E-Zigaretten Werbung im Internet ist weiterhin ein Problem. Ein Gericht hat nun entschieden, dass ein Discounter bestimmte Werbeaussagen für E-Zigaretten im Online-Shop unterlassen muss. Die beanstandeten Formulierungen verharmlosten die Gefahren des Dampfens und richteten sich an ein zu breites Publikum. Betroffen ist der Online-Shop von Netto. E Zigaretten Werbung steht dabei im Mittelpunkt.

Verbraucher-Warnung
- Was: Verbot bestimmter Werbeaussagen für E-Zigaretten
- Wer: Discounter Netto (netto-online.de)
- Warum: Verharmlosung der Gefahren des Dampfens, Ansprache eines zu breiten Publikums
- Was tun: Verbraucher sollten sich nicht von irreführender Werbung beeinflussen lassen und sich umfassend über die Risiken von E-Zigaretten informieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet das Urteil für Verbraucher?
- Welche Werbeaussagen sind konkret betroffen?
- Warum hat Pro Rauchfrei gegen die E-Zigaretten Werbung geklagt?
- Welche gesundheitlichen Risiken bergen E-Zigaretten?
- Was fordert Pro Rauchfrei von den Herstellern und Händlern?
- Welche Rolle spielt die Gesetzgebung bei der E-Zigaretten Werbung?
- Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Urteil für Verbraucher?
Das Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg (Aktenzeichen 3 UKl 30/23 e) zielt darauf ab, Verbraucher vor irreführender E-Zigaretten Werbung zu schützen. Konkret untersagt es dem Discounter Netto, E-Zigaretten online mit bestimmten Formulierungen zu bewerben, die die Gefahren des Dampfens verharmlosen oder ein breites Publikum ansprechen. Das Gericht sah in den beanstandeten Aussagen eine unzulässige Verharmlosung der Risiken.
Welche Werbeaussagen sind konkret betroffen?
Laut dem Urteil, das der dpa vorliegt, betrifft das Verbot mehrere Formulierungen, die auf der Seite netto-online.de verwendet wurden. Dazu gehören unter anderem:
- Die Aufforderung, mit dem Produkt „eine neue Welt mit köstlichen und unglaublichen Geschmacksrichtungen“ zu entdecken.
- Das Anpreisen einer vielfältigen Auswahl an Aromen.
- Das Werben für „eine beeindruckende Geschmackswiedergabe und ein konstantes Dampferlebnis für nachhaltigen Genuss“.
- Aussagen wie „für alle Zielgruppen geeignet, von Dampfeinsteigern bis zu erfahrenen Dampfern“.
Das Gericht argumentierte, dass allein die Anpreisung mit dem Wort „geeignet“ die Gefahren des Dampfens verharmlost. (Lesen Sie auch: Flughafen Köln Sicherheitskontrolle Lahmgelegt – Technik Streikte!)
Warum hat Pro Rauchfrei gegen die E-Zigaretten Werbung geklagt?
Der Verband Pro Rauchfrei sieht ein generelles Problem in der Werbung für E-Zigaretten und Vapes im Internet. Laut Pro-Rauchfrei-Vorstand Stephan Weinberger ist diese Werbung ein „Massenphänomen, welches schwer einzudämmen ist“. Der Verband hatte Netto zunächst aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben, was jedoch nicht geschah. Daraufhin reichte Pro Rauchfrei Klage ein, um die beanstandeten Werbeaussagen zu unterbinden.
E-Zigaretten sind elektronische Geräte, die eine nikotinhaltige oder nikotinfreie Flüssigkeit verdampfen. Sie werden oft als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten beworben, bergen aber dennoch gesundheitliche Risiken. Insbesondere die Aromastoffe in den Liquids stehen im Verdacht, schädliche Auswirkungen auf die Atemwege zu haben.
Welche gesundheitlichen Risiken bergen E-Zigaretten?
Obwohl E-Zigaretten oft als weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten dargestellt werden, sind sie nicht risikofrei. Die langfristigen Auswirkungen des Dampfens auf die Gesundheit sind noch nicht vollständig erforscht. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass E-Zigaretten folgende Risiken bergen:
- Schädigung der Atemwege: Bestimmte Inhaltsstoffe der Liquids, insbesondere Aromastoffe, können die Lunge reizen und Entzündungen verursachen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Nikotin, das in vielen E-Zigaretten enthalten ist, kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigern.
