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Das Wichtigste in Kürze
- Bundesweite Proteste: Täglich finden Demos gegen Rechts in deutschen Städten statt
- Wichtige Träger: DGB, ver.di, Kirchen, lokale Bündnisse und Initiativen wie „Aufstehen gegen Rassismus“
- Landtagswahlen 2026: In sechs Bundesländern wird gewählt – die AfD liegt in Umfragen teils bei 40 Prozent
- Online-Events: Workshops, Vorträge und Vernetzungstreffen finden auch digital statt
- Aktuelle Termine: Übersicht auf demokrateam.org und bei lokalen Bündnissen
Die Anti-AfD-Demonstrationen im Jahr 2026 setzen die Protestwelle fort, die im Januar 2024 mit den Enthüllungen über das Potsdamer Treffen begann. Seitdem sind Hunderttausende Menschen in Deutschland auf die Straße gegangen. Auch nach der Bundestagswahl 2025, bei der die AfD mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurde, reißt die Bewegung nicht ab.
Die aktuellen Umfragen zeigen die AfD bei 26 Prozent – vor der Union. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Partei teils bei 38 bis 40 Prozent. Das mobilisiert viele Menschen, die sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einsetzen wollen.
Warum wird 2026 gegen die AfD demonstriert?
Das Jahr 2026 ist ein Superwahljahr. In acht Bundesländern stehen Wahlen an – darunter Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD in Umfragen führt. Die Sorge vor einer rechtsextremen Regierungsbeteiligung treibt viele Menschen auf die Straße.
Zusätzlich hat die Politik der Bundesregierung unter Friedrich Merz Kritik ausgelöst. Gewerkschaften wie ver.di und der DGB kritisieren, dass im Bundestag erstmals einem Antrag mit Stimmen der AfD zu einer Mehrheit verholfen wurde. Dies wird als Bruch der sogenannten „Brandmauer“ gewertet.

„Bundeskanzler Friedrich Merz hat es zu verantworten, dass erstmals im Deutschen Bundestag einem Antrag mit den Stimmen von Rechtsextremen zu einer Mehrheit verholfen wurde. Merz hatte damit eine Abstimmung gewonnen, verloren hat unsere Demokratie.“
– ver.di, 19. Januar 2026
Landtagswahlen 2026: In diesen Bundesländern wird gewählt
Die Wahltermine 2026 stehen im Fokus der Protestbewegung. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern drohen der AfD historische Ergebnisse.
Wahltermine 2026 im Überblick
| Datum | Wahl | AfD laut Umfrage |
|---|---|---|
| 08.03.2026 | Landtagswahl Baden-Württemberg | ~15% |
| 08.03.2026 | Kommunalwahl Bayern | – |
| 15.03.2026 | Kommunalwahl Hessen | – |
| 22.03.2026 | Landtagswahl Rheinland-Pfalz | ~18% |
| 06.09.2026 | Landtagswahl Sachsen-Anhalt | ~40% |
| 13.09.2026 | Kommunalwahl Niedersachsen | – |
| 20.09.2026 | Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern | ~38% |
| 20.09.2026 | Abgeordnetenhauswahl Berlin | ~20% |
Rot markiert: Bundesländer mit besonders hohen AfD-Umfragewerten. Quellen: INSA, Infratest dimap (Stand: Januar 2026)
Demo-Termine Januar 2026: Wo wird aktuell demonstriert?
Die Demonstrationen gegen Rechts finden täglich in verschiedenen Städten statt. Neben klassischen Kundgebungen gibt es Mahnwachen, Bündnistreffen, Workshops und Vorträge. Die Termine werden auf Plattformen wie demokrateam.org laufend aktualisiert.
Ausgewählte Demo-Termine im Januar 2026
| Stadt | Veranstaltung | Ort/Zeit |
|---|---|---|
| Berlin | Blankenburg für Demokratie und Menschlichkeit | Dorfkirche Blankenburg, 18:00 Uhr |
| Hamburg | Nazis raus aus jedem Viertel | Bahnhof Tonndorf, 14:00 Uhr |
| München | Offenes Plenum – Gemeinsam gegen Rechts | Online (Zoom) |
| Dresden | BRÜF – Bitte richtet über Faschisten! | Neumarkt, 14:00 Uhr |
| Köln | Für eine solidarische Gesellschaft | Breslauer Platz, 14:00 Uhr |
| Stuttgart | Offenes Treffen: Antifaschistisches Aktionsbündnis | Linkes Zentrum Lilo Hermann, 19:00 Uhr |
| Hannover | Aufstehen gegen Rassismus | Nach Anmeldung, 18:00 Uhr |
Alle Angaben ohne Gewähr. Aktuelle Termine auf demokrateam.org
Wer organisiert die Proteste?
Die Anti-AfD-Demonstrationen werden von einem breiten Bündnis getragen. Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und zivilgesellschaftliche Initiativen arbeiten zusammen. Zu den wichtigsten Organisatoren gehören:
- DGB und ver.di: Die Gewerkschaften rufen regelmäßig zu Demonstrationen auf und betonen ihre „antifaschistische Tradition“
- Aufstehen gegen Rassismus: Bundesweites Bündnis mit lokalen Gruppen in vielen Städten
- Omas gegen Rechts: Aktive Seniorinnen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren
- Seebrücke: Initiative für sichere Fluchtwege und gegen Abschiebungen
- AfD-Verbot Jetzt!: Kampagne für ein Verbotsverfahren gegen die AfD
- Lokale Bündnisse: „Hamburg vernetzt gegen Rechts“, „Bunt statt Braun“, „Hand in Hand Berlin“ und viele mehr
Online-Events und digitale Vernetzung
Wer keine passende Demo vor Ort findet, kann auch an Online-Veranstaltungen teilnehmen. Regelmäßig finden Webinare, Workshops und Vernetzungstreffen statt:
- Desinformation entlarven: Workshop der Tagesschau-Faktenfinder gegen Fake News
- Rechtsextreme Unterwanderung: Austausch über Gegenstrategien in Ehrenamt und Verein
- Offene Plena: Regelmäßige Online-Treffen der lokalen Bündnisse

Häufige Fragen zu Anti-AfD-Demonstrationen
Fazit: Anti-AfD-Demonstrationen als zivilgesellschaftliches Zeichen
Die Anti-AfD-Demonstrationen im Jahr 2026 sind Ausdruck einer breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung gegen Rechtsextremismus. Angesichts der anstehenden Landtagswahlen und des Umfragehochs der AfD mobilisieren Gewerkschaften, Kirchen und Bündnisse für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit.
Wer sich engagieren möchte, findet auf demokrateam.org, bei lokalen Bündnissen oder den Gewerkschaften aktuelle Termine. Die Proteste setzen ein Zeichen – für Toleranz, Vielfalt und demokratische Werte.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von rathausnachrichten.de verfasst. Quellen: ver.di, DGB, demokrateam.org, news.de, Hamburg vernetzt gegen Rechts, INSA, Infratest dimap (Stand: 21.01.2026).








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