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Eisberge Elbe Hamburg: Bei Geesthacht türmen sich nach Dauerfrost und Niedrigwasser meterhohe Eisberge auf der Elbe. Einige Formationen erreichen bis zu zehn Meter Höhe. Bis zu zehn Eisbrecher kämpfen seit Tagen gegen die gewaltige Eisbarriere am Stauwehr – so viele wie seit 2013 nicht mehr.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Eisberge an der Elbe: Seltenes Naturspektakel bei Hamburg
- Wie sind die Eisberge entstanden?
- Zehn Eisbrecher im Dauereinsatz
- Die Eisbrecherflotte Geesthacht
- Schaulustige erleben „Arktis-Feeling"
- Durchbruch am Stauwehr geschafft
- Warnung: Eisflächen nicht betreten!
- Ausblick: Neue Kältewelle erwartet
- Wo kann man die Eisberge sehen?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Einmaliges Naturspektakel bei Hamburg
Das Wichtigste in Kürze
- Spektakel: Meterhohe Eisberge bei Geesthacht, bis zu 10 Meter hoch
- Ursache: Dauerfrost (bis -10,8°C) und extremes Niedrigwasser
- Einsatz: Bis zu 10 Eisbrecher im Dauereinsatz – Rekord seit 2013
- Schaulustige: Zahlreiche Besucher am Wochenende vor Ort
- Warnung: Betreten der Eisflächen ist lebensgefährlich
- Ausblick: Neue Kältewelle zum Monatsende erwartet
Eisberge an der Elbe: Seltenes Naturspektakel bei Hamburg
Vor den Toren Hamburgs bietet sich derzeit ein außergewöhnliches Bild: Bei Geesthacht türmen sich meterhohe Eisberge auf der Elbe. Das seltene Naturschauspiel lockte am Wochenende zahlreiche Schaulustige an den Fluss.
„Das hatten wir so auch noch nicht“, sagte Andreas Schultz, der Leiter der Spezialschiff-Flotte beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), der „Bild“-Zeitung. Einige der Eisformationen erreichen laut WSA Höhen von bis zu zehn Metern.

Wie sind die Eisberge entstanden?
Die spektakulären Eisformationen entstanden durch eine seltene Kombination mehrerer Faktoren:
| Faktor | Details |
|---|---|
| Extremer Frost | Temperaturen bis minus 10,8 Grad |
| Niedrigwasser | Nur ca. 300 Kubikmeter pro Sekunde (500 nötig) |
| Grundeis | Bildete sich am Flussboden und schob sich nach oben |
| Stauwehr | Eisbarriere staute sich am Wehr bei Geesthacht |
| Eisbrecher-Einsatz | Zerkleinern die Eisdecke in kleinere Eisberge |
Die geringe Strömung der Elbe konnte das Eis nicht abtransportieren. Stattdessen bildete sich zunächst sogenanntes „Grundeis“ am Flussboden, das sich anschließend nach oben schob und die Oberfläche blockierte.
Zehn Eisbrecher im Dauereinsatz
Seit Tagen kämpft die in Geesthacht stationierte Eisbrecherflotte gegen die gewaltige Eisbarriere am Stauwehr. Bis zu zehn Eisbrecher waren gleichzeitig im Einsatz – so viele wie seit 2013 nicht mehr.
Andreas Schultz (WSA) zum Hamburger Abendblatt: „Wir können nur bei Hochwasser fahren. Steht das Wasser zu niedrig, könnten wir durch den Tiefgang den Grund berühren – und das geht natürlich nicht.“
Die Einsätze laufen sowohl tagsüber als auch nachts, um die Elbe für die Schifffahrt offen zu halten. Der Eisbrecher „Keiler“ mit rund 1.100 PS fährt dabei wiederholt auf die Eisbarrieren auf, setzt auf und zerdrückt die Schollen.
Die Eisbrecherflotte Geesthacht
In Geesthacht sind zehn Eisbrecher der Baujahre 1949 bis 2011 stationiert. Die Spezialschiffe sind kleine Kraftprotze mit raffinierter Technik:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Anzahl Schiffe | 10 Eisbrecher |
| Baujahre | 1949 bis 2011 |
| Leistung | 290 bis 1.170 PS |
| Technik | Unwucht-/Stampfanlage zum Schlingern |
| Bekannte Schiffe | „Keiler“, „Büffel“, „Wisent“, „Elbe“ |
Die Bugs der Eisbrecher sind so geformt, dass sie das Eis mit ihrer flach gewölbten Unterseite nach unten drücken. Die Schiffe schieben sich auf das Eis, welches unter dem Gewicht bricht.
Schaulustige erleben „Arktis-Feeling“
Am Wochenende strömten zahlreiche Menschen an die Elbe, um das seltene Naturspektakel zu bewundern. Auf dem Parkplatz an der Fischtreppe standen die Autos dicht an dicht.
