Deutschland steht beim Ausbau erneuerbarer Energien im Jahr 2026 an einem entscheidenden Punkt. Wind- und Solarenergie deckten 2025 erstmals mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs, doch zentrale Weichenstellungen bei Gesetzen und Förderung bestimmen jetzt die Zukunft der Energiewende.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Dezember 2024 betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland rund 56 Prozent, Tendenz steigend.
- 2026 werden zentrale Weichen für die innovativen Wachstumstreiber Erneuerbare Energien und Digitalisierung gestellt.
- Der Anteil erneuerbarer Energien wird 2026 voraussichtlich über 60 Prozent liegen, basierend auf einem Rekordanteil von rund 58 Prozent im Jahr 2025.
- Die Einspeisevergütung sinkt am 1. Februar 2026 um 1 %, mit neuen Sätzen zwischen 5,50 und 12,34 Cent pro Kilowattstunde.
- Die zugebaute Windleistung 2025 übertraf mit 4,6 Gigawatt deutlich das Vorjahresniveau von 2,6 Gigawatt.
- 2026 wird ein Schlüsseljahr, in dem die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Erneuerbare ausrichten muss.
- EEG-Novelle, Gebäudemodernisierungsgesetz und Kraftwerksstrategie stellen zentrale Weichen für die Erneuerbaren Energien.
Aktuelle Entwicklung erneuerbarer Energien in Deutschland
Am 9. Februar 2026 zeigt sich die deutsche Energiewende in einer dynamischen Phase. Der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung liegt bei 58 Prozent, wobei Windkraft der mit Abstand wichtigste Energieträger ist, gefolgt von Photovoltaik, die erstmals vor Erdgas auf Platz zwei liegt.
Die Entwicklung ist beeindruckend: Der Zubau der Solarleistung fiel 2025 mit 16,4 Gigawatt aus, während Wind an Land mit 4,6 Gigawatt deutlich aufholte. Am Jahresende 2025 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 117 Gigawatt. Diese Zahlen dokumentieren einen stetigen Ausbau, der jedoch noch beschleunigt werden muss, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
Wind- und Solarenergie als tragende Säulen
Wind- und Solarenergie bilden die tragenden Säulen der Stromerzeugung und decken gemeinsam den Großteil des Bedarfs. Die Bundesregierung hat für beide Technologien ehrgeizige Ausbauziele festgelegt. Bis 2030 soll die Windkraft-Gesamtleistung auf 115 Gigawatt steigen, was jährlich durchschnittlich 9,4 Gigawatt Zubau erfordert.
Besonders erfreulich: 2025 wurden Genehmigungen für knapp 20,8 Gigawatt Windenergie an Land erteilt, womit das hohe Niveau des Vorjahres nochmals übertroffen wurde. Dies legt den Grundstein für einen beschleunigten Ausbau in den kommenden Jahren, auch wenn die Umsetzung Zeit benötigt.
EEG-Reform 2026: Die entscheidende Weichenstellung
Das Jahr 2026 wird zum Schicksalsjahr für die deutsche Energiewende. Bis Ende 2026 muss die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformieren, da die beihilferechtliche Genehmigung der EU für die aktuell geltende Fassung ausläuft. Diese Reform wird maßgeblich über den weiteren Ausbaupfad der erneuerbaren Energien entscheiden.
Die Erwartungen an die EEG-Novelle sind hoch. Wirtschaftliches Wachstum braucht Verlässlichkeit – deshalb muss die EEG Novelle schnell kommen und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren mit Fokus auf Systemdienlichkeit und Kosteneffizienz sicherstellen. Experten befürchten jedoch, dass die im EEG verankerten Ausbauziele abgeschwächt werden könnten.
Änderungen bei der Einspeisevergütung
Konkrete Änderungen sind bereits in Kraft: Die Einspeisevergütung sinkt am 1. Februar 2026 um 1 %, wobei PV-Anlagen mit Teileinspeisung 5,50 bis 7,78 Cent pro Kilowattstunde erhalten, während Anlagen mit Volleinspeisung mit 10,35 bis 12,34 Cent vergütet werden. Diese halbjährliche Degression betrifft ausschließlich Neuanlagen, Bestandsanlagen behalten ihre ursprüngliche Vergütung.
