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Eier werden im Supermarkt knapp – in vielen Filialen von Rewe, Edeka, Aldi und Kaufland stehen Kunden vor leeren Regalen. Hauptursache ist die Vogelgrippe, die seit Herbst 2025 Hunderttausende Legehennen das Leben kostete. Experten warnen vor weiteren Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent und halten sogar eine Rationierung für möglich.
Das Wichtigste in Kürze
- Vogelgrippe sorgt für Massenkeulungen – über 400.000 Tiere betroffen
- Bio- und Freilandeier sind besonders knapp
- Großhandelspreise erreichen Allzeithoch von 17,63 Euro pro 100 Eier
- Experten halten Rationierung beim Einkauf für möglich
- Preissteigerung um 10 bis 50 Prozent erwartet
- Deutschland kann nur 72 Prozent des Bedarfs selbst decken
Eier werden im Supermarkt knapp – eine Situation, die viele Verbraucher im Januar 2026 überrascht. In zahlreichen Filialen von Rewe, Edeka, Aldi, Lidl und Kaufland fehlen vor allem Bio-Eier und Freilandeier. Was als regionales Problem begann, hat sich zu einer bundesweiten Versorgungskrise ausgeweitet. Die Ursachen sind vielfältig: Vogelgrippe-Ausbrüche, gestiegene Produktionskosten und eine wachsende Nachfrage treffen auf ein sinkendes Angebot.
Warum gibt es aktuell keine Eier im Supermarkt?
Die Eierknappheit in Deutschland hat mehrere Ursachen, die sich gegenseitig verstärken. Der wichtigste Faktor ist die Vogelgrippe (Geflügelpest), die seit Herbst 2025 in Deutschland grassiert und sich bis in die Wintermonate 2026 zieht.
Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) verzeichnete Deutschland 2025 die höchste Anzahl an Vogelgrippe-Ausbrüchen in Geflügelhaltungen seit Beginn der Aufzeichnungen. Allein in Sachsen musste ein Betrieb in Ebersbach im Landkreis Meißen seinen kompletten Bestand von 310.000 Legehennen töten lassen – der größte Seuchenfall seit über 20 Jahren.

| Ursache | Auswirkung |
|---|---|
| Vogelgrippe (H5N1) | Massenkeulungen von über 400.000 Tieren |
| Steigende Futterkosten | Betriebe lassen Ställe leer |
| Mindestlohnerhöhung | Höhere Produktionskosten |
| Importabhängigkeit | Nur 72% Selbstversorgung in Deutschland |
| Kükentöten-Verbot | Ausländische Eier keine echte Alternative |
| Steigende Nachfrage | 249 Eier Pro-Kopf-Verbrauch 2024 (+4%) |
Vogelgrippe 2025/2026: Die aktuelle Lage in Deutschland
Die Geflügelpest hat sich seit Oktober 2025 rasant in Deutschland ausgebreitet. Betroffen sind vor allem Betriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. In mehreren Bundesländern gilt weiterhin eine Stallpflicht für Geflügel.
Hans-Peter Goldnick, Präsident des Bundesverbands Ei: „Eier sind aktuell knapp. Die Großhandelspreise haben ein Allzeithoch erreicht.“
Das Problem: Bis neue Hennen die entstandenen Lücken füllen können, vergehen laut dem Landesbauernverband Baden-Württemberg sieben bis acht Monate. Eine schnelle Entspannung ist daher nicht in Sicht.
Eierpreise steigen: So teuer werden Eier 2026
Die Eierknappheit treibt die Preise in die Höhe. Im Großhandel müssen Händler aktuell 17,63 Euro für 100 Eier der Gewichtsklasse M zahlen – ein Allzeithoch. Damit sind Eier im Großhandel teurer als im Supermarkt.
Für Verbraucher bedeutet das: Die Preise werden steigen. Durch bereits ausgehandelte Preisanpassungen rechnet die Branche mit einem Anstieg um 10 bis 15 Prozent ab Januar 2026. Der Vorsitzende des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, Robert Schmack, hält sogar eine Verteuerung um bis zu 50 Prozent für möglich.
| Zeitraum | Preis (10er-Packung) | Veränderung |
|---|---|---|
| 2020 | ca. 1,75 € | Ausgangswert |
| 2024 | ca. 2,50 € | +43% |
| Januar 2026 | ca. 2,75-2,90 € | +10-15% |
| Worst Case 2026 | bis 3,50 € | +50% |

Droht ein Eier-Engpass zu Ostern 2026?
Ostern 2026 fällt auf den 5. April – und die Sorge vor leeren Regalen wächst. Die Deutsche Eier-Union (DEU) warnt in ihrem Marktbericht: „Eine Rationierung beim Einkauf scheint inzwischen denkbar zu sein. Alles Verfügbare wird zur bestmöglichen Versorgung der bestehenden Kunden benötigt.“
Erschwerend kommt hinzu, dass bereits jetzt Eier zum Färben für Ostern eingelagert werden müssen – was die Zahl der verfügbaren Frischeier zusätzlich verringert.
