„Klare Verhältnisse schaffen“ soll er, der geplante Zolldeal zwischen der EU und den USA. Doch bevor die Europa-Abgeordneten grünes Licht geben, fordern sie von Washington verbindliche Zusagen. Das EU-Parlament will einem EU USA Handelsabkommen nur unter Bedingungen zustimmen und formuliert nun rote Linien.

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Welche Bedingungen stellt das EU-Parlament für ein EU USA Handelsabkommen?
Die EU-Parlamentarier pochen auf Zusagen der USA in Bezug auf Umweltstandards, Arbeitnehmerrechte und Verbraucherschutz. Ohne diese Garantien, so die einhellige Meinung, könne es keine Zustimmung zu einem umfassenden Handelsabkommen geben. Es geht also darum, sicherzustellen, dass wirtschaftliche Vorteile nicht auf Kosten sozialer und ökologischer Standards erzielt werden. (Lesen Sie auch: Freihandelsabkommen Australien EU: Einigung Rückt Näher?)
Was bedeutet das für die Schweizer Wirtschaft?
Die Schweiz ist zwar nicht direkt Teil der EU, profitiert aber massgeblich von deren Handelsbeziehungen. Ein funktionierendes und faires EU USA Handelsabkommen könnte indirekt auch Schweizer Unternehmen zugutekommen, beispielsweise durch den Abbau von Handelshemmnissen und die Harmonisierung von Standards. Umgekehrt könnten sich negative Auswirkungen ergeben, wenn das Abkommen zu einer Verlagerung von Investitionen oder zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Die Schweizer Regierung wird die Entwicklungen daher genau beobachten müssen.
Die wichtigsten Fakten
- EU-Parlament fordert Zusagen der USA zu Umwelt- und Sozialstandards.
- Ohne diese Zusagen keine Zustimmung zu einem umfassenden Handelsabkommen.
- Schweizer Wirtschaft könnte indirekt betroffen sein.
- Harmonisierung von Standards als möglicher Vorteil.
Welche roten Linien hat das EU-Parlament formuliert?
Die Parlamentarier machen deutlich, dass bestimmte rote Linien nicht überschritten werden dürfen. Dazu gehören unter anderem die Aufrechterhaltung hoher europäischer Standards in der Lebensmittelproduktion und der Schutz geografischer Angaben. Auch der freie Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und die Wahrung kultureller Vielfalt sind für das Parlament nicht verhandelbar. Es geht darum, die Interessen der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen und sicherzustellen, dass ein EU USA Handelsabkommen nicht zu einer Absenkung von Standards führt. (Lesen Sie auch: Mitarbeiterführung Tipps: So Wird’s Kein Kuschelkurs!)
Wie geht es nun weiter?
Die Forderungen des EU-Parlaments erhöhen den Druck auf die Europäische Kommission, die für die Verhandlungen mit den USA zuständig ist. Es wird nun darum gehen, inwieweit die US-Regierung bereit ist, auf die europäischen Bedenken einzugehen und entsprechende Zusagen zu machen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob ein umfassendes und für beide Seiten akzeptables EU USA Handelsabkommen tatsächlich möglich ist.
Ein Scheitern der Verhandlungen hätte nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen, sondern könnte auch das transatlantische Verhältnis belasten. Umgekehrt könnte ein erfolgreicher Abschluss ein wichtiges Signal für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA senden. (Lesen Sie auch: Vonovia Aktie News: Gewinnsprung und Strategiewechsel –…)
Was bedeutet das für die einzelnen Kantone?
Für Kantone wie Zürich, Basel-Stadt und Genf, die stark auf den Export ausgerichtet sind, könnte ein erfolgreiches EU USA Handelsabkommen neue Chancen eröffnen. Es ist jedoch wichtig, dass die Kantone ihre Unternehmen dabei unterstützen, die potenziellen Vorteile zu nutzen und sich auf mögliche Herausforderungen vorzubereiten. Dies kann beispielsweise durch die Förderung von Innovationen und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geschehen.

Die Bedingungen des EU-Parlaments spiegeln das Bestreben wider, die Vorteile des Handels mit den USA zu nutzen, ohne dabei die eigenen Werte und Standards zu gefährden. Ob die USA bereit sind, sich auf diese Bedingungen einzulassen, bleibt abzuwarten. Für die Schweiz gilt es, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und die eigenen Interessen aktiv einzubringen. (Lesen Sie auch: Goldpreis Aktuell: Sinkflug Wegen Zinswende? Was Anleger…)











