📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026
Was ändert sich 2026 bei meinem Geld?
Das ändert sich 2026 bei Ihrem Geld: Zum Jahreswechsel treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft, die sich direkt auf Ihren Geldbeutel auswirken. Familien profitieren von höherem Kindergeld, Arbeitnehmer vom gestiegenen Mindestlohn und Rentner von der neuen Aktivrente. Gleichzeitig wird das Deutschlandticket teurer und der CO2-Preis steigt. In diesem Ratgeber beantworten wir die 10 wichtigsten Fragen zu den finanziellen Änderungen 2026.
💰 Die wichtigsten Änderungen 2026 auf einen Blick:
• Grundfreibetrag: steigt auf 12.348 Euro (+252 Euro)
• Kindergeld: steigt auf 259 Euro pro Monat (+4 Euro)
• Mindestlohn: steigt auf 13,90 Euro pro Stunde
• Pendlerpauschale: 38 Cent ab dem 1. Kilometer
• Aktivrente: bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen
• Deutschlandticket: steigt auf 63 Euro pro Monat
10 Fragen und Antworten: Das ändert sich 2026 bei Ihrem Geld
Der Jahreswechsel 2025/2026 bringt zahlreiche Neuerungen bei Steuern, Sozialleistungen und Abgaben. Die Bundesregierung hat verschiedene Entlastungen beschlossen, gleichzeitig gibt es aber auch Mehrbelastungen. Die folgenden 10 Fragen klären, was sich konkret für Arbeitnehmer, Familien, Rentner und Verbraucher ändert.

1. Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro. Das sind 252 Euro mehr als im Vorjahr (2025: 12.096 Euro). Bis zu diesem Betrag bleibt Ihr Einkommen komplett steuerfrei – das Existenzminimum wird so geschützt.
Was bedeutet das konkret? Wer als Alleinstehender bis zu 12.348 Euro im Jahr verdient, zahlt keine Einkommensteuer. Für Verheiratete mit gemeinsamer Veranlagung verdoppelt sich der Betrag auf 24.696 Euro. Auch der übrige Einkommensteuertarif wird angepasst, damit Gehaltserhöhungen zum Inflationsausgleich nicht zu einer schleichenden Steuererhöhung führen.
| Jahr | Grundfreibetrag | Veränderung |
|---|---|---|
| 2024 | 11.604 Euro | – |
| 2025 | 12.096 Euro | +492 Euro |
| 2026 | 12.348 Euro | +252 Euro |
2. Wie viel Kindergeld gibt es 2026?
Das Kindergeld steigt 2026 auf 259 Euro pro Kind und Monat. Das sind 4 Euro mehr als 2025. Die Erhöhung gilt ab dem 1. Januar für alle kindergeldberechtigten Familien – unabhängig von der Anzahl der Kinder.
Kinderfreibetrag 2026: Auch der Kinderfreibetrag wird angepasst. Er steigt von 6.672 Euro auf 6.828 Euro (3.414 Euro je Elternteil). Zusammen mit dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (2.928 Euro) ergibt sich für zusammenveranlagte Eltern ein Gesamtfreibetrag von 9.756 Euro pro Kind.
Kindersofortzuschlag: Für Kinder in Haushalten mit Bürgergeld steigt der Kindersofortzuschlag von 20 auf 25 Euro monatlich.
Das Finanzamt prüft automatisch bei der Steuererklärung, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag günstiger ist – und gewährt die höhere Entlastung.
3. Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das entspricht einer Erhöhung um 1,08 Euro gegenüber 2025 (12,82 Euro). Für Vollzeitbeschäftigte bedeutet das ein monatliches Plus von rund 190 Euro brutto.
Wer profitiert? Bundesweit profitieren etwa 6 Millionen Menschen von der Erhöhung – besonders Beschäftigte in Gastronomie, Einzelhandel, Pflege und Reinigung.
Minijobgrenze 2026: Die Verdienstgrenze für Minijobs steigt entsprechend auf 603 Euro pro Monat (bisher 556 Euro). Einkommen bis zu diesem Betrag bleiben sozialabgabenfrei.
Azubi-Mindestlohn 2026: Auch die Mindestvergütung für Auszubildende steigt:
- 1. Lehrjahr: 724 Euro
- 2. Lehrjahr: 854 Euro
- 3. Lehrjahr: 977 Euro
- 4. Lehrjahr: 1.014 Euro
4. Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?
