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Wie lange bleibt es in Deutschland kalt?
Das europäische Wettermodell ECMWF und traditionelle Bauernregeln sind sich einig: Deutschland muss sich auf Dauerfrost bis Ende Februar einstellen. Das Russenhoch bringt sibirische Kälte mit Temperaturen bis minus 20 Grad ins Land. Der Januar 2026 ist bereits der kälteste seit 2017.
Das Wichtigste in Kürze
- ECMWF-Wettermodell prognostiziert eiskalten Februar 2026
- Bauernregeln und 100-jähriger Kalender bestätigen Kälteprognose
- Beast from the East bringt Temperaturen bis minus 20 Grad
- Januar 2026: Kältester Wintermonat seit über 15 Jahren
- Polarwirbelsplit könnte arktische Kälte nach Deutschland lenken
- Blockadehoch über Skandinavien hält milde Atlantikluft fern
- Dauerfrost möglich bis Mitte Februar oder länger
Deutschland Kälte Februar 2026 am 19. Januar: Die Wettermodelle sind sich so einig wie selten. Während das europäische ECMWF-Modell seine Berechnungen auf eiskalt gedreht hat, bestätigen jahrhundertealte Bauernregeln die Prognose. Der Winter 2026 könnte als einer der kältesten seit Jahren in die Geschichte eingehen.
ECMWF-Wettermodell: Februar könnte alles in den Schatten stellen
Die Meteorologen blicken mit Spannung auf die aktuellen Berechnungen. Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) hat seine Prognosen für den Februar 2026 drastisch nach unten korrigiert. Ein riesiges Kältereservoir steht bereit, das Deutschland fluten könnte.
Verantwortlich für die Kältewelle ist das sogenannte Russenhoch. Dieses gewaltige Hochdruckgebiet über Russland und Sibirien enthält extrem kalte Luftmassen mit Temperaturen von minus 40 bis minus 50 Grad. An seiner Westflanke setzt eine kontinuierliche Nordostströmung ein, die diese sibirische Kälte langsam aber unaufhaltsam Richtung Deutschland schiebt.

| Wettermodell | Februar-Prognose | Trend |
|---|---|---|
| ECMWF (Europa) | Deutlich zu kalt | Dauerfrost möglich |
| GFS (USA) | Kälteeinbrüche | Wechselhaft |
| ICON (DWD) | Winterlich | Frost bis Monatsende |
| 100-jähriger Kalender | Sehr große Kälte 9.-12. Feb | Kälte bis März |
Beast from the East: Was steckt hinter dem Kälte-Phänomen?
Das Phänomen trägt den dramatischen Namen Beast from the East und hat Deutschland schon einmal im Februar 2018 in eine Kältestarre versetzt. Damals sanken die Temperaturen bis auf minus 20 Grad im Flachland. Ein ähnliches Szenario zeichnet sich nun für 2026 ab.
Hinter dem Beast from the East stecken komplexe atmosphärische Prozesse. Der Polarwirbel wurde in den vergangenen Tagen in Richtung Sibirien verdrängt. Gleichzeitig drückt ein starkes Azorenhoch in die Höhe und könnte den Polarwirbel verformen oder sogar spalten. Bei einem solchen Polarwirbelsplit teilen sich die kalten Luftmassen, sodass arktische Kälte in verschiedene Richtungen strömen kann.
Das Blockadehoch über Skandinavien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es blockiert die milden Tiefdruckgebiete vom Atlantik und öffnet gleichzeitig die Tür für die sibirische Kälte aus dem Osten. Die Modelle berechnen nach dem 20. Januar verstärkt Kaltluftvorstöße aus Nordosten.
Bauernregeln bestätigen die Kälteprognose
Was die modernen Supercomputer berechnen, wussten unsere Vorfahren bereits aus jahrhundertelanger Beobachtung. Die Bauernregeln für Januar und Februar stützen die aktuelle Prognose auf erstaunliche Weise. Der kalte Januar 2026 gilt nach alter Weisheit als gutes Zeichen.
Die bekanntesten Bauernregeln zum Winterwetter lauten: Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß und Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken. Beide Regeln treffen auf den aktuellen Winter zu. In Sachsen wurden Anfang Januar minus 27,6 Grad gemessen.

