Ferrari hat am 9. Februar 2026 in San Francisco den Innenraum seines ersten vollelektrischen Sportwagens enthüllt – und gleichzeitig den Namen bekanntgegeben: Ferrari Luce, italienisch für „Licht“. Das Besondere: Der Innenraum wurde in Zusammenarbeit mit Jony Ive und Marc Newson entwickelt, den legendären Designern hinter iPhone, iPad und Apple Watch.
Das Wichtigste in Kürze
- Ferrari Luce ist das erste vollelektrische Fahrzeug von Ferrari mit über 1000 PS
- Innenraum designt von Jony Ive und Marc Newson (LoveFrom-Studio)
- Sprint von 0 auf 100 km/h in unter 2,5 Sekunden dank vier Elektromotoren
- Revolutionäres Bedienkonzept mit 40 Glasteilen statt Touchscreen-Fokus
- Gewicht: knapp 2.300 kg – schwerer als der Ferrari Purosangue SUV
- Komplette Außendesign-Enthüllung erfolgt im Mai 2026 in Italien
- Viersitzer-Konfiguration mit schlanken, lederverkleideten Sportsitzen
Revolution aus Maranello: Ferrari wagt den elektrischen Schritt
Mit dem Ferrari Luce betritt die italienische Sportwagen-Legende Neuland. Das erste vollelektrische Fahrzeug mit dem springenden Pferd bietet vier Sitze, mehr als 1000 PS und beschleunigt in unter 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h – angetrieben von vier Elektromotoren. Die Präsentation am 9. Februar 2026 markiert die zweite von drei Enthüllungsphasen. Im Oktober 2025 wurde bereits die Technologie vorgestellt, die vollständige Außendesign-Präsentation folgt im Mai 2026 in Italien.
Der Name „Luce“ ist dabei kein Zufall. Der Name bedeutet ‚Licht‘ oder ‚Illumination‘ auf Italienisch und signalisiert Ferraris kompromisslosen Fokus auf die Zukunft sowie eine neue Namenstrategie für diese wichtige Erweiterung der Ferrari-Palette. Ferrari verlässt damit bewusst die bisherige Namensgebung und setzt ein Zeichen für einen Neuanfang im Elektrozeitalter.
Jony Ive trifft Ferrari: Wenn Apple-Design auf italienische Sportwagen-Tradition trifft
Das wohl größte Highlight des Ferrari Luce ist die beispiellose Designkooperation. Seit fünf Jahren arbeiten Ferrari-Chairman John Elkann, CEO Benedetto Vigna und Chefdesigner Flavio Manzoni mit LoveFrom zusammen, der von den ehemaligen Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson gegründeten Kreativagentur. Diese Partnerschaft ist in der Automobilbranche einzigartig – noch nie hat Ferrari sein Design so weitreichend in externe Hände gelegt.
Der Ferrari, mitentworfen von Ives Studio LoveFrom, lehnt die vorherrschende Tech-Vision von Autonomie und bildschirmdominierten Innenräumen ab. Stattdessen setzt er stark auf taktile Schalter, physische Bedienelemente und den Akt des Fahrens selbst. Jony Ive begründet dies mit einer klaren Philosophie: „Touchscreens im Auto zu verwenden ist etwas, wovon ich niemals träumen würde, weil es erfordert, dass man hinschaut, was man tut.“
Materialperfektion: 40 Glasteile statt Plastik-Armaturenbrett
Der Innenraum kombiniert retro-futuristische Einflüsse aus Ferraris Vergangenheit mit beispiellosen 40 individuellen Glasteilen – verglichen mit 3-4 in einem normalen Luxusauto. Herzstück ist das speziell entwickelte Corning Fusion5-Glas, das in einem 400-Grad-Celsius-Salzbad gehärtet wird. Der Schaltknauf allein wurde mit 13.000 präzisen Laserlöchern versehen, um versteckte Beleuchtung zu ermöglichen.
Besonders beeindruckend ist das Lenkrad: Es besteht aus einer speziell entwickelten Aluminiumlegierung zu 100 Prozent recycelt und setzt sich aus 19 separaten CNC-gefrästen Teilen zusammen. Die Inspiration stammt von den klassischen Nardi-Holzlenkrädern der 1950er und 1960er Jahre – eine Hommage an die Ferrari-Geschichte.
