Berlin – Eine unsichtbare Gefahr im Kinderzimmer sorgt erneut für große Beunruhigung bei Eltern: In einem Bastel-Sand der Marke Jono Toys B.V. wurde Asbest nachgewiesen. Das Unternehmen hat am 13.03.2026 einen dringenden Produktrückruf gestartet. Betroffen ist ein Produkt, das über ein Jahr lang verkauft wurde und potenziell krebserregende Fasern enthalten kann.
Die Warnung ist deutlich: „Asbest ist ein Gefahrstoff, der beim Einatmen seiner Fasern schwere Gesundheitsprobleme verursachen kann“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des niederländischen Herstellers Jono Toys B.V. Eltern werden aufgefordert, die Nutzung des Produkts sofort einzustellen. Es handelt sich um „Sandkunst die im Dunklen leuchtet“ mit der Artikelnummer 4495 und den Chargennummern 20250325 sowie 20241010.
Welches Produkt ist vom Asbest-Rückruf betroffen?
Der Rückruf betrifft ein spezifisches Bastel-Set von Jono Toys. Besonders brisant ist der lange Verkaufszeitraum: Das Produkt war vom 15. Januar 2025 bis zum 23. Februar 2026 im Handel erhältlich. Dies bedeutet, dass der potenziell gesundheitsschädliche Sand bereits in zahlreichen Kinderzimmern zu finden sein könnte. Verbraucher können das betroffene Produkt in den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgeben und erhalten den Kaufpreis auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet.
Produktdetails des Rückrufs im Überblick:
- Produkt: Sandkunst die im Dunklen leuchtet
- Hersteller: Jono Toys B.V.
- Artikelnummer: 4495
- EAN-Code: 8720847744999
- Batchcode/Charge: 20250325 & 20241010
- Verkaufszeitraum: 15. Januar 2025 bis 23. Februar 2026
Warum ist Asbest in Spielzeug so gefährlich?
Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender Minerale, die aus feinsten Fasern bestehen. Werden diese Fasern – beispielsweise beim Spielen mit dem Sand – aufgewirbelt und eingeatmet, können sie sich tief in der Lunge festsetzen. Die Folgen können schwerwiegend sein und treten oft erst nach Jahrzehnten auf. Dazu gehören Lungenkrebs, Mesotheliome (eine aggressive Krebsart des Lungen- oder Bauchfells) und Asbestose, eine Verhärtung des Lungengewebes. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Asbest in Deutschland bereits seit 1993 und in der gesamten EU seit 2005 verboten.
Wie gelangt Asbest in Kinderspielzeug?
Die wiederholten Funde von Asbest in Spielzeug werfen die Frage nach der Herkunft auf. Experten vermuten, dass die Verunreinigungen nicht absichtlich beigemischt werden. Vielmehr könnte der für das Spielzeug verwendete Sand aus Gruben stammen, in denen von Natur aus asbesthaltiges Gestein vorkommt. Viele der in letzter Zeit betroffenen Produkte, darunter auch kinetischer Sand oder Bastelsand, stammen aus China. Dort gelten teils andere, weniger strenge Vorschriften bezüglich Asbest. Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall; in den vergangenen Monaten gab es bereits mehrere Rückrufe von sandhaltigem Spielzeug verschiedener Hersteller.
Was sollen Eltern jetzt tun?
Der Hersteller Jono Toys B.V. rät zu konkreten Vorsichtsmaßnahmen, falls sich der offene Spielsand bereits im Haus befindet. Zunächst sollte der Sand befeuchtet werden, um die Freisetzung von Fasern in die Luft zu minimieren. Anschließend soll er in einen verschließbaren Beutel verpackt und entweder bei einer Verkaufsstelle zurückgegeben oder fachgerecht über einen Recyclinghof als Sondermüll entsorgt werden. Keinesfalls sollte der Sand einfach in den Hausmüll gegeben werden. Wer unsicher ist, ob ein Produkt betroffen ist, sollte es vorsorglich nicht mehr verwenden und sich beim Händler oder dem Umweltbundesamt informieren. Eine unsachgemäße Handhabung kann, wie auch der massive Kellerbrand in Nürnberg zeigt, unvorhersehbare Gefahren bergen.
