Eine Datenpanne bei Facebook, die Daten von Hunderten Millionen Nutzern betraf, hat nun ein juristisches Nachspiel. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat eine Sammelklage gegen Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, eingereicht. Nun deutet sich ein möglicher Vergleich an.

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Kernpunkte
- Verbraucherzentrale klagt gegen Meta wegen Datenpanne.
- Gericht schlägt Vergleich vor, der Meta Millionen kosten könnte.
- Betroffene könnten zwischen 100 und 600 Euro erhalten.
- 27.000 Personen haben sich der Sammelklage angeschlossen.
Datenpanne Sammelklage: Wie kam es dazu?
Zwischen Mai 2018 und September 2019 gerieten die Daten von über 530 Millionen Facebook-Nutzern in die Hände von Kriminellen. Diese tauchten im Jahr 2021 im Darknet auf. Der vzbv wirft Meta in Irland Verstöße gegen das Datenschutzrecht vor. Nach Angaben des Anwalts haben sich 27.000 Personen der Musterfeststellungsklage angeschlossen. (Lesen Sie auch: Collien Fernandes Anzeige: Ermittlungen Wieder Aufgenommen!)
Wie reagierten die Parteien?
Wie Stern berichtet, beantragte Meta zu Beginn des zweiten Verhandlungstages zunächst die Abweisung der Klage. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg schlug daraufhin einen Vergleich vor. Beide Seiten haben nun sechs Wochen Zeit, diesen zu prüfen.
Was bedeutet der Vergleichsvorschlag?
Der Vorsitzende Richter Günter Wunsch deutete an, dass der Bundesgerichtshof (BGH) bereits festgestellt habe, dass Betroffene grundsätzlich Schadenersatzansprüche geltend machen könnten. Durch die Klage sei eine Verjährung bereits unterbrochen worden. Der Vergleich würde Meta Millionen Euro kosten. (Lesen Sie auch: Wasserhahn Verlängerung Kinder: Mehr Selbstständigkeit im Bad)
Der Vorsitzende Richter schlug vor, dass Meta den Betroffenen jeweils 200 Euro zahlt. Die Verbraucherzentralen fordern Beträge zwischen 100 und 600 Euro, je nachdem, wie viele Daten entwendet wurden.
Wie geht es weiter?
Die Anwälte beider Parteien haben vor dem 11. Zivilsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg sechs Wochen Zeit, den Vergleichsvorschlag zu prüfen. Zuvor hatte der Vorsitzende Richter in Aussicht gestellt, das Verfahren auszusetzen, um im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens vom Europäischen Gerichtshof zunächst rechtliche Fragen klären zu lassen. (Lesen Sie auch: VW Id Polo Gti: VW ID.: Geleakte…)
Wie können Betroffene vorgehen?
Obwohl die Verjährung durch die Musterfeststellungsklage unterbrochen wurde, sollten Betroffene ihre individuellen Ansprüche prüfen und gegebenenfalls geltend machen. Es empfiehlt sich, die Entwicklung des Verfahrens weiter zu beobachten und sich gegebenenfalls an die Verbraucherzentrale zu wenden. Informationen zum Datenschutzrecht sind auf der Seite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Musterfeststellungsklage?
Eine Musterfeststellungsklage ermöglicht es Verbraucherverbänden, im Namen vieler Betroffener gegen Unternehmen vorzugehen. Das Gericht klärt dann, ob Ansprüche bestehen. Einzelne Betroffene müssen ihre Ansprüche anschließend individuell geltend machen. (Lesen Sie auch: Epstein Klage Google: Opfer Fordern Schutz Ihrer…)

Welche Daten waren von der Datenpanne betroffen?
Bei der Datenpanne im Zeitraum von Mai 2018 bis September 2019 gerieten persönliche Daten wie Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Facebook-Nutzern in die Hände von Unbefugten.
Wie kann ich mich der Sammelklage anschließen?
Es ist ratsam, sich direkt an den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) zu wenden, um Informationen über die Möglichkeit des Beitritts zu erhalten und die eigenen Ansprüche geltend zu machen.






