Die Krötenwanderung hat begonnen! Überall in Deutschland begeben sich Amphibien in den kommenden Tagen und Wochen auf ihre alljährliche Liebestour. Das bedeutet für Autofahrer erhöhte Vorsicht, da die Tiere Straßen überqueren müssen, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Besonders gefährlich: Hohe Geschwindigkeiten, die durch den entstehenden Luftdruck die inneren Organe der Tiere platzen lassen können.

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- Krötenwanderung: Was bedeutet das für Autofahrer?
- Wie sollten sich Autofahrer verhalten, um die Kröten zu schützen?
- Was ist entscheidend für den Beginn der Krötenwanderung?
- Kröten-Taxi: Warum lassen sich Männchen Huckepack tragen?
- Welche Strafen drohen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen?
- Häufig gestellte Fragen
Auto-Fakten
- Amphibienwanderstrecken sind oft durch Schilder gekennzeichnet.
- Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h kann viele Krötenleben retten.
- Die Hauptwanderung beginnt, wenn die Temperatur nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad steigt.
- Erdkrötenmännchen lassen sich manchmal von den Weibchen Huckepack zum Laichgewässer tragen.
Krötenwanderung: Was bedeutet das für Autofahrer?
Die alljährliche Krötenwanderung stellt für Autofahrer eine besondere Herausforderung dar. Die Amphibien, darunter vor allem Erdkröten, aber auch Molche und andere Lurche, verlassen ihre Winterquartiere und begeben sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie oft Straßen überqueren, was sie einem hohen Risiko aussetzt. Jedes Jahr fallen tausende Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer, wie Stern berichtet.
Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie in den kommenden Wochen besonders aufmerksam sein müssen. Vor allem in der Dämmerung und nachts, wenn die Tiere besonders aktiv sind, ist Vorsicht geboten. Achten Sie auf entsprechende Hinweisschilder, die auf Amphibienwanderstrecken aufmerksam machen. Diese Strecken befinden sich häufig in der Nähe von Wäldern, Feuchtgebieten und Teichen.
Praxis-Tipp: Planen Sie Ihre Fahrten entsprechend und wählen Sie, wenn möglich, alternative Routen, um stark frequentierte Amphibienwanderstrecken zu umfahren. So können Sie nicht nur zum Schutz der Tiere beitragen, sondern auch unnötige Verzögerungen vermeiden.
Wie sollten sich Autofahrer verhalten, um die Kröten zu schützen?
Das richtige Verhalten von Autofahrern kann einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der wandernden Amphibien leisten. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt, auf entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken die Geschwindigkeit auf maximal 30 km/h zu reduzieren. Diese Maßnahme kann viele Krötenleben retten, da die Tiere nicht nur durch das Überfahren selbst sterben, sondern auch durch den hohen Luftdruck, der bei schneller Fahrt entsteht und ihre inneren Organe schädigen kann. (Lesen Sie auch: Lawinentote österreich: Viertes Opfer nach Lawinen in…)
Achten Sie nicht nur auf die Straße, sondern auch auf den Straßenrand. Oftmals versuchen die Tiere, die Fahrbahn zu überqueren, und können im Scheinwerferlicht rechtzeitig erkannt werden. Eine vorausschauende Fahrweise hilft, rechtzeitig zu reagieren und Unfälle zu vermeiden.
An manchen Orten werden von Naturschützern sogenannte Fangzäune aufgestellt. Diese Zäune lenken die Tiere um und verhindern, dass sie auf die Straße gelangen. Die Naturschützer sammeln die Amphibien dann ein und tragen sie sicher über die Straße. Es ist wichtig, diese Arbeit zu respektieren und die Zäune nicht zu beschädigen oder zu entfernen.
Zusätzlich zur Reduzierung der Geschwindigkeit sollten Autofahrer unnötige Fahrten in der Dämmerung und nachts vermeiden, wenn die Amphibien besonders aktiv sind. Jede Fahrt weniger reduziert das Risiko, ein Tier zu überfahren. Der ADAC gibt weitere Tipps, wie man Wildunfälle vermeiden kann, die auch bei der Krötenwanderung hilfreich sein können.
Was ist entscheidend für den Beginn der Krötenwanderung?
Der Startschuss für die Krötenwanderung fällt, wenn die Temperaturen nachts mehrere Tage hintereinander über fünf Grad Celsius steigen. Diese Temperaturmarke signalisiert den Amphibien, dass die Zeit für die Fortpflanzung gekommen ist und sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen müssen. Nicht nur Kröten, sondern auch andere Amphibienarten wie Molche und Lurche sind dann unterwegs.