Asbest: Eine lange bekannte, aber nicht gebannte Gefahr
Obwohl seit Jahrzehnten als krebserregend bekannt und in der EU verboten, bleibt Asbest ein Problem. Vor allem in älteren Gebäuden ist der Stoff noch weit verbreitet. Dass die Fasern nun vermehrt in Kinderspielzeug auftauchen, ist alarmierend. Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen bei Importprodukten, um die unsichtbare Gefahr im Kinderzimmer zu bannen. Das richtige Verhalten im Notfall ist entscheidend, und dazu gehört auch, sich über Produktrückrufe aktiv zu informieren. Die Europäische Kommission plant, den Schutz vor Asbest weiter zu stärken, unter anderem durch eine deutliche Senkung der Grenzwerte am Arbeitsplatz.
| Produkt/Marke | Hersteller/Vertreiber | Datum der Warnung |
|---|---|---|
| Sandkunst die im Dunkeln leuchtet | Jono Toys B.V. | März 2026 |
| Moxy Sand Painting Artikel | CCG Companies BV | Februar 2026 |
| Pufferz Puffer-Figur Sand | Vertrieb u.a. via Smyths Toys | Februar 2026 |
| Jungle Expedition super stretch gorilla | Woolworth | Februar 2026 |
| Kunst- und Bastelsets mit Sand | HEMA B.V. | Februar 2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Asbest in Spielzeug
Welches Spielzeug von Jono Toys ist genau betroffen?
Betroffen ist das Produkt „Sandkunst die im Dunklen leuchtet“ von Jono Toys B.V. mit der Artikelnummer 4495 und den Chargennummern 20250325 & 20241010. Es wurde zwischen dem 15. Januar 2025 und dem 23. Februar 2026 verkauft.
Warum ist Asbest so gefährlich für Kinder?
Asbestfasern sind extrem klein und können beim Einatmen tief in die Lunge gelangen. Dort können sie schwere Krankheiten wie Asbestose (Lungenverhärtung) und verschiedene Krebsarten auslösen. Die Krankheiten treten oft erst Jahrzehnte nach dem Kontakt auf.
Wie erkenne ich, ob mein Spielzeug Asbest enthält?
Mit bloßem Auge ist Asbest nicht zu erkennen. Eltern können sich nur auf offizielle Warnungen und Produktrückrufe verlassen. Informationen dazu finden sich auf Portalen wie lebensmittelwarnung.de oder bei Verbraucherzentralen.
Was mache ich mit dem asbesthaltigen Spielsand?
Der Hersteller empfiehlt: Den Sand anfeuchten, um Staub zu binden. Danach in einen dichten, verschließbaren Beutel packen. Anschließend kann das Produkt im Geschäft zurückgegeben oder als Sondermüll beim örtlichen Recyclinghof entsorgt werden.
Ist normaler Sandkastensand auch betroffen?
Nein, nach derzeitigem Kenntnisstand ist normaler Spielsand für den Sandkasten im Freien nicht von den Asbest-Verunreinigungen betroffen. Die Warnungen beziehen sich auf speziellen Indoor-Spiel-, Bastel- und Dekosand, der oft aus China importiert wird.
Fazit: Wachsamkeit bei Spielzeug aus unsicherer Herkunft
Der erneute Fall von Asbest in Spielzeug zeigt, dass trotz strenger Verbote in der EU gefährliche Produkte in den Handel gelangen können. Eltern sollten bei sandhaltigem Spielzeug aus unsicherer Herkunft besonders wachsam sein und sich aktiv über aktuelle Produktrückrufe informieren. Eine lückenlose Kontrolle von Importware ist unerlässlich, um die Gesundheit der Jüngsten zu schützen. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei den Herstellern, sondern auch bei den Überwachungsbehörden.



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