Deutsche Eier-Union (DEU): „Eier sind nicht einmal mit satten Preisaufschlägen zu erwerben. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.“
Allerdings gibt es auch vorsichtige Entwarnung: Die DEU-Eiervertriebsgesellschaft rechnet damit, dass zu Ostern genug Eier zum Frühstücken, Färben und Verstecken verfügbar sein werden – wenn auch mit eingeschränktem Sortiment.
Diese Supermärkte sind besonders betroffen
Die Eierknappheit trifft alle großen Supermarktketten, jedoch unterschiedlich stark. Besonders betroffen sind:
- Bio-Eier – am freien Markt kaum noch erhältlich
- Freilandeier – durch Stallpflicht eingeschränktes Angebot
- Regionale Produkte – lokale Engpässe durch betroffene Betriebe
Rewe erklärte auf Nachfrage, dass die Vogelgrippe die Branche weiter unter Druck setzt. Man stehe aber in engem Austausch mit den Lieferanten und sei flexibel aufgestellt, um die Versorgung sicherzustellen. Auch Kaufland bestätigte, dass es manchmal wegen der Vogelgrippe zu Lieferverzögerungen komme – aber nur in einzelnen Filialen und nur temporär.
Warum sind ausgerechnet Bio-Eier so knapp?
Bio-Eier und Freilandeier sind besonders von der Krise betroffen. Der Grund: Bei der Freiland- und Biohaltung haben die Hühner Zugang nach draußen – und können sich dort durch Wildvögel mit der Vogelgrippe infizieren.
Der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Hans-Peter Goldnick, warnte im ZDF-Morgenmagazin: „Weit über ein Drittel der Legehennen sind in Freilandhaltung oder Bodenhaltung, und ein Vogelschiss eines Kranichs in so einen Auslauf genügt, um eine Herde umzubringen.“
Die Geflügelbranche fordert daher eine bundesweite Stallpflicht, um weitere Ausbrüche zu verhindern. In mehreren Bundesländern gilt diese bereits – etwa entlang des Rheins in Baden-Württemberg bis zum 12. Februar 2026.
Deutschland kann sich nicht selbst versorgen
Ein weiteres Problem: Deutschland ist bei Eiern auf Importe angewiesen. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei nur 72 Prozent. Etwa ein Viertel der Konsumeier wird importiert, vor allem aus den Niederlanden.
Doch auch die wichtigen Lieferländer kämpfen mit Problemen:
- Niederlande: Umweltpolitisch motivierter Abbau des Hühnerbestands
- Italien: 43 Vogelgrippe-Fälle seit September 2025
- USA: Rekordpreise durch massive Ausbrüche – über 30 Mio. Legehennen getötet
Hinzu kommt: Eier aus dem Ausland sind für den deutschen Handel oft keine echte Alternative, da dort noch das Kükentöten erlaubt ist. Der deutsche Handel besteht jedoch auf Eier, deren Produktion ohne Kükentötung auskommt.
So reagieren Verbraucher auf die Eierknappheit
Die Knappheit führt bei manchen Verbrauchern zu Hamsterkäufen. Auf Social Media berichten Nutzer von Menschen, die vier oder mehr Packungen Eier auf einmal kaufen. Experten raten jedoch dringend davon ab: Hamsterkäufe verschärfen die Lage nur weiter und treiben die Preise zusätzlich in die Höhe.
Der Landesbauernverband Baden-Württemberg empfiehlt, nur den tatsächlichen Bedarf zu kaufen. Auch das Einfrieren von Eiern ist keine gute Idee – Lebensmittel wie Eier sollten nicht eingefroren werden, um sie zu bevorraten.
Wann wird es wieder genug Eier geben?
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Da neue Legehennen sieben bis acht Monate brauchen, bis sie die entstandenen Lücken füllen können, rechnen Experten frühestens im Spätsommer 2026 mit einer Normalisierung des Marktes.
Allerdings gibt es auch positive Signale: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostiziert ab 2026 eine bessere Kontrolle der Vogelgrippe durch strengere Biosicherheitsmaßnahmen und mögliche Impfprogramme.
Häufige Fragen zur Eierknappheit
Fazit: Eierknappheit bleibt vorerst bestehen
Die Eierknappheit im Supermarkt wird Deutschland noch einige Monate begleiten. Die Vogelgrippe hat Hunderttausende Legehennen das Leben gekostet, und bis neue Hennen die Lücken füllen können, dauert es. Verbraucher müssen sich auf höhere Preise und ein eingeschränktes Sortiment einstellen – vor allem bei Bio- und Freilandeiern.
Für Ostern 2026 gibt es vorsichtige Entwarnung: Genug Eier zum Färben und Verstecken sollten vorhanden sein. Wichtig ist, auf Hamsterkäufe zu verzichten und nur den tatsächlichen Bedarf zu decken. So kann jeder dazu beitragen, dass die Versorgung für alle gesichert bleibt.
Autor: Redaktion Rathausnachrichten
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