Christina Applegate spricht so offen wie nie zuvor über die dunkelsten Kapitel ihres Lebens. In ihren neuen Memoiren blickt sie nicht nur auf Krankheit und Ruhm zurück, sondern vor allem auf die Narben einer Kindheit, die sie bis heute prägen – und auf die Stärke, die daraus gewachsen ist.
Christina Applegate, 54, hat in ihrem Leben immer wieder mit schweren Schicksalsschlägen kämpfen müssen. Nach ihrer Brustkrebserkrankung, die sie öffentlich machte und die schließlich zu einer beidseitigen Mastektomie führte, stellte sie sich Jahre später auch der Diagnose Multiple Sklerose. Die chronische Erkrankung veränderte ihren Alltag radikal, nahm ihr körperliche Sicherheit und zwang sie, ihr Leben neu zu ordnen. Doch wer ihre Geschichte nur ein wenig kennt, ahnt: Der Umgang mit Schmerz, Kontrollverlust und Angst begann für sie nicht erst im Erwachsenenalter.
Christina Applegate: „Manchmal ist das Leben einfach nur beschissen“
Viele Stunden verbringt Christina seit ihrem MS-Befund im Schlafzimmer, das für sie zu einem Schutzraum geworden ist. Dennoch versucht sie, für ihre 15-jährige Tochter Sadie da zu sein, so gut es geht – und lässt es sich auch nicht nehmen, sie regelmäßig zur Schule zu bringen. „Ich möchte sie mitnehmen; das mache ich am liebsten. Es ist die einzige Zeit, die wir ganz für uns allein haben“, erklärt die Schauspielerin im exklusiven „People“-Interview. „Ich sage mir dann: ‚Bring sie einfach sicher hin und fahr schnell wieder nach Hause, damit du wieder ins Bett kannst.‘ Und genau das tue ich.“
Trotz aller Einschränkungen hat sie sich eine schonungslose Ehrlichkeit bewahrt: „Mein Leben ist nicht perfekt“, sagt Applegate. „Manchmal ist das Leben einfach nur beschissen. Deshalb bin ich so ehrlich und direkt wie möglich.“
„Ich war immer mit diesen kaputten Vögeln zusammen“
Doch wer verstehen will, woher diese Direktheit kommt, muss weiter zurückblicken – in eine Kindheit, die von Instabilität, Sucht und Gewalt überschattet war. In ihren Memoiren „You With the Sad Eyes“, die am 3. März 2026 erscheinen, beschreibt sie das Aufwachsen im Laurel Canyon in Los Angeles als emotionalen Ausnahmezustand.
Ihre Mutter, die Schauspielerin und Sängerin Nancy Priddy, 85, kämpfte mit Heroinsucht, gewalttätige Männer gingen ein und aus, und auch Christina selbst war Missbrauch ausgesetzt. „Ich glaube, ich hatte es von meinem dritten bis siebten Lebensjahr am schlimmsten, aber so etwas gab es in allen unseren Familien. Alleinerziehende Mütter, Männer, die ein- und ausgingen, Drogen. Es ist immer schön, die eigene Mutter weinend auf dem Boden zu sehen und selbst vernachlässigt zu werden“, sagt sie mit einem Hauch von trauriger Ironie im Angesicht der Erinnerungen.
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Später, trotz ihres Erfolgs als Kelly Bundy in „Eine schrecklich nette Familie“, wiederholten sich toxische Muster in ihren eigenen Beziehungen. „Meine Mutter sagte immer: ‚Ich habe noch nie einen Junkie getroffen, den ich nicht mochte.‘ Und so war ich auch“, gibt Applegate zu. „Ich war nie mit jemandem zusammen, der einen richtigen Job hatte. Ich war immer mit diesen kaputten Vögeln zusammen, die ich heilen wollte. Ich dachte einfach immer, ich könnte das. Und wisst ihr was? Man kann es nicht. Ich hoffe, ich kann irgendjemandem eine Lehre sein.“
Ihr Buch macht keinen Mut
Trotz allem sieht sie ihr Leben heute mit klarem Blick: „Wir alle kommen von irgendwoher, manche Orte waren schmerzhafter als andere, und es kommt darauf an, was man daraus macht“, so ihre Erkenntnis. „Dies ist keinesfalls ein Buch, das Mut macht. Aber es kann inspirieren.“
Und vielleicht fasst sie ihre Geschichte selbst am treffendsten zusammen: „Sie handelt von einem kleinen Mädchen mit traurigen Augen, das zu Christina Applegate wurde. Und diese traurigen Augen hat sie immer noch. Aber sie ist ein stärkerer, anderer, widerstandsfähiger Mensch. Und das ist im Grunde auch meine Geschichte.“
Verwendete Quellen: people.com
Quelle: Gala




