Antarktis Meereis: Nach Jahren des Rückgangs zeigt sich eine leichte Erholung. Das jährliche Minimum der von Meereis bedeckten Fläche in der Antarktis wurde für 2026 mutmaßlich am 26. Februar erreicht und betrug 2,58 Millionen Quadratkilometer. Diese Fläche liegt zwar über den Rekordtiefständen der Vorjahre, bleibt aber deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

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Die wichtigsten Fakten
- Das antarktische Meereis erreichte 2023 den bisherigen Tiefstwert.
- Die Meereisbedeckung der Antarktis schwankt jährlich stark.
- Experten sehen in der leichten Erholung keinen Anlass zur Entwarnung.
- Der Rückgang des Meereises beeinflusst Wetter, Ökosysteme und die Menschheit.
Antarktis Meereis: Eine fragile Erholung nach Rekordtiefs
Die Eisschicht auf dem Meer rund um den Südpol hat sich nach vier Jahren extremer Tiefststände leicht erholt. Wie Stern berichtet, wurde das jährliche Minimum der von Meereis bedeckten Fläche der Antarktis für 2026 mutmaßlich am 26. Februar erreicht und betrug 2,58 Millionen Quadratkilometer.
Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 wurde eine kleinere Fläche nur 15 Mal gemessen. Im Vergleich zu den Rekordtiefständen der Vorjahre hat sich die Meereisbedeckung im Jahr 2026 zwar leicht erholt, liegt aber immer noch etwa 260.000 Quadratkilometer unter dem Durchschnittswert der Jahre 1981 bis 2010, so Forscher des Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums der USA (NSIDC).
Walt Meier, ein Forscher des NSIDC, erklärte, dass die diesjährige Zahl angesichts der großen jährlichen Schwankungen des antarktischen Meereises nicht unerwartet sei. Diese Schwankungen machen es schwierig, langfristige Trends eindeutig zu bestimmen, betonen Experten. Die leichte Zunahme in diesem Jahr sollte daher nicht als Zeichen einer grundlegenden Trendwende interpretiert werden.
Die durchschnittliche Meereisfläche der Antarktis zwischen 1981 und 2010 betrug etwa 2,84 Millionen Quadratkilometer. Der diesjährige Wert liegt rund 9 % unter diesem Durchschnitt. (Lesen Sie auch: Polarstern Antarktis: Rätsel um Schwindendes Eis Gelöst?)
Warum ist das antarktische Meereis so wichtig?
Das Meereis der Antarktis spielt eine entscheidende Rolle für das globale Klima und die Ökosysteme. Es beeinflusst die Temperatur des Ozeans und der Atmosphäre, reflektiert Sonnenlicht zurück ins All und dient als Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Der Rückgang des antarktischen Meereises kann weitreichende Folgen haben.
Meereis ist gefrorenes Meerwasser, das auf der Oberfläche treibt. Im Gegensatz zu Gletschereis, das aus gefrorenem Süßwasser besteht, beeinflusst das Schmelzen von Meereis den Meeresspiegel nicht direkt. Allerdings hat der Rückgang des Meereises indirekte Auswirkungen, da die dunkle Meeresoberfläche mehr Sonnenlicht absorbiert und sich dadurch erwärmt. Dieser Effekt kann das Schmelzen von Gletschereis beschleunigen, was wiederum den Meeresspiegel ansteigen lässt.
Darüber hinaus beeinflusst das Meereis die Zirkulation des Ozeans. Wenn sich Meerwasser zu Eis gefriert, wird Salz freigesetzt, wodurch das umgebende Wasser dichter und schwerer wird. Dieses dichte Wasser sinkt ab und treibt globale Meeresströmungen an, die Wärme und Nährstoffe um den Globus transportieren. Veränderungen in der Meereisbedeckung können diese Strömungen stören und das Klima weltweit beeinflussen.
Welche Auswirkungen hat der Rückgang des Meereises auf die Tierwelt?
Der Rückgang des Meereises hat erhebliche Auswirkungen auf die Tierwelt der Antarktis. Viele Tierarten, wie Pinguine, Robben und Eisbären (obwohl Eisbären nur in der Arktis vorkommen), sind auf das Meereis als Lebensraum, Jagdgebiet und Fortpflanzungsstätte angewiesen. Weniger Meereis bedeutet weniger Lebensraum und weniger Nahrung für diese Tiere. Laut dem Alfred-Wegener-Institut hat die Veränderung des antarktischen Meereises einen direkten Einfluss auf die Populationen verschiedener Tierarten.
