Die genaue Charles De Gaulle Position, Frankreichs Flugzeugträger, sollte geheim bleiben. Doch ein unachtsamer Soldat hat offenbar durch die Nutzung einer Fitness-App versehentlich dessen Standort preisgegeben. Seine aufgezeichneten Joggingrunden an Deck verrieten die Position des Schiffes im Mittelmeer.

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Die wichtigsten Fakten
- Französischer Marinesoldat verriet versehentlich die Position des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ durch eine Jogging-App.
- Der Soldat nutzte die App Strava, um seine Joggingrunden an Deck des Schiffes aufzuzeichnen.
- Die französischen Streitkräfte kündigten eine Untersuchung des Vorfalls an.
- Es ist nicht der erste Fall, in dem sensible Daten durch Fitness-Tracker preisgegeben wurden.
Wie konnte die Position des Flugzeugträgers ermittelt werden?
Ein französischer Marinesoldat nutzte die Fitness-App Strava, um seine Joggingrunden auf dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ aufzuzeichnen. Da das Profil des Soldaten öffentlich einsehbar war, konnte die Zeitung „Le Monde“ die Bewegungen des Schiffes quasi in Echtzeit verfolgen. Am 13. März zeichnete der Soldat seine Runden nordwestlich von Zypern auf. (Lesen Sie auch: Großbritannien: Wenn beim Wandern auf einmal König…)
Der Vorfall im Detail
Wie Stern berichtet, konnte „Le Monde“ den Soldaten über sein öffentlich einsehbares Strava-Profil identifizieren. Die Zeitung verfolgte, wie er am 13. März seine Joggingrunden auf dem Flugzeugträger im Mittelmeer nordwestlich von Zypern absolvierte. Zuvor hatte derselbe Nutzer Ende Februar in Kopenhagen trainiert – und zwar auf der Seite der Öresundbrücke, die Malmö zugewandt ist, wo die „Charles de Gaulle“ zu diesem Zeitpunkt vor Anker lag.
Frankreich hatte die „Charles de Gaulle“ und mehrere Begleitschiffe Anfang März ins Mittelmeer entsandt, kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine. Die genaue Position des Flugzeugträgers ist aus Sicherheitsgründen normalerweise geheim. (Lesen Sie auch: Schwarze Koralle: Riesiger Fund im Meer vor…)
Reaktion der französischen Armee
Der Generalstab der französischen Armee hat angekündigt, „angemessene Maßnahmen“ zu ergreifen, sollte sich der Bericht von „Le Monde“ bestätigen. Das Verhalten des Soldaten entspreche nicht den geltenden Vorschriften. Die Angehörigen der Marine und des Militärs würden regelmäßig über die Sicherheitsrisiken aufgeklärt, die mit der Nutzung von Mobilgeräten verbunden seien.
Frühere ähnliche Fälle
Es ist nicht das erste Mal, dass durch Fitnesstracker sensible Daten preisgegeben wurden. Vor zwei Jahren berichtete „Le Monde“, dass Leibwächter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie des damaligen US-Präsidenten Joe Biden und des russischen Staatschefs Wladimir Putin unwissentlich ihre Aufenthaltsorte verrieten, während sie ihre Schützlinge auf Reisen begleiteten. (Lesen Sie auch: Frauenleiche Krötentunnel: Lebenslange Haft nach Fund)
Bereits 2018 zeigten Strava-Daten die Bewegungsprofile von US-Soldaten und deren Verbündeten im Irak, in Syrien und Afghanistan. Diese Informationen hätten für die Planung von Anschlägen und Hinterhalten genutzt werden können. Heise online berichtete damals detailliert über die Problematik.
Welche Konsequenzen drohen?
Es ist davon auszugehen, dass der Soldat mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen muss. Zudem wird der Vorfall die Sicherheitsrichtlinien für die Nutzung von Mobilgeräten im militärischen Bereich neu auf den Prüfstand stellen. Die französischen Streitkräfte müssen sicherstellen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden. Wie die Bundesregierung in ähnlichen Fällen vorgeht, ist öffentlich einsehbar. (Lesen Sie auch: Nager-Plage: Nordseeinsel Föhr wird zum Ratten-Hotspot)

Häufig gestellte Fragen
Welche App hat der Soldat verwendet?
Der Soldat nutzte die Fitness-App Strava, die es Nutzern ermöglicht, ihre sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen und mit anderen zu teilen. Durch die öffentlichen Profileinstellungen des Soldaten konnte die Zeitung „Le Monde“ die Bewegungen des Flugzeugträgers verfolgen.






