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Drohnenabwehr Deutschland: SicherheitskrÀfte sind hilflos

by Michelle
26. Januar 2026
in Lokales
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Drohnenabwehr Deutschland: SicherheitskrÀfte sind hilflos
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📖 Lesezeit: 8 Minuten | Stand: 27.01.2026, 11:00 Uhr

Drohnenabwehr Deutschland: Die SicherheitskrĂ€fte stehen einer wachsenden Bedrohung nahezu hilflos gegenĂŒber. Im Herbst 2025 legten mysteriöse Drohnen den Flughafen MĂŒnchen mehrfach lahm, tausende Passagiere saßen fest. Die Polizei konnte die FluggerĂ€te weder identifizieren noch neutralisieren. Erst jetzt reagiert die Bundesregierung – doch Experten warnen: Die Gefahr wird in Zukunft noch massiv zunehmen. Eine flĂ€chendeckende Drohnenabwehr ist kaum möglich.

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Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Hilflosigkeit: SicherheitskrĂ€fte können Drohnen oft weder identifizieren noch abwehren
  • MĂŒnchen: Flughafen im Oktober 2025 mehrfach fĂŒr Stunden gesperrt, 6.500 Passagiere betroffen
  • Neue Einheit: Bundespolizei hat im Dezember 2025 Drohnenabwehreinheit in Dienst gestellt
  • GesetzesĂ€nderung: Bundeswehr soll kĂŒnftig Drohnen in Amtshilfe abschießen dĂŒrfen
  • Kosten: 25 Millionen Euro jĂ€hrlich fĂŒr Drohnenabwehr geplant
  • Problem: FlĂ€chendeckende Abwehr gilt als technisch unmöglich

Drohnenabwehr in Deutschland – ein Thema, das lange unterschĂ€tzt wurde. Die Ereignisse im Herbst 2025 haben Europa schlagartig bewusst gemacht: Behörden haben keine Antwort auf die surrende Bedrohung aus der Luft. Sie können die FluggerĂ€te in der Dunkelheit weder identifizieren noch herunterholen, noch deren Piloten ausfindig machen. Die Forderung, man mĂŒsse die Drohnen einfach abschießen, klingt gut – ist in der RealitĂ€t aber naive Polemik.

Flughafen MĂŒnchen: Wie Drohnen Deutschland lahmlegten

Im Oktober 2025 wurde Deutschlands zweitgrĂ¶ĂŸter Flughafen zum Schauplatz einer beispiellosen Krise. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden musste der Flugbetrieb komplett eingestellt werden:

  • 2. Oktober 2025: Erste Drohnensichtungen gegen 21:05 Uhr, Sperrung ab 22:18 Uhr
  • 3. Oktober 2025: Erneute Sichtungen gegen 23:00 Uhr, beide Bahnen gesperrt
  • Betroffene: Über 6.500 Passagiere saßen fest, schliefen auf Feldbetten
  • AusfĂ€lle: 46 gestrichene Starts, 23 Umleitungen, 12 FlugausfĂ€lle

Die Bundespolizei bestÀtigte, dass die Drohnen verschwanden, bevor sie identifiziert werden konnten. Trotz des Einsatzes von Hubschraubern und Detektionssystemen blieben die Ermittler ratlos.

Flughafen MĂŒnchen: Wie Drohnen Deutschland lahmlegten

⚠ Bundespolizei-Sprecher: „Die Drohnen entfernten sich sofort, noch bevor sie identifiziert werden konnten.“ Die Herkunft der FluggerĂ€te ist bis heute nicht abschließend geklĂ€rt.

Warum die SicherheitskrÀfte hilflos sind

Die Drohnenabwehr steht vor fundamentalen Problemen, die nicht kurzfristig lösbar sind:

1. Detektion: Drohnen finden ist schwieriger als gedacht

Moderne Drohnen sind klein, leise und können autonom fliegen. Sie zu entdecken erfordert spezialisierte Sensorik – Radar, Funkpeilung, optische Systeme. Diese Technik ist teuer und nicht flĂ€chendeckend verfĂŒgbar. Niedersachsen etwa verfĂŒgte laut Innenministerium bis Ende 2025 ĂŒber keine eigene Detektionstechnik.