Technische Meisterleistung: OLED-Display mit schwimmenden Ebenen
Das Cockpit des Ferrari Luce setzt neue Maßstäbe in der Automobilindustrie. Das schlanke, aluminiumgerahmte Glasdisplay zeigt OLED-Grafiken, die scheinbar auf verschiedenen Ebenen schweben – das Display besteht tatsächlich aus mehreren Schichten, eine Technik, die nur mit der sehr dünnen OLED-Technologie möglich ist. Ferrari arbeitete dafür eng mit Samsung zusammen.
Durch das Ausschneiden von Löchern in den oberen Schichten konnten Ferrari und Samsung Displays schaffen, bei denen beispielsweise die Tachometer-Grafik unter dem Niveau einer physischen Nadel liegt, die sich wiederum hinter zusätzlichen Fahrinformationen befindet. Diese mehrschichtige Parallax-Optik erleichtert das schnelle Erfassen von Informationen während der Fahrt erheblich.
Der magische Schlüssel: E-Ink trifft Ferrari-Gelb
Ein besonderes Detail ist das Startsystem. Der Glasschlüssel mit E-Ink-Display erscheint in der Tasche Ferrari-Gelb und verbraucht dank bistabiler E-Ink-Technologie keinen Strom. Wenn der Fahrer ins Auto steigt, führt ein Magnet in der Mittelkonsole den Schlüssel in eine spezielle Aufnahme. Beim Herunterdrücken verblasst das Gelb zu Schwarz, während sich der Schlüssel mit der Glasoberfläche der Konsole integriert. Jony Ive nennt dies „Theater“ – die Neuerfindung des Rituals, ein Elektroauto zu starten.
Sobald der Schlüssel eingedockt ist, flutet Ferrari-Gelb durch das gesamte Interface, der Schaltknauf leuchtet auf und die Instrumentierung erwacht zum Leben. Diese choreografierte Startsequenz verbindet modernste Technologie mit emotionalem Erlebnis.
Fahrdynamik und Leistung: Mehr als nur ein Elektroauto
Trotz des Elektro-Antriebsstrangs hat Ferrari nicht vergessen, was die Marke ausmacht: Fahrspaß. Das Lenkrad verfügt über zwei kleine Bedienfelder unter den Hauptspeichen: Rechts ein Drehregler für die über 1000 PS starke Antriebseinheit (Range, Tour und Performance), links ein neuinterpretiertes Manettino für die Fahrwerkskonfiguration mit Dämpfungs- und Scheibenwischersteuerung.
Lautstärkeregelung und Suchfunktionen befinden sich auf der Rückseite des Lenkrads, flankiert von Paddles, die die Drehmomentabgabe steuern – für ein gangschaltungsähnliches Gefühl der Einbindung. Ferrari möchte damit auch im Elektroauto das haptische Feedback bewahren, das Sportwagen-Enthusiasten schätzen.
Mit einem Gewicht von knapp 2.300 Kilogramm ist der Luce allerdings kein Leichtgewicht. Das bezieht sich auf Leuchtkraft, nicht auf Gewicht – mit knapp 2.300 kg wird der Luce sogar den Purosangue SUV übertreffen und Ferraris schwerstes Fahrzeug werden. Die Batterie und vier Elektromotoren fordern ihren Tribut, doch die Leistung soll dies mehr als kompensieren.
Innenraum-Philosophie: Funktion vor Form, Haptik vor Touchscreen
Das Designteam priorisierte physische Bedienelemente, die zur Berührung und Interaktion einladen und eine überzeugende Verbindung zwischen Fahrer und Auto schaffen. Entgegen der Konvention, dass Elektroautos von großen Touchscreens dominiert werden müssen, sind viele Bedienelemente des Ferrari Luce mechanisch und präzise konstruiert.
Die Mittelkonsole beherbergt einen iPad-artigen Bildschirm mit Kippschaltern im Flugzeugstil für die Klimasteuerung, einem echten Lautstärkeregler und der Möglichkeit, sich zum Fahrer oder Beifahrer zu drehen. Besonders clever: Mit dem Druck auf zwei Knöpfe im Apple-Watch-Stil kann das Zifferblatt zwischen typischer Uhr, Chronograph und Kompass wechseln.
Vier Sitze für ein elektrisches Ferrari-Erlebnis
Das neue vollelektrische Ferrari-Fahrzeug wird vier Sitze mit schlanken, lederverkleideten Schalensitzen sowie einer Außenverkleidung aus Glas und Aluminium haben. Die Sitze sind eine radikale Abkehr vom kürzlich vorgestellten Viersitzer Purosangue und orientieren sich eher an den schlanken Sportsitzen klassischer Ferrari-Modelle wie dem Daytona.
Ein weiteres praktisches Detail: Die hintere Bedieneinheit teilt Echtzeit-Fahrinformationen mit den Passagieren und beherbergt die hinteren Klimabedienelemente. Die Mittelkonsole ist in Premium-Italienischem Leder gewickelt, der Stauraum mit Alcantara ausgekleidet.
Marktbedeutung: Ferraris Antwort auf die Elektro-Skepsis der Superreichen
Der Ferrari Luce kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Der Luce muss viele Aufgaben erfüllen: eine neue technologische Identität für die Marke schaffen und einen Weg durch weitgehend unbekanntes, aber unbestreitbar tückisches Terrain finden. Die Elektrifizierung von Luxus und Performance verlief nämlich nicht so gut, wie es die Automobilindustrie wollte – trotz hoher Leistung und Innovation haben die Superreichen nicht gerade Schlange gestanden, um in die emissionsfreie Ära einzusteigen.
Ferrari setzt mit der Wahl von Jony Ive und LoveFrom auf eine mutige Strategie. Die Zusammenarbeit mit externen Designern ist für Ferrari beispiellos – seit der Trennung von Pininfarina im Jahr 2013 wurde alles intern entwickelt. Doch gerade diese Außenperspektive könnte der Schlüssel sein, um Elektromobilität neu zu definieren.
Wie bereits in unserem Artikel über digitale Souveränität diskutiert, spielt Innovation eine Schlüsselrolle in der Zukunftsfähigkeit europäischer Unternehmen – Ferrari zeigt mit dem Luce, wie man Tradition und Fortschritt vereinen kann.
Zeitplan und Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Ferrari enthüllt sein erstes vollelektrisches Auto in drei Phasen. Die erste Enthüllung fand im Oktober letzten Jahres in Maranello statt und konzentrierte sich auf die zugrundeliegende Technologie einschließlich Batterie, Motoren und Plattform. Diese zweite Phase konzentriert sich auf Innenraum und Bedienoberfläche. Das Außendesign wird im Mai in Italien enthüllt.
Der genaue Marktstart und Preis des Ferrari Luce sind noch nicht bekannt. Branchenexperten erwarten jedoch einen Preis deutlich über 300.000 Euro, was den Luce in direkte Konkurrenz zu elektrischen Luxus-Sportwagen anderer Hersteller bringen würde. Die vollständige Präsentation im Mai 2026 wird zeigen, ob Ferrari mit seinem ersten Elektroauto die Erwartungen erfüllen kann.
Ähnlich revolutionäre Entwicklungen sehen wir auch in anderen Branchen – unser Artikel über erneuerbare Energien in Deutschland 2026 zeigt ebenfalls, wie traditionelle Industrien den Wandel meistern.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Name | Ferrari Luce („Licht“ auf Italienisch) |
| Antrieb | Vier Elektromotoren, vollelektrisch |
| Leistung | Über 1000 PS |
| Beschleunigung 0-100 km/h | Unter 2,5 Sekunden |
| Gewicht | Ca. 2.300 kg (knapp 5100 Pfund) |
| Sitzplätze | Vier Sitze (2+2 Konfiguration) |
| Designer | LoveFrom (Jony Ive & Marc Newson) + Ferrari Styling Centre (Flavio Manzoni) |
| Besonderheiten Innenraum | 40 individuelle Glasteile, OLED-Display, mechanische Bedienelemente |
| Lenkrad | 19 CNC-gefräste Teile, 100% recyceltes Aluminium |
| Display-Technologie | Samsung OLED mit mehrschichtiger Parallax-Optik |
| Enthüllung Außendesign | Mai 2026 in Italien |
| Marktstart | Noch nicht bekannt gegeben |
Häufig gestellte Fragen zum Ferrari Luce
Was bedeutet „Luce“ und warum hat Ferrari diesen Namen gewählt?