Pinguine nutzen das Meereis beispielsweise, um zu ihren Brutkolonien zu gelangen und zu jagen. Wenn das Meereis zu früh schmilzt oder zu spät gefriert, können die Pinguine Schwierigkeiten haben, ihre Jungen aufzuziehen und ausreichend Nahrung zu finden. Robben nutzen das Meereis, um sich auszuruhen und ihre Jungen aufzuziehen. Weniger Meereis bedeutet weniger sichere Plätze für die Robben, was sie anfälliger für Raubtiere macht. (Lesen Sie auch: Copernicus Klimabericht: Fünftwärmster Februar Weltweit)
Auch die Krill-Population, die eine wichtige Nahrungsquelle für viele antarktische Tiere darstellt, wird durch den Rückgang des Meereises beeinträchtigt. Krill ernährt sich von Algen, die unter dem Meereis wachsen. Weniger Meereis bedeutet weniger Algen und somit weniger Nahrung für den Krill. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette, da viele Tiere auf Krill als Nahrungsquelle angewiesen sind.
Die Rolle des Klimawandels
Der Klimawandel gilt als Hauptursache für den Rückgang des antarktischen Meereises. Die globale Erwärmung führt zu höheren Temperaturen in der Atmosphäre und im Ozean, was das Schmelzen des Meereises beschleunigt. Auch Veränderungen in den Windmustern und Meeresströmungen können eine Rolle spielen.
Die Antarktis ist besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels, da sie sich in einer Region befindet, die sich schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. Die Erwärmung des Ozeans führt dazu, dass das Meereis von unten schmilzt, während die Erwärmung der Atmosphäre das Schmelzen von oben beschleunigt.
Einige Forscher argumentieren, dass natürliche Schwankungen im Klimasystem ebenfalls eine Rolle spielen könnten. Es ist jedoch allgemein anerkannt, dass der Klimawandel den langfristigen Trend des Meereisrückgangs verstärkt. Die Berichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) betonen die Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis und andere gefährdete Regionen zu minimieren.

Das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) ist eine Forschungseinrichtung in den Vereinigten Staaten, die sich auf die Beobachtung und Analyse von Schnee und Eis auf der Erde spezialisiert hat. Das NSIDC stellt wichtige Daten und Informationen für die Klimaforschung bereit. (Lesen Sie auch: Mette-Marit Sohn Anklage: Haftentlassung Abgelehnt!)
Wie geht es weiter mit dem antarktischen Meereis?
Die Zukunft des antarktischen Meereises ist ungewiss. Während die leichte Erholung im Jahr 2026 Anlass zur Hoffnung gibt, warnen Experten davor, dass dies nur eine vorübergehende Schwankung sein könnte. Der langfristige Trend zeigt weiterhin einen Rückgang des Meereises, der durch den Klimawandel verstärkt wird.
Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis und andere gefährdete Regionen zu minimieren, sind globale Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erforderlich. Dies erfordert eine Umstellung auf erneuerbare Energien, eine Steigerung der Energieeffizienz und eine nachhaltige Landnutzung. Die Pariser Klimaabkommen setzt einen Rahmen für internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels.
Darüber hinaus sind weitere Forschung und Beobachtung des antarktischen Meereises erforderlich, um die komplexen Prozesse, die seine Entwicklung beeinflussen, besser zu verstehen. Dies umfasst die Entwicklung von Klimamodellen, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis genauer vorhersagen können, sowie die Durchführung von Feldstudien, um die Veränderungen vor Ort zu dokumentieren. Die Arbeit des Alfred-Wegener-Instituts ist hier von großer Bedeutung.
Die leichte Erholung des antarktischen Meereises im Jahr 2026 ist ein Hoffnungsschimmer, aber kein Grund zur Entwarnung. Der Klimawandel stellt weiterhin eine Bedrohung für die Antarktis und andere gefährdete Regionen dar. Nur durch konsequente Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit können wir die Zukunft des antarktischen Meereises und die Gesundheit unseres Planeten sichern.
Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Goebbels Villa Bundeswehr: Plant die Hier neue…)