Wichtige Bauernregeln für Februar
- Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß
- Februar mit Frost und Wind macht die Ostertage lind
- Ist Petri Stuhlfeier kalt, hat der Winter noch lange Gewalt
- Wenn es friert auf Petri Stuhl, bleibt es noch 14 Tage kühl
- Alle Monate im Jahr verwünschen einen schönen Februar
Besonders interessant ist die Regel zur Petri Stuhlfeier am 22. Februar. Frost an diesem Tag bedeutet laut Überlieferung, dass der Winter noch 14 Mal zuschlägt. Die Bauernregel Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter gilt als meteorologisch fundiert mit einer Trefferquote von etwa 80 Prozent. Da es 2026 bereits vor dem 6. Januar winterlich war, ist die Kälte demnach gekommen, um zu bleiben.
100-jähriger Kalender sagt sehr große Kälte voraus
Der 100-jährige Kalender, auch Bauernkalender genannt, gibt eine noch präzisere Prognose ab. Für den Zeitraum vom 9. bis 12. Februar 2026 kündigt er sehr große Kälte an. Diese Tage könnten demnach noch kälter werden als die frostigsten Januartage.
Der Kalender wurde im 17. Jahrhundert von Abt Mauritius Knauer verfasst und kombiniert Wetterbeobachtungen mit Planetenkonstellationen. Obwohl die Prognosen nicht wissenschaftlich belegt sind, lagen sie für den Januar 2026 erstaunlich richtig. Vom 1. bis 7. Januar hatte der Kalender große Kälte vorhergesagt und genau so kam es.
Für den restlichen Februar zeigt der 100-jährige Kalender ein gemischtes Bild. Nach der extremen Kältephase Mitte des Monats soll es vom 13. bis 26. Februar milder werden mit Regen. Ende Februar kündigt der Bauernkalender jedoch erneut Schnee und Wind an. Selbst der März soll demnach kalt bleiben.
Wie kalt wird es konkret in Deutschland?
Die aktuellen Modellberechnungen zeigen ein drastisches Bild. Ab der letzten Januarwoche rechnen die Meteorologen mit einem markanten Temperatursturz. Im Norden und Osten Deutschlands sind Tageshöchstwerte von minus 5 bis plus 2 Grad möglich, Dauerfrost also durchaus realistisch.
In den Nächten könnte es noch deutlich kälter werden. Das ECMWF berechnet für Ende Januar flächendeckend Temperaturen zwischen minus 4 und minus 16 Grad. In den Bergen drohen sogar Tiefstwerte von minus 25 Grad, etwa auf dem Nebelhorn in Oberstdorf. Ein Blick nach Osteuropa zeigt, was auf Deutschland zukommen könnte: Rund um Moskau werden in der kommenden Woche Temperaturen von bis zu minus 30 Grad erwartet.

| Region | Tageshöchstwerte | Nachttiefwerte |
|---|---|---|
| Norddeutschland | -3 bis +2 Grad | -8 bis -15 Grad |
| Ostdeutschland | -5 bis 0 Grad | -10 bis -20 Grad |
| Süddeutschland | -2 bis +3 Grad | -8 bis -18 Grad |
| Alpen und Mittelgebirge | -8 bis -2 Grad | -15 bis -25 Grad |
Januar 2026 bereits kältester Wintermonat seit Jahren
Der aktuelle Winter hat bereits Geschichte geschrieben. Der Januar 2026 ist auf dem besten Weg, der kälteste Wintermonat seit über 15 Jahren zu werden. Der letzte zu kalte Wintermonat war der Februar 2018, damals ebenfalls durch das Beast from the East verursacht.
Das bedeutet: Achtjährige Kinder haben noch keinen Winter wie er früher einmal war erlebt. Wenn nun Schnee auch mal mehrere Tage im Flachen liegen bleibt und die Temperaturen zweistellig ins Minus rutschen, ist das eine echte Rarität. Deutschland erlebte bereits das kälteste Weihnachtsfest seit 15 Jahren.
Statistisch führen etwa 60 Prozent aller Major-Warming-Ereignisse des Polarwirbels zu einer negativen Phase der Nordatlantischen Oszillation und damit zu kalten Wintern in Mitteleuropa. Bekannte Beispiele sind der Februar 1986 mit extremem Kältewinter, der Februar 2012 mit bis zu minus 25 Grad und der März 2013 mit späten Wintereinbrüchen.
Was bedeutet die Kältewelle für den Alltag?
Bei einer eintretenden Kältewelle sollten Bürgerinnen und Bürger Vorkehrungen treffen. Die sibirischen Luftmassen sind zwar extrem trocken und bringen zunächst keinen Schnee, doch die Kälte selbst birgt Gefahren. Sport bei Minusgraden von minus 15 Grad und kälter beansprucht Haut, Atemsystem und Herz-Kreislauf enorm.
Autofahrer müssen sich auf Dauerfrost und entsprechend glatte Straßen einstellen. Heizkosten werden in diesem Winter deutlich höher ausfallen als in den milden Vorjahren. Wasserrohre in ungenutzten Gebäudeteilen sollten entleert oder beständig beheizt werden, um Frostschäden zu vermeiden.
Häufige Fragen zur Kältewelle in Deutschland
Fazit: Deutschland muss sich warm anziehen
Die Übereinstimmung von modernen Wettermodellen und traditionellen Bauernregeln ist bemerkenswert. Sowohl das ECMWF als auch der 100-jährige Kalender prognostizieren einen eiskalten Februar 2026. Das Beast from the East formiert sich bereits über Russland und könnte Deutschland in den kommenden Wochen mit sibirischer Kälte überziehen. Der Winter 2026 zeigt sich von seiner klassischen Seite und könnte als einer der kältesten seit Jahren in Erinnerung bleiben.
Über den Autor:
Dieser Artikel wurde von der Redaktion der Rathausnachrichten auf Basis aktueller Wettermodelle (ECMWF, GFS, ICON) und historischer Bauernregeln erstellt. Die Prognosen werden täglich aktualisiert. Stand: 19. Januar 2026.
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