Jugendschutz KI: Neue KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini sind laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Dies kann problematische Auswirkungen auf die Mediennutzung haben.
Kernpunkte
- 20,8 Prozent der 10- bis 17-Jährigen nutzen KI-Chatbots mehrmals pro Woche.
- 6,4 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen nutzen KI-Chatbots täglich.
- Chatbots werden sowohl als Lernwerkzeug als auch für sozial-emotionale Bedürfnisse eingesetzt.
- Online-Videos auf Plattformen wie TikTok und YouTube verzeichnen einen starken Nutzungsanstieg.
KI-Chatbots im Kinderzimmer: Eine neue Realität
Wie Stern berichtet, hat die Nutzung von KI-Chatanwendungen unter Kindern und Jugendlichen in den letzten Monaten stark zugenommen. Die Studie von DAK-Gesundheit und UKE zeigt, dass diese Programme nicht nur als Werkzeuge für Hausaufgaben und Recherchen dienen, sondern auch eine Rolle im sozialen und emotionalen Leben der jungen Nutzer spielen.
Welche Risiken birgt die Nutzung von KI-Chatbots für Kinder?
Die Risiken umfassen den Verlust der Privatsphäre durch das Anvertrauen persönlicher Informationen, die Möglichkeit der Manipulation durch die KI und die Verbreitung von Desinformation. Es ist wichtig, dass Eltern und Erziehungsberechtigte über diese Risiken informiert sind und Kinder im Umgang mit KI-Chatbots schulen.

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KI-Chatbots basieren auf Modellen der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP). Diese Modelle lernen aus riesigen Datenmengen und können menschenähnliche Konversationen führen. Die Qualität der Antworten hängt stark von den Trainingsdaten ab, was zu Verzerrungen und ungenauen Informationen führen kann. (Lesen Sie auch: Jugendschutz: Social-Media-Bremse für Kinder rückt näher)
Die Studie, für die das Institut Forsa zwischen dem 24. September und 12. Oktober 2025 insgesamt 1.005 Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren zusammen mit jeweils einem Elternteil befragte, ist bereits die achte Welle einer seit 2019 laufenden Mediennutzungsstudie von DAK und UKE.
So funktioniert es in der Praxis
In der Praxis nutzen Kinder KI-Chatbots oft, um schnell Antworten auf Fragen zu erhalten, Referate vorzubereiten oder sich bei Problemen Rat zu holen. Ein Kind könnte beispielsweise ChatGPT fragen, wie Photosynthese funktioniert oder welche historischen Ereignisse zum Fall der Berliner Mauer führten. Einige Kinder nutzen die Chatbots auch, um sich auszusprechen oder ihre Gefühle zu teilen, da sie sich möglicherweise wohler fühlen, einer KI Dinge anzuvertrauen als einer realen Person.
Die Verbraucherzentrale bietet hilfreiche Informationen zu Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Alltag.
Vorteile und Nachteile
KI-Chatbots bieten zweifellos Vorteile im Bildungsbereich und können den Zugang zu Informationen erleichtern. Sie können auch dazu beitragen, kreative Schreibprozesse zu unterstützen und neue Lernmethoden zu entwickeln. Allerdings bestehen auch erhebliche Nachteile. Der Jugendschutz KI muss hier dringend greifen. Dazu gehören der potenzielle Verlust persönlicher Daten, die Abhängigkeit von ungenauen oder verzerrten Informationen und die Gefahr, dass Kinder soziale Kompetenzen vernachlässigen, wenn sie sich zu sehr auf KI-gestützte Interaktionen verlassen.
Wie können Eltern ihre Kinder vor den Gefahren schützen?
Eltern sollten offen mit ihren Kindern über die Nutzung von KI-Chatbots sprechen, altersgerechte Regeln aufstellen und die Datenschutz-Einstellungen der Anwendungen gemeinsam überprüfen. Es ist auch wichtig, Kinder dazu zu ermutigen, kritisch zu denken und Informationen aus verschiedenen Quellen zu vergleichen.
Alternativen und Wettbewerb
Neben ChatGPT und Gemini gibt es eine Vielzahl weiterer KI-Chatbots, wie beispielsweise Character AI, Replika oder ChatSonic. Diese unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten und Funktionen. Einige sind stärker auf Unterhaltung ausgerichtet, während andere sich auf Bildung oder Produktivität konzentrieren. Im Vergleich zu ChatGPT bietet Gemini beispielsweise eine stärkere Integration mit anderen Google-Diensten.
Bei der Nutzung von KI-Chatbots ist es wichtig, auf den Datenschutz zu achten. Viele Anbieter sammeln Daten über die Nutzerinteraktionen, die für personalisierte Werbung oder zur Verbesserung der KI-Modelle verwendet werden können. Es ist ratsam, die Datenschutzrichtlinien der jeweiligen Anbieter sorgfältig zu lesen und gegebenenfalls die Datenschutzeinstellungen anzupassen. Informationen zum Datenschutz bietet die Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz. (Lesen Sie auch: Bill Cosby Prozess: Millionenstrafe nach Missbrauchsurteil)
Es ist entscheidend, dass die Entwicklung und Nutzung von KI-Chatbots im Einklang mit den Prinzipien des Jugendschutzes stehen. Dies erfordert eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie. Die Ergebnisse der Studie von DAK-Gesundheit und UKE liefern wichtige Erkenntnisse für diese Diskussion.