„Das ist absolut unwirklich hier, wie in der Arktis“, beschrieb eine Besucherin das Erlebnis. Auf der Elbbrücke fuhren zeitweise Autos im Schritttempo vorbei, um einen Blick auf die Eisberge zu werfen.
Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Dimensionen bei Niedrigwasser der Elbe. Dann sind die gestrandeten Eisberge am Ufer besonders gut zu sehen.
Durchbruch am Stauwehr geschafft
Am Samstag verkündete Andreas Schultz: „Wir haben den Durchbruch geschafft.“ Nach tagelangem Kampf gegen die Eisbarriere fließt das Elbwasser nun an einer Stelle kontrolliert durch das Stauwehr ab.
Doch noch immer türmen sich gewaltige Eismengen auf. „Wir gönnen uns jetzt eine Verschnaufpause und machen am Montag weiter“, so Schultz. Tausende Kubikmeter Eis halten sich trotz des einsetzenden Tauwetters.
Warnung: Eisflächen nicht betreten!
Die Behörden warnen eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten. Das Eis ist nicht tragfähig und kann jederzeit brechen.
⚠️ Lebensgefahr! Das Betreten der Eisflächen auf der Elbe und auf Hamburger Seen ist verboten. Die Feuerwehr Hamburg warnt: „Es gibt kein tragfähiges Eis in Hamburg.“
Ausblick: Neue Kältewelle erwartet
Entspannung ist nicht in Sicht. Meteorologen und die Experten des WSA rechnen zum Monatsende mit einer erneuten Kältephase. Die Temperaturen könnten dann wieder deutlich unter den Gefrierpunkt fallen.
Weil die Elbe derzeit nur wenig Wasser führt, könnte es schnell zu einer neuen Eisbildung kommen. Die Eisbrecherflotte bleibt in Bereitschaft.
Wo kann man die Eisberge sehen?
Das Naturspektakel ist am besten bei Geesthacht zu beobachten. Gute Aussichtspunkte:
- Elbbrücke B404: Blick auf die Eisberge unterhalb des Stauwehrs
- Parkplatz Fischtreppe: Fußläufig erreichbar, gute Sicht aufs Ufer
- Elbdeich bei Geesthacht: Spaziergänge entlang des Flusses
Anfahrt: Mit dem Auto über die B404 oder mit dem Bus X8800 ab Hamburg-Bergedorf bis Geesthacht ZOB.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch sind die Eisberge an der Elbe?
Die Eisformationen erreichen laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Höhen von bis zu zehn Metern. Das Eis hat sich teilweise vom Flussboden bis mehrere Meter über die Wasseroberfläche geschoben.
Warum haben sich die Eisberge gebildet?
Eine seltene Kombination aus extremem Frost (bis -10,8°C) und Niedrigwasser führte zur Eisbildung. Die geringe Strömung von nur 300 statt der benötigten 500 Kubikmeter pro Sekunde konnte das Eis nicht abtransportieren.
Wie viele Eisbrecher sind im Einsatz?
Bis zu zehn Eisbrecher kämpfen gegen die Eisbarriere – so viele wie seit 2013 nicht mehr. Die Eisbrecherflotte Geesthacht umfasst Schiffe mit Leistungen zwischen 290 und 1.170 PS.
Darf man die Eisflächen betreten?
Nein! Das Betreten der Eisflächen ist lebensgefährlich und verboten. Die Feuerwehr Hamburg warnt eindringlich: „Es gibt kein tragfähiges Eis.“ Die Gefahr einzubrechen ist sehr hoch.
Wie lange bleiben die Eisberge noch?
Trotz einsetzenden Tauwetters halten sich noch tausende Kubikmeter Eis. Zum Monatsende wird eine neue Kältewelle erwartet, die zu erneuter Eisbildung führen könnte. Die Eisbrecher bleiben im Einsatz.
Wo kann ich die Eisberge am besten sehen?
Die besten Aussichtspunkte befinden sich bei Geesthacht: an der Elbbrücke B404 mit Blick auf das Stauwehr, am Parkplatz der Fischtreppe oder am Elbdeich. Besonders eindrucksvoll ist das Spektakel bei Niedrigwasser.
Fazit: Einmaliges Naturspektakel bei Hamburg
Die meterhohen Eisberge an der Elbe bei Geesthacht sind ein seltenes Naturschauspiel, das selbst erfahrene Experten beeindruckt. „Das hatten wir so auch noch nicht“, sagt der Leiter der Eisbrecherflotte.
Wer das spektakuläre Bild selbst erleben möchte, sollte sich beeilen – aber Vorsicht: Die Eisflächen dürfen unter keinen Umständen betreten werden. Am sichersten ist die Beobachtung vom Elbdeich oder von der Brücke aus.
Autor: Redaktion Rathausnachrichten
Quellen: dpa, BILD, Hamburger Abendblatt






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