Die Warnung vor Schimmelpilzgiften in Mandeldrinks betrifft vor allem Kleinkinder. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fand in Stichproben des beliebten Milchersatzes Aflatoxin B1, ein Schimmelpilzgift, das bei Kindern ein gesundheitliches Risiko darstellen könnte. Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen wurde vom BfR als „mittel“ eingestuft. Mandeldrink Schimmelpilzgift steht dabei im Mittelpunkt.

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Kernpunkte
- Das BfR fand in 31 von 39 getesteten Mandeldrinks Aflatoxin B1.
- Aflatoxin B1 kann durch Erbgutveränderungen Krebs erzeugen.
- Das BfR stuft die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen für Kinder als „mittel“ ein.
- Weitere Schimmelpilzgifte wurden in geringeren Mengen gefunden und als weniger bedenklich eingestuft.
Mandeldrinks im Visier: Warum Schimmelpilzgifte ein Problem darstellen
Mandeldrinks erfreuen sich als pflanzliche Alternative zu Kuhmilch großer Beliebtheit, insbesondere bei Menschen mit Laktoseintoleranz oder solchen, die eine vegane Ernährung bevorzugen. Wie Stern berichtet, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jedoch kürzlich eine Studie veröffentlicht, die ein potenzielles Gesundheitsrisiko für Kinder aufzeigt. Die Untersuchung von 162 handelsüblichen Hafer-, Mandel- und Sojadrinks förderte in einigen Mandeldrinks das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 zutage.
Aflatoxine sind eine Gruppe von Mykotoxinen, also Schimmelpilzgiften, die von bestimmten Schimmelpilzarten produziert werden, insbesondere von Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus. Diese Schimmelpilze können auf landwirtschaftlichen Produkten wie Mandeln, aber auch Erdnüssen, Mais und Reis wachsen. Aflatoxin B1 gilt als das potenteste aller Aflatoxine und ist als krebserzeugend eingestuft. Da keine sichere untere Wirkschwelle ableitbar ist, wird jede Aufnahme als potenzielles Risiko betrachtet, insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Kinder.
Welche Risiken birgt Aflatoxin B1 für Kinder?
Aflatoxin B1 ist ein Schimmelpilzgift, das von bestimmten Schimmelpilzarten produziert wird. Es kann in landwirtschaftlichen Produkten wie Mandeln vorkommen und gilt als krebserzeugend. Für Kinder besteht ein besonderes Risiko, da sie empfindlicher auf die toxischen Wirkungen reagieren und bereits geringe Mengen gesundheitsschädlich sein können.
Die besondere Gefährdung von Kindern resultiert aus mehreren Faktoren. Zum einen haben Kinder im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine höhere Nahrungsaufnahme als Erwachsene, was zu einer proportional höheren Exposition gegenüber potenziellen Schadstoffen führt. Zum anderen sind die Entgiftungsmechanismen im kindlichen Körper noch nicht vollständig ausgereift, wodurch Aflatoxin B1 weniger effizient abgebaut und ausgeschieden werden kann. Das BfR selbst betont, dass aufgrund der potenziell erbgutverändernden Wirkung von Aflatoxin B1 keine sichere Aufnahmemenge definiert werden kann. (Lesen Sie auch: Hannah Montana Jubiläum: Miley Cyrus Erinnert sich)
Das BfR untersuchte 39 Mandeldrink-Proben. In 31 dieser Proben wurde Aflatoxin B1 nachgewiesen. Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen wurde als „mittel“ eingestuft.
Die BfR-Studie im Detail: Ergebnisse und Bewertung
Die Studie des BfR umfasste, wie bereits erwähnt, 162 Proben verschiedener Pflanzendrinks. Neben Mandeldrinks wurden auch Hafer- und Sojadrinks untersucht. Der Fokus lag dabei auf der Bestimmung von Schimmelpilzgiften (Mykotoxinen) und Pflanzentoxinen. Die Ergebnisse zeigten, dass Aflatoxin B1 hauptsächlich in Mandeldrinks vorkam. Ochratoxin A, ein weiteres Schimmelpilzgift, wurde zwar in geringen Mengen auch in Sojadrinks gefunden, die Bewertung des BfR fiel hier jedoch weniger kritisch aus. Deoxynivalenol, ein Mykotoxin, das vor allem in Getreide vorkommt, wurde in vielen Haferdrinks nachgewiesen, jedoch ebenfalls als weniger bedenklich eingestuft. T-2- und HT-2-Toxine fanden sich in allen untersuchten Haferdrinks, wobei das BfR darauf hinwies, dass sich die Gesamtaufnahme erhöhen kann, wenn zusätzlich weitere haferhaltige Produkte konsumiert werden.
Die Bewertung der gesundheitlichen Risiken erfolgte unter Berücksichtigung der Verzehrmengen von Pflanzendrinks bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren. Da hierzu bisher wenig Daten vorliegen, wurden Daten zum Kuhmilchverzehr als Grundlage herangezogen. Zudem wurde angenommen, dass jeweils nur eine Art von Pflanzendrink Kuhmilch ersetzt. Das BfR weist darauf hin, dass diese Annahmen möglicherweise nicht immer zutreffen und die tatsächliche Exposition gegenüber den gefundenen Toxinen variieren kann.
Es ist wichtig zu betonen, dass die gefundenen Mengen an Aflatoxin B1 in den Mandeldrinks nicht in jedem Fall extrem hoch waren. Dennoch ist aufgrund der potenziell krebserzeugenden Wirkung und des Fehlens einer sicheren unteren Wirkschwelle Vorsicht geboten, insbesondere bei Kindern.
Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Mandeldrink-Marken?
Es ist davon auszugehen, dass die Belastung mit Aflatoxin B1 je nach Marke und Produktionsprozess variieren kann. Die Studie des BfR hat jedoch keine spezifischen Marken genannt, sondern lediglich allgemeine Ergebnisse für Mandeldrinks veröffentlicht. Verbraucher können sich jedoch an die Hersteller wenden, um Informationen über die Qualitätssicherung und die Überwachung von Schimmelpilzgiften zu erhalten. (Lesen Sie auch: Fastnacht Venezuela: Deutscher Karneval in der Karibik?)
Die Ergebnisse der BfR-Studie werfen Fragen nach den Ursachen für die Kontamination von Mandeln mit Schimmelpilzen auf. Eine mögliche Ursache ist die unsachgemäße Lagerung und Trocknung der Mandeln nach der Ernte. Schimmelpilze können sich unter feuchten und warmen Bedingungen leicht vermehren und Aflatoxine bilden. Auch während des Transports und der Verarbeitung der Mandeln können Kontaminationen auftreten. Um das Risiko zu minimieren, sind strenge Qualitätskontrollen entlang der gesamten Produktionskette erforderlich. Dazu gehören die Überwachung der Anbaubedingungen, die sorgfältige Auswahl der Mandeln, die Optimierung der Lagerungs- und Trocknungsprozesse sowie die regelmäßige Analyse der Produkte auf Schimmelpilzgifte. Die Verbraucherzentrale bietet hierzu weitere Informationen.
Aflatoxine sind hitzestabil und werden durch Kochen oder Backen nicht vollständig zerstört. Daher ist es wichtig, die Kontamination von Lebensmitteln mit Aflatoxinen von vornherein zu vermeiden.
Expertenmeinungen und Handlungsempfehlungen
Die Ergebnisse der BfR-Studie haben in der Fachwelt unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Einige Experten betonen die Notwendigkeit, die Qualitätskontrollen bei der Herstellung von Mandeldrinks zu verschärfen und die Verbraucher besser über die potenziellen Risiken zu informieren. Andere weisen darauf hin, dass die gefundenen Mengen an Aflatoxin B1 in den meisten Fällen relativ gering seien und kein unmittelbares Gesundheitsrisiko darstellen würden. Dennoch herrscht Einigkeit darüber, dass Vorsicht geboten ist, insbesondere bei Kindern.