Die Pendlerpauschale steigt 2026 dauerhaft auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Bisher galt dieser erhöhte Satz erst ab dem 21. Kilometer. Die Neuregelung entlastet besonders Berufspendler mit kürzeren Arbeitswegen.
Rechenbeispiele vom Bundesfinanzministerium:
- 5 km Arbeitsweg: 418 Euro Pauschale pro Jahr (+88 Euro gegenüber vorher)
- 10 km Arbeitsweg: 176 Euro zusätzliche Werbungskosten
- 20 km Arbeitsweg: 352 Euro zusätzliche Werbungskosten
Die erhöhte Pendlerpauschale können Sie erstmals bei der Steuererklärung für 2026 geltend machen – also im Jahr 2027. Die Entlastung für Steuerpflichtige beträgt laut Bundesregierung insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro in 2026.
Mobilitätsprämie: Steuerpflichtige mit geringeren Einkünften erhalten auch nach 2026 weiterhin die Mobilitätsprämie – die zeitliche Befristung wurde aufgehoben.
5. Was ist die Aktivrente 2026?
Die Aktivrente ist eine neue Regelung ab dem 1. Januar 2026. Rentner, die das gesetzliche Rentenalter überschritten haben und weiterarbeiten, können künftig bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen.
Wer profitiert? Die Aktivrente gilt für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer (keine Selbstständigen oder Beamten), die bereits eine Altersrente beziehen und trotzdem weiterarbeiten – etwa in einem Minijob oder einer Teilzeitstelle.
Beispiel: Eine Rentnerin bezieht 1.400 Euro Rente und verdient 1.200 Euro dazu. Der Hinzuverdienst liegt unter 2.000 Euro und ist somit einkommensteuerfrei. Lediglich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen in der Regel an.
Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrente:
- Volle Erwerbsminderung: bis zu 20.763,75 Euro pro Jahr
- Teilweise Erwerbsminderung: bis zu 41.527,50 Euro pro Jahr
6. Wie stark steigt die Rente 2026?
Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 voraussichtlich um 3,5 bis 4 Prozent. Die genaue Höhe legt das Bundeskabinett erst im Frühjahr fest – abhängig von der aktuellen Konjunkturlage und Lohnentwicklung.
Was bedeutet das in Euro?
| Aktuelle Rente | Plus bei 3,7% | Neue Rente (ca.) |
|---|---|---|
| 1.000 Euro | +37 Euro | 1.037 Euro |
| 1.500 Euro | +55,50 Euro | 1.555,50 Euro |
| 2.000 Euro | +74 Euro | 2.074 Euro |
Wichtig ab 2026: Die Rente wird nur noch aufs Girokonto überwiesen. Wer seine Rente bisher per Scheck erhielt, muss ein Konto angeben – sonst kann es zu einer kurzen Unterbrechung kommen.
7. Was kostet das Deutschlandticket 2026?
Das Deutschlandticket kostet ab Januar 2026 monatlich 63 Euro – eine Erhöhung um 5 Euro gegenüber dem bisherigen Preis von 58 Euro. Die Preiserhöhung wurde im September 2025 von der Verkehrsministerkonferenz beschlossen.
Hintergrund: Bund und Länder stützen das Ticket weiterhin mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kostensteigerung soll die Finanzierungslücke schließen.
Preisentwicklung Deutschlandticket:
- Mai 2023 (Start): 49 Euro
- Januar 2025: 58 Euro
- Januar 2026: 63 Euro
Das Deutschlandticket bleibt ein digitales Abo und ist monatlich kündbar. Es gilt weiterhin deutschlandweit für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
8. Sinkt die Mehrwertsteuer in Restaurants 2026?
Ja, die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie sinkt zum 1. Januar 2026 dauerhaft von 19 auf 7 Prozent. Diese Regelung soll gastronomische Betriebe finanziell entlasten.
Wer profitiert?
- Restaurants und Cafés
- Bäckereien und Metzgereien
- Lebensmitteleinzelhandel (verzehrfertige Speisen)
- Catering-Services
- Kita-, Schul- und Krankenhausverpflegung
Wichtig: Der ermäßigte Steuersatz gilt nur für Speisen – Getränke bleiben bei 19 Prozent.
Ob die Entlastung vollständig an Verbraucher weitergegeben wird, ist nicht garantiert. Die Bundesregierung verweist auf positive Erfahrungen aus der Corona-Zeit, als die temporäre Mehrwertsteuersenkung zu niedrigeren Preisen führte.