Wie bereits in unserem Artikel über Besteuerung von Kapitalerträgen dargestellt, spielen steuerliche Aspekte bei Investitionen in erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. Die sinkenden Vergütungssätze machen Eigenverbrauchsmodelle zunehmend attraktiver.
Herausforderungen und Chancen der Energiewende
Der Weg zur klimaneutralen Energieversorgung ist nicht ohne Hindernisse. Die Elektrifizierungsdynamik bleibt 2025 noch zu schwach, der Stromverbrauch stagniert entgegen dem globalen Trend bei 528 Terawattstunden, während hohe Investitionskosten die Transformation bremsen.
Dennoch gibt es positive Signale: Ein Rekordmarktanteil von knapp 50 Prozent bei Wärmepumpen und knapp 20 Prozent Neuzulassungsquote von E-Pkw zeigen, dass Haushalte zum Umstieg bereit sind. Diese Entwicklung zeigt, dass die Akzeptanz für klimafreundliche Technologien in der Bevölkerung wächst.
Netzausbau als Flaschenhals
Eine zentrale Herausforderung bleibt die Netzinfrastruktur. Die vorhandene Netzinfrastruktur muss besser genutzt werden, wobei ein schneller und unbürokratischer Netzanschluss für Erzeuger, Speicher und flexible Verbraucher entscheidend bleibt. Der massive Ausbau erneuerbarer Energien erfordert parallel einen ebenso ambitionierten Netzausbau, um die erzeugte Energie effizient zu verteilen.
| Energieträger | Installierte Leistung Ende 2025 | Zubau 2025 | Ziel 2030 |
|---|---|---|---|
| Photovoltaik | 117 GW | 16,4 GW | 215 GW |
| Wind an Land | 68,1 GW | 4,6 GW | 115 GW |
| Erneuerbare gesamt | – | – | 80% des Stromverbrauchs |
Gebäudemodernisierungsgesetz und Wärmewende
Neben der EEG-Reform steht 2026 ein weiteres wichtiges Gesetzesvorhaben an. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wird erwartet, welches das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzen soll. Dieses Gesetz soll privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen verlässliche Regeln für Investitionen in Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie, Holzwärme und Wärmenetze geben.
Die kommunale Wärmeplanung bleibt ein wichtiger Baustein. Bis Mitte 2026 müssen Städte mit über 100.000 Einwohnern ihre Wärmepläne eingereicht haben. Diese Pläne bilden die Grundlage für eine koordinierte Wärmewende auf lokaler Ebene und schaffen Planungssicherheit für Hauseigentümer bei anstehenden Heizungsmodernisierungen.
Steigende CO₂-Preise als Anreiz
Um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu beschleunigen, setzt die Bundesregierung auch auf ökonomische Anreize. Der CO₂-Preis steigt 2026 deutlich an, wobei die CO₂-Zertifikate im nationalen Emissionshandel erstmals versteigert werden – in einem festen Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Dies macht fossile Energieträger teurer und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Alternativen.
Ähnlich wie in unserem Bericht über Sozialabgaben auf Kapitalerträge beschrieben, zeigen sich auch hier die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Investitionsrenditen und wirtschaftliche Planungen.
Internationale Perspektive und Wettbewerb
Deutschland steht im internationalen Wettbewerb um Klimaschutztechnologien. China verzeichnet erstmals strukturelle Emissionsrückgänge in den Sektoren Energie und Transport und nimmt eine zunehmend zentrale Rolle bei Klimaschutztechnologien ein. Dies zeigt, dass die globale Energiewende an Dynamik gewinnt und Deutschland seine Vorreiterrolle behaupten muss.