Professor Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR, empfiehlt Eltern, auf eine abwechslungsreiche Ernährung ihrer Kinder zu achten und nicht ausschließlich auf Mandeldrinks als Milchersatz zu setzen. „Es ist wichtig, verschiedene pflanzliche Alternativen zu nutzen und auch andere Lebensmittel in den Speiseplan einzubeziehen“, so Hensel. „Dadurch kann das Risiko einer einseitigen Belastung mit Schadstoffen minimiert werden.“
Dr. Melanie Neumann, Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Hohenheim, ergänzt: „Eltern sollten beim Kauf von Mandeldrinks auf Bio-Qualität achten, da hier strengere Kontrollen gelten. Zudem ist es ratsam, die Produkte kühl und trocken zu lagern, um das Wachstum von Schimmelpilzen zu verhindern.“ (Lesen Sie auch: Rhode Island Schießerei: Drei Tote bei Eishockey-Spiel)
Es ist ratsam, sich bei Unsicherheiten an einen Arzt oder Ernährungsberater zu wenden. Diese können individuelle Empfehlungen geben und bei der Auswahl geeigneter Milchersatzprodukte helfen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die BfR-Studie hat gezeigt, dass Schimmelpilzgifte in Mandeldrinks ein potenzielles Problem darstellen können, insbesondere für Kinder. Es ist daher wichtig, die Qualitätskontrollen zu verbessern und die Verbraucher besser zu informieren. Die Hersteller von Mandeldrinks sind gefordert, ihre Produktionsprozesse zu optimieren und sicherzustellen, dass die Produkte frei von schädlichen Schimmelpilzgiften sind. Die Behörden müssen die Einhaltung der Grenzwerte überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Langfristig sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die Ursachen für die Kontamination von Mandeln mit Schimmelpilzen besser zu verstehen und wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln. Organisationen wie Foodwatch fordern seit Jahren mehr Transparenz und strengere Kontrollen in der Lebensmittelproduktion.
Für Eltern bedeutet dies, dass sie beim Kauf von Mandeldrinks aufmerksam sein und auf eine abwechslungsreiche Ernährung ihrer Kinder achten sollten. Durch eine bewusste Auswahl der Produkte und eine ausgewogene Ernährung kann das Risiko einer Belastung mit Schimmelpilzgiften minimiert werden.
Ursprünglich berichtet von: Stern








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