Sollten die Temperaturen wieder fallen, kann die Hauptwanderung etwas verzögert werden und regional unterschiedlich einsetzen, wie Sascha Schleich vom NABU erklärt. Es ist also wichtig, die Wettervorhersage im Blick zu behalten und sich auf wechselnde Bedingungen einzustellen. Die Wanderung kann sich über mehrere Wochen erstrecken, abhängig von den jeweiligen Witterungsverhältnissen. (Lesen Sie auch: Lawinentote österreich: Zahl der Opfer steigt auf…)
Fakt: Die Krötenwanderung ist ein komplexer biologischer Prozess, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Neben der Temperatur spielen auch die Luftfeuchtigkeit und die Niederschlagsmenge eine Rolle. Feuchte Witterung begünstigt die Wanderung, da die Tiere dann weniger Gefahr laufen, auszutrocknen.
Kröten-Taxi: Warum lassen sich Männchen Huckepack tragen?
Ein faszinierendes Phänomen im Rahmen der Krötenwanderung ist das sogenannte „Kröten-Taxi“. Dabei klammern sich die Männchen der Erdkröten auf dem Rücken der Weibchen fest und lassen sich Huckepack zum Laichgewässer tragen. Dieses Verhalten hat einen einfachen Grund: Die Männchen sparen ihre Kräfte für den anstrengenden Zeugungsakt, der mehrere Stunden dauern kann.
Die Weibchen tragen also nicht nur ihr eigenes Gewicht, sondern auch noch das des Männchens. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Tiere oft lange Strecken zurücklegen müssen. Der NABU weist darauf hin, dass das Weibchen bis zu 6.000 Eier ablegt, die dann vom Männchen befruchtet werden. Die Laichschnur kann dabei bis zu fünf Meter lang werden.
Ein Erdkrötenweibchen kann bis zu 6.000 Eier legen. Die Laichschnur kann bis zu fünf Meter lang werden. Die Wanderung kann sich über mehrere Wochen erstrecken.
Welche Strafen drohen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen?
Wer die Schutzmaßnahmen für wandernde Amphibien missachtet und beispielsweise die Geschwindigkeit nicht reduziert oder gar Tiere absichtlich überfährt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Die genauen Bußgelder variieren je nach Bundesland, können aber mehrere hundert Euro betragen. Zudem können Verstöße gegen das Naturschutzgesetz auch strafrechtliche Konsequenzen haben. (Lesen Sie auch: Wetter Morgen: Blitzeisgefahr und Schnee – Deutschland)

Es ist wichtig zu betonen, dass der Schutz der Amphibien nicht nur eine moralische Verpflichtung ist, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Die Tiere sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und tragen zur Artenvielfalt bei. Ihre Gefährdung hat negative Auswirkungen auf das gesamte Naturgefüge. Informationen zum Naturschutz bietet das Bundesamt für Naturschutz.
Achtung: In besonders schweren Fällen, beispielsweise bei wiederholten Verstößen oder bei der Zerstörung von Laichgewässern, können die Strafen noch deutlich höher ausfallen. Es drohen dann nicht nur hohe Geldbußen, sondern auch Freiheitsstrafen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Krötenwanderung für die Tiere so wichtig?
Die Krötenwanderung ist für die Fortpflanzung der Amphibien unerlässlich. Die Tiere wandern zu ihren Laichgewässern, um sich dort zu paaren und ihre Eier abzulegen. Ohne diese Wanderung wäre die Fortpflanzung und damit der Fortbestand der Art gefährdet. (Lesen Sie auch: Rolltreppen Berliner Hauptbahnhof: Das Sagen Frustrierte Reisende)
Wie lange dauert die Krötenwanderung in der Regel?
Die Dauer der Krötenwanderung ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig. Sie kann sich über mehrere Wochen erstrecken, wobei die Hauptwanderung meist in einem Zeitraum von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen stattfindet. Bei Kälteeinbrüchen kann die Wanderung unterbrochen werden.
Was können Anwohner tun, um die Kröten zu unterstützen?
Anwohner können die wandernden Kröten unterstützen, indem sie aufmerksam fahren, Hinweisschilder beachten und die Arbeit der Naturschützer respektieren. Zudem können sie sich selbst aktiv am Schutz der Tiere beteiligen, beispielsweise durch den Bau von Amphibienschutzzäunen.
Welche anderen Amphibien sind neben Kröten noch von der Wanderung betroffen?
Neben den Erdkröten sind auch andere Amphibienarten wie Molche, Frösche und andere Lurche von der Wanderung betroffen. Auch diese Tiere müssen oft Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen und sind daher ebenfalls gefährdet.
Was passiert, wenn die Laichgewässer durch Straßenbau zerstört werden?
Die Zerstörung von Laichgewässern durch Straßenbau oder andere Eingriffe in die Natur stellt eine erhebliche Bedrohung für die Amphibien dar. Sie verlieren dadurch ihren Lebensraum und ihre Fortpflanzungsmöglichkeiten, was langfristig zum Rückgang der Populationen führen kann.
Die Krötenwanderung ist ein wichtiges Ereignis im Naturkalender, das uns jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, wie wichtig der Schutz unserer heimischen Tierwelt ist. Indem wir als Autofahrer achtsam sind und die Schutzmaßnahmen beachten, können wir einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Amphibien leisten. Denken Sie daran: Jede Kröte zählt!










