📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 16.01.2026
Was ist bei Feneberg passiert? Die Feneberg Insolvenz wurde am 9. Januar 2026 offiziell. Der größte selbstständige Edeka-Händler Deutschlands hat beim Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Betroffen sind rund 3.000 Beschäftigte und 73 Filialen in Süddeutschland. Die Märkte bleiben geöffnet, Gutscheine können jedoch nicht mehr eingelöst werden.
Die Feneberg Insolvenz trifft den süddeutschen Lebensmitteleinzelhandel am 16. Januar 2026 mit voller Wucht. Das traditionsreiche Allgäuer Familienunternehmen kämpft seit Jahren mit Verlusten und strukturellen Problemen. Mit dem Schutzschirmverfahren soll jetzt die Wende gelingen – doch nicht alle Filialen werden überleben.
Warum ist Feneberg insolvent? Die Gründe für das Schutzschirmverfahren
Die wirtschaftliche Schieflage bei Feneberg hat mehrere Ursachen. Bereits seit dem Geschäftsjahr 2021/22 schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 belief sich der Verlust bei einem Umsatz von 478 Millionen Euro auf mindestens zehn Millionen Euro.
Die Hauptgründe für die Feneberg Krise:
➤ Anhaltende Verluste im zweistelligen Millionenbereich
➤ Hohe Pensionsverpflichtungen aus der Vergangenheit
➤ Strukturelle Defizite im Filialnetz mit unwirtschaftlichen Standorten
➤ Folgen der Insolvenz der Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods (AFF)
➤ Starker Wettbewerbsdruck durch große Handelsketten
Trotz eines zweistelligen Millionendarlehens von Edeka konnte das Unternehmen die Sanierung nicht aus eigener Kraft stemmen. Geschäftsführerin Amelie Feneberg erklärte dazu: Der Schritt sei für die Familie nicht leicht gewesen, aber angesichts der Umstände unumgänglich.

Was bedeutet das Schutzschirmverfahren für Feneberg?
Das Schutzschirmverfahren nach § 270d InsO ist eine besondere Form der Insolvenz. Anders als bei einer klassischen Pleite bleibt die Geschäftsführung am Ruder und kann das Unternehmen in Eigenverwaltung sanieren. Ein vom Gericht bestellter Sachwalter überwacht den Prozess.
Für Feneberg bedeutet das konkret: Die Supermärkte bleiben geöffnet, das Sortiment ist vollständig verfügbar. Die Löhne der rund 3.000 Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld für bis zu drei Monate gesichert. Die Kanzlei Grub Brugger aus Stuttgart begleitet die Sanierung rechtlich.
Welche Feneberg Filialen sind von Schließungen bedroht?
Im Mittelpunkt der Sanierung steht die Überprüfung und Neuordnung des Filialnetzes. Dauerhaft unwirtschaftliche Standorte werden kritisch bewertet. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Feneberg etwa zehn Filialen an Edeka Südbayern abgegeben, darunter Standorte in München und Oberbayern.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Aktuelle Filialanzahl | 73 Märkte |
| Betroffene Mitarbeiter | ca. 3.000 |
| Jahresumsatz 2024/25 | 478 Mio. Euro |
| Verlust 2024/25 | mind. 10 Mio. Euro |
| Regionen | Allgäu, Bodensee, Schwaben, Oberbayern, Kleinwalsertal |
| Sanierungsziel | Ende 2026 |
Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold kündigte einen Sanierungsprozess mit Augenmaß an. Neben möglichen Schließungen prüft das Unternehmen auch die Abgabe einzelner Filialen oder Filialgruppen an Investoren. Erste Interessenten haben laut Lebensmittel Zeitung bereits angeklopft.
Können Feneberg Gutscheine noch eingelöst werden?
Hier gibt es schlechte Nachrichten für Kunden: Aufgrund des Schutzschirmverfahrens können Gutscheinkarten und Gutscheine bei Feneberg nicht mehr eingelöst werden. Das betrifft auch die beliebten Erlebnisgutscheine aus dem VonHier-Bonusprogramm.
⚠️ Wichtig für Gutschein-Inhaber: Wer noch Feneberg-Gutscheine besitzt, sollte sich mit den entsprechenden Informationen an die vom Unternehmen eingerichtete E-Mail-Adresse wenden. Die Chancen auf eine vollständige Rückzahlung im Insolvenzfall sind erfahrungsgemäß gering.

