Brustkrebs Skandal Bremen – Am 4. Dezember 2025 wurde bekannt: 34 Frauen am Klinikum Bremen-Mitte erhielten über Monate falsche Krebsbehandlungen. Eine Pathologin stufte Tumore fälschlich als aggressiv ein. Die Betroffenen litten unter Haarausfall, Schmerzen und Nervenschäden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Was ist der Brustkrebs Skandal Bremen?
Brustkrebs Skandal Bremen – Am 4. Dezember 2025 wurde bekannt: 34 Frauen am Klinikum Bremen-Mitte erhielten über Monate falsche Krebsbehandlungen. Eine Pathologin stufte Tumore fälschlich als aggressiv ein. Die Betroffenen litten unter Haarausfall, Schmerzen und Nervenschäden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Brustkrebs Skandal Bremen – am 4. Dezember 2025 erschüttert ein medizinischer Vorfall die Hansestadt und sorgt bundesweit für Entsetzen. Du fragst dich sicher, wie so etwas in einem deutschen Krankenhaus passieren konnte. Hier erfährst du alle wichtigen Fakten zu diesem erschreckenden Fall.
Was genau ist am Klinikum Bremen-Mitte passiert?
Am Klinikum Bremen-Mitte hat eine Ärztin der Pathologie über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr einen spezifischen Tumormarker bei Gewebeproben systematisch falsch interpretiert. Konkret handelt es sich um den sogenannten HER2-Status, der bei Brustkrebs entscheidend für die Wahl der richtigen Therapie ist.
Die fehlerhafte Bewertung führte dazu, dass die Tumore als aggressiver eingestuft wurden, als sie tatsächlich waren. Die Folge: 34 Patientinnen erhielten Antikörpertherapien und teilweise auch Chemotherapien, die medizinisch nicht notwendig gewesen wären.
| Fakten zum Brustkrebs Skandal Bremen | Details |
|---|---|
| Betroffene Patientinnen | 34 Frauen |
| Zeitraum der Fehler | Oktober 2024 bis November 2025 |
| Betroffene Kliniken | Klinikum Bremen-Mitte, St. Joseph-Stift, Klinikum Bremen-Nord |
| Überprüfte Befunde | Ca. 500 manuell kontrolliert |
| Art des Fehlers | Falsche HER2-Marker-Interpretation |
| Ermittlungen | Staatsanwaltschaft Bremen (fahrlässige Körperverletzung) |
Welche Nebenwirkungen erlitten die betroffenen Frauen?
Die unnötigen Behandlungen hatten für die Patientinnen teils schwerwiegende körperliche und psychische Folgen. Betroffene berichten von massiven Nebenwirkungen, die ihr Leben über Monate hinweg stark beeinträchtigt haben.
Eine Patientin namens Sabine Haverkamp schilderte ihre Erfahrungen gegenüber Radio Bremen. Sie beschrieb, dass sie jeden Morgen nicht wusste, was der Tag bringen würde – Übelkeit, Durchfall oder Stimmverlust waren alltägliche Begleiter ihrer Behandlung.
Zu den dokumentierten Nebenwirkungen gehören:
- Starke Schmerzen während der Therapie
- Haarausfall durch die Chemotherapie
- Nervenschäden mit Taubheitsgefühlen
- Extreme Erschöpfungszustände
- Übelkeit und Verdauungsprobleme
- Psychische Belastungen und Vertrauensverlust
Wie wurde der Brustkrebs Skandal Bremen entdeckt?
Die Fehldiagnosen blieben über ein halbes Jahr unentdeckt. Erst im Oktober 2025 fiel einem behandelnden Gynäkologen auf, dass bei zwei seiner Patientinnen die Tumore nicht wie erwartet auf die Therapie ansprachen. Die Krebsgeschwüre schrumpften einfach nicht so, wie es bei der diagnostizierten aggressiven Form üblich gewesen wäre.
Der Arzt ließ daraufhin die pathologischen Befunde erneut überprüfen. Bei dieser Kontrolle stellte sich heraus, dass seit Februar 2025 systematische Fehlinterpretationen vorlagen. Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) veranlasste anschließend eine manuelle Überprüfung von rund 500 Brustkrebs-Befunden, die von der betreffenden Ärztin erstellt worden waren.
Was ist der HER2-Status und warum ist er so wichtig?
HER2 steht für „Humaner Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2“. Dieser Biomarker ist entscheidend für die Wahl der richtigen Brustkrebstherapie. Bei einem positiven HER2-Status bilden die Krebszellen vermehrt Wachstumsrezeptoren an ihrer Oberfläche, was den Tumor aggressiver macht.