2. Identifikation: Wer steuert die Drohne?

Selbst wenn eine Drohne entdeckt wird, ist unklar: Handelt es sich um einen harmlosen Hobbypiloten, einen Kriminellen oder einen staatlichen Akteur? Die Piloten können sich kilometerweit entfernt befinden – oder die Drohne fliegt vollstĂ€ndig autonom.

3. Neutralisierung: Abschießen ist gefĂ€hrlich

Eine abstĂŒrzende Drohne kann Menschen am Boden verletzen. In bewohnten Gebieten zu schießen ist riskant. Störsender (Jammer) können den Mobilfunk und andere elektronische GerĂ€te beeintrĂ€chtigen – und funktionieren nicht bei autonom fliegenden Drohnen.

Abwehrmethode Vorteile Nachteile
Störsender (Jammer) Keine Zerstörung, relativ sicher Stört Mobilfunk, unwirksam bei autonomen Drohnen
Abfangdrohnen PrĂ€zise, forensische Sicherung möglich Langsam, nur fĂŒr kleine Drohnen geeignet
Laser/Mikrowellen Hohe Reichweite, prÀzise Kann Herzschrittmacher stören, teuer
Kinetischer Abschuss Sofortige Wirkung GefÀhrlich in bewohnten Gebieten
Cyber-Übernahme Kontrollierte Landung, sichere Bergung Erfordert Kenntnis der Drohnensoftware

Die Reaktion der Politik: Anti-Drohnen-Plan 2025/2026

Erst unter dem Druck der Ereignisse reagierte die Bundesregierung. Am 8. Oktober 2025 beschloss das Kabinett einen umfassenden Anti-Drohnen-Plan:

Neue Befugnisse fĂŒr die Bundespolizei

  • Detektion und Abwehr gefĂ€hrlicher Drohnen wird gesetzlich verankert
  • Einsatz eigener Drohnen als SensortrĂ€ger fĂŒr Lagebilder
  • JĂ€hrliche Sachmittel von ca. 25 Millionen Euro vorgesehen

Die Reaktion der Politik: Anti-Drohnen-Plan 2025/2026

Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei

Am 2. Dezember 2025 stellte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei vor. Die Beamten werden zu SpezialkrÀften ausgebildet und mit modernster Technik ausgestattet.

BundespolizeiprĂ€sident Dr. Dieter Romann: „Allein die Bundespolizei hat im bisherigen Jahr 2025 in ihrem begrenzten ZustĂ€ndigkeitsbereich Drohnenfeststellungen im niedrigen dreistelligen Bereich getroffen, davon etwa zwei Drittel an den grĂ¶ĂŸten deutschen VerkehrsflughĂ€fen.“

Bundeswehr darf kĂŒnftig Drohnen abschießen

Eine Änderung des Luftsicherheitsgesetzes soll es der Bundeswehr ermöglichen, bei einem drohenden besonders schweren UnglĂŒcksfall illegal fliegende Drohnen abzuschießen – als letztes Mittel (Ultima Ratio) auf Anforderung der Polizei.

Die Bedrohung wÀchst: Ukraine-Krieg als Innovations-Treiber

Der Krieg in der Ukraine hat die Drohnentechnologie revolutioniert. Was dort an der Front erprobt wird, steht bald auch Kriminellen und Terroristen zur VerfĂŒgung:

  • First-Person-View (FPV): Billige Kamikazedrohnen fĂŒr unter 500 Euro
  • Schwarm-Intelligenz: Koordinierte Angriffe mehrerer Drohnen
  • Autonome Navigation: GPS-unabhĂ€ngig, nicht mehr störbar
  • Erweiterte Reichweite: Hunderte Kilometer Flugdistanz
  • Miniaturisierung: Immer kleinere, schwerer erkennbare Modelle

Experten warnen: Die Drohnenabwehr wird kaum je flĂ€chendeckend funktionieren können. Die KapazitĂ€ten der Abfangsysteme sind zu beschrĂ€nkt, um großflĂ€chigen Schutz zu bieten.