9. Wie hoch ist der CO2-Preis 2026?
Der CO2-Preis steigt 2026 auf einen Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. 2025 lag der Preis stabil bei 55 Euro. Die Erhöhung verteuert das Heizen mit Öl und Gas sowie das Tanken.
Was bedeutet das konkret?
- Heizöl: ca. 2-3 Cent mehr pro Liter möglich
- Erdgas: leichte Preissteigerung pro Kilowattstunde
- Benzin/Diesel: ca. 1-2 Cent mehr pro Liter möglich
Entlastungen beim Strom: Gleichzeitig fällt die Gasspeicherumlage weg, und der Bund dämpft über Milliardenzuschüsse die Netzentgelte beim Strom. Haushalte sollen dadurch trotz steigendem CO2-Preis insgesamt entlastet werden.
E-Auto-Fahrer profitieren: Die Befreiung von der Kfz-Steuer für reine Elektrofahrzeuge wird bis Ende 2035 verlängert.
10. Welche weiteren Änderungen kommen 2026?
Neben den großen Finanzthemen gibt es 2026 weitere wichtige Änderungen:
Kfz-Steuer: Autofahrer müssen ihre Kfz-Steuer ab 2026 in einer Summe entrichten – die bisherige Ratenzahlung entfällt.
Führerscheinumtausch: Wer seinen Führerschein zwischen 1999 und 2001 erhalten hat, muss ihn bis spätestens 19. Januar 2026 in das neue EU-Scheckkartenformat umtauschen. Kosten: ca. 25 Euro.
Ehrenamtspauschale: Die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale wird erhöht. Übungsleiter (z.B. Sporttrainer, Chorleiter) und ehrenamtlich Engagierte profitieren von höheren steuerfreien Pauschalen.
Bürgergeld: Im Laufe des Jahres soll das Bürgergeld durch eine neue „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ ersetzt werden – mit schärferen Sanktionen bei Pflichtverstößen. Der Regelsatz bleibt zunächst unverändert bei 563 Euro.
Frühstart-Rente (ab 2027): Für 6- bis 18-Jährige plant der Staat eine monatliche Einzahlung von 10 Euro in ein individuelles Vorsorgedepot – insgesamt 1.560 Euro staatliche Förderung pro Kind.
Beitragsbemessungsgrenze: Die Grenzen für Kranken- und Rentenversicherung steigen, was bei höheren Einkommen zu leicht höheren Sozialabgaben führt.
Übersicht: Alle Änderungen 2026 im Vergleich zu 2025
| Bereich | 2025 | 2026 | Änderung |
|---|---|---|---|
| Grundfreibetrag | 12.096 Euro | 12.348 Euro | +252 Euro |
| Kindergeld | 255 Euro | 259 Euro | +4 Euro |
| Mindestlohn | 12,82 Euro/h | 13,90 Euro/h | +1,08 Euro |
| Minijobgrenze | 556 Euro | 603 Euro | +47 Euro |
| Pendlerpauschale | 38 Cent ab 21. km | 38 Cent ab 1. km | Verbessert |
| Deutschlandticket | 58 Euro | 63 Euro | +5 Euro |
| CO2-Preis | 55 Euro/Tonne | 55-65 Euro/Tonne | Steigt |
| Gastro-MwSt. (Speisen) | 19% | 7% | -12% |
Fazit: Das ändert sich 2026 bei Ihrem Geld
Der Jahreswechsel 2025/2026 bringt für die meisten Haushalte spürbare Entlastungen. Der höhere Grundfreibetrag, das gestiegene Kindergeld und die verbesserte Pendlerpauschale sorgen für mehr Netto vom Brutto. Arbeitnehmer mit Mindestlohn profitieren von rund 190 Euro mehr im Monat, Rentner können durch die Aktivrente bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen.
Mehrbelastungen gibt es beim Deutschlandticket (+5 Euro) und durch den steigenden CO2-Preis. Insgesamt überwiegen jedoch die Entlastungen – besonders für Familien, Pendler und Geringverdiener. Wer seine Finanzen 2026 optimieren möchte, sollte die neuen Regelungen frühzeitig in seine Planung einbeziehen.
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert. Alle Angaben ohne Gewähr.
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Redaktion Rathausnachrichten | Finanzen & Verbraucher
Die Redaktion berichtet über aktuelle Finanzthemen und Gesetzesänderungen. Quellen: Bundesfinanzministerium, Bankenverband, Commerzbank, DKB, Finanz.de. Alle Angaben ohne Gewähr.






