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Die Beerdigung einer Clan-Größe in Berlin sorgt am 23. Januar 2026 für einen Polizei-Großeinsatz. Mehrere Hundert Beamte begleiten die Trauerfeier für den 62-jährigen Mehmet K. an der Sehitlik-Moschee in Neukölln. Die GdP spricht von einem „Schaulaufen der organisierten Kriminalität“.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Verkehrsbehinderungen rund um Sehitlik-Moschee
- Wer war Mehmet K.? Die „polizeibekannte Milieugröße"
- Dezember 2025: 20 Schüsse auf die Villa in Lichterfelde
- GdP: „Schaulaufen der organisierten Kriminalität"
- Hunderte Trauergäste – darunter „polizeibekannte Besucher"
- Polizei setzt auf LKA-Beamte in Zivil
- Hintergrund: Clankriminalität in Berlin
- Häufige Fragen zur Clan-Beerdigung in Berlin
- Fazit: Polizei verhindert Eskalation
Das Wichtigste in Kürze
- Mehrere Hundert Polizisten begleiten Trauerfeier und Beerdigung im Clan-Milieu
- Trauergebet fand in der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln statt
- Beisetzung auf einem Friedhof in Berlin-Westend
- Der Verstorbene Mehmet K. (62) galt als „polizeibekannte Milieugröße“
- Im Dezember wurden 20 Schüsse auf sein Haus in Lichterfelde abgefeuert
- Verkehrsbehinderungen rund um die Moschee – Polizei regelte den Verkehr
Die Clan-Beerdigung in Berlin zog am Freitag, 23. Januar 2026, ein massives Polizeiaufgebot nach sich. Bereits am Vormittag postierten sich zahlreiche Beamte an der Sehitlik-Moschee im Stadtteil Neukölln, während Trauergäste zum Gebet für den verstorbenen 62-Jährigen vorfuhren. Die Berliner Polizei teilte auf der Plattform X mit, sie werde über den Tag verteilt mit mehreren Hundert Kräften in Neukölln und Westend im Einsatz sein.
Verkehrsbehinderungen rund um Sehitlik-Moschee
Nach dem Trauergebet kam es aufgrund der zahlreichen Besucher vor der Moschee kurzfristig zu Verkehrsbehinderungen. Polizisten regelten den Verkehr, sodass sich die Autos nicht zu sehr in dem Bereich stauten. Gegen 13.30 Uhr trugen mehrere Männer den Sarg aus der Moschee zu einem Leichenwagen. Die Trauergäste strömten auf die Straße vor dem Gebäude.
Zahlreiche Trauergäste bestiegen anschließend Reisebusse, um damit zur Beisetzung auf einem Friedhof in Berlin-Westend zu fahren. Einen Autokorso von der Moschee durch die Stadt zum Friedhof gab es nicht – die Polizei hatte dies in Absprache mit der Familie ausgeschlossen.

Wer war Mehmet K.? Die „polizeibekannte Milieugröße“
Der am Dienstag, 21. Januar 2026, an einer Krankheit gestorbene 62-Jährige kam vor vielen Jahren aus der türkischen Region Bingöl nach Berlin. Er bezeichnete sich selbst als Geschäftsmann und war im Milieu als „Kurden-Mehmet“ bekannt. Sein Vermögen soll er unter anderem mit Wettbüros und Immobilien gemacht haben.
Die Polizei sprach offiziell von einer „polizeibekannten Milieugröße“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurde deutlicher: Der Verstorbene sei eine Clan-Größe gewesen, die in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen habe.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Verstorbener | Mehmet K., 62 Jahre, bekannt als „Kurden-Mehmet“ |
| Todesursache | Krankheit (Krebs) |
| Todesdatum | 21. Januar 2026 |
| Trauergebet | Sehitlik-Moschee, Berlin-Neukölln |
| Beerdigung | Friedhof Berlin-Westend |
| Polizeieinsatz | Mehrere Hundert Beamte |
| Vorfall Dezember 2025 | 20 Schüsse auf sein Haus in Lichterfelde |
Dezember 2025: 20 Schüsse auf die Villa in Lichterfelde
Mitte Dezember 2025 gab es bereits einen großen Polizeieinsatz vor dem Haus des nun Verstorbenen im Stadtteil Lichterfelde. Unbekannte Angreifer hatten mit einer Waffe bis zu 20 Schüsse auf das Einfamilienhaus abgefeuert. Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen laut Polizei noch.
Nach dem Angriff hatte Mehmet K. auf seinem Instagram-Account reagiert und ein Kopfgeld von 500.000 Euro auf die Täter ausgesetzt. Er schrieb damals: „Ist das eure Art von Rache, auf ein Haus mit Frauen und Kindern zu schießen? Das ist ehrlos und feige.“
GdP: „Schaulaufen der organisierten Kriminalität“
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, ordnete die Beerdigung deutlich ein: „Ein Schaulaufen der Organisierten Kriminalität dieser Stadt.“ Die GdP rechnete damit, dass sich wie bei vergleichbaren Todesfällen in den vergangenen Jahren sowohl Freunde als auch Feinde des Gestorbenen blicken lassen würden.
„Wer die letzten Jahrzehnte in der Hauptstadt verfolgt hat, weiß, dass mit Herrn K. eine Clan-Größe verstorben ist, die in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen hat und ein Vakuum hinterlässt“, erklärte Jendro bereits nach Bekanntwerden des Todes.
Hunderte Trauergäste – darunter „polizeibekannte Besucher“
Kurze Zeit nach dem Trauergebet trafen Hunderte Menschen – überwiegend Männer – am Friedhof in Westend ein. Viele kamen in Reisebussen. Zu den Gästen gehörten Vertreter bekannter arabischer Großfamilien, auch aus dem kriminellen Milieu. Von der Polizei hieß es im Vorfeld, man erwarte „polizeibekannte Besucher“.
Riesige Blumengestecke, meist mit Namen der Absender versehen, wurden bereits an der Moschee präsentiert. Bei ähnlichen Beerdigungen im Clan-Milieu waren in früheren Jahren mehr als tausend Besucher erschienen.

Polizei setzt auf LKA-Beamte in Zivil
Die Polizei setzte bei dem Einsatz auch auf „szenekundige“ Kriminalpolizisten in Zivil aus dem Landeskriminalamt (LKA). Beamte beobachteten das Geschehen rund um die Moschee in Neukölln und am Friedhof im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nahe der Stadtautobahn.
Die Behörde betonte auf der Plattform X: „Unser Ziel, in Absprache mit allen Beteiligten, ist es, ein würdevolles und störungsfreies Gedenken zu ermöglichen.“ Die Polizei stehe in ständigem Kontakt mit der Familie, um einen ruhigen und angemessenen Ablauf zu gewährleisten.
Hintergrund: Clankriminalität in Berlin
Mehmet K. soll weitreichende Kontakte in der Berliner Unterwelt gepflegt haben. Dem Vernehmen nach gehörte auch das bekannte Clan-Oberhaupt Issa Remmo zu seinen Bekannten. Unterweltgrößen in der Türkei kondolierten anlässlich seines Todes.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten. Kritiker bemängeln, dass er Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiere und diskriminiere.
Häufige Fragen zur Clan-Beerdigung in Berlin
Fazit: Polizei verhindert Eskalation
Die Clan-Beerdigung in Berlin verlief nach bisherigen Informationen ohne größere Zwischenfälle. Der Polizei-Großeinsatz mit mehreren Hundert Beamten sorgte für einen geordneten Ablauf der Trauerfeier für Mehmet K. Experten beobachten nun, ob der Tod der „polizeibekannten Milieugröße“ zu Verschiebungen in der Berliner Unterwelt führt – und ob das „Vakuum“, das er hinterlässt, neue Konflikte auslösen könnte.
Quellen: dpa, Berliner Polizei (X/@PolizeiBerlin), Gewerkschaft der Polizei Berlin