Kritische Infrastruktur im Visier

Drohnen werden zunehmend zur Spionage und potenziellen Sabotage kritischer Infrastruktur eingesetzt:

Ziel GefÀhrdung VorfÀlle 2025
FlughĂ€fen Kollision mit Flugzeugen, Betriebsstörung MĂŒnchen, Kopenhagen, Erfurt, Bremen
MilitÀranlagen Spionage, AufklÀrung Bundeswehr-Standorte in mehreren LÀndern
Energieanlagen Sabotage, Ausfall Industrieanlagen in Skandinavien
HĂ€fen/Schiffe Überwachung von Lieferketten Nord- und Ostsee

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) warnt: Illegale Drohnen sind keine Zukunftsbedrohung mehr – sie sind real. Jeder Tag ohne wirksame Schutzsysteme ist ein unnötiges Risiko.

Was BĂŒrger wissen sollten: Rechtslage und PrĂ€vention

FĂŒr Privatpersonen gilt: Aktive Drohnenabwehr ist verboten. Nur in extremen AusnahmefĂ€llen – bei unmittelbarer Gefahr fĂŒr Menschen – kann eine Abwehr ĂŒber Notwehr (§ 32 StGB) oder Notstand (§ 228 BGB) gerechtfertigt sein.

Erlaubt fĂŒr Privatpersonen:

  • Passive Detektion und Dokumentation
  • Meldung an die Polizei
  • Beobachten und Filmen

Verboten fĂŒr Privatpersonen:

  • Störsender (Jamming)
  • Abschießen oder BeschĂ€digen
  • SignalĂŒbernahme (Spoofing)
  • Netzfang oder physische Abwehr

Was BĂŒrger wissen sollten: Rechtslage und PrĂ€vention

EuropÀische Dimension: Nicht nur Deutschland betroffen

Die Drohnen-Problematik betrifft ganz Europa. Im September 2025 tauchten ĂŒber mehreren skandinavischen FlughĂ€fen Drohnen auf und legten den Betrieb lahm. Auch Belgien, Lettland und Schweden meldeten VorfĂ€lle. Hinter den Aktionen wird teilweise Russland vermutet – der Kreml weist jede Beteiligung zurĂŒck.

Österreich hat bereits im Oktober 2025 die Entwicklung einer ressortĂŒbergreifenden Drohnenabwehrstrategie beschlossen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte, dass Drohnen zu den grĂ¶ĂŸten Bedrohungen der Gegenwart zĂ€hlen.

HĂ€ufige Fragen zur Drohnenabwehr in Deutschland

Warum können Drohnen nicht einfach abgeschossen werden?

In bewohnten Gebieten zu schießen ist gefĂ€hrlich fĂŒr Unbeteiligte. Eine abstĂŒrzende Drohne kann Menschen am Boden verletzen. Zudem mĂŒssen Drohnen erst erkannt und identifiziert werden, was nachts oder bei schlechter Sicht schwierig ist. Störsender können den Mobilfunk und andere elektronische GerĂ€te beeintrĂ€chtigen. Außerdem funktionieren elektronische Abwehrmethoden nicht bei autonom fliegenden Drohnen ohne Funkverbindung zum Piloten.

Darf die Bundeswehr Drohnen ĂŒber Deutschland abschießen?

Bisher darf die Bundeswehr zur UnterstĂŒtzung der Polizei Drohnen nur abdrĂ€ngen, zur Landung zwingen, den Einsatz von Waffengewalt androhen oder WarnschĂŒsse abgeben. Ein Abschuss war rechtlich nicht möglich. Die Bundesregierung hat im Januar 2025 eine Änderung des Luftsicherheitsgesetzes beschlossen, die der Bundeswehr das Abschießen von Drohnen als letztes Mittel (Ultima Ratio) bei einem drohenden besonders schweren UnglĂŒcksfall ermöglichen soll.