Die weltweite Entwicklung ist vielversprechend: Während Deutschland 2025 sein Klimaziel erreichte, zeichnet sich global ein Wendepunkt ab. Die Weltwirtschaft wächst, während die Emissionen zurückgehen und 2025 sogar ihren Höhepunkt erreicht haben könnten. Dies unterstreicht das enorme Potenzial erneuerbarer Energien für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
Wirtschaftliche Bedeutung der Energiewende
Die Transformation des Energiesystems bietet erhebliche wirtschaftliche Chancen. 2026 sollen über 128 Milliarden Euro in Zukunftsinvestitionen fließen, wobei Klimaschutzmaßnahmen wie die Schieneninfrastruktur sowie Förderungen für Erneuerbare Energien einen gewichtigen Teil ausmachen. Diese Investitionen schaffen Arbeitsplätze und stärken die technologische Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
Erneuerbare Kraftwerkskapazitäten stehen bereit und können kurzfristig skalieren, bieten als heimische Energieträger Unabhängigkeit und Resilienz und helfen, unnötige Investitionen in fossile Strukturen zu vermeiden. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten wird diese Unabhängigkeit zu einem strategischen Vorteil.
Häufig gestellte Fragen zu erneuerbaren Energien 2026
Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland aktuell?
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung liegt im Dezember 2024 bei rund 56 Prozent und wird 2026 voraussichtlich über 60 Prozent erreichen. Wind- und Solarenergie sind dabei die wichtigsten Energieträger.
Was ändert sich beim EEG im Jahr 2026?
Bis Ende 2026 muss die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren, da die EU-Genehmigung ausläuft. Die Einspeisevergütung sinkt bereits am 1. Februar 2026 um 1 Prozent, weitere Änderungen werden im Laufe des Jahres erwartet.
Welche Ausbauziele hat Deutschland für erneuerbare Energien?
Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch mindestens 80 Prozent betragen. Konkret bedeutet dies 115 Gigawatt Windkraft an Land und 215 Gigawatt Photovoltaik.
Wie entwickeln sich die Kosten für Solaranlagen 2026?
Die Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen sinkt halbjährlich. Ab Februar 2026 erhalten kleine Anlagen mit Volleinspeisung noch 12,34 Cent pro Kilowattstunde, bei Teileinspeisung 7,78 Cent. Dies macht Eigenverbrauch zunehmend attraktiver.
Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz?
Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll 2026 das bisherige Gebäudeenergiegesetz ersetzen und verlässliche Regeln für Investitionen in Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie und Wärmenetze schaffen. Die Eckpunkte werden Ende Januar 2026 erwartet.
Warum steigen die Energiepreise 2026?
Der CO₂-Preis im nationalen Emissionshandel steigt 2026 auf 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂. Dies verteuert fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas und Benzin und soll Anreize für den Umstieg auf erneuerbare Energien schaffen.
Wie schnell wächst die Windenergie in Deutschland?
2025 wurden 4,6 Gigawatt neue Windkraftleistung installiert – deutlich mehr als die 2,6 Gigawatt im Vorjahr. Genehmigungen für knapp 20,8 Gigawatt lassen für die kommenden Jahre einen beschleunigten Ausbau erwarten.
Fazit: Entscheidendes Jahr für die deutsche Energiewende
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für die Energiewende in Deutschland. Mit einem Anteil von über 60 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung hat Deutschland wichtige Meilensteine erreicht. Doch die anstehende EEG-Reform, das Gebäudemodernisierungsgesetz und die Kraftwerksstrategie werden die Weichen für die kommenden Jahre stellen.
Die technischen Lösungen für eine klimaneutrale Energieversorgung sind vorhanden. Wind- und Solarenergie haben sich als tragende Säulen etabliert, die Genehmigungszahlen stimmen optimistisch. Entscheidend ist nun, dass die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft, die Investitionssicherheit bieten und den Ausbau weiter beschleunigen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Deutschland seine Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien festigen kann. Mit den richtigen politischen Entscheidungen kann 2026 zum Schlüsseljahr werden, das den Weg zu einer klimaneutralen, unabhängigen und wirtschaftlich starken Energieversorgung ebnet.
Über den Autor: Dieser Artikel wurde von der Redaktion Rathausnachrichten auf Basis aktueller Quellen, Regierungsberichte und Branchenanalysen erstellt. Stand: 9. Februar 2026.
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Quellen: Bundesnetzagentur, Bundesverband Erneuerbare Energie, BDEW, Agora Energiewende, Wikipedia: Erneuerbare Energien






