«Wo sind nur Kubas Bruderstaaten?», fragt man sich dieser Tage in Havanna. Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise, verschärft durch das US-Ölembargo, wartet Kuba vergeblich auf die dringend benötigte Kuba Hilfe Verbündete Staaten. Die Angst vor Sanktionen aus Washington scheint grösser als die Solidarität mit der Karibikinsel.

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Kuba: Die schwierige Suche nach Verbündeten in der Not
Die Strassen von Havanna sind dieser Tage ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Notlage Kubas. Lange Schlangen vor den wenigen geöffneten Geschäften, in denen die Grundnahrungsmittel rationiert werden, prägen das Bild. Stromausfälle sind an der Tagesordnung, und der Mangel an Medikamenten und Treibstoff verschärft die Situation zusätzlich. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, blickt Kuba in einer Zeit der grössten Not auf seine einstigen Verbündeten, doch die erhoffte Unterstützung bleibt aus.
Die wichtigsten Fakten
- Kuba erlebt eine schwere Wirtschaftskrise, verschärft durch US-Sanktionen.
- Ehemalige Verbündete zögern, Kuba zu helfen, aus Angst vor US-Sanktionen.
- Die Versorgungslage der Bevölkerung ist kritisch, es fehlt an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff.
- Die Krise könnte zu einer weiteren Fluchtbewegung aus Kuba führen.
Was ist der Grund für die ausbleibende Hilfe für Kuba?
Die Hauptursache für die Zurückhaltung der einstigen «Bruderstaaten» Kubas liegt in der Angst vor den Vereinigten Staaten. Das seit Jahrzehnten bestehende US-Embargo gegen Kuba hat eine abschreckende Wirkung auf viele Länder. Wer Kuba wirtschaftlich oder politisch unterstützt, riskiert, selbst ins Visier der US-Sanktionspolitik zu geraten. Diese Furcht vor Repressalien ist stärker als die ideologische Verbundenheit oder die historischen Beziehungen, die einige Länder mit Kuba pflegen.
Diese Situation ist nicht neu, sondern eine Fortsetzung der langjährigen US-Politik gegenüber Kuba. Seit der Revolution von 1959 versuchen die USA, die kommunistische Regierung in Havanna zu isolieren und zu schwächen. Das Embargo, das unter Präsident John F. Kennedy verschärft wurde, hat das Land in eine wirtschaftliche Abhängigkeit von anderen Staaten getrieben. (Lesen Sie auch: Hart aber Herzlich Reunion: Robert Wagner feiert…)
Das US-Embargo gegen Kuba besteht seit über 60 Jahren und hat die kubanische Wirtschaft massiv beeinträchtigt. Es verbietet US-Unternehmen und ihren ausländischen Tochtergesellschaften den Handel mit Kuba und schränkt den Zugang des Landes zu internationalen Finanzmärkten ein.
Welche Auswirkungen hat die Krise auf die kubanische Bevölkerung?
Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die kubanische Bevölkerung sind verheerend. Der Mangel an grundlegenden Gütern des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel, führt zu einer humanitären Notlage. Die Stromausfälle, die oft stundenlang dauern, beeinträchtigen das tägliche Leben zusätzlich. Viele Kubanerinnen und Kubaner sehen keine Perspektive mehr in ihrem Land und versuchen, ins Ausland zu fliehen, vor allem in die USA. Die Migrationszahlen sind in den letzten Monaten stark gestiegen, was die ohnehin schon angespannte Situation weiter verschärft.
Die Versorgungslage im Gesundheitswesen ist besonders kritisch. Es fehlt an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Personal. Viele Spitäler sind nicht mehr in der Lage, eine angemessene Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere für chronisch Kranke und ältere Menschen.