- Suchtpotential: Nikotin ist ein starkes Suchtmittel. E-Zigaretten können daher, insbesondere bei Jugendlichen, zu einer Nikotinabhängigkeit führen.
- Freisetzung schädlicher Substanzen: Beim Verdampfen der Liquids können schädliche Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd entstehen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert umfassend über die Risiken des Rauchens und Dampfens. BZgA – E-Zigaretten (Lesen Sie auch: Rosenmontag Wetter: Milde Temperaturen Erwartet? Karneval Jubelt!)
Was fordert Pro Rauchfrei von den Herstellern und Händlern?
Pro Rauchfrei fordert, dass insbesondere die großen Konzerne eine Vorbildfunktion im Vertrieb von Suchtmitteln einnehmen sollten. Der Verband kritisiert, dass die E-Zigaretten Werbung oft gezielt auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet ist und die Produkte als Lifestyle-Produkte dargestellt werden. Pro Rauchfrei setzt sich für strengere Werbebeschränkungen und eine bessere Aufklärung über die Risiken des Dampfens ein.
Welche Rolle spielt die Gesetzgebung bei der E-Zigaretten Werbung?
Die Gesetzgebung zur E-Zigaretten Werbung ist in Deutschland und Europa noch nicht einheitlich geregelt. Es gibt zwar bestimmte Beschränkungen, beispielsweise für Werbung, die sich an Minderjährige richtet, aber die Regelungen sind oft weniger streng als bei herkömmlichen Tabakprodukten. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie, die auch die Werbung für E-Zigaretten betreffen könnte. Wie Stern berichtet, hat das Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg das Aktenzeichen 3 UKl 30/23 e. Stern
Das Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg bezieht sich auf spezifische Werbeaussagen des Discounters Netto. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ähnliche Werbeaussagen anderer Anbieter ebenfalls rechtlich angreifbar sein könnten. Verbraucher sollten daher besonders kritisch sein, wenn E-Zigaretten als harmlos oder als Lifestyle-Produkt beworben werden.
Häufig gestellte Fragen
Welche konkreten Formulierungen in der E-Zigaretten Werbung wurden vom Gericht verboten?
Das Gericht untersagte Formulierungen wie „eine neue Welt mit köstlichen und unglaublichen Geschmacksrichtungen“ zu entdecken, das Anpreisen einer vielfältigen Auswahl an Aromen, das Werben für „eine beeindruckende Geschmackswiedergabe“ und Aussagen wie „für alle Zielgruppen geeignet“.
Warum sieht Pro Rauchfrei ein Problem in der Werbung für E-Zigaretten?
Pro Rauchfrei kritisiert, dass die Werbung für E-Zigaretten oft die Gefahren verharmlost, sich gezielt an Jugendliche richtet und die Produkte als Lifestyle-Produkte darstellt. Der Verband fordert strengere Werbebeschränkungen.
Welche gesundheitlichen Risiken sind mit dem Konsum von E-Zigaretten verbunden?
E-Zigaretten können die Atemwege schädigen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, süchtig machen und schädliche Substanzen freisetzen. Die langfristigen Auswirkungen sind noch nicht vollständig erforscht. (Lesen Sie auch: Schmuggel Wetterballons: Polen stoppt Zigarettenschmuggler)
Gibt es spezielle Gesetze, die die E-Zigaretten Werbung regeln?
Die Gesetzgebung zur E-Zigaretten Werbung ist noch nicht einheitlich geregelt. Es gibt zwar Beschränkungen, aber diese sind oft weniger streng als bei Tabakprodukten. Die Europäische Kommission plant eine Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie.
Was können Verbraucher tun, um sich vor irreführender E-Zigaretten Werbung zu schützen?
Verbraucher sollten sich nicht von irreführender Werbung beeinflussen lassen und sich umfassend über die Risiken von E-Zigaretten informieren. Sie sollten kritisch hinterfragen, ob die beworbenen Produkte tatsächlich harmlos sind.
Das Urteil gegen den Discounter Netto zeigt, dass irreführende E-Zigaretten Werbung nicht toleriert wird. Verbraucher sollten sich jedoch nicht ausschließlich auf Gerichtsurteile verlassen, sondern sich aktiv über die Risiken informieren und kritisch mit der Werbung auseinandersetzen. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Bamberg mit dem Aktenzeichen 3 UKl 30/23 e ist ein wichtiger Schritt, um vor den Gefahren von E-Zigaretten Werbung zu schützen. Weitere Informationen zu diesem Thema bietet das dpa Nachrichtenportal.











