Ein Jahr nach der offiziellen Anerkennung des Unrechts an Jenischen und Sinti in der Schweiz fordert Uschi Waser, eine Betroffene, eine umfassende und systematische Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Jenische Sinti Verfolgung muss lückenlos aufgeklärt werden, um die Grundlage für eine echte Versöhnung zu schaffen.

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- Uschi Waser fordert Aufarbeitung der Verfolgung von Jenischen und Sinti
- Was bedeutet die Anerkennung der Verfolgung für die Jenischen und Sinti?
- Welche Formen der Verfolgung erlitten Jenische und Sinti in der Schweiz?
- Wie geht es weiter mit der Aufarbeitung?
- Welche Rolle spielt die Entschädigung der Opfer?
Uschi Waser fordert Aufarbeitung der Verfolgung von Jenischen und Sinti
Uschi Waser, eine ehemalige Verdingkind und Angehörige der Jenischen, setzt sich vehement für eine umfassende Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte von Jenischen und Sinti in der Schweiz ein. Sie betont, dass die Anerkennung des Unrechts vor einem Jahr zwar ein wichtiger Schritt war, nun aber konkrete Maßnahmen folgen müssen, um die Vergangenheit aufzuarbeiten und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die systematische Verfolgung und Diskriminierung dieser Bevölkerungsgruppen sei ein Verbrechen gewesen, das nicht in Vergessenheit geraten dürfe.
Was bedeutet die Anerkennung der Verfolgung für die Jenischen und Sinti?
Die Anerkennung der Verfolgung von Jenischen und Sinti durch die Schweizer Behörden bedeutet für viele Betroffene und ihre Nachkommen eine späte, aber wichtige Genugtuung. Sie stellt eine offizielle Bestätigung des erlittenen Unrechts dar und kann dazu beitragen, das Trauma der Verfolgung zu verarbeiten. Die Anerkennung ist ein wichtiger Schritt hin zur Versöhnung und zur Stärkung des Selbstwertgefühls der betroffenen Gemeinschaften. Wie SRF berichtet, fordert Uschi Waser nun eine systematische Aufarbeitung. (Lesen Sie auch: Militärmanöver Basel: Eskaliert die Lage wie schon…)
Das ist passiert
- Anerkennung des Unrechts an Jenischen und Sinti durch die Schweizer Behörden.
- Forderung nach systematischer Aufarbeitung durch Betroffene wie Uschi Waser.
- Betonung der Notwendigkeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten und Lehren für die Zukunft zu ziehen.
- Verweis auf die Verdingkinder-Praktiken und andere Formen der Diskriminierung.
Welche Formen der Verfolgung erlitten Jenische und Sinti in der Schweiz?
Die Jenischen und Sinti in der Schweiz waren über Jahrzehnte hinweg vielfältigen Formen der Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Dazu gehörten unter anderem die sogenannte „Kinder der Landstrasse“-Aktion, bei der Kinder ihren Familien entrissen und in Heime oder Pflegefamilien gegeben wurden, um sie „umzuerziehen“. Auch Zwangsadoptionen, Berufsverbote und die Verweigerung von Wohnsitzen waren gängige Praxis. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die traditionelle Lebensweise der Jenischen und Sinti zu unterdrücken und sie in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren – oft gegen ihren Willen. Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat diese Praktiken inzwischen als Unrecht anerkannt.
Wie geht es weiter mit der Aufarbeitung?
Die Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte der Jenischen und Sinti in der Schweiz steht noch am Anfang. Es bedarf weiterer Forschung, um die genauen Ausmaße und Auswirkungen der Verfolgung zu dokumentieren. Zudem ist es wichtig, die Geschichten der Betroffenen zu hören und ihre Erfahrungen zu würdigen. Die Schweizer Behörden sind gefordert, eine unabhängige Kommission einzusetzen, die die Aufarbeitung koordiniert und Empfehlungen für Wiedergutmachungsmaßnahmen entwickelt. Auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Geschichte und Kultur der Jenischen und Sinti ist ein wichtiger Bestandteil der Aufarbeitung.
Die „Kinder der Landstrasse“ war eine Aktion des Hilfswerks „Kinder der Landstrasse“ der Stiftung Pro Juventute, die von 1926 bis 1973 durchgeführt wurde. Ziel war es, jenische Kinder ihren Familien zu entreißen und sie in Heimen oder Pflegefamilien „umzuerziehen“, um sie von ihrer „liederlichen“ Lebensweise abzubringen. (Lesen Sie auch: Waadtländer Regierungswahlen: Links-Grün in Gefahr?)
Welche Rolle spielt die Entschädigung der Opfer?
Die Entschädigung der Opfer der Verfolgung ist ein wichtiger, aber umstrittener Aspekt der Aufarbeitung. Viele Betroffene fordern eine finanzielle Entschädigung für das erlittene Leid und die erlittenen Verluste. Andere betonen, dass eine finanzielle Entschädigung das Unrecht nicht wiedergutmachen kann und dass es vor allem um Anerkennung und Versöhnung geht. Eine gerechte Lösung muss die individuellen Bedürfnisse und Erfahrungen der Betroffenen berücksichtigen und sowohl materielle als auch immaterielle Aspekte der Wiedergutmachung umfassen. Die Schweizerische Menschenrechtskommission setzt sich für die Rechte der Jenischen, Sinti und Roma ein.
Ein umfassender Bericht über die Geschichte der Jenischen und Sinti in der Schweiz, der die verschiedenen Aspekte der Verfolgung und Diskriminierung beleuchtet, könnte einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung leisten. Dieser Bericht sollte auf fundierter Forschung basieren und die Perspektiven der Betroffenen einbeziehen. Er könnte als Grundlage für politische Entscheidungen und für die Entwicklung von Maßnahmen zur Wiedergutmachung und Versöhnung dienen.
Die Anerkennung des Unrechts und die Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte sind wichtige Schritte, um das Vertrauen zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Jenischen und Sinti wiederherzustellen. Nur durch eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann eine Grundlage für eine gemeinsame Zukunft geschaffen werden, in der die Rechte und die Würde aller Menschen geachtet werden. Es ist wichtig, dass die Schweiz ihrer historischen Verantwortung gerecht wird und sich aktiv für die Rechte und die Integration der Jenischen und Sinti einsetzt.
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Ein Jahr nach der Anerkennung des Unrechts an Jenischen und Sinti in der Schweiz bleibt die Forderung nach einer umfassenden Aufarbeitung bestehen. Die Vergangenheit darf nicht vergessen werden, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Die Jenische Sinti Verfolgung muss vollständig aufgeklärt werden, um eine gerechte und inklusive Gesellschaft zu schaffen.