Wer ist fĂŒr die Drohnenabwehr an FlughĂ€fen zustĂ€ndig?

Die ZustĂ€ndigkeiten sind aufgeteilt: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) ĂŒberwacht den Luftraum, die Bundespolizei ist auf dem FlughafengelĂ€nde zustĂ€ndig, die Landespolizei im Umfeld des Flughafens. Bei der Strafverfolgung ist die Landespolizei verantwortlich. Diese Fragmentierung wird kritisiert – der neue Anti-Drohnen-Plan soll die ZustĂ€ndigkeiten klarer regeln und bei der Bundespolizei bĂŒndeln.

Steckt Russland hinter den Drohnensichtungen?

Die Herkunft der Drohnen ist in den meisten FĂ€llen nicht abschließend geklĂ€rt. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder und Bundeskanzler Friedrich Merz haben Russland als möglichen Akteur genannt. Der Kreml weist jede Beteiligung zurĂŒck. Analysen niederlĂ€ndischer Medien ergaben, dass viele Sichtungen unbestĂ€tigt blieben oder Verwechslungen waren. NRW-Innenminister Herbert Reul warnte: Nicht jede Drohne steuert der Kreml – aber jede spielt Putin in die Karten.

Wie kann ich mich als Privatperson gegen Drohnen schĂŒtzen?

Aktive Drohnenabwehr ist fĂŒr Privatpersonen verboten und kann zu Bußgeldern oder Strafverfahren fĂŒhren. Erlaubt ist das passive Beobachten, Dokumentieren und Melden an die Polizei. Wenn Sie eine verdĂ€chtige Drohne bemerken, sollten Sie Standort, Uhrzeit, Flugrichtung und Aussehen notieren und die Polizei informieren. Der Einsatz von Störsendern, das Abschießen oder BeschĂ€digen von Drohnen ist illegal.

Wird die Drohnengefahr in Zukunft zunehmen?

Experten sind sich einig: Die Bedrohung durch Drohnen wird massiv zunehmen. Der Ukraine-Krieg hat die Technologie rasant weiterentwickelt – FPV-Drohnen, Schwarm-Intelligenz, autonome Navigation. Diese Innovationen werden zunehmend auch fĂŒr kriminelle oder terroristische Zwecke verfĂŒgbar. Eine flĂ€chendeckende Drohnenabwehr gilt als technisch unmöglich, da die KapazitĂ€ten von Abfangsystemen zu beschrĂ€nkt sind. PrĂ€vention durch Registrierungspflichten und strengere Regulierung gilt als wichtiger Baustein.

Fazit: Ein Wettlauf, der kaum zu gewinnen ist

Die Drohnenabwehr in Deutschland steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Die SicherheitskrĂ€fte sind technisch und rechtlich nicht ausreichend gerĂŒstet, um der wachsenden Bedrohung zu begegnen. Die Bundesregierung hat mit dem Anti-Drohnen-Plan 2025 und der neuen Drohnenabwehreinheit reagiert – doch Experten warnen: Es ist ein Wettlauf zwischen Drohnen-Bedrohung und Drohnen-Abwehr, der kaum zu gewinnen ist.

Die VorfĂ€lle am Flughafen MĂŒnchen haben gezeigt, wie verwundbar kritische Infrastruktur ist. Die TĂ€ter wurden nie identifiziert, die Drohnen nie gefasst. FĂŒr die Zukunft bedeutet das: Drohnen werden verstĂ€rkt fĂŒr Verbrechen, Spionage oder AnschlĂ€ge zum Einsatz kommen. Die Behörden stehen vor der Aufgabe, den böswilligen Einsatz einzudĂ€mmen – mit ungewissem Ausgang.


Über den Autor

Die Redaktion von Rathausnachrichten berichtet ĂŒber Sicherheitspolitik und technologische Entwicklungen in Deutschland. Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert.

Tags: BundespolizeiBundeswehrDeutschlandDrohnenDrohnenabwehrFlughafen MĂŒnchenkritische InfrastrukturLuftsicherheitSicherheit
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