Wie geht es für die 3.000 Feneberg Mitarbeiter weiter?
Die Arbeitnehmergewerkschaft Verdi hat sich kritisch zur Insolvenz geäußert und spricht von jahrelangem Missmanagement. Laut Verdi hätten die Beschäftigten durch massiven Gehaltsverzicht in den letzten Jahren bereits ihren Sanierungsbeitrag geleistet.
Positiv für die Mitarbeiter: Die Lohnzahlungen sind gesichert, der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Allerdings stehen manche Beschäftigte vor der bangen Frage, ob ihr Standort auf der Streichliste steht. Die operative Sanierung liegt in den Händen von Stephan Leibold und Amelie Feneberg, überwacht von Sachwalter Prof. Dr. Martin Hörmann.
Wer ist Feneberg? Geschichte des Allgäuer Familienunternehmens
Feneberg blickt auf eine lange Tradition zurück. Firmengründer Theodor Feneberg wandelte 1947 den väterlichen Käsehandel in die Feneberg Lebensmittel GmbH um – damals mit nur zwei Geschäften. Über Generationen baute die Familie das Unternehmen zum größten selbstständigen Edeka-Händler Deutschlands aus.
Das Unternehmen setzte früh auf regionale Produkte und Bio-Qualität mit der Eigenmarke VonHier. Diese Positionierung unterschied Feneberg von Discountern, machte die Kette aber auch anfälliger für Kostensteigerungen und Preisdruck im hart umkämpften Lebensmittelmarkt.
💡 Was Verbraucher jetzt wissen sollten:
Du kannst weiterhin wie gewohnt in allen Feneberg-Märkten einkaufen. Die Versorgung ist gesichert, das Sortiment vollständig verfügbar. Nur bei Gutscheinen und Gutscheinkarten gibt es Einschränkungen. Beobachte die lokale Berichterstattung für Updates zu deinem Standort.
Häufig gestellte Fragen zur Feneberg Insolvenz
Ist Feneberg pleite und schließen alle Filialen?
Nein, Feneberg ist nicht im klassischen Sinne pleite. Das Unternehmen hat ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich zu sanieren. Alle 73 Märkte bleiben vorerst geöffnet. Einzelne unwirtschaftliche Standorte könnten im Zuge der Sanierung geschlossen oder an andere Händler abgegeben werden.
Kann ich meine Feneberg Gutscheine noch einlösen?
Nein, aktuell können Gutscheinkarten und Gutscheine bei Feneberg nicht eingelöst werden. Dies gilt auch für Erlebnisgutscheine aus dem VonHier-Bonusprogramm. Betroffene Kunden können sich per E-Mail an das Unternehmen wenden, um ihre Ansprüche anzumelden.
Wann wird die Feneberg Sanierung abgeschlossen sein?
Laut Unternehmensangaben soll die Sanierung bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein. In den kommenden Monaten werden Entscheidungen zu Filialnetz, Kosten, Strukturen und möglichen Investoren getroffen.
Gehört Feneberg zu Edeka?
Ja, Feneberg gehört zum Edeka-Verbund als selbstständiger Händler. Das Unternehmen ist sogar der größte selbstständige Edeka-Kaufmann in Deutschland. Edeka hatte Feneberg bereits mit einem zweistelligen Millionendarlehen unterstützt. Durch das Schutzschirmverfahren könnte sich die Struktur künftig ändern.
Was passiert mit den Jobs bei Feneberg?
Die rund 3.000 Arbeitsplätze sind zunächst gesichert. Die Löhne werden über das Insolvenzgeld für bis zu drei Monate abgesichert. Langfristig hängt die Jobsicherheit davon ab, welche Standorte erhalten bleiben und wie erfolgreich die Sanierung verläuft.
Wo gibt es Feneberg Filialen?
Feneberg betreibt 73 Märkte hauptsächlich im Allgäu, in der Bodenseeregion, in Schwaben und Oberbayern sowie im österreichischen Kleinwalsertal. Standorte gibt es unter anderem in Kempten, Ulm, Ravensburg, Memmingen und Lindau.
Fazit: Überlebt Feneberg die Insolvenz?
Die Feneberg Insolvenz markiert einen Wendepunkt für das traditionsreiche Allgäuer Familienunternehmen. Das Schutzschirmverfahren bietet die Chance auf einen geordneten Neustart – aber die kommenden Monate werden entscheidend sein. Für Kunden im Allgäu und der Bodenseeregion bedeutet das zunächst: Einkaufen ist weiter möglich, bei Gutscheinen gilt jedoch Vorsicht.
Ob alle 73 Standorte die Sanierung überleben, ist ungewiss. Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold hat einen harten Schnitt angekündigt. Bis Ende 2026 soll klar sein, wie das neue Feneberg aussieht. Für die Region und die 3.000 Beschäftigten steht viel auf dem Spiel.
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Dieser Artikel wurde von der Redaktion von rathausnachrichten.de verfasst. Wir berichten tagesaktuell über wirtschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Verbraucher in Deutschland.
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🚨 Feneberg ist insolvent: 3.000 Jobs betroffen, 73 Filialen auf dem Prüfstand. Gutscheine können nicht mehr eingelöst werden. #Feneberg #Insolvenz
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Deutschlands größter selbstständiger Edeka-Händler kämpft ums Überleben. Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat Insolvenz beantragt – was bedeutet das für die Branche? ➤ 3.000 Mitarbeiter betroffen ➤ 73 Filialen werden überprüft ➤ Sanierung bis Ende 2026 geplant Mehr zur aktuellen Lage im Artikel. #Lebensmittelhandel #Edeka #Feneberg #Insolvenz #Restrukturierung
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Schlechte Nachrichten für Feneberg-Kunden im Allgäu und am Bodensee: Die beliebte Supermarktkette hat Insolvenz angemeldet. Alle Märkte bleiben zwar geöffnet, aber Gutscheine können nicht mehr eingelöst werden. Was du jetzt wissen musst 👉







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