„Mama, die schreiben so fiese Sachen über mich im Internet!“, schluchzt die zehnjährige Lisa und wischt sich die Tränen aus den Augen. Cybermobbing ist für viele Kinder Realität. Umso wichtiger ist es, dass es Hilfsangebote gibt. Eine neue Cybermobbing App soll Kindern und Jugendlichen in der EU künftig helfen, Vorfälle zu melden, Beweise zu sichern und Unterstützung zu finden. Die EU-Kommission plant, eine bereits existierende französische App als Vorlage für die Mitgliedsländer zur Verfügung zu stellen.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist Cybermobbing und wie wirkt es sich auf Kinder aus?
- Was plant die EU-Kommission gegen Cybermobbing?
- Wie funktioniert die geplante Cybermobbing App?
- Künstliche Intelligenz als neue Bedrohung: Wie werden Deepfakes zum Mobbing-Werkzeug?
- Wie können Eltern und Schulen Cybermobbing vorbeugen?
- Welche Rolle spielt der Digital Services Act (DSA) im Kampf gegen Cybermobbing?
- Häufig gestellte Fragen
Was ist Cybermobbing und wie wirkt es sich auf Kinder aus?
Cybermobbing umfasst Beleidigungen, Bedrohungen, Bloßstellungen oder Ausgrenzungen über digitale Medien. Für Kinder und Jugendliche kann dies verheerende Folgen haben, da es oft anonym und rund um die Uhr stattfindet. Dies führt nicht selten zu sozialer Isolation, Angstzuständen, Depressionen und sogar Suizidgedanken.
Was plant die EU-Kommission gegen Cybermobbing?
Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt, der mehrere Maßnahmen umfasst:
- Eine EU-weite Cybermobbing App: Diese soll es Kindern und Jugendlichen erleichtern, Vorfälle zu melden, Beweise zu sichern und Hilfsangebote zu finden.
- Aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte: Diese sollen Cybermobbing explizit in die Medienbildung einbeziehen.
- Stärkung des Digital Services Act (DSA): Dieser verpflichtet Online-Plattformen zur sicheren Gestaltung ihrer Dienste für Minderjährige.
- Bekämpfung von KI-basiertem Cybermobbing: Das europäische KI-Gesetz soll Praktiken wie sexualisierte Deepfakes verbieten.
Familien-Tipp
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Cybermobbing und dessen Gefahren.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, Ihnen oder einer anderen Vertrauensperson von Vorfällen zu berichten.
- Helfen Sie Ihrem Kind, Beweise zu sichern (Screenshots, Chatverläufe).
- Melden Sie Cybermobbing-Vorfälle bei der Schule, der Polizei oder einer Beratungsstelle.
Wie funktioniert die geplante Cybermobbing App?
Die geplante Cybermobbing App soll sich an der französischen App „3018“ orientieren. Sie soll folgende Funktionen bieten:
- Meldefunktion: Kinder und Jugendliche können Vorfälle von Cybermobbing direkt über die App melden.
- Beweissicherung: Die App soll es ermöglichen, Screenshots und Chatverläufe sicher zu speichern.
- Hilfsangebote: Die App soll Informationen zu Beratungsstellen, Hotlines und anderen Hilfsangeboten bereitstellen.
- Notruf-Funktion: In akuten Notfällen soll die App einen direkten Kontakt zur Polizei ermöglichen.
Die EU-Kommission will die Vorlage den Mitgliedsländern zur Verfügung stellen, wo sie an nationale Gegebenheiten angepasst werden sollen. Die App soll dann auch auf großen Online-Plattformen zur Verfügung stehen. (Lesen Sie auch: ömer Solmaz Prozess: Mma-Kämpfer Prügelte Opfer Ins…)
Richten Sie auf dem Smartphone Ihres Kindes eine Kindersicherung ein und legen Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung von sozialen Medien fest.
Künstliche Intelligenz als neue Bedrohung: Wie werden Deepfakes zum Mobbing-Werkzeug?
Ein besonders besorgniserregender Aspekt des Cybermobbings ist die zunehmende Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI). Wie Stern berichtet, ermöglicht KI neue Formen des Cybermobbings, etwa sogenannte sexualisierte Deepfakes von Mädchen und Frauen. Deepfakes sind mit Hilfe von KI erstellte Videos, Bilder oder Audio-Dateien von Menschen, die täuschend echt wirken, es aber nicht sind.
Diese Deepfakes können dazu verwendet werden, Betroffene zu diffamieren, zu erpressen oder sexuell zu belästigen. Das europäische KI-Gesetz soll im dritten Quartal 2026 solche Praktiken gezielter verbieten.
Wie können Eltern und Schulen Cybermobbing vorbeugen?
Prävention ist ein wichtiger Bestandteil der Bekämpfung von Cybermobbing. Eltern und Schulen können gemeinsam dazu beitragen, ein sicheres Online-Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen:
- Medienkompetenz fördern: Kinder und Jugendliche sollten lernen, wie sie sich sicher und verantwortungsbewusst im Internet bewegen können.
- Offene Kommunikation: Eltern und Lehrer sollten ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste von Kindern und Jugendlichen haben.
- Klare Regeln: Es sollten klare Regeln für die Nutzung von digitalen Medien aufgestellt werden.
- Vorbild sein: Eltern und Lehrer sollten selbst ein positives Vorbild im Umgang mit digitalen Medien sein.
Nutzen Sie altersgerechte Materialien und Workshops, um Kinder und Jugendliche über die Gefahren von Cybermobbing aufzuklären. (Lesen Sie auch: Wetter Karneval: 2026: Narren trotzen dem wechselhaften)
Welche Rolle spielt der Digital Services Act (DSA) im Kampf gegen Cybermobbing?
Der Digital Services Act (DSA) ist ein zentraler Baustein des Rechtsrahmens gegen Hass und Hetze im Netz. Er verpflichtet Plattformen zur sicheren Gestaltung ihrer Dienste für Minderjährige. Die EU-Kommission will die Regeln noch im laufenden Jahr überarbeiten, um Opfer von Online-Mobbing besser zu schützen.
Der DSA sieht unter anderem vor, dass Plattformen:
- Verpflichtet sind, illegale Inhalte schnell zu entfernen.
- Transparente Beschwerdeverfahren anbieten müssen.
- Besondere Schutzmaßnahmen für Minderjährige ergreifen müssen.
Der Plan umfasst eine EU-weite Cybermobbing App, aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte und die Stärkung des Digital Services Act (DSA).
Das Gesetz soll Praktiken wie sexualisierte Deepfakes verbieten.

Häufig gestellte Fragen
Was genau ist unter dem Begriff Cybermobbing zu verstehen?
Cybermobbing bezeichnet das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Ausgrenzen einer Person über digitale Medien wie Smartphones, soziale Netzwerke oder Online-Spiele. Es unterscheidet sich von „normalem“ Mobbing durch die Nutzung elektronischer Kommunikationsmittel.
Wie können Eltern erkennen, ob ihr Kind von Cybermobbing betroffen ist?
Achten Sie auf Verhaltensänderungen wie Rückzug, Angstzustände, Schlafstörungen oder sinkende Schulleistungen. Auch vermehrte oder plötzliche Nutzung des Smartphones oder Computers können Hinweise sein. Sprechen Sie Ihr Kind offen darauf an.
Welche rechtlichen Schritte können gegen Cybermobbing unternommen werden?
Cybermobbing kann strafrechtliche Konsequenzen haben, beispielsweise wegen Beleidigung, übler Nachrede oder Bedrohung. Betroffene können Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und Schadenersatz sind möglich.
Wo finden Betroffene und ihre Familien in Österreich Hilfe und Unterstützung?
In Österreich gibt es zahlreiche Beratungsstellen und Hotlines, die sich auf Cybermobbing spezialisiert haben, wie zum Beispiel Rat auf Draht oder Saferinternet.at. Auch Schulpsychologen und Jugendämter können Unterstützung bieten. (Lesen Sie auch: Prozess in Norwegen: Tinder-Date: Vergewaltigte Høiby eine…)
Wie kann die geplante Cybermobbing App konkret dabei helfen, Cybermobbing zu bekämpfen?
Die Cybermobbing App soll es Betroffenen erleichtern, Vorfälle zu dokumentieren, Beweise zu sichern und schnell Hilfe zu finden. Sie soll auch dazu beitragen, das Thema Cybermobbing stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Cybermobbing ist eine ernstzunehmende Bedrohung für Kinder und Jugendliche. Die Initiative der EU-Kommission, eine Cybermobbing App einzuführen und weitere Maßnahmen zu ergreifen, ist ein wichtiger Schritt, um Betroffene besser zu schützen und Prävention zu fördern. Eltern, Schulen und die Gesellschaft als Ganzes sind gefordert, gemeinsam gegen Cybermobbing vorzugehen und ein sicheres Online-Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen.