Etwa 15 bis 20 Prozent aller Brustkrebspatientinnen haben einen HER2-positiven Tumor. Diese Frauen profitieren von speziellen Anti-HER2-Therapien mit Antikörpern wie Trastuzumab. Bei einem negativen HER2-Status sind diese Behandlungen jedoch wirkungslos und belasten den Körper unnötig.
Die Bestimmung des HER2-Status erfolgt durch zwei Methoden: die Immunhistochemie (IHC), bei der farbige Antikörper an die Rezeptoren binden, und den FISH-Test bei unklaren Ergebnissen. Die Befunde werden auf einer Skala von 0 bis 3+ bewertet.
Welche Konsequenzen hat der Skandal bisher?
Der Klinikverbund Gesundheit Nord hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. Die verantwortliche Ärztin wurde von ihren Aufgaben entbunden und ist nicht mehr im Dienst. Alle 34 betroffenen Patientinnen wurden informiert und kontaktiert.
Als direkte Konsequenz hat das Klinikum ein Vier-Augen-Prinzip bei der Bewertung von Brustkrebs-Befunden eingeführt. Damit sollen künftige Fehldiagnosen durch gegenseitige Kontrolle vermieden werden. Johann Ockenga, Klinikdirektor am Klinikum Bremen-Mitte, erklärte öffentlich, dass das Vertrauen der Patientinnen nicht gewährleistet werden konnte.
Die Bremer Staatsanwaltschaft hat von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Körperverletzung gegen Unbekannt. Die genaue Anzahl der strafrechtlich relevanten Einzelfälle wird derzeit geprüft.
Was fordern Politiker und Patientenschützer?
Die Bremer Opposition sieht nicht nur die Geno, sondern auch Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard in der Verantwortung. Die FDP spricht von einem „strukturellen Kontrollversagen“ und fordert umfassende Konsequenzen.
Die politischen Forderungen umfassen mehrere Punkte. An erster Stelle steht eine lückenlose und transparente Aufarbeitung des Vorfalls. Zudem verlangen mehrere Parteien eine umfassende psychologische und medizinische Betreuung für die Betroffenen sowie angemessene Entschädigungen.
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Ralph Saxe, betonte die Notwendigkeit einer schonungslosen Aufklärung. Er bezeichnete die Vorfälle klar als Fehldiagnosen. Die Linke fordert einen Rechtsanspruch auf Zweitmeinung bei sensiblen medizinischen Befunden.
Brustkrebs-Vorsorge: So schützt du dich vor Fehldiagnosen
Der Skandal in Bremen zeigt, wie wichtig kritisches Hinterfragen und Zweitmeinungen in der Medizin sind. Als Patientin hast du verschiedene Möglichkeiten, dich abzusichern.
Bei einer Brustkrebsdiagnose solltest du dir Zeit nehmen und keine überstürzten Entscheidungen treffen. Hole dir eine Zweitmeinung bei einem anderen Pathologen oder Brustzentrum ein – das ist dein gutes Recht. Frage nach dem genauen HER2-Status und lass dir die Bedeutung erklären.
Achte darauf, dass dein Behandlungszentrum zertifiziert ist. In Deutschland gibt es von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Brustzentren, die regelmäßig überprüft werden. Bei Zweifeln an Befunden kannst du dich auch an deine Krankenkasse wenden, die den Medizinischen Dienst mit einer Überprüfung beauftragen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: Brustkrebs Skandal Bremen wirft wichtige Fragen auf
Der Brustkrebs Skandal Bremen ist ein alarmierender Fall, der das Vertrauen vieler Patientinnen in das Gesundheitssystem erschüttert hat. 34 Frauen mussten über Monate hinweg unnötige und belastende Therapien ertragen – mit erheblichen körperlichen und seelischen Folgen.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden zeigen, welche strafrechtlichen Konsequenzen folgen. Klar ist bereits jetzt: Der Skandal offenbart strukturelle Probleme in der Qualitätskontrolle pathologischer Befunde. Das eingeführte Vier-Augen-Prinzip ist ein erster Schritt, doch Experten fordern weitergehende Reformen.
Für Brustkrebspatientinnen bleibt die wichtige Erkenntnis: Zweitmeinungen einzuholen und Befunde kritisch zu hinterfragen, kann im Ernstfall vor falschen Behandlungen schützen.






