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Gerhard Schröder Russland: Altkanzler will Energiekooperation

by Rathaus Nachrichten
26. Januar 2026
in Finanzen
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Gerhard Schröder Russland: Altkanzler will Energiekooperation
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📖 Lesezeit: 7 Minuten | Stand: 26.01.2026

Gerhard Schröder und Russland – der Altkanzler sorgt erneut fĂŒr Aufsehen. In einem Gastbeitrag fĂŒr die Berliner Zeitung vom 23. Januar 2026 warnt der 81-JĂ€hrige vor einer „DĂ€monisierung“ Russlands und plĂ€diert fĂŒr die Wiederaufnahme von Energielieferungen. Estlands Außenminister bezeichnet seine Äußerungen als „heimtĂŒckischen Versuch“, Europa zu spalten. Die Debatte um Schröders Putin-Freundschaft flammt neu auf.

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Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Gastbeitrag: Schröder veröffentlicht am 23.01.2026 einen Beitrag in der Berliner Zeitung
  • Ukraine-Krieg: Er bezeichnet den russischen Angriffskrieg als „völkerrechtswidrig“
  • Warnung: Zugleich warnt er vor einer „DĂ€monisierung Russlands als ewiger Feind“
  • Energie: Schröder plĂ€diert fĂŒr die Wiederaufnahme von Gaslieferungen aus Russland
  • Kritik: Estlands Außenminister nennt die Äußerungen „schlichtweg entsetzlich“
  • Hintergrund: Der 81-JĂ€hrige ist seit Jahren wegen seiner Putin-Freundschaft und Gazprom-TĂ€tigkeiten umstritten

Gerhard Schröder Russland – diese Kombination sorgt seit Jahren fĂŒr kontroverse Debatten in Deutschland und Europa. Der ehemalige Bundeskanzler (1998–2005) hat sich am 23. Januar 2026 mit einem umfassenden Gastbeitrag in der Berliner Zeitung zu Wort gemeldet. Unter dem Titel „Ich sorge mich um die Zukunft unseres Landes“ Ă€ußert sich der 81-jĂ€hrige SPD-Politiker zur deutschen Außenpolitik, zum Ukraine-Krieg und zu seinen Vorstellungen einer kĂŒnftigen Zusammenarbeit mit Russland.

Was hat Gerhard Schröder zur Russland-Politik gesagt?

In seinem Gastbeitrag vom 23. Januar 2026 positioniert sich Gerhard Schröder differenziert – und zugleich polarisierend. Er bezeichnet den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausdrĂŒcklich als „völkerrechtswidrig“ und als „Verletzung der Menschenrechte“. Gleichzeitig schreibt der Altkanzler: „Ich bin aber auch gegen die DĂ€monisierung Russlands als ewiger Feind.“

Was hat Gerhard Schröder zur Russland-Politik gesagt?

Schröder betont, Russland sei „nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfĂ€ltigen historischen Verbindungen zu Deutschland“. Es bleibe die „deutsche Schande“, dass dieses Land in zwei Weltkriegen von deutschen Soldaten brutal ĂŒberfallen worden sei.

Zitat Schröder (Januar 2026): „NatĂŒrlich ist der Krieg in der Ukraine nicht zu respektieren, auch nicht zu relativieren. Er ist völkerrechtswidrig, eine Verletzung der Menschenrechte.“

Schröder plĂ€diert fĂŒr russische Energielieferungen

Besonders brisant: Der Altkanzler hĂ€lt es weiterhin fĂŒr richtig, was er in seiner Amtszeit als Bundeskanzler vorangetrieben hat – den Import preiswerter Energie aus Russland. Deutschland und Europa brĂ€uchten in erster Linie „FriedensfĂ€higkeit“ statt militĂ€rischer „FĂ€higkeiten“, argumentiert Schröder.

„Wir brauchen derartige Formen der Kooperation mit Russland“, schreibt der 81-JĂ€hrige. Mit diesem PlĂ€doyer fĂŒr eine Wiederaufnahme der Energiezusammenarbeit stellt er sich gegen die Politik der Bundesregierung, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die AbhĂ€ngigkeit von russischem Gas beendet hat.

Scharfe Kritik aus dem EU-Ausland: Estlands Außenminister reagiert

Die Reaktionen auf Schröders Äußerungen folgten prompt – und fielen scharf aus. Estlands Außenminister Margus Tsahkna kritisierte die Aussagen des Altkanzlers auf der Plattform X (ehemals Twitter) in deutlichen Worten.

