1&1 Netzausbau: Wie weit ist der Herausforderer der Telekom?
Der 1&1 Netzausbau schreitet voran, wenn auch langsamer als ursprünglich geplant. Bis Ende des Jahres wurden über 2.000 Antennenstandorte aktiviert, womit der Mobilfunkanbieter nach eigenen Angaben über 25 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Bis 2030 sollen es über 50 Prozent sein. 1&1 Netzausbau steht dabei im Mittelpunkt.

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- 1&1 Netzausbau: Wie weit ist der Herausforderer der Telekom?
- Der aktuelle Stand des 1&1 Netzausbaus
- Wie funktioniert die Mobilfunkstrategie von 1&1?
- Verkaufsgerüchte und finanzielle Entwicklung
- Was bedeutet das für Verbraucher?
- Wie ist 1&1 im internationalen Vergleich positioniert?
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Bis Ende 2023 waren über 2.000 1&1 Antennenstandorte aktiv.
- Das Unternehmen plant, bis 2030 über 50 % der deutschen Haushalte zu erreichen.
- Der Umsatz von 1&1 stieg 2023 um 1,8 % auf 4,1 Milliarden Euro.
- Der Nettogewinn sank im gleichen Zeitraum um fast die Hälfte auf 166 Millionen Euro.
| Unternehmen: | 1&1 |
|---|---|
| Umsatz: | 4,1 Milliarden Euro |
| Gewinn: | 166 Millionen Euro |
| Branche: | Telekommunikation |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz +1,8 %, Gewinn -50 % |
Der aktuelle Stand des 1&1 Netzausbaus
Der 1&1 Netzausbau ist ein ambitioniertes Projekt, mit dem das Unternehmen als vierter großer Mobilfunkanbieter in Deutschland etablieren will. Wie Stern berichtet, waren zum Jahreswechsel 2023 gut 2.000 Antennen-Standorte aktiv. Im vergangenen Jahr kamen durchschnittlich 300 neue Standorte pro Quartal hinzu. Dieses Ausbautempo soll beibehalten werden.
Firmenchef Ralph Dommermuth zeigte sich zuversichtlich: „Wir wachsen weiter und erreichen mit diesen Standorten über 25 Prozent der Haushalte.“ Bis 2030 sollen es über 50 Prozent sein. Diese Zielvorgabe der Bundesnetzagentur werde 1&1 „sehr gut schaffen“. (Lesen Sie auch: „Holy Redeemer“ im Finale: Ein Highschool-Basketballmärchen)
Wie funktioniert die Mobilfunkstrategie von 1&1?
1&1 setzt auf eine Kombination aus eigenem Netzausbau und Roaming-Abkommen mit Vodafone. In Gebieten, in denen 1&1 noch kein eigenes Netz hat, werden die Kunden automatisch mit dem Vodafone-Netz verbunden. Dafür zahlt 1&1 Gebühren an Vodafone.
Dieser Ansatz ermöglicht es 1&1, von Anfang an eine flächendeckende Netzabdeckung anzubieten, während das eigene Netz schrittweise ausgebaut wird. Kritiker bemängeln allerdings die Abhängigkeit von Vodafone und die damit verbundenen Kosten.
Verkaufsgerüchte und finanzielle Entwicklung
Trotz des Netzausbaus und des Umsatzwachstums sank der Nettogewinn von 1&1 im Jahr 2023 deutlich. Dies lag unter anderem an höheren Roaming-Kosten für die Nutzung des Vodafone-Netzes und an gestiegenen Investitionen in den Netzausbau und den Bau von Rechenzentren. (Lesen Sie auch: Heidi Klum Sohn: Henry feiert mit Elias…)
Diese finanzielle Entwicklung hat Spekulationen über einen möglichen Verkauf von 1&1 an den spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica befeuert. Telefónica könnte durch den Kauf von 1&1 seine Deutschlandtochter O2 stärken. Ralph Dommermuth wies diese Gerüchte jedoch entschieden zurück.
1&1 ersteigerte 2019 erstmals eigene Frequenzen für den Mobilfunk. Aufgrund von Lieferproblemen bei Vertragspartnern verzögerte sich der Netzausbau jedoch erheblich. Anfang 2023 waren lediglich fünf Standorte in Betrieb, obwohl laut Bundesnetzagentur bereits 1.000 hätten erreicht werden müssen.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Verbraucher bedeutet der 1&1 Netzausbau eine größere Auswahl an Mobilfunkanbietern und potenziell niedrigere Preise. Der Wettbewerb im Mobilfunkmarkt wird durch den neuen Anbieter belebt. Ob 1&1 tatsächlich eine ernsthafte Konkurrenz für die etablierten Anbieter Telekom, Vodafone und O2 wird, hängt jedoch vom weiteren Ausbautempo und der Netzqualität ab. (Lesen Sie auch: Sarah Michelle Gellar: So Hält Ihre Ehe…)

Laut Bundesnetzagentur muss 1&1 bis Ende 2030 mindestens 50 Prozent der deutschen Haushalte mit dem eigenen 5G-Netz erreichen, um die Auflagen der Frequenzauktion zu erfüllen.
Wie ist 1&1 im internationalen Vergleich positioniert?
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Deutschland ein Markt mit wenigen, sehr großen Mobilfunkanbietern. In vielen anderen Ländern gibt es eine größere Vielfalt an Anbietern, was oft zu niedrigeren Preisen und mehr Wettbewerb führt. Der Markteintritt von 1&1 könnte langfristig zu ähnlichen Entwicklungen in Deutschland führen.
Allerdings ist der Netzausbau in Deutschland vergleichsweise teuer und aufwendig, was den Markteintritt für neue Anbieter erschwert. Die hohen Investitionen in den 1&1 Netzausbau zeigen, dass das Unternehmen bereit ist, diesen Weg zu gehen. Experten von Handelsblatt sehen den Erfolg von 1&1 vor allem in der Konzentration auf den Heimmarkt. (Lesen Sie auch: Heimkino: Beamer für draußen: So gelingt der…)
Häufig gestellte Fragen
Welche Frequenzen nutzt 1&1 für sein Mobilfunknetz?
1&1 hat bei der Frequenzauktion 2019 eigene Frequenzen im 2-GHz- und 3,6-GHz-Bereich ersteigert. Diese Frequenzen werden für den Aufbau des 5G-Netzes genutzt.





