnisse geschwiegen.
Hamburg – Es sind Enthüllungen, die erschüttern. Die Schauspielerin Annett Renneberg, vielen Zuschauern aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannt, hat zum 01.04.2026 erstmals über traumatische Erfahrungen gesprochen, die sie als Teenagerin machen musste. Sie erhebt den Vorwurf, mit 13 am Set missbraucht worden zu sein. Die Ereignisse fanden 1991 bei den Dreharbeiten zu ihrem Debütfilm „Die Brut der schönen Seele“ statt.
Ein Trauma, das 35 Jahre schweigt
Gegenüber der Zeitschrift „Bunte“ offenbarte Renneberg das jahrelange Trauma. „Aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen würde ich sagen, dass ich damals am Set missbraucht wurde“, zitiert das Magazin die heute 48-Jährige. Jahrzehntelang habe sie über die Vorkommnisse geschwiegen, aus einer Mischung von Schutz, Angst und Verdrängung. Dieses Schweigen hat sie nun gebrochen, um auf die damaligen Zustände aufmerksam zu machen und die Erlebnisse für sich selbst aufzuarbeiten.
Details zum Missbrauch am Set von „Die Brut der schönen Seele“
Die von Renneberg geschilderten Szenen sind bedrückend. „Es gab eine Masturbationsszene, die vor einem Spiegel im Stehen begann und bei der ich meine Brüste entblößen musste“, erklärte sie im Interview mit „Bunte“. Insbesondere die Dreharbeiten zu einer gespielten Entjungferung mit dem damals 17 Jahre älteren Schauspielkollegen Christoph Hohmann seien ein „Albtraum“ gewesen. Die Szene musste demnach mehrfach wiederholt werden, „weil mein Stöhnen zu unecht gewirkt habe“.
Zudem berichtet sie von einer weiteren Szene, die sie nur im Unterhöschen habe drehen müssen. Der mittlerweile verstorbene Regisseur Rainer Behrend (†68) habe diese Szene vorher mit ihr geprobt. Renneberg dazu: „Bekleidet zwar, aber mit Anfassen.“ Für die damals 13-Jährige waren dies tiefgreifende Grenzüberschreitungen, die sie bis heute nicht vergessen kann. Der Film, der 1992 erschien, stellt für sie ein unanschaubares Werk dar. Renneberg ist eine von vielen prominenten Frauen, die in den letzten Jahren ihre Stimme gegen Missbrauch in der Unterhaltungsindustrie erheben, ähnlich den Diskussionen im Rahmen der Me-Too-Bewegung.
Kritik an den damaligen Strukturen der Filmbranche
Rennebergs Aussagen sind auch eine Anklage gegen die damaligen Produktionsbedingungen in der deutschen Filmbranche. Sie beschreibt die Welt hinter der Kamera als eine klare „Männerwelt“, in der die Grenzen von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend geschützt wurden. Es habe an weiblichen Bezugspersonen und einem generellen Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit junger Darsteller gefehlt. Ihre Enthüllungen werfen ein kritisches Licht auf die Verantwortung von Regisseuren und Produktionsfirmen, insbesondere im Umgang mit Minderjährigen. Organisationen wie der WEISSE RING e.V. bieten heute Opfern von sexualisierter Gewalt Hilfe und Unterstützung an.
Häufig gestellte Fragen
In welchem Film hat Annett Renneberg die traumatischen Erfahrungen gemacht?
Die geschilderten Ereignisse fanden 1991 während der Dreharbeiten zum Kriminalfilm „Die Brut der schönen Seele“ statt, der 1992 veröffentlicht wurde. Es war Rennebergs erste Filmrolle.
Wer war der Regisseur des Films?
Regie führte der im Jahr 2009 verstorbene Regisseur und Theaterleiter Rainer Behrend.
Warum spricht Annett Renneberg erst jetzt darüber?
Sie gibt an, dass sie 35 Jahre lang aus Angst, Verdrängung und zum Selbstschutz geschwiegen hat. Mit dem heutigen Wissen und aus der heutigen Perspektive könne sie die Vorkommnisse als Missbrauch einordnen und öffentlich darüber sprechen.
Fazit
Die Enthüllung, dass Annett Renneberg mit 13 am Set missbraucht wurde, wiegt nach 35 Jahren des Schweigens besonders schwer. Ihre Aussagen über erzwungene Nacktheit und grenzüberschreitende Proben verdeutlichen die unzureichenden Schutzmechanismen für Kinder in der Filmbranche der frühen 90er Jahre. Diese späte Aufarbeitung ist ein mutiger Schritt, der die Debatte über Machtmissbrauch und den Schutz von Minderjährigen am Arbeitsplatz erneut anstößt.