Auch für die Schweiz ist die Situation in Kuba von Bedeutung, da sie eine langjährige humanitäre Tradition pflegt und sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) beobachtet die Lage genau und prüft Möglichkeiten, wie die Schweiz zur Linderung der Not beitragen kann. Es ist jedoch schwierig, humanitäre Hilfe zu leisten, ohne die kubanische Regierung zu unterstützen oder gegen US-Sanktionen zu verstossen. (Lesen Sie auch: Sara Leutenegger Fehlgeburt: Ihr Schmerzhafter Weg Zurück…)
Wie könnte sich die Situation in Kuba weiterentwickeln?
Die Zukunft Kubas ist ungewiss. Sollte sich die Wirtschaftslage nicht bald verbessern, droht eine weitere Eskalation der Krise. Dies könnte zu sozialen Unruhen und einer weiteren Fluchtbewegung führen. Die kubanische Regierung steht vor grossen Herausforderungen. Sie muss Reformen einleiten, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Gleichzeitig muss sie versuchen, die Beziehungen zu den USA zu verbessern, um das Embargo zu lockern oder aufzuheben. Ob dies gelingen wird, ist jedoch fraglich. Die politische Situation in den USA ist angespannt, und eine Annäherung an Kuba ist derzeit nicht in Sicht.
Wie Reuters berichtet, könnte die Krise in Kuba auch Auswirkungen auf die regionale Stabilität haben. Sollte es zu einem Zusammenbruch des kubanischen Staates kommen, könnte dies zu einer Destabilisierung der gesamten Karibikregion führen. Dies hätte auch Folgen für die Europäische Union, die traditionell enge Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik pflegt.
Kuba war einst ein wichtiger Verbündeter der Sowjetunion und anderer sozialistischer Staaten. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks verlor Kuba jedoch viele seiner wichtigsten Handelspartner und geriet in eine tiefe Wirtschaftskrise.

Die kubanische Regierung versucht, neue Verbündete zu finden, insbesondere in China und Russland. Diese Länder haben in den letzten Jahren ihre wirtschaftliche und politische Präsenz in Lateinamerika und der Karibik ausgebaut. Ob sie jedoch in der Lage und willens sind, Kuba in ausreichendem Masse zu unterstützen, ist fraglich. China ist vor allem an wirtschaftlichen Interessen interessiert, während Russland seine geopolitischen Ziele verfolgt. Eine echte «Bruderschaft» im alten Stil ist von diesen Beziehungen kaum zu erwarten. (Lesen Sie auch: Nordische Kombination Heute: Deutsches Team mit Goldchance)
Die aktuelle Situation in Kuba ist ein Beispiel dafür, wie politische und wirtschaftliche Machtverhältnisse die Beziehungen zwischen Staaten beeinflussen können. Die Angst vor den USA ist stärker als die Solidarität mit einem kleinen Karibikstaat, der seit Jahrzehnten unter den Folgen des US-Embargos leidet. Die kubanische Bevölkerung ist die Leidtragende dieser Politik. Sie verdient eine Zukunft in Frieden und Wohlstand, ohne die ständige Bedrohung durch Mangel und Repression.
Auch für die Schweizer Wirtschaft ist die Situation in Kuba relevant. Obwohl der Handel zwischen der Schweiz und Kuba begrenzt ist, gibt es einige Schweizer Unternehmen, die in Kuba investiert sind oder Handel mit dem Land betreiben. Die Krise in Kuba könnte sich negativ auf diese Geschäftsbeziehungen auswirken. Die Economiesuisse, der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft, beobachtet die Lage genau und steht im Kontakt mit den betroffenen Unternehmen.
Die Suche nach Kuba Hilfe Verbündete Staaten gestaltet sich schwierig, da die Angst vor Repressalien durch die USA viele Länder abschreckt. Die humanitäre Situation auf der Insel verschärft sich, und eine baldige Lösung der Krise ist nicht in Sicht. Die Schweiz, mit ihrer humanitären Tradition, steht vor der Herausforderung, wie sie zur Linderung der Not beitragen kann, ohne gegen internationale Sanktionen zu verstossen.
Das EDA äussert sich regelmässig zur Lage in Kuba.