Tsahkna bezeichnete Aufrufe, ein Land „das den brutalsten Krieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg fĂŒhrt“, nicht zu dĂ€monisieren, als „schlichtweg entsetzlich“. Gleiches gelte fĂŒr die Andeutungen auf eine erneute Zusammenarbeit im Energiebereich mit Russland.

In einer weiteren Mitteilung seines Ministeriums bezeichnete Tsahkna die Äußerungen des Altkanzlers als „heimtĂŒckischen Versuch“, Europa zu spalten. Damit solle Europa vom aktuellen Kurs des Drucks auf Russland abgebracht und zu alten Fehlern zurĂŒckgefĂŒhrt werden.

Scharfe Kritik aus dem EU-Ausland: Estlands Außenminister reagiert

Gerhard Schröder und Wladimir Putin: Die Geschichte einer Freundschaft

Die Verbindung zwischen Gerhard Schröder und Russland reicht bis in seine Kanzlerzeit zurĂŒck. Bereits im Jahr 2000, wenige Wochen nach Putins Wahl zum PrĂ€sidenten, trafen sich die beiden Politiker zum ersten Mal. Nach eigenen Angaben fand das Treffen in einem russischen Dampfbad statt – der Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft.

JahrEreignis
2000Erstes Treffen zwischen Schröder und Putin
2004Deal zwischen Gazprom und E.ON Ruhrgas
September 2005AbsichtserklÀrung zum Bau von Nord Stream unterschrieben
Dezember 2005Schröder wird Aufsichtsratsvorsitzender bei Nord Stream AG
2017Wahl in den Aufsichtsrat von Rosneft
MĂ€rz 2022Vermittlungsversuch in Moskau nach Ukraine-Invasion
Mai 2022RĂŒcktritt vom Rosneft-Aufsichtsrat
Januar 2026Gastbeitrag mit PlĂ€doyer fĂŒr Russland-Kooperation

Nord Stream: Die umstrittene Pipeline und Schröders Rolle

Das sichtbarste Symbol der Verbindung zwischen Gerhard Schröder und Russland ist die Nord-Stream-Pipeline. Im Sommer 2004 besiegelte Schröder als amtierender Bundeskanzler gemeinsam mit Putin einen Deal zwischen dem russischen Staatskonzern Gazprom und der deutschen E.ON Ruhrgas.

Am 8. September 2005 – wenige Wochen vor dem Ende seiner Kanzlerschaft – unterschrieben Schröder und Putin die AbsichtserklĂ€rung zum Bau der Nord-Stream-Pipeline. Diese sollte Deutschland unter Umgehung von TransitlĂ€ndern wie Polen, den baltischen Staaten und der Ukraine mit russischem Gas versorgen.

Nur wenige Wochen nach seinem Ausscheiden aus dem Amt wurde bekannt, dass Schröder den Vorsitz im Aufsichtsrat der Nord Stream AG ĂŒbernehmen wĂŒrde – ein Unternehmen, das zu 51 Prozent der russischen Gazprom gehört. Diese Entscheidung löste massive Kritik aus und fĂŒhrte dazu, dass Schröder in den Medien als „Gerdprom“ oder „Gas-Gerd“ bezeichnet wurde.

Was sagt Schröder zur EU-Politik und Trump?

In seinem aktuellen Gastbeitrag kritisiert Schröder auch die EuropĂ€ische Union. Die EU verliere mit ihrem derzeitigen Kurs international an Bedeutung – unter anderem, weil Washington und Moskau ĂŒber den Kopf der EU hinweg ĂŒber die Zukunft der Ukraine verhandelten.

Die Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump habe „fatale Folgen fĂŒr Europa“, schreibt der Altkanzler. Trump versuche nicht nur, sich Grönland einzuverleiben, sondern die EU in eine neue AbhĂ€ngigkeit von den USA zu bringen. „Die Welt wird neu geordnet, aber die EU reagiert nur“, kritisiert Schröder.

SPD-Parteiausschlussverfahren: Warum Schröder noch Mitglied ist

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 geriet Schröder wegen seiner Russland-NĂ€he massiv in die Kritik. Teile der SPD forderten seinen Ausschluss aus der Partei. Ein entsprechendes Verfahren wurde eingeleitet – scheiterte jedoch.

Die Schiedskommission der SPD entschied, dass Schröders Verhalten zwar „schĂ€dlich“ fĂŒr die Partei sei, aber keinen Ausschlussgrund darstelle. Schröder bleibt damit SPD-Mitglied – wenn auch ohne seine frĂŒheren Privilegien wie ein vom Bundestag finanziertes BĂŒro und Mitarbeiter.