„Luce“ bedeutet auf Italienisch „Licht“ oder „Illumination“. Ferrari wählte diesen Namen als Symbol für einen Neuanfang und die Beleuchtung des Weges in die elektrische Zukunft. Der Name markiert bewusst eine neue Namenstrategie für Ferraris erstes vollelektrisches Serienfahrzeug.
Wer hat den Innenraum des Ferrari Luce designt?
Der Innenraum wurde in einer fünfjährigen Zusammenarbeit zwischen Ferraris Chefdesigner Flavio Manzoni und dem LoveFrom-Studio entwickelt, das von den legendären Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson gegründet wurde. Diese Kooperation ist beispiellos in der Ferrari-Geschichte.
Wie schnell ist der Ferrari Luce und wie viel PS hat er?
Der Ferrari Luce verfügt über mehr als 1000 PS und beschleunigt dank vier Elektromotoren in unter 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit positioniert sich das Elektroauto auf Augenhöhe mit den leistungsstärksten Verbrennungs-Ferraris.
Wann wird der Ferrari Luce vollständig vorgestellt und wann kommt er auf den Markt?
Die vollständige Enthüllung inklusive Außendesign findet im Mai 2026 in Italien statt. Das genaue Markteinführungsdatum und der Preis wurden von Ferrari noch nicht bekanntgegeben. Die Präsentation erfolgt in drei Phasen: Technologie (Oktober 2025), Innenraum (Februar 2026) und Komplettfahrzeug (Mai 2026).
Warum setzt Ferrari beim Luce auf physische Bedienelemente statt Touchscreens?
Jony Ive und das Designteam vertreten die Philosophie, dass Touchscreens beim Fahren ablenken, weil man hinschauen muss. Stattdessen wurden präzise mechanische Bedienelemente entwickelt, die intuitiv und haptisch befriedigend sind – für eine sicherere und engagiertere Fahrererfahrung ohne visuelle Ablenkung.
Wie viele Sitze hat der Ferrari Luce?
Der Ferrari Luce ist als Viersitzer konzipiert mit schlanken, lederverkleideten Schalensitzen. Damit unterscheidet er sich vom SUV Purosangue und bietet eine familientauglichere Konfiguration als die klassischen Zweisitzer-Sportwagen von Ferrari.
Was ist das Besondere am Glasdesign des Ferrari Luce?
Der Innenraum enthält 40 individuelle Glasteile – etwa zehnmal mehr als in einem typischen Luxusauto. Verwendet wird spezielles Corning Fusion5-Glas, das in einem 400-Grad-Celsius-Salzbad gehärtet wird. Allein der Schaltknauf wurde mit 13.000 Laserlöchern für versteckte Beleuchtung versehen.
Fazit: Ferrari Luce – Die Neuerfindung der elektrischen Sportwagenkunst
Der Ferrari Luce markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des italienischen Sportwagenherstellers. Mit über 1000 PS, einem revolutionären Innenraumkonzept von Apple-Designlegende Jony Ive und einer kompromisslosen Fokussierung auf Fahrfreude statt reiner Technologie-Zurschaustellung, zeigt Ferrari, dass Elektromobilität und emotionales Fahrerlebnis keine Gegensätze sein müssen.
Die bewusste Abkehr von Touchscreen-dominierten Cockpits hin zu 40 kunstvoll gefertigten Glasteilen, mechanischen Bedienelementen und haptischem Feedback setzt neue Maßstäbe in der Automobilindustrie. Der Ferrari Luce ist mehr als nur ein Elektroauto – er ist eine Design-Philosophie auf Rädern, die zeigt, wie Tradition und Innovation verschmelzen können.
Ob der Luce tatsächlich die skeptischen Superreichen zur Elektromobilität bekehren kann, wird sich nach der vollständigen Enthüllung im Mai 2026 zeigen. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Ferrari hat mit diesem Projekt die Messlatte für elektrische Luxus-Sportwagen deutlich höher gelegt.