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HÀufige Fragen zu Gerhard Schröder und Russland

Warum ist Gerhard Schröder mit Putin befreundet?

Die Freundschaft zwischen Gerhard Schröder und Wladimir Putin begann im Jahr 2000, als Putin kurz nach seiner Wahl zum russischen PrĂ€sidenten Deutschland besuchte. Beide Politiker verstanden sich auf persönlicher Ebene gut, was sich in den folgenden Jahren in einer engen Zusammenarbeit bei Energieprojekten wie der Nord-Stream-Pipeline manifestierte. Schröder hat die Freundschaft trotz des Ukraine-Krieges nicht aufgekĂŒndigt und argumentiert, sie könnte bei einer Verhandlungslösung hilfreich sein.

Welche Positionen hatte Schröder bei russischen Unternehmen?

Gerhard Schröder war ab Dezember 2005 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nord Stream AG, die zu 51 Prozent der russischen Gazprom gehört. 2017 wurde er auf Vorschlag der russischen Regierung in den Aufsichtsrat des Energiekonzerns Rosneft gewĂ€hlt, wo er angeblich 600.000 Euro jĂ€hrlich erhielt. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 gab Schröder seinen Posten bei Rosneft auf und lehnte eine Nominierung fĂŒr den Gazprom-Aufsichtsrat ab.

Was sagt Schröder zum Ukraine-Krieg?

Gerhard Schröder hat den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als „völkerrechtswidrig“ und als „fatale Fehlentscheidung“ bezeichnet. Gleichzeitig weigert er sich, seine Freundschaft zu Putin aufzukĂŒndigen. Im MĂ€rz 2022 reiste er nach Moskau, um als Vermittler zu wirken – der Versuch scheiterte. In seinem Gastbeitrag vom Januar 2026 fordert er Verhandlungen und warnt vor einer „DĂ€monisierung Russlands“.

Warum wurde Schröder nicht aus der SPD ausgeschlossen?

Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges forderten Teile der SPD den Ausschluss Schröders aus der Partei. Das eingeleitete Verfahren scheiterte jedoch. Die zustĂ€ndige Schiedskommission entschied, dass Schröders Verhalten zwar der Partei schade, aber keinen hinreichenden Ausschlussgrund nach den Parteistatuten darstelle. Schröder bleibt damit SPD-Mitglied, hat aber seine frĂŒheren Privilegien wie das Altkanzler-BĂŒro verloren.

Was ist mit Nord Stream passiert?

Die Nord-Stream-Pipelines durch die Ostsee sind außer Betrieb. Nord Stream 1 nahm 2011 den Betrieb auf, wurde aber im Sommer 2022 von Russland gedrosselt und schließlich komplett gestoppt. Nord Stream 2 wurde 2021 fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb: Bundeskanzler Olaf Scholz stoppte im Februar 2022 aufgrund der russischen Invasion das Genehmigungsverfahren. Im September 2022 wurden beide Pipelines durch Explosionen beschĂ€digt.

Wie reagiert die internationale Politik auf Schröders Äußerungen?

Die Reaktionen auf Schröders jĂŒngsten Gastbeitrag vom Januar 2026 waren international scharf. Estlands Außenminister Margus Tsahkna bezeichnete die Äußerungen als „schlichtweg entsetzlich“ und einen „heimtĂŒckischen Versuch“, Europa zu spalten. In Deutschland werden Schröders Positionen seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Bundesregierung hĂ€lt an ihrer Linie fest, die AbhĂ€ngigkeit von russischer Energie zu beenden.

Fazit: Gerhard Schröder und die Russland-Debatte

Die Debatte um Gerhard Schröder und Russland zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Der 81-jĂ€hrige Altkanzler bleibt bei seiner Position: Er verurteilt zwar den Ukraine-Krieg als völkerrechtswidrig, hĂ€lt aber an seiner Freundschaft zu Putin fest und plĂ€diert fĂŒr eine WiederannĂ€herung an Russland – insbesondere im Energiebereich.

Die scharfe Kritik aus dem Baltikum verdeutlicht, wie kontrovers diese Haltung in Europa gesehen wird. WĂ€hrend die Bundesregierung und die EU auf Sanktionen und Distanzierung setzen, fordert Schröder Verhandlungen und „FriedensfĂ€higkeit“. Die Geschichte zwischen dem deutschen Altkanzler und dem russischen PrĂ€sidenten ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.


Über den Autor

Die Redaktion von Rathausnachrichten berichtet ĂŒber aktuelle politische Themen aus Deutschland und Europa. Unsere Artikel werden sorgfĂ€ltig recherchiert und bei neuen Entwicklungen aktualisiert